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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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darinnen beweisen, daß solche beyde salia nicht die principiamixtorum wären, wie Tachenius und Swalve vorgegeben, eshat ihn aber der Königliche Medici,s Fovet in dem Tr. de Bal-neis & aquis mineralibus , zu Paris 1686. gedruckt/ widerleget.

Hendreich.

* Bertrandus , (Stephanus) ein JCtus aus Carpentras ,lebte in der mitte des XVI. feculi, und schrieb Conliliorum Ju-ris vol. VIII. Lyon 1560. in fol. Franckfurt 160;. in fol. Gomm.inquasdamlegcs Codicis, Lyon 155?. Cöln 1600. in 8vv. Ru-hm du s , de Comtniff. VII. c. n. 11. Hendreich.

* Bertruccius / (Nicolaus) hat an. 1 3 12. oder, wie anderemelden/ an. 1250. unter der regierung Kaysers Conradi IV.gelebt / und einen Methodum morborum cognoscendorum ;ingleichen ein Collectorium artis Medicae tarn Theorien quamPracticae, Cöln is? in 4to, LyvN 1509. ttl4to; und 1518.verfertiget. Es befindet sich auch dieses letztere in des Christoph.Heylii traetat de Artificiali Medicatione zu MayNtz 15 14 - in 4wgedruckt mit inseriret. Keenig. Hendreich.

* Bertrudis , eine Königin aus Franckreich , eine gemahlinClotariill. dieses nahmens/ war aus Neustria , eine schwesterder Königin Gomatrudis und dieses Brunulfi / welchen der Kö-nig Dagobertus I. in dem jähr 629. ums leben bringen ließ. Ihrsöhn war eben der Dagobertus/ welcher sich mit seiner taute Go-matrude vermählete, und Charibertus/ König von Aquitanien .Ihre tugend machte sie sowol bey dem König ihrem gemahl /als auch dem gantzen Hof beliebt; sie starb in dem jähr 610.Der autbor des lebens des St. Ouen sagt / sie seye in der kir-che von St. Petrus zu Rouen begraben worden. Adrianusvon Valois und unterschiedliche der heutigen aber muthmassemsie seye in der Abtey von St. Germain des Pres beygesetzt wor-den. Gregorius Tut. lib. VII. Fredegariui , c. 46.. Valeßus ,de gell. Franc. toni. III. p. 13 . P. Anfelmus , &c.

Bertulpbus , (Henricus) von Gent/ lebte an. 1520. undwar ein guter Poet / liebte aber den trunck , davon er im gesich-te gnugsame kcnnzeichen hatte. Man sagt / es habe ihn Erasmus einsmals unter der Mahlzeit ersuchet, verse zu machen,welche sich mit diesen Worten anfiengen: Xasus Bertulphi , so erauch alsobald gethan. Sander, de dar. Gandav. Andr. bibl.Belg.

* Beruan, lat. Beruana , eine stadt im Königreich Thibet,m der grossen Tarrarey in Asien , unweit dem Lac de Beruan.

Berullus , (Petrus ) ein Cardinal aus einer adelichen fa-milie in Champagne, ein söhn Claudii von Berulle, eines Par-lements-Raths zu Paris / und an. 15 74. oder 7 3. gebohren. Erbegab sich , ungeachtet er der älteste söhn mt, zeitig/ und bereitsim 7. jähre zum geistlichen stände, und hatte anfänglich tust denJesuiten -orden anzunehmen, änderte aber hernach sein vorha-ben / und bekam neigung zu dem Barfüsser-Carmellter-orden ,den die Theresia in Spanien gestiftet. deswegen er auch nachSpanien zog / und unterweges einen schweren schiffbruch erlit-te / so daß er gantz allein auf einem feilen sitzen blieb, bis er ge-rettet ward. An. r6c>;. brachte er mit großer mühe und Wi-derspruch die ersten Carmeliter-Nonnen von defTheresia ihrerstiftung nach Franckreich, und ward vom Papste nebst nochzwey andern Personen zum Directore dieses ordens in Franck-reich bestellt. Hernach hat er an. 1 611. auf einrathen des Car-dinals von Joieuse und des Bischoffs von Paris selbst einenneuen orden/ nemlich die Congregationem Oratorii nach der re-qul des Philippi Neri, der dergleichen in Italien gethan / inFranckreich gestiftet, und nachdem der Papst sein vorhaben be-stätigt / ist er an. 1613. der erste Prspositus Generalis seines or-dens oeworden. Er war bey der Königin Maria von Mediciswohl gelitten, und durch diese gelegenheit geschahe es, daß erauch in staats-sachen gebraucht wurde. Denn als sich besagteKönigin mit ihrem söhne verunwilligt, und die fache bereits zurthätlichkeit gekommen war, ward dieser Berulle zweymal, an.1619. und an. 1620. an sie geschickt/ den vergleich mit rhr zu tref-fen , wie denn er, ungeachtet noch unterschiedene Grosse darzuaebraucht wurden, das qeheimnis von der ganyen Handlung al-lein in Händen hatte. An. 1624. ward er nach Rom geschickt,um des Papsts dispensation zur Heurath der Französischen Prin-tzeßin Henrietta Maria mit dem Englischen Cron-Printz herausru bringen, die er zwar auch erlangte bey der Handlung aberdarüber dennoch des Königs willen soll überschritten haben, in-dem er aus eigner bewegung dem Papste noch verschiedeneschwierigkeiten angegeben / die er gegen diese Handlung inachenkönne. Er ward hiernächst der Printzeßin mitgegeben, alsenach Engelland gieng, und sollte daselbst vor den Carholischenqoltesdienst arbeiten / so ihm aber nicht wohl gelange. Er hattezwar den Vorsatz gefaßt, daß er keine geistliche wurde annehinenwollte / doch brachte ihm die Königliche frau mutter, die thndem Cardinal Richelieu entgegen zu setzen vorhatte, auf andereaedancken / und also ward er durch ihre bemuhung an. 1627.Cardinal/ konnte aber doch den Richelieu nicht überwiegen. Ersaß auch nicht lange in dieser wurde/ denn nachdem er bereitsvom april an. 1623. an kräncklich gewesen , überfiel ihn den 12.sept. an. 1629. als er eben selbst messe las, bey dieser Handlungeine so grosse schwachheit, daß man ihm ein bethe bey dem altaraufschlagen muste, da er auch noch selbigen tages verschied.Man hat wegen seines todes damals den Richelieu beschuldigt ,als ob ihm derselbe gift beybringen lassen. Es bezeugte dieserCardinal einen grossen eifer vor die gottseligkeit/ und war em be-Histsr. Lexicon I. Theil.

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sonderer liebhaber von der mystischen Theologie.Jn seinen staats»Verrichtungen war er ziemlich aufrichtig und gewissenhafft , abernicht allerdings geschickt / einem Minister/ wie Richelieu / diewage zu halten, weil es ihm an welt-klugheit und genügsamererfahrung in solchen geschäfften fehlete, und weil er mehr ge-wohnt war/ tief zu dencken / als fachen/ die sich würcklich thunliessen / auszusinnen. Man hat angemerckl, daß er den Spa-niern sehr ergeben gewesen, weil dieselben den schein gaben/ alsob sie den Catholischen gottesdienst vertheidigten , gestalt erdenn den König an. 1620. zum kriege wider die Hugenotten be-reden helffen / damit er den Protestanten in Teutschland nichtzu hülsse kommen möchte, auch ferner den Mantuanischen kriegwiderrathen / den Richelieu hingegen möglichst beförderte / weilselbiger gegen die Spanischen und Oesterreichischen Vortheilelief. Er hat Vitam Catharinae de Jesu ; Discurium de statura& magnitudine Christi und andere mystische wercke auch einigetheologische streit-schriften verfertigt / welche alle hernach durchden P. Bourgoing in ein volumen zusammen gebracht worden,welchem man auch eine Nachricht von des Cardinals leben vor-gesetzt. Sammarth. Gall. Christ. Perrault , hommes illustres,

§ ui ont paru en France. Oldoini Athenäum Romanum. Erat einen bruder gehabt, der Staats-Rath gewesen, und des-sen enckel Requeten-meister , Intendant zu Lyon , und nach-gehends oberster Parlements-Präsident zu Grenoble worden.Der Abt de Berulle war des letztgedachten bruder, Requeten-meister und Prior von St.Romain du P«y bey Lyon/ und ist imende des Monats junii 1704. gestorben. Vafsor , histoire de Louis XIII. liv. XIII. XV. XXI. XXIV. XXV. XXVII. Sayk.

* Beruria, eine gelehrte Jüdin im andern feculo, zu zei-ten der Antonmonnn. Ihr vatter war Rabbi Chanina benTradion , welcher von den Jüden als ein gelehrter und from-mer mann hoch geschähet , und sein gedächtnis als eines Märty-rers den 26. des monats Sivan gefeyret wird. Es scheinet/ alswenn sie sich sonderlich zu Tiberias und aufder nahe dabey amsee Genezareth gelegenen Academia Zippvris aufgehalten , undhat sie sogar den öffentlichen Prslectionibus drey jähr beyge-wohnet / um sich in ihrem Dauben vest zu setzen. Sie Heurathe«te hierauf den R. Meir , welcher zu seiner zeit sehr hoch geach-tet worden; daß sie aber in nicht geringem ansehen gestanden/stehet man aus iVaüenjeils Comment, ad Sotap. 4; 6. und ausMass. Ceiim. & addit. c. 2. p. 20. indem man ihre Meynungdenen gelehrtesten Rabbinen vorgezogen. Unter ihre fehler rech-net man sonderlich den Hochmuth , die eigen-liebe und die be-gierde andre zu tadeln. Was ihr ende anlanget / so ist sie ge-schändet worden / und nachdem sie auch in den ehebruch gewilli-get/ hat sie sich aus schaam selbst erhenckt. Es hatte nemlichihr ehemann gegen sie behauptet/ daß das frauenzimmer leicht-sinnig wäre / und da sie iyme hierinne beständig widersprochen/hatte er einen von seinen zuhörern angestellt , daß er ihr nichteher ruhe gelassen , bis sie mit ihm unzucht getrieben; als sienun erfahren/ daß ihr eigener mann alles angestiftet , habe siesich selbst das leben genommen. Zeltner. diss. de Beruria ,Altdorffan. 1714.

* Berutus / (Amadeus) ein JCtus , aus Moncalieri / undGouverneur daselbst/ wurde von Leone X. an. i$i$, zum Bi-schofs von Aosta eingeweyhet , und wohnte in diesem jähre demConcilio im Lateran bey. Er hielt so eifrig über der kirchen-freyheit , daß er deswegen etliche mal suspendiret ward. Erstarb zu Padaco nach Jvrea gehörig an. 152;. UgheUus , ital.sacr. tom. IV. p. 1101.

* Bcruy / lat. Barvia, ein flecken in der landschasst Merins/in Nord-Schottland / welcher sitz und stimme im Parlementhat.

* Beruz - Abad , eine kleine stadt in Ost-Indien, im gebiethdes grossen Moguls, und zwar in der provintz Agra , zwölfmeilen von der stadt Agra gelegen. Thevemt , Ost-Indischereis. 1.2i. p. 79.

Berwald, Bernwalda, ein städtgen in der neuen MarckBrandenburg, zwischen Cüstrin und Stettin , an einem klei-nen see gelegen , soll von Alberto Urso seyn erbauet worden.An. 1631. ward hier die alliantz zwischen Franckreich , Schwe­ den , und den Teutschen Printzen geschlosien. Zwey jähr her-nach plünderten die Kayserlichen diesen ort aus. In Pom­ mern ist auch ein städtlein nicht weit von Nenen-Stettin ge-gen Polen zu, welches Berwalde oder Beerwolde genenntWird. Topogr. Brandeb. p. 30. Pufendorff. de reb. Suecic.lib. III. §· f. p. 41.

Berwtck, siehe Barwick.

* Berwick, (Jacobus) Hertzog von Fitz-James, Liria undLerica, Pair und Marschall von Franckreich, Grand von Spa­ nien , Ritter der Königlichen orden rc. war ein natürlicher söhnJacobi II. Königs von Engelland , den derselbe, als Hertzogvon Bork, an. 1671. mit Arabella Churchill von Wotton-Basset,des berühmten Johannis Churchill/Hertzogo von Marlborough/schwester, gezeuget hatte. Er wurde in der Catholischen reli-gion erzogen, und bezeigte von jugend an eine gantz besondreneigung zum kriege, weswegen er sich an. 1686. nach Ungarn begab, und in der belagerung von Ofen seine hertzhafftigkeit anden tag legte, auch in einem dabey vorgefallenen scharmützeleine, wiewol nicht gefährliche, wunde empfieng. Zu anfangedes folgenden zahrs erklärte ihn der Kayser zum General-Adju-Mmmm r tanten,