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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sthreiblMg voran gesttzet worden. Theatrum Europaum , tom.XI. p. 13 II. Kernig c. 1 .

* Besserer, ein sehr altes adeliches geschlecht in Schwaben ,welches das bey Ulm gelegene schloß Thalsingen, davon es sichseit zweyen feculis zu schreiben pflegt, noch heut zu tage be-sitzt, sonsten aber auch unter der Ritterschasst bey Donau undHegöw immatriclilirt und begüthert gewesen. Es sind darausverschiedene männer entsprossen, die sich theils durch ihre tapfer-keil im kriege, theils auch durch andere Verdienste hervor ge-than. Heinrich Besserer war an. 1372. in dem städte - oderbundes-kriege gemeiner Städt-Hauptmann, und büßte in besag-tem jähre in dem treffen bey Altheim, 2. Meilen von Ulm ,das leben ein. Ulrich Besserer ward an. 1379. im nahmender stadt Ulm , nebst Friedrich, Pfaltzgrafen am Rhein , undHertzogc in Bayern , von dem Kayser Carolo IV. zum vchieds-Richter erwehlet, die zwischen Eberharde und dessen söhn Ul-rico, Grafen von Würtemberg, eines theils, und der stadt-lingen andern theils, vorgefallene streitigkeiten beyzulegen.Nicht lange hernach , nemlich an. i;88. ward auch ConradBesserer gemeiner Städt-Hauptmann, und blieb in dem tref-fen , welches um bemeldte zeit bey Täffingen, ohnweit der stadtWeyl, gehalten worden. Ein anderer dieses nahmens hat sichan. 1400. an eine von Rappenstein, genannt Mettelin, verheu-rathet, und zu Ravenspurg sein geschlecht fortgepflantzet. Die-ser Conrad Besserer war an. 1441. als man Mayenfels bela-gert und zerstöret, gemeiner städte der Vereinigung Hauptmann,seine männliche nachkommenschafft aber ist an. 16$8. mit Joa-chim Besserer, Bürgermeister in Ravenspurg, gäntzlich erlo-schen. Hans Besserer verfügte sich als Abgeordneter der stadtUlm zur zeit des Loncilii nach Costnitz, und war so glücklich,daß er von dem Kayser Sigismundo und den Churfürsten desReichs die bestätigung des Helffensteinischen kaufs vor die stadtUlm erhielt. (Siehe Ulm.) So findet man auch, daß an.1452. Rudolph Besserer nebst Jacob Truchseß zu Waldburg ,beyde als des Römischen Reichs Frey-Schöppen der stadt Ra-venspurg etliche Privilegien unter ihren insiegeln vidimiret; in-gleichen daß Hans Besserer auf dem an. 1487. vom KayserFriderico zu Nürnberg gehaltenen Reichs-tage mit BurckhartSturmfeder geturnirt habe. AIs auch im folgenden jähredurch Kaysers Friderici III. Vermittelung der Schwäbischebunb seine richtigkeit erlangt, wurde Wilhelm Besserer, nebstHugone, Grafen von Werdenberg und Heiligenberg , zu desSchwäbischen bundes Hauptmann bestellet, wie er denn nichtnur bey erst-ermeldtem Kayser, sondern auch bey Maximiliano I. in sonderbarem ansehen gestanden, und von diesem letzter»auf dem Reichs-tage zu Worms an. 149;. da er sich als Ul-mischer Gesandter eingeftmden, zum Ritter geschlagen worden.Er war ein sehr geschickter unb gelehrter mann, davon unterandern auch diejenige relation, so er nebst dem Hans von Lang-mantel von der letzt-erwehnten Reichs-versammlung aufgesetzt,und nach der Hand I. I. Datt seinem volum. rcr. Germ. ein-verleibet hat, zeugnis geben kan, und starb an. 130?.. Seinälterer söhn, Georg Besserer, hat sich in Memmingen nieder-gelassen , woselbst seine männliche nachkommen in dem XVII.ikeulo ausgestorben. Bernhard Besserer, den Crusius an ei-nem ort, wiewol unrecht, Bero Besserer genennet, war an.1530. regierender Bürgermeister in Ulm , und machte sich in-sonderheit bey damaliger religions-änderuna um sein vatter-land sehr verdient, wie er denn auch von demselben zu denwichtigsten Handlungen auf Reichs - und andern Conventennützlich gebraucht worden, als an. 1521. auf dem ersten Reichs-tage Caroli V. zu Worms , an. 1526. zu Speyer , an. 1529.eben daselbst, da er denn im nahmen der stadt Ulm , der pro-testation und appellation der Evangelischen Fürsten und Stän-de beygetretcn; ferner auch an. 1330. zu Augspurg, auf wel-chem Reichs-tage er wegen verweigerter annehmung des re-ceffus viel erdulden müssen. Nicht weniger half er auch aufdenen zu Rottach , Schwabach und andern orten angestelltenConventen die erste Hand an das Schmalkaldische bündnis legen,starb aber nicht lange hernach, und hinterließ seinem söhnGeorg die fernere bemühung, solches zu einer völligen rich-tigkeit zu bringen. Dieser Georg Besserer ließ von jugend aufso treflichc eigenschafften an sich spüren, daß er an. 1331. dasein vatter Coniularis war, von der stadt Ulm wider die dasigeaewohnheit, und im 29. jähre seines alters zum regierendenBürgermeister bestellet wurde. Er that auch derselben wichtigedienste, inmassen er denen an. 1341. zu Regenspurg, 1342. zuSpeyer , 1343. abermals zu Regenspurg, und nachdem ermittlerweile seine vatter-stadt mit Kayser Carolo V. zu Hall inSchwaden wieder ausgesöhnet, auch an. 1348. zu Augspurggehaltenen Reichs-versammlungen, ingleichen dem an. 1333.zu Augspurg errichteten ersten allgemeinen religions-frieden bey-gewohnet. Sebastian Besserer war an. 1332. als die stadtUlm belagert wurde, derselben Bürgermeister und obersterKriegs - Hauptmann. Unter denenjenigen, welche den geistli-chen stand erwehlet, war Conrad Besserer schon an. 1318. Abtzu Schüssenriedt; Heinrich Besserer aber um das jähr 1440.Probst in dem kloster Oennigen in Hegöw ; und endlich Wolf-gang Besserer Probst in dem kloster Mengen zu Ulm. AnnaBesserin aber hat an. 1480. dem adelichen Nonnen-kloster zuHeiligen Creutzthal bey Riedlingen als Aebtißin vorgestanden.Im übrigen sioriret diese familie noch heutiges tages unter den

adelichen geschlechtern zu Ulm , allwo sie, gleich ihren Voreltern,viele der ansehnlichsten ehren-stellen in dem stabt-reaiment be-kleidet ; wie denn auch Marx Christoph Besserer noch an. 1738.Bürgermeister und Hcrrschaffts-Pfleger zu Ulm gewesen, dabeyaber das Unglück gehabt, daß er im febr. bemeldten jahrSauf dem Rath-haufe, da er eben in seinen amts-verrichtungenbegriffen war, von seinem Collegen erschossen wurde. Brujih.

de monalter. Crußi annal. Suevor. k. III. Datt, vol. rer. Ger -

man. Müller, hist. der Evangelisch.Slände protestat. Burge-meister, Kar. equestr. Documenta manuscr. familise.

* BESSI, waren eine von denen barbaresten Thracischen Na-tionen , längst am flusse Marizza, damals Ebrus, zwischen de,nen bergen Hämus und Pangäus. Ihre haupt-stadt hieß Uss

cudama. Strabo , VII. p. 490. Plinius , IV. II. H'teronymus ,epist. III. Nolanus ad Nicet. carm. XVII. 206. M. Lucul-lus hat sie in einem treffen am ersten und bis aufs Haupt er-legt. Eutropius , VI. 8. Brutus zog Wider diese völcker zu sel-be , um sich dadurch einen sieg zu erfechten, daß er triumphi-ren könnte. Dia Caßus XLVII. p. 341.

* Bestin , (le) zu lat. Bajocensis Tractus, ist ein in Niedcr-Normandie ohnfern der stadt Bayeux , so die Haupt-stadt bar-mn ist, gelegenes land , welches sich zwischen der Manche vonFranckreich gegen Mitternacht erstrecket, und das land von Au-ge gegen morgen; das Courantin gegen abend, und Avranchtngegen mittag hat. Es wird in zwey theil getheilet : nemlich,in das obere Beßin, welches sich der länge nach an dem stußOrne erstrecket, und das niedere Beßin, so gegen dem fluß vonVire liegt. Die fürnehmsten städte dieses lands sind Bayeux ,Caen , Sanct Lo und Vire . Siehe Bayeux .

* Beßin, ein Franzos, von der Congregation St. Mauri,ein sehr geschickter und belesener mann. Er war Syndicusderer Häuser seines ordens in der Normandie , und ist in derAbtey St. Ouen zu Roan an. 1728. ungefehr im 6c>. ,ayr sei-nes alters gestorben. Er hat zwey wercker heraus gegeben, da-von das eine eine sammlung derer Concilien der Normandie infol. wiewol einer seiner mit-brüder mehr theil an dieser grosssen sammlung gehabt. Das andere und beste ist ein tractarvon dem Oster-feste unsers Heylandes, darinnen er das Svste-ma des P. Lami widerleget. Er hieß wilhelmus, und warzu Glos, einer stadt, unter die Dioeces Evreux gehörig, umdas jähr 1633. gebohren, und trat den 13. januärii an. 1674.in obgedachten orden. Er hat solchen durch seine aelehrsam-keit noch mehr berühmt gemacht. Dionys. St. Marthanusnahm ihn zu seinem gehülffen an, als er die Opera Gregor«M. neu auflegen ließ. Er hat bey solchem wercke die epistelnin gute ordnung gebracht, und mit anmerckungen erläu-tert. Pe2, bibl. Bened. II. 14. Gelehrte Zeitungen 1728.p. 283.

Besson ,,(Jacob) ein berühmter Mathematicus und Philo-sophus, gebürtig aus Dauphine, war Prokestor zu Orleans .Er lehrte eine kunst, unterirrdische quellen auf eine neue art zuerfinden, und gab hiervon an. 1369. einen eigenen tractat her-aus , inventirte auch unterschiedene neue Maschinen und mathe-matische instrumenta. Über dem schrieb er Theatrum Instru-mentorum & Machinamm , Welches von Bervaldv de Vervillemit einem Gommemario erläutert, und in die Lateinische,Teutsche, Italiänische und Spanische spräche übersetzt wor-den , ferner Geometrie ; Description du Compas &e. La Cro x& du Verdier Vauprivas. Cborier , hist. de Dauph. tom. II.Elendreich &c.

* Besson, (Joh.) ein gelehrter Jesuite, gebohren zu Peze-»asm Nieder-Languedoc an. 1383. lehrte einezeitlang zu Tou­ louse , und ward, nachdem er in verschiedenen Collegiis Rectorgewesen, Provincial seines ordens. Er starb zu Toulouse den29. jan. an. 1663. und ließ Lucubrationes & Scholia in Can-ticum Canticoruin, Toulouse 1646, in fol. Sein Gomment.in Psalmos lieget noch im manuscript. Alegambe. Hendreich.

Bessus, ein Statthalter des Dar« über die provintz Bactria -na, nahm nach der schlachl bey Arbela König Darium verrä-therischcr weise gefangen, ließ ihn mit güldenen ketten binden,auf einen elenden wagen werffen, und erschoß ihn, da ihm Ale-xander nachsetzte. Hierauf bemächtigte er sich einiger Persischenlande, maßte sich des Königlichen tituls an, und ließ sich Arta-xcrxes nennen. Allein nicht lange hernach wurde er mit seinemvertrauten Bagadora über einem schmause uneins, welcher zudem Alexandra übergieng , und es durch briefe so weit brach-te , daß ihn seine anhänger gefangen nahmen, und dem Ale-xandra zuschickten. Dieser übergab ihn so dann des Dariibruder Oxarti, welcher ihn greulich martern, zwischen 2. nie-dergebogene bäume spannen, und dieselbige in die höhe schnel-leu ließ, wodurch er elendiglich zerrissen wurde. Seinen cörperhieb man darauf iu stücken, und zerstreuete sie mit schleudern.Curtius , lib. V. & VII. Jußin. lib. XII.

Bessus, ein gewisser meuchel-mörder, entdeckte selbst seineMordthat, indem er sagte, daß die schwalben zwitscherten, er ha-be seinen vatter umgebracht. Plutarch . de sera Numinis vindicta.

* Bestede, oder Konningesgard, lar. Besestadium, eine ve-stung auf der insul Jßland, am meer-busen Alt« Fjord, welchesdie rcsidentz des Dänischen Statthalters ist.

BESTIARII, waren bey den Römern dlejenigen, welchemit den wilden thieren in denen Amphitheatns oder Giros,

und