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stlbst, es werde keine geheime Handlung zwischen Franckreich undEngelland gepflogen, welcher meynung falschheit er hernach zuspät erkannte, und darauf eiligst aus Londen abschied nahm. An.1672. schickte ihn der Printz wieder nach Engelland,um dem Her-tzog von Buckingham und dem Grafen von Arlington vergleichs-vorschläge zu thun, brauchte ihn hernach auch noch zu andernVerrichtungen, nachdem er sich aber bereits zweymal aus dessel-ben gewogenheit gesetzt hatte,und dieselbe zum dritten mal durchden voctorBurnet wieder zu erhalten bemüht war,gab derPrintzzur antwort, daß er ihm von nun an nicht weiter trauen könnte.Er war sonderlich an entwürffen und vorschlügen, die zum bestendes Staats gedeyen sollten, sehr reich, fand aber bey den meistenallzu grosse Hinderungen. Seine absichten giengen überhaupt sehrweit, er befaß ein gantz ausserordentliches feuer, und eine gantzungewöhnliche Unbeständigkeit, die mehr aus einer gar zu grossenleichtsinnigkeit, als falschheit des hertzens herrührte. Er war inallen arten der wissenschafften daheime, reich von neuen gedan-cken, von einem aufgeräumten gemüth, und sehr annehmlichenUmgang. Doch war dabey dieses sein fehler,daß er sich selbst gernreden hörte, und also öftexs sehr verdrießlich anzuhören war.Sonst war er ein redlicher, tugendhafter, auch so gar,obschon invielen stücken auf eine ungereimte und fanatische weise, gottsforch-tiger mann. Gleichwol wird von ihm gemeldet, er hätte dereinstdem Vicomte von Turenne gestanden, wenn er sich gewiß über-zeugen könnte, daß nur eine religion gut wäre, so wollte er dieCatholische erwehlen, allein er hielte davor, daß man auf ver-schiedenen wegen in den Himmel kommen könnte. Man giebt ihmschuld, daß er in der langen zeit, da er in Amsterdam geherrscht,seinen lands-leuthen zu begehung vieler fehler anlas gegeben, unddaß er unter andern an unterdruckung der West-Indischen com-pagnie, und daran hauptsächlich schuld gewesen, daß man sichan. 1658. der stadt Münster wider ihren Bischoffnicht angenom-men. In seinen letzten lebens-jahren war er mit allem ernst aufdie Handlung nach West-Indien beflissen, weil er aber hierzu garnicht gesetzt war, und es überhaupt mit der compagnie wegen deskriegs nicht gut von statten gehen wollte, fiel er darüber in eineschwermuth, die den ganyen mann umkehrte, und ihn endlichum das jähr 1678. zum grabe beförderte. Aizema, tom. 111 . IV.V. VI. Valkenkr, verwirrtes Europa . Temple, memoires & ler-eres. Basnage , annal. tom. I. & II. lettres du C. d ’Eßrades. Vol-pliire , la Hollande aux pieds du Roi. Brieven van de Herren deWit, en van Beuningen.Burnet, history ofhis own time. Cboify,memoir. tom. III.
Beurath, ein städtlein in der Graffchafft Glatz in Böhmen ,ehemals den Herren Terzky gehörig , ist im Böhmischen kriegeverbrannt worden. Zeilen topogr. Rohem. p. 12*
Beuren, ein grosser flecken in Schwaben an der Donau , zwi-schen Dutlingen und Sigmaringen,welches etliche vor der AltenBragodurum ausgeben.
Beuren, siehe Buren.
* Beurerus , (Joh. Iac.) ein Professor der Lateinischen undFranzösischen spräche zu Freyburg im Breißqau, aus Seckingengebürtig, florirte zu ausgang des XVI. feculi, und schrieb Syno-psin historiarum & methodum novarn.Hanau 1594. 1599,1609.1619. ist Zvo ; Centurias 2. historiarum selectarum, ib. 1598.1621. in 8vo ; Ethicam historicam, ib. 1598. 1621. in 8vo ; deUsu Organi Logici, ib. 1597. in Svo; Vitam Aristotelis, Basel 1587. in 8vo ; de Tranquillitate vitae eruditi hominis, ib. 1598.in 8vo ; Angarias Turcicas hodiernae Eccleife Grtecae, Freyburgim Breißgau X999. in 8vo ; Oeconomiam Sophocleam, Hanau 1598. in 8vo. Ulm 1668. Descriptionem omnium terrse mo-tuum, Straßburg 1601. Synopsin rerum Saracenicarum & Tur -cicarum &c. Freberi theatr. Hendreich.
* Beurhusius, (Frid.) von Menertzhagen,ein Schul-Rsctorzu Dvrtmund,lebte zu ausgang des XVI. feculi, und schrieb Ero-tematum Mulle* libros II. Nürnberg 1979, 1585. 1591. in gvo;Psedagogiam Logicam , Cöln J 983. 1587. M 8vo; Analystin Psal-morum poenitentialium Latino-Germanicam, Nordhaustn undErfurt , 1589. in 8vo ; Analystn Epistel. & Evangel. Dominic. Er furt 158?., 1596. Nordhausen 1595. in 8vo ; Institutiones Diale-cticas, Cöln I<I9I. 1607, in 8vo. Franckf. 1608. m 8VO ; Intro-ductionem ad Petr. Rami dial. praxin generalem, Ekfutt 1587.in 8vo. Franckf. 1598. in 8vo. Cöln 158;. r; 87.1588. 1589.1596. in 8VO. Dortmund 1581. de8cholis, ib. 1590. i»4to ;Dialecticam Ciceronis ex Aristotele & Boetio completam cumComm.Adami Bursii,Zamoßcy in Polen 1604.1607. in 8vo.CölN159;. 1607. in 8vo ; de Bocstrinarurn principiis & auctoritate; InCatechesin Lutheri; Collationem Dialectics Rameae cum Diale-ctica Phil. Melanchthonis, Erfurt 1586. in qto.Franckfurt 1591.1595. in8vo. 1605. lüio. Hsspurationes ex Oialectica Rarnea,Cöln 1578. 1587« iu 8vo ; Defensionem Dialecticae Rameae, Er-fttrtttnb Franckf. 1589. in 8vo ; Nomenclatorem &c. Hendr.
Beurlin, (Jacob) Probst und Cantzler der Universität zu Tü bingen,war zu Dornstadt imSchwartzwalde an. 1520. gebohren.Er studlrte zu Tübingen , und wurde allda Doctor und ProfessorTheologie. An. 1551. schickte ihn der Hertzog von Würtembergnebst Johanne Brentio und etlichen andern auf das Gonciliumnach Trident, wie auch, als er von dar zurück gekommen, nachPreussen, die über den artickul von der rechtfertigung entstandenestreltlgketten beyzulegen. Nach diesem kehrte er wieder nach Tü bingen , wurde auch zum Probst der kirchen und Cantzler der Uni-versität ernennet. Als er endlich an. 1561. in Franckreich auf dasColloquium zu Poissy verschicket worden, starb er zuParis an derpest den 28. oct. an. 15üi. Seine schriften sind Enarratio Episto-
beu
las canon. Joh annis; Liber contra Petrum a Soto; Oratio de Mv-steriis incarnationis Jesu Christi . Pantal. prosop. P. 111 . Cmfiusann. Suev. Thuan. üb. XXVIII. Adam. vit.Theol. Freb. theatr’
t Dieser Beurlin legte den ersten gründ zu seinen studiert theil;in seinem geburts-ort, theils zu Horb , einem Oesterreichjschenstädtlein,unweit Dornstetten ; worauf er an. 15;;. in dem zwölf-ten jähr seines alters in das Martinianer- 8 tipendium nach Tü bingen gekommen, und an. i537.Baccaläureus, an. 1541. Magfstet, und nach etlichen jähren Oeconomus des Marlinianer-Stipendii worden. Bis dahin war er noch der Catholischen religionzugethan, welche er aber nachgehends verlassen, und darauf an1546. Pfarrer zu Derendingen worden. An. 1551. nahm er denvoctor-arad an, und wurde nachgehends Pros. Theol. zu Tübin gen , versähe auch lange zeit die stelle des Cantzlers, bis er es an1561. würcklich worden. Von dem Würtemb. Hertzog Christophwurde er zweymal auf das Concilium zu Trident geschickt , dieglaubens-bekänntnis zu überreichen und zu vertheidigen. Fernermuste er an. 1552. in Preussen, wegen der Osiaudristischen fach;an. 1557. aufden Reichs-taq zu Worms , und an. 1561. ausdenzu Erfurt ; wie auch etliche mal in Sachsen , und dann endlich inFranckreich auf das Colloquium zu Poissy . Die leichen-rede hieltihm Dr. Theod. Schnepff, welche nach dessen tod von Israel Wie-land mit einer vorrede zu Tüb. an. 1613, heraus gegeben wor-den. Fifcbltni mem. Theol. Würtemb.
* Bmrrier, (Ludovic.) ein Cdlestiner-Mönch von Chartres und bruder des P. Pauli Beurrier, Generaln der Canonicor. Re-gulär. 8. Genovevae , trat in den Cölestiner -orden den 28. aprilrüi;. und thäte sich durch seine frömmigkeit sowol als durch sei-ne wissenschafft hervor. Er starb zu Vichi den 8. apr. 1645. Manhat von ihme : L'Histoire du Monastere des Celestins de Paris,en iö;4. ä Paris in 4to; Sommaire des vies des fondateurs &re-formateurs des ordres religieux, avec figures, ä Paris en 1654.in 4to ; Les Analogies & Antitheses de l’incarnation du Fils deDieu, & des Actions les plus notables de sa vie, avec le peched’Adam, en iö}2. a Paris in 8vo ; Isagoge seu Introductio adscientiam de sacramentis, eni6;i.iniä. a Paris . Becquet, hilt.Celest. Gall. Congreg. p. 207. 268.
Beust, ein adeliches geschlecht in Sachsen , welches seine an-kunft aus der Marck hat, wie denn bereits an. 1400. JoachimBischoff zu Havelberg gewesen. An. r; 79. sollen vier von dieserfamilie als Kayserliche Officirer in demBayerischen kriegs-zug ge-blieben seyn. Heinrich von Beust war ein grvß-vatter Achims,Hauplmanns zu Möckern in dem Ertz-Bißthum Magdeburg, derfolgende söhne hinterlassen: r.) Casparn, Haupcmann zu Grü-ningen ; 2.) Melchiorn, der Herren von Schönburg zu Glau-cha Hauptmann; ;.) Heinrichen, der an. 15;;. in der schlachtbey Sievershausen geblieben; 4.) Ioachimum, von dem her-nach. Dieser Joachim zeugte mit einer Brandin von Lindauunterschiedene söhne, von deren nachkommen Joachim an. is«o.Fürstlicher Altenburgifcher Ober-Steuer-Emnehmer gewesen.Er besaß Langen-Orla und Tennstädt in Thüringen . An. 1715.war Bernhard Friedrich von Beust aufPinnewitz, Königl. Pol-nischer und Chur -Sächischer General-Lieutenant von der cavale-kie. Peckenjhin. theatr. Sax.
Beust, (Joachim von) ein söhn Achims,war zu Möckern den19. apr. an.i522.gebohren,und nachdem er daselbst den gründ zuseinem studiren geleget, ward er an.i 5 ;9. auf die Universität nachLeipzig geschickt. Folgends gieng er an. 1544. nach Italien , da erAlciatum, Socinum, rc. horte, und an. 1548. zu Bononien dengradum eines Doctoris annahm. Zwey jähr darauf machte ihnder Churfürst Mauritius zu seinem Rath, und nicht lange her-nach zum Professor in Wlttenberg. An. 15 5;. ernennte ihn derChurfürst Augustus, und an. 146z. die Fürstlichen brüder vonAnhalt, Ioachimus Ernestus und Bernhardus, zu ihrem Rath,welche würde er auch an. 1586. beydem Churfürsten Christiano,und an. 1591. die vormundschafftliche aufstcht der Churfürstli-chen Printzen erhielt, welche er bis an sein ende geführt. Übri-gens ward er auch an. 1580. Consistorial-Rath zu Dreßden,wohnte zwey jähr darauf dem Colloquio zu Quedlinburg aufbcfchl des Churfürsten bey, und verrichtete an. 1592. nebst, an-dern Theologis und Politicis die general-visitativn der Sachs'scheu kirchen und schulen. Erstarb den 4. febr. an. 1597. aufseinem Ritter-sitz zu Planitz bey Zwickau . Er Hat geschrieben,Christianum Libellum ; Enarrationem Evangeliorum & Episto-larum ; Enchiridion de Arte bene moriendi; de Simonia; Le-cturam in tit. de Jurejurando; de Jure connubiorum & dotium;Orationem de dignitate Legum & JCtorum, &c. Wilicb , ineinem tractat von Ioach. von Beust. Peckenßein. theatr . Sax.C. 10. Freber. theatr . Eberti elog. JCtor. Hendreich.
* Beuteltus , (Tobias) ein berühmter Mathematicus undSächsischek^ecretarius, schrieb de admirandis operibus Beiin aere, aethere 6t formamento , Leipzig 1665. in 4to; Arduacoeli , Dreßden 168;. de Cometis ü diluvio ad an. 168;. deChasmatibus 6c rarioribus apparentiis in aere; de Meteoris,Cometis, Tonitru, Iride ; de Cometa, an. 1664. in dec. & 166;.injan. apparente , Leipzig in 4to ; de tribus Solibus, an. 1665.in martio apparentibus, ib. Arboretum Mathematicum ; de Ec-lipsibus , longitudinibus & latitudinibus locorum & urbiumSaxonfe ; de Horologiis solaribus, lunaribus, sideralibus, Dreß-den 1669. in 4to ; Tabulam logarithm. pro sinubus, Dreßden1667.1669. in 4to. Mathematische schönheit ; Propositiones Ma-thematicas ; de Immobilitate terrae & mobilitate solis, LewPg1666. in 4to; Haus-und Reise-duch ; Cimelium Geographicum,
Dreßden 168». in 4»; Maas-vergleichung, ib. 16*3, in 4“;
Cedern«