Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

V V V

Bertrand, (Ludovicus) ein Dominicaner - Mönch / warein söhn Iohannis Ludovici Bertrandi , der wegen seiner from-migkeit in Spanien werth gehalten wurde, gebühren zu Valen­ cia den i. ja», an. 1526. Als er achtzehn, jähr alt war, begaber sich in den Dominicaner-orden, und nachdem er die Theologiestudirt hatte, schickte ihn sein General in West-Indien , die Christ-liche lehre zu predigen, da er in einem tage mehr als 1500. Hey-den soll getaufet haben. Als er wieder zurück kam, wurde erjum Prior des Convents in Valencia erwehlet, und starb den9. oct. an. i;8i. oder 8?. Von Paulo V. ward er an. 1609.unter die zahl der seligen verzeichnet. De cofte , hist. Cathol.

Bertrand, (Petrus ) genannt der ältere, Cardinal undBlschoff von Antun, war ein söhn Matthäi, zu Annonay in Vi-varets gebohren. Als er J. U. Doctor worden, lehrte er dieRechte zu Avignon , Montpellier , Orleans und Paris , bekamdarauf ein Canonicat, und hernach das Decanat bey der kirchezu Puy. Philippus, der lange, machte ihn folgends zu einemRath im Parlement zu Paris , und seine gemahlin, Johanna von Burgund , ernennte ihn zu ihrem Cantzler. Nach diesemerhielt er das Bißthum zu Revers, welches er aber seinem Vet-ter Petro Bertrando von Colombier abtrat, damit er das zuAntun annehmen könnte. Endlich erlangte er an. 1331. vonJohanne XXII. den Cardinals - Hut mit dem titul St. Clemen-tis, weil er die freyheit der kirche tapfer vertheidigt hatte. Dennnachdem der weltliche Richter sich beschweret, daß die Geistli-chen ihre jurisdiction gar zu weit ausbreiteten, und selbiges derKöniglichen gewalt nachtheilig wäre, ließ Philippus Valesiusdeswegen eine zusammenkunft der Prälaten und Baronen nachParis ausschreiben. Petrus de Cugnieres, Königlicher Advo-cat, führte vor die Weltlichen, Bertrand aber vor die Geistli-chen das Wort, und wüste dieser seine fache so wohl vorzustel-len , daß der König vor die Geistlichen sprach. Seine da-mals gehaltene rede befindet sich mit in der Bibliotheca Pa-trum. Er hat auch einen tractat de Origine & Usu Juris-dictionum geschrieben, und unter andern stiftungen zu Pa­ ris das Kollegium ä'Autun fundiret. Er starb zu Avignon an. i,48. und hatte einen brnder, Wilhelmum, der Bischoffzu Nohon war. Paul. ALmilius. Du Titlet. Gaguin. Dupletx& Mezeray. Onuphr. davon. Du ßrevil. antiq. de Paris .Spond. A. C. 1329. n. 11. 12. Frizon. Gall. Sammartb. Gall.Beüarm. de icr. Aubery , hist. des Cardin. Foflevin. in ap-par. &c.

Bertrand, (Petrus ) ein Cardinal von Modena , Domi-nicaner-ordens , in welche!» er die Theologie mit allgemeinembeyfall gelehret hatte. Paulus III. gab ihm das Bißthum Fa-no in Umbria , worauf er sich bey dem Concilio zu Tndent be-fand , und als Nuncius an den Kayser Carolum V. gehen mü-sse. An. 1331. machte ihn Julius 111 . zum Cardinal, undwaren seine Verdienste am Römischen Hofe so bekannt, daß ernach Marcello II. bald den Päpstlichen stuhl bestiegen hätte. Erstarb den 8. mertz an. 1558. im 37. jähr seines alters. Ugbei.

Ital. sacr. Petrameltarius &c.

Bertrand, (Petrus ) ein söhn Blasii von Monluc, lebteunter der regierung Caroli IX. in Franckreich, und nahm sichvor, den Portugiesen zum Nachtheil, auf den bequemsten platz,den er in den Königreichen Mozambique oder Meiinde findenwürde, eine vestung zu bauen, damit die Franzosen dadurchdesto besser die Handlung nach Africa und Ost - Indien treibenkönnten. Er gieng derohalben mit drey grossen schiffen, etlichenbarquen und 1200. soldaten zur see, ward aber durch ungewrt-ter an die insul Madera getrieben. Daselbst setzte er seineleuthe ans land , frisch Wasser zu holen; allein die Portu-giesen thaten einen ausfall , wiewol so unglücklich, daß siealle auf dem platze blieben. Hierauf eroberte und zerstörteer die stadt Madera. Als er aber die grosse kirche angriff,darein sich ein theil der garnison gezogen hatte, ward er ander hüffte verwundet, und starb wenig tage hernach. Me-zerai , in Carolo IX.

Bertrand von Porto, welchem die Französische scribentenden zunahmen de Poyet, die Italiänische aber di Poggiettogeben, war aus Franckreich gebürtig, und empfieng den 18. dec.an. 1315. von seiner Mutter bruder, Johanne XXII. den Car-dinals-hut, nebst der würbe eines Bischoffs von Ostia . An.1317. schickte ihn dieser Papst mit dem character eines Legatennach Italien , welchem amt er bey sehr gefährlichen zeiten undin immerwährender unruhe sechzehen jähr auf solche art vor-stund , daß er nicht weniger zeichen seiner tapferkeit, als seinesVerstandes und eifers an den tag legte; wobey er öfters viel aus-zustehen hatte, auch einsmals zu Bologna in einem ausruhebey nahe um sein leben gekommen wäre. Er starb endlich zuAvignon um das jähr 1346. Man hält ihn vor den authoremrmes Apologi contra Okamum,einet dissertation de FactionibusGuelphorum &Gibellinorum,unb gewisser annotationum in do-ctrinam Petri Olivi de Paupertate. Von einigen ist er,doch ohnegenügsamen gründ,vor einen unehelichen söhn Iohannis XXII.ausgegeben worden. UgheUi. Panvin. Viflorell. Aubery. Can-telor. elench. Cardinal. Wadding. annal. min. Raynald. an-i 1 a i kist. di Fir. Vizan. hist. Bonon. Scip. Ammirat.

hist. Florent. Sigon. de Episc. Bonon.

Rheims, ein Eremite, lebte lange zeitsehr strenge tn dem walde Partenay, begab sich aber her-nach »n den zu Glangon, nahe bey Tournay . Als die rede

v e r

t) x 1 ' Cvnstantinvpel, Balduinus, habesich aus den Handen der Saracenen salvirt, und lebe in ei-»er w'ldms, hielten ihn viele vor den Kayser, und da umso vrel mehr , well er die ihm erwiesene chrbezeugunqen annahm, daher man ihn in Flandern und Heim qau mit arncsen fteuden empfieng; allein als der betrug heraus kam Lde er zu Ryssel an. 122;. mit eisernen ketten aufgehangen

Meten annal. Hanon. J a u

Bertrand du Guesclin , siehe Guesclin.

'Bertrand, (Wilhelmus) Blschoffvon Beauvais, GrafV Parr von Franckreich, war Robert! Bertrand VI. RaronI

und

von Briquebecq, und der Adelheid von Reelle andererwar an. 1318. da er der Hochzeit seines ältesten bruders Ro-berti VII. nachmaligen Marschalls von Franckreich, beywobnieCanonicus zu Beaume, und wurde an. 1331. Bischoff ruRoyon, nachdem Fucaldus von Rochechouart dieses Bißtliumaufgegeben hatte. Er befand sich hierauf, als Pair, bey demwider Robertum von Artois angestellten Processe, so den 9 avrdes besagten jahrs seinen ansang nahm. An. 1337. muste erim nahmen Iohannis von Vienne , Ertz-Bischoffs von Rheims.der sich damals in Spanien aufhielt, desselben Diceces wü-then , bey welcher gelegenheit er Rudolphum , Abt von StThierry einweyhete. Den 27. fcbr. des besagten jahrs nahm ervon dem Bißthum Bayeux besitz. An. 1346. vertheidigte erdie stadt Caen , worüber ihn sein König zum Commendantenbestellet hatte, wider die Engelländer mit grosser tapferkeitworauf er an. 1347. zum Bischoff von Beauvais erwchletwurde. An. 1330. war er mit bey der crönung Iohannis dergütigen, gesegnete an. 1336. den 19. may das zeitliche, undwurde in dem chor der Dom - kirche zu Beauvais begraben,woselbst man sein epitaphium findet. Anfelme, hist. gen.tom.IIpag. 27!. 396.

* Bertrand, ein Graf von Provence , ein söhn Gothofrediund Etiennette, genannt die gelinde, denen er in dem jähr1063, nachfolgete, vereinigte "sich mit dem Papst Gregorio VII. wider den Kayser Henricum IV. den er sehr gerne von Proven­ ce entfernte; widersetzte sich auch aus gleichem anlas Aicardo,Ertz - Bischoffe von Arles , welcher diesem Fürsten beysiimmete.Der Graf Bertrand starb um das jähr 1090. Es ist ungewiß,ob er von feiner gemahlin Mahaud kinder hinterlassen hat;denn man weiß nicht für gewiß, ob Gilbertus, welcher ihm nach-gefolget, wie solches einige scribenten gcglaubet, sein söhn ge-wesen seye. Boucbe , hist. de Prov. Rujfi , hist. des Comtes deProv. &c.

* Bertrand, (Robertus VII.) Baron von Briquebec, Vi-comte von Roncheville, rc. Marschall von Franckreich, Unter-Gouverneur in Guyenne, Taintonge, Rormandie und Flan­ dern , wurde indem jähr 1320. in denen Königlichen fachengebrauchet, und Mng in dem jähr 1321. als Abgesandter zudem König in Bohmen. In dem jähr 132;. schickte ihn derKönig in Rormandie, um das ufer des meers zu bewahren, undwurde er um diese zeit zum Marschall von Franckreich ernannt.Als per krieg in Guyenne wider die Engelländer seinen ansanggenommen , wurde er mit dem Grafen von Eu dahin gesandt;halte das commando über die armee und war General - Lieute-nant in den theilen von Guyenne und Taintonge, nachdem Al-fonsus von Spanien , Herr von Lunel , daraus verreiset wäre.Nach seiner rück-kehr wurde er in dem jähr 1328. naher Bruaesgesandt, dahin ihn der König Philippus von Valois berufte,um seiner cronung zu Rheims beyzuwohnen ; worauf er in dasland von Aunis und naher Rochelle gesandt wurde, um die ufierdes meers zu bewahren. In dem jähr 1333. behielt ihn derKönig in seinem Rath , und war er in dem folgenden jähr einerder Abgesandten von dem Rormännischen Adel an den König-lichen Hof, um die bekräftigung der freyheiten und befreyungendes lands zu begehren. Er 'wurde nach dieser verrichtung vondiesem Fürsten ausersehen, zu Paris mit Ferdinando König vonCastilien eine verbündnis zu schliessen, wie auch zum General- Lieutenant in Bretagne ernannt, und starb in dem jähr 1348.

Moreri.

* Bertrandis , ( Johannes de ) Doctor Juris und Canoni-cus bey St. Peter in Genf , folgte in der Bischöfflichen würdein dieser stadt an. 1409. auf Wilhelmum de Lornai. An. 1414.begab er sich mit einem qefolge von sechs und zwanzig Personenauf das Concilium zu Costuitz, allwo er aber das Prgchdiumnicht gefl'lhret, wie einige unrichtig vorgegeben haben. VonCostnitz begab er sich an. 1413. in Aragonien , um samt andernPrälaten den Kayser Sigismundum zu begleiten. Dieser Kay-ser hatte diese reise unternommen, um nach der absichtdes Con-cilii den Gegen - Papst Benedietum zu bereden, daß er sich sei-ner würde begeben möchte. De Bertrandis langte an. 1416. mitdem Kayser zu Genf an, welcher aufbegehrendes Bischoffs derstadt viel gutes erwiese. Nachdem er ohngefehr zehen jähr langBischoff gewesen, gab er- dieses Bißthum auf, und ward indem ansang des jahrs 1419. zum Ertz - Bischoffvon Tarentaisein Savoyen gemacht. Er starb an. 1423. und hat in dem Biß«thum von Genf zu seinem Nachfolger gehabt, Johannem de I»Röche Taillee. Distoire de Geneve par Spnn , edit. 1730.LEnfant , hist. du Conc. de Constance , tom. II. p. 378·

* Bertrandus, ein Doctor Medicin® zu Marseille , schriebin Französischer spräche de Acido & AlcalsLyon i684.und wollte

darinnen