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gegen, wie leicht zu erachten, bey dem Konig in Franckreich,der ihm bey der audientz die Hand auf seinen grossen bart legte,NNd dabey sagte: Barbara Graeca genus retinent, quod kabe-le solebant ; auch selbigen daraus ohne andere antwort nichtohne grossen schimpf fortschickte. Welches den Cardinal der-gestalt verdroß / daß er auf dem rückwege nach Roin zu Turin in eine kranckheit fiel/ und zu Ravenna den x 8 . nov. an. 1472.im 77. jähr seines alters starb. Er wurde in Rom begraben,woselbst er sich noch bey 'lebzeiten an. 1466. seine grabschrtftaufgesetzt. Übrigens war er ein grosser liebhaber der Gelehr-ten / und nahm sich sonderlich , nach eroberung der stadt Con-stantinopel/ der aus gantz Griechenland hinweg geflohenenGelehrten an / daher sein Haus zu Rom wie eine Academievon den berühmtesten leuthen erfüllet war , und pflegten sichsonderlich Travezuntius / Gaza / Argyropylus/ Plethv/ Phi-lelphus / Blondus / Poggius / Valla/ Campanus , Platina,und andere mehr um ihn zu befinden. Er selbst schrieb unter-schiedliche theologische und philosophische lractate, Orationesund episteln. Vornemlich war er der Platonischen Philosophiesehr zugethan , und als Gregovius Trapezuntius den Aristote,lem dem Platoni vorgezogen/ verfertigte Bessarton in Calumnia.lorern Plawnis libros IV. Ferner Correstiones librorum Pla-tonis in Legibus, und de Natura & Arte contra Trapezuntium.Unter seinen theologischen schriften ist über de Sacramento Eu-charistiae , welches mit in der bibüotbeca katr. tom. XVI. zufinden: Responsio ad IV. Argumenta Maximi Planudis deProceflione Spiritus S. ex solo Patre , und andere mehr. Erhatte auch eine vortrefliche bibliotheck / welche er aus Griechen land mitgebracht / und auch noch weiter durch die daher er-haltene bücher vermehret hatte/ daß sie ihn 30000. thaler sollgekostet haben. Er bestellte darüber Mareum Antonium Sa-bellicum , und verehrete sie bey seinem tobe der Republick Ve nedig / da sie annvch aufbehalten wird. Trübem. Beüarm. deicr. eccl. Jovius, in elog. doct. vir. c. 24. Card. Paviens. inepist. Mattbieu , hist. de Louis XI. xi. Aubery , hist. des Card.Anton m. Onuphr. Platina. Spondan. Rainaldus. Poß'evin. Mi-raus. Wbarton. Hendreich &c. *
* Sessas/ ein tapferer General zu zeiten Iustiniani/ war vongeburt ein Gothe , und war aus Thracier, nach Italien ge-kommen. Belisarius schickte ihn mit einigen trouppen diewohl-bevestigte stadt Narniam in Tuscien wegzunehmen, wel-ches er auch glücklich in das werck richtete. Er wurde zumCommendanten in Rom gemacht , als er aber von Belisariobefehl bekam/ mit allen seinen völckern zu ihm zu flössen,wollte er lieber derer Gothen belagerung aushalten/ unge-achtet er schlecht mit Proviant versehen war , weil er aber sol-ches allein in seiner Verwahrung hatte , ließ er die verkauffungdesselben sich am meisten angelegen seyn / die übrige Pflicht vordie stadt aber beobachtete er schlecht genug , dahero / weil diewachen schlecht bestellet und überall theurung war/ so erober-te Totilas die stadt , und er konnte sich kaum mit der flucht sal-viren / wegen dieses schlechten Verhaltens jagte ihn der Kay-ser endlich in das elend. Procopius , de bello Goth. I. & III.Agatbius III.
* Beste / (Wilhelm) ein Parisischer Parlements-Advocat,schrieb Histoire des Comtes de Cacafsone, Beziers 164;. His-toire des Lues, Marquis & Comtes de Narbonne, Paris 1660. Recueil de diverses pieces servants ä l’histoire du Roide France Charles VI. ibid. 1660. Hendreich.
* Beste, (Heinrich von) Herr von la Chapelle-Milon / In-vestor über die schönen künste unter dem Marquis von Villa-terf/ hat geschrieben: Relation des campagnes de Rocroi &de Frihourg en 1643. & IÖ 44· Es wird diese schrift für einrechtes Meisterstück von der historischen schreib-art gehalten.Als an. 1683. Mr.de Louvois zum Ober-Aufseher der König-lichen gebauden gemacht ward/ gelangte Heinrich von Beste zuder stelle eines gegen-schreiders dieser gebäuden. Er empfien-ge zugleich befiehl/ sich in denen Versammlungen der Rottig-lichen Academie der aufschriften und münyen einzufin-den / und die allda vorgehende berathschlagungen zu papier zubringen. Er starb an. 1693. Mimoires du tems.
Bestekarv / eine Herrschafft/ schloß und kleine stadt in deNieder-Laußnitz / zwischen Lübben und Franckfurt gelegengehörte ehemals den Schlesischen Freyherren von Biberstein welche es aber nebst der Herrschafft Storckau an. 1318. derBifichoff zu Lebus / Dietrichen von Bülau , vor 45000. th>verictzten. Nachdem nun gedachtes Bifchoffthum an. 1550secularisiret worden , ist Bessekaw an Brandenburg kommenauch an. 1575. durch einen vergleich mit den Freyherren mBrderstein demselben erblich überlassen worden. Brandendund preuss. ftaats-hift. P. II. p. 247.
* Besselius , (Fridericus) ein Magister Philosophie, hoLginhardum de Vita Caroli M. mit anmerckungen erläutertHelmstadt 1667. in 4. und de Justitia & Jure , ingleichen dVentis geschrieben. Sandius ad Voßum . de Hist . Lat. p. 4:
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. (Henricus) ein berühmter Doctor Juris , wo
cr(t Schwedsscher /dann Braunschweig -Lüneburqischer Cantzl«m, surstenthum Minden , und endlich Chur-Brandenburgscher Rath/ starb an. 1671. und ließ Papam Evangeüco-Cinomeum, Franckfurt am Mayn; Weg zum Lande der l<bendtgen, oder reise der kinder Israel aus Egypten ins g«
lobte land; Herrlichen reichchum der Göttlichen geheimnisse,ibid. 1659. in 8. Richtstuhl des Landvffegers Pomu PllähBraunschweig 1671. in 8. Ewig-fliessende Gnaden-quelle desbens/ Amsterdam 1648. m 12. Hall der posaunen GOltesRintel. 1639. in 8. Vermahlung IEsu Christi mit der gläu-bigen seele , Braunschwelg 1669, in 8. Unverfälschter Spiegelder Göttlichen Wahrheit und des wahren bildnisses eines recbt-schaffenen Christen / Stade 1653. in 8. Buß-Posaune, Rintel'1649. in 8. Coronam Sacerdotum , Bremen 1649. m o'Herrsch-und Regier - kunst / Braunschweig 1670. in z. Ir'de Cornprornistis faciendis inter conjunctos ; Listertationes adPandectas , Marpilrg 1627. in 4. Tr. pro Imperatoria ac Re-gia contra Rom . Pontis, potestatem , Greissswalde 1631.IN 4. Dissertationes Juris , Marpurg 1629, Hendreich.
, * Besser /. (Johann von) Königlich - Polnischer und Chur-furstlich - Sächsischer geheimer Kriegs-Rath/ und ein berühmterTeutscher Poet, war zu Frauenburg in Curland den 8. may an1654. gebohren. Sein vatter war ein Prediger, stammte aberaus der alten adelicheu Bessererischen familie her/ (von wel-cher sogleich ein artickul folget,) dahero auch sein älter-vat-ter / welcher ehedessen in Curland der erste Superintendent ge-wesen/ von dem damaligen Hertzoge mit dem beywort/ Edel ,in den schriftlichen Verordnungen beehret worden. Er selberließ bereits in seiner jugend einen aufgeweckten und erhabenengeist, und eine besondere lehr-begierde spüren / weswegen erauch meistens in gesellschafft der benachbarten adelichen jugendsowol in den wissenschassten , als auch in verschiedenen nützli-chen und angenehmen leibes-übungen erzogen wurde. Bey mehrern jähren aber trieb er auf der Universität zu Königs-berg vornemlich, die Theologie, erlangte auch nach einiger zeitdie Magister-würde / und that sich ferner sowol durch r. un.ter seinem eigenen Vorsitz öffentlich gehaltene Disputationes, alsauch durch seine andere gute eigenschafften so hervor , daß erbald hernach zum Hofmeister eines mnqen Curländischm Ba-rons , nahmens Jacob Friedrich von Maydel, angenommenwurde. Sie giengen also beyde an. 1675. nach Leipzig / allwosich aber den 15. febr. an. 1677. der Unfall eräugete / daß seinjetzt-bemeldter untergebener nach einem mit dreyen Officiersglücklich ausgeführten zweykampf , und bereits getroffenen ver,gleich/ von seinen gegnern/ die auch noch zu diesem ende unter-schiedliche soldaten in dem holtze verstecket hatten/ aufs neue hin-terlistig überfallen und erschossen wurde; wobey er dann auchdie erhaltung seines eignen lebens mehr dem glücke und einersonderbaren Vorsehung/ als seiner/ obschon ungemeinen und fastunerhörten gegenwehr zu daucken hatte. Hierauf nahm ersiehzwar vor/ den geistlichen stand zu verlassen / und kriegs - dicnsteanzunehmen; da ihm aber mittlerweile es geglättet, die zunci-gung seiner nachmaligen eheliebsten/ der in den Befferischenschriften sehr berühmten Kühleweinin , zu erlangen , die zu die-sem stände keine lust verspüren ließ / legte er sich aufdie Rechts-gelehrsamkeit / und that an. 1680. eine reise nach Berlin , wo-selbst ihm von dem Churfürsten Friedrich Wilhelm wegen sei-nes schon erwehnten tapfern bezeigens in Leipzig , erstlich eineHauptmanns-stelle unter dero trouppen angeboten , und nach-dem er solche ausgeschlagen / die wurde eines Raths ertheiletwurde. In dem folgenden jähre ward er würcklicher Legations,Rath / und gieng an. 1684. als Chur-Brandenburgischer Resi-dent nach Engelland / worauf er nach seiner Wiederkunft an.X687. zum würcklichen Magdeburgischen Regierungs-Rath/ an.x69o.aber zum Hof-Rath/Ceremonien-Meister und Introäusteurdes Ambaffadeurs an dem Berlinischen Hofe ernennet wurde.In eben diesem jähre begleitete er seinen Churfürsten , der ihnkurtz vorher auch in den Adel -stand erhoben/ zu selbe in die Nie derlande / und wurde darauf an den Bischoff zu Lüttich abge-schicket / um den feldzug über den brief-wechsel zwischen bey-den Hosen zu unterhalten , und zugleich von den feindlichen be-wegungen Nachricht einzuziehen. Nach diesem erhielt er beyder würcklich vollzogenen crönung seines Churfürsten zu Kö nigsberg / den titul eines Königlichen Ober-Ceremonien-Mei-sters und geheimen Raths/ ward auch ferner an. 1702. Ceremo-nien-Meister des Ritter-ordens vom schwartzen Adler / undwurde selbst nicht lange hernach mit dem Brandenburgischenerden der Großmuth beehret/ wobey er noch/ denselben an einemorangen-farben bände an der brüst zu tragen , besondere er-laubnis erlangte. Allein mit dieses Königs leben verlohr erauch auf einmal alle seine bisherige bedienungen / wodurch erdenn von seinem vormaligen grossen vermögen noch mehr her-unter kam / und in beschwerliche umstände gerieth / bis er an.1717. von dem Könige in. Polen und Churfürsten zu Sachsen mit dem titul eines geheimen Kriegs-Raths/ Ceremonien-Mei-sters und Introdusteur der Gesandten unter einer ansehnlichenbesoldung in dienste genommen wurde; obgleich an diesem Ho-fe das ceremoniel-wesen in allen stücken von dem Ober - Mar-schall-amt besorgt zu werden pfleget , und er dahero auf ge-wisse art nur einen Ceremonien-Rath abzugeben hatte. Er starbzu Dreßden den 10. febr. an. 1729. in seinem 74. jähre/ nach-dem er einige zeit zuvor seine trefliche bibliotheck mit allen / son-derlich,zum ceremoniel-wesen gehörigen manuscripten / an sei-nen König daselbst verkauft. Seine eigene gesamte schriftenaber / welche er sowol in gebundener als ungebundener redeaufgesetzet / sind von Joh. Ulr. Kömg an. 1732. zu Leipzig in8. heraus gegeben, unb denselben eine ausführliche tebens-be.