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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tanken, da er sich denn den i r. aug. in der Wacht bey Mohatzbesonders hervor that, und nach geenbigtem ftldzuge seinenweg nach Hause nahm, aüwo ihn sein vatter zum Hertzog vonBerwick, zum Grafen von Tinmouth und zum Baron vonBvswort ernennte, ihm auch ein reginient zu fuß und eines zuPferde, benebst dem Gouvernement von Portsmouth , anver-trauete. An. 1688. wurde er mit dem orden vom Hosenbandeund mit der stelle eines Hauptmanns über hie Königliche garde,womit der rang eines General -Lieutenants verknüpfet ist, beeh-ret ; sahe sich aber noch im selbigen jähre genothiget , mit sei-nem vatter nach Franckreich zu flüchten. An. 1689. gieng ermit demselben nach Irrland über, und wurde in abwesenheitdes Vice-He, Grascns von Tirconnel, zum Gouverneur desKönigreichs und General der armer bestellet, muste aber, nach-dem er Londondery vergeblich belagert, in dem treffen bey Ca-van gegen den Obersten Wolsey unglücklich gefochten, und dieschlacht bey Drogheda an der Boyne verlohren, an. 1690. sei-nen rückweg nach Franckreich nehmen. Zu ansang dieses jahrsward er auch in einem zu Windsor gehaltenen Capitul des or-dens vom Hosenbande verlustig erkläret. An. 1691. diente erdein Könige von Franckreich als General-Lieutenant in den Nie­ derlanden , und half nicht nur die vestung Mons belagern, son-dern auch in dem treffen bey Leuze, den Fürsten von Waldeckaus dem selbe schlagen. An. 1692. hielt er sich in der schlachtbey Steenkerken gaiitz unvergleichlich, und in dem folgendenjähre legte er bey der belagerung von Charleroy besondere ehreein; in der schlacht bey Neerwinden aber, die im jul. vorfiel,und da er den König Wilhelmum entweder todt oder lebendighaben wollte, wurde er gefangen, und bald hernach gegen denHertzog von Ormond ausgewechselt. An. 169,. muste er es ge-schehen lassen , daß man m Engelland alle seine güther einzog,dagegen ihm der König von Franckreich an. 1697. den 27. aug.einen jährlichen gehalt von 12000. pfund zueignete, und an.170;. noch 8°°°. pfund dazu legte. An. 1698. den 4. may be-kam er eines von den neu - aufgerichteten Irrländischen regi-mcntern, welches damals nur aus einem bataillon bestund,nachgehends aber noch mit einem verstärcket wurde. An. 1701.muste er im nahmen seines vatters dem Papste Clementi XI. zudessen erhöhung glück wünschen, welcher ihn bey seiner abreisereichlich befchenckte, worauf er sowol in diesem als beyden fol-genden jähren den feld-zügen in Flandern beywohnte, und nach-dem er- den 17. dec. an. 170;. in Franckreich naturalisirt wor-den , seine reise nach Spanien antrat, um daselbst das general-commando zu führen. Nach seiner ankunft machte ihn Philip-pus V. an. 1704. im februario zum Grand von Spanien , undbeehrte ihn mit dem güldenen Vliesse, da er denn den Portugie-sen Salvatierra, Segnra, Castelbranco, Portalegro, Castel-David rc. wegnahm, und deren bevestigungen grösten theils dererde gleich machte. An. 170;. rief ihn der König von Franck-reich zurück, und sendete ihn nach Langueboc, allwo er bin-nen 6. monaten die unruhigen einwohner mit grosser scharfe zupaaren trieb, und hierauf im october vor die Savoyische stadtund vestung Nizza rückte, da er denn jene den 14. november, die-se aber erst den 4. jan. an. 1706. eroberte. Den folgenden 13.febr. empsteng er den Marschalls-stab, und übernahm aufs neuedas commanbo in Spanien , woselbst er anfangs überall denkürtzern zog, nach erhaltener verstärckung aber Cuenza , E'cbe,Murcia , Origuella, Villareal und Carthagena unter sich brach-te. An. 1707. den 2?. april behielt er in der schlacht bey Almau-za wider den Englischen Grafen von Galloway und den Portu-giesischen Grafen von Minas die oberhand, und bedeckte die vondem Hertzoge von Orleans unternommene belagerung von Le-rida. Vor diese ansehnliche dienste schenckte ihm Philippus V.den 10. octobr. die in dem Königreiche Valencia gelegene städteLiria und Terica unter dem titul eines Hertzogthums, benebstdem Grandat von der ersten classe, für eines von seinen kindern,so er dazu auscrsehen würde; Ludovicus XIV. aber gab ihmden 24. novembr. das Gouvernement von Limosin. An. 1708.kam er wieder in Franckreich an, und legte den 17. april so-wol wegen des jetzt-gedachten Gouvernements als wegen derMarschalls-würde den eyd der treue ab, worauf man ihm dascommando im Elsaß auftrug. Zu dem ende begab er sich in demmay nach Straßburg , war aber viel zu schwach , etwas wich-tiges auszuführen , weswegen er seine völcker zu dem Hertzogevon Burgund , der in den Niederlanden commandirte, stieß,und gegen die Kayserlichen, so die belagerung von Ryssel be-deckten, allerhand bewegungen machte, sie aber anzugreiffen sichnicht getrguete. Er gieng also unverrichteter fache wieder nachStraßburg , und ließ die seinigen die winter-quartier beziehen.An. 1709. commandirte er in Dauphine, machte durch seineWachsamkeit alle anschlüge der Alliirten zu Wasser, und fandsich den. oct. zu Versailles ein, von dar er sich sogleich nachFlandern erhub, aber nichts weiter ausrichtete, als daß er diewahlstatt bey Malplaquet besähe, und den Prätendenten mitsich nach Hause nahm. An. 1710. war er im april kaum nachDauphine abgereiset, als er eiligst beordert wurde, nach Flan­ dern zu gehen, woselbst er, nebst dem Marschall von Villars,den feldzug erofnete, bald hernach aber wieder nach Dauphinsmuste, wiewol er allhier , weil er am volckc und an andernkriegs-nothwendigkelten Mangel litte, nichts sonderliches verrich-len konnte. Wer! nun immittelst hie in Beauvoists gelegene undzugehörige Herrschafft Warty im monat may, unter demtltul sch-Iames, zu einem Hertzogthum und Paine war er-

hoben worden, so nahm er den 10. dec. im Parlemente und Lenfolgenden 21. dec. m dem Königlichen Rathe seinen sitz. An1711. führte er nochmals das commando in Dauphine. waraber nicht im stände, etwas hauptsächliches vorzunehmen, wieihm denn auch der anschlag auf Exiües nicht von statten aiena.An. 1712. verließ er Dauphins, und zog durch Rvußillon nachCatalonien , da er den 2. jan. 171z. das von den Kayserlichenbelagerte Girona entsetzte, und an. 1714. den 12. ftpl. die stadtBarcellona nach einer hartnäckigen gegenwehr zur überqabezwang, welchem exempel den folgenden 19. sept. Cardvna foiateVor die hierbey bezeigte tapferkeit bekam er eine jährliche pen'sion von 100000. pfund , und fand sich bald hernach wiederin Franckreich ein, nachdem er seinem ältesten fohne das Her-tzoathum Liria und Xerica nebst der würde eines Grand von derersten classe abgetreten hatte. Nach Ludovici XIV. an. 171-erfolgtem absterben war er ein Mitglied des Regierunas-Raths!und da an. 1719. die Cron Franckreich mit Spanien brach, fieler in Biscaya ein, nahm Fuentarabia , St. Sebastian, Ca-ftelleon, Tolosa , den Hafen Passage und die gantze landschaffrGuipuscoa weg, gieng von dar in Catalonien, und besetzte Ur-guel. An. 1720. legte der König Ludovicus XV. zu seiner jähr-lichen pension noch 20000. pfund zu, und erklärte ihn im folgen-den jähre zum Commendanten en chefitt Guyenne, Bearn, Na-varra, Ltmosin, Auvergne, Bourbonnois, Forez , dem landeFoix , Rvußillon und einem theile von Vivarez. An. 172;. er-langte er die besondre ehre, einer von den ersten zu seyn, die,so bald der König aufgestanden , in dessen schlaf-zimmer tretendörfen. An. 1^24. ward er Ritter der Königlichen orden,an. 1726. ordentlicher Staats-und Cabinets-Rath, und an.173o. Gouverneur zu Straßburg , worauf er an. 1733. überdie armee, so in das Reich einbrach , das general-commandobekam, und den 29. oct. die vestung Kehl mit accord eroberte.An. 1734. setzte er bey Kehl , Sellingen und Neckerau über denRhein , trieb die Kayserlichen den 4. und 3. may aus den Etlin-ger-linien, und belagerte den 22. dieses monats die vestung Phi­ lippsburg , hatte aber den 12. jun. frühe zwischen 7. und 8 . uhrin den trencheen das unglück, daß ihm eine canon-kuqel das le-ben nahm. Sein lrichnam wurde erstlich nach Rheinhausen ,und von darnach Straßburg , endlich aber nach Paris gebracht,und in das begräbt,is feines vatters Jacodi II. beygesetzet. Erhinterließ von seiner ersten gcmahlin, Honorala von Bourk,einer tochter Wilhclmi von Bourk, Grafens von Clanrickardin Irrland, und des Grasen von Lucan, Patritii Sarsfield,wittwe, die er sich an. 1693. den 26. mertz beygeleget, und an.1698. den 16. jan. durch den tod verlohren, einen einzigen söhn,Jacobum Franciscum Fitz-James, Hertzog von Berwick, vondem ein eigener artickul folget; mit seiner andern gemahlin,Anna Butkiey , hingegen , die er sich an. 1700. den 18. aprilantrauen lassen, hat er unter andern folgende kinder gezenget:1 .) Carolum Fitz-James, so an. 1701. den 7. jan. gcbohren,und bald gestorben. 2.) Annam Fitz-James, welcher an. 1701.den 28. dec. auf die Welt gekommen, und dieselbe bald verlassen.3.) Jacobum Fitz-James, Hertzog von Fitz-James, Gouver-neur von Limosin und Obristen bey einem regimeiu zu fuß, wel-cher an. 1702. den 13. nov. gebohren, und an. 1721. den 13.oct. zu Paris gestorben, aber von seiner gemahlin, Victoria Fe-licitas von Durfort, die er an. 1720. den 10. april geheurathet,

ine erben gelassen. 4. ) Franciscum Fitz-James, Abt vonBerwick, welcher an. 1709. den 9. jan. gebohren wurde, undan. 1728. die Abtey von St. Victor zu Paris , an. 1731. aberim februario die Abtey Tecamp erhielt, und noch in diesem jähreden 3. jun. das zeitliche gesegnete. 3.) Henricum Fitz-James,Hertzog von Fitz-James, welcher an. 1711. den 8. sept. gcboh-ren , und an. 173 3. Gouverneur von Ober-und Nieder-Limofin,wie auch über das Irrländische infanterie-regiment von BerwickObrister war. 6.1 Carolum Fitz-James , gebohren an. 1712.den 4. nov. 7.) Eduardum Fitz-James, gebohren an. 1713.den 17. oct. 8.) Henriette» Fitz-James, welche an. 1703. den16. sept. gebohren, und an. 1723. im februario mit JohanneBaptista Ludovico von Clermvnt cl'Amboise, Marquis von Rc-nel und Montglas, Grafen von Cheverny , vermählet worden.9.) Lauram Fitz-James , welche an. 1732. den n. mertz mitIoachimo Ludovico von Montaigu, Marquis von Bouzols,verheurathet worden. 10.) Sophiam Fitz-James, die an.1736. den 29. aug. X. Marquis von l'Escars geheurathet. n.)Aemiliam Fitz-James. Anselme , hist. gin. tom. V. p. 164-166. tom. VII. p. 679. tom. IX. p. 269. & 434. Burnet, hist.des dernieres revolut. Lamberti, memoir.

* Berwick, (Jacobus Frauchens) Hertzog von Liria undTerica, Graf von Tinmouth, Baron von Bosworth, Grandvon der ersten classe, Ritter des güldenen Vliesses, KöniglicherSpanischer Camnier-Iuncker und General-Lieutenant, war dereinzige söhn des vorherstehenden Iacobi Fitz-James, Hertzogsvon Berwick, von dessen erster gemahlin, Honorata von Bourk,die ihn an. 1696. den 19. octobr.gebohren hatte: Er wohn-te an. 1713. und 1714. dem ftldzuge in Catalonien bey, wo-selbst sem vatter damals commandirte, und ihm im nov. desletzt-besagten jahrs das Hertzogthum Liria und Terica, nebstdem damit verknüpften Grandat, abtrat. An. 1713. gieng ermit dem Prätendenten nach Schottland , wurde aber von dem-selben im siiche gelassen , und kau« nicht ohne grosse gefahrwieder nach Spanien . An. 1718. wurde er zum Obristcn überein in Spanischen diensten stehendes Irrländisches infanterie-

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