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Cedern-wald, ib. 1671. t„4to; Institutionem Arithmetics StAlgebra, Leipzig 1670. in 12. Dreßden 1671. Geometrischen Lust-garten, Leipzig 1660. 1668.167». 1685. in 12. Himmel-fi-guren ; Mcrcatorisches nnd Politisches Hand-büchlein, Leipzig i6;i. 1670. in 12. Geographisch Kleinod, Dreßden 168°. Geo-metrisches Hand-büchlein, Leipzig 1660. in 12. VermehrtesHand-büchlein der Rechen-kunst, ibid. 16$ 8. rc. Hendlich.Leutelsbach, siehe würtembergische familie.
* Beutelsbach, ein schönes Wurtenibergisches dorf in demRems-thal, zwischen Schorndorff, Waiblingen , Canstatt lindEßlingen, ohnweit Stellen; welches ehemals nebst Aurach undGrüningen eine restdentz der alten Grafen von Wurtemderg ge-wesen ; wie dann diese Grafen eine geraume zeit fast nur Beutels-bach, das schloß Würtemberg und Waiblingen inne hatten, bissie ihre Herrschafft nach und nach erweitert haben. An. 126;.hat Graf Ulrich von Würtemberg, zugenannt mit dem bäu-men, weil sein rechter daume grösser war als der lincke; ein Lol-legium zu Beutelsbach gestiftet, und anfänglich einen Probst,sechs Chor-Herren, und sechs Vicarios darinnen geordnet. An.1293. wurde nebst Waiblingen auch Beutelsbach von dem Röm.König Adolph verheeret, weil ihm Graf Eberhard, der es mitHertzog Albrecht von Oesterreich gehalten,den eyd der treue nichtschwören wollen. Im städten-krieg an. 1310. wurde es auch übelzugerichtet. Nach demselben zog Graf Eberhard nach Rom,und bäte sich von Papst Johanne XXII. die erlaubnis aus, das StiftBeutelsbach nach Stuttgard zu transferiren, welches auch balddarauf geschehen,und zugleich das Stift mit sechs Canonicis ver-mehret worden. An. 1514. entstünde allhier die aufruhr desso genannten Arnien Conrads,, eines datiern von Beutels-bach, von welcher Crusius ausführlich nachzusehen, Annal.
' · Suev. Part. III. lib. X. cap. 4. s M. Steinvveegs Msct. ]
* Beüter, (Petr. Anton.) ein Spanischer Theologus imXVI. feculo , gebürtig von Valentin, allwo er auch als Doctorund Professor Theologiae gelebt. Er hat bey dem Papst PauloIII. wohl gestanden, und sich dessen Prediger, oder, wie andresagen, Protonotarium geschrieben. Er gab an. r -,47. zu Va-lentin Adnoraliones cieeem ad Saerarn Seripturarn heraus, dar-innen er die allgemeinen critischen fragen von der H. Schriftabhandelt, ingleichen einen tractat von den cercmvnien dermesse, ib. 1542. in 8 vo. Er hat sich auch mit der Historie seinesvatterlandes eingelassen,und davon etwas in Spanischer sprächeheraus gegeben ,' welches ihm aber, weil er der antiquität ml-erfahren gewesen, und des errichteten Berosi fabeln vor Wahr-heiten angenommen, gar übel gerathen. Anton. bibl. Hisp.Casp. Escolanus, in hist. Valent. VII. c. ult. Jo. Vaßeus , inchron. Hisp. 4. Voßius , de Hist . Lat. III. p. 75?.
Beutheim, siehe Haryburg.
Beuthen , lat. Bytbonia oder Beuthena, auf Polnisch Bi-thom, eine stadt und freye Standes-Herrschafft in Ober-Schle-sien, an der grentze gegen Pole». Die stadt liegt 18. meilen vonBrcßlau, und ist nicht groß, vormals aber wegen des reichen sil-ber-bergwercks berühmt gewesen. An. 1257. stiftete Uladislaus,Hertzog von Oppeln und Ratibor , allhier ein kloster. Damalsgehörte dieser ort,nebst der Herrschafft gleiches nahmens,den Her-tzogen von Oppeln und Ratibor , aus welcher linie Casimirus sicheinen Hertzog von Oppeln und Herrn zu Beuthen genennet, an.1289. sein Fürstenthum dem Könige Wenceslao von Böhmen zuIchen übergeben, und den ic>. jan. zu Prag das homagium gelei-stet. Uladislaus, Hertzog zu Kofel, hat an. 1317. nebst seinen an-dern städten und schlössern, Beuthen von dem Könige in Boh-men zu lehen emvfangen, und sein söhn Boleslaus hat sich auchvon Beuthen oder Peitum geschrieben. Von ihm kaufte es Her-tzog Premislaus zu Teschen an. 1363. Sein enckel Wenccslausaber überließ es an. 142s. vor ein schlechtes geld an den Bischoffvon Cracau, jedoch kam es hernach wieder an Schlesien, woraufes Matthias, König in Ungarn und Hertzog in Schlesien, an.14-77. samt dein schlösse Schwcrlcnitz, nnd allen zugehorungenan Johannen, von Zerotin versetzet, von welchem sie auf gleicheweise an Johannen,, den letzten Hertzog von Oppeln , und vondiesem gegen erlegung einer gewissen geld-summen an Geor-gium, Marggrafen von Brandenburg , gediehe, worein der Kö-nig Lndovicus von Ungarn und Böhmen in so weit willigte, daßder Marggraf dieselbe auf seine und seines nächsten Nachfolgerslebcns-zeit besitzen sollte. Er nahm sie auch noch bey lebens-zeitendes Hertzogs von Oppeln in besitz, und suchte die liegen gebliebenebergwcrcke, vornemlich die silber-nnd bley-gruben zu Tarnowitz wieder aufzurichten. Ihm succedirte sein söhn Georg Friedrich,und als derselbe an. 160;. ohne linder starb, nahm der Chur-fürst von Brandenburg , Joachim Friedrich, , die versetzte Herr-schafft Beuthen und Oderberg , samt dem Furstenthum Jagern-dorss in besitz, und gab diesen antheil in Schlesien seinem an-dern söhne, Johanni Georgio, dem sie auch sein bruder, Chur-fürst Johann Siegmund, in der erbtheilung an. 1608. überließ.Der Kayser aber protestirte darwider, und wollte diese zwey ver-pfändete Herrschafften wieder einlösen, worüber wegen der Me-lioration nnd der genossenen Nutzung ein proceß bey den, Obcr-und Fürsten -Rccht zuBreßlau entstand, in welchem an. 1618.den 17. may Beuthen dem Marggrafen ab, und dem Kayser zu-gesprochen worden, welcher solches vor ein grosses geld an Laza-rum, Grafen von Henckel, Freyherr,, von Donnersmarck , verse-tzet, auch hernach an. 1629. käusiich überlassen, dessen erbenselbige nebst Oderbcrq und Tarnowitz noch anjetzo besitzen. An.1698. ist die Herrschafft Beuthen von dem Kayser Leopolds zu ei-ner freyen Standes-Herrschafft in Schlesien erhoben, und der-
selben Deputuster nebst dem von der HerrjHajst Beuthen-Carlathim mcrtz bey der Fürst-Freyherrlichen stimme zur seßion intro-duciret worden, mit den, beding, daß diese beyde jährlich wegendes Vorsitzes mit einander alterniren. Sonst hat diese Herrschaffteinen zahlreichen Adel, einen eigenen Landes-Hauptmann , undein eigenes Land-recht, und wird zum unterschied der freyenStandes-Herrschafft Beuthen in Nieder-Schlesien, Ober-Beu-then oder Beuthen -Beuthen genennet. Bey dem stadtlem soll an.1,67. wie Cromerus berichtet, der berg-segcn verschwunden seyn,als die bürger daselbst zwey Priester umgebracht. An. 1989. ka-men die Polnischen Gesandten nach Beuchen, und tracrirtcn all-da von freystellung des Ertz-Hertzogs Maximilians welcher inder schlacht bey Pirschen das jähr vorher war gefangen worden.An. ,627. ward dieser ort von den Schwedisch-Weimarischcnerobert. Cromerus , lib. XII. Balbinus , in miscell. dec. I. lib.VIII. P. III. p. 244. Henelii Silesiogr. renovat. c. 2. §. 39. c.
7. §.j(i. Lucä Schief, chron. p. 147.699. Topogr. Sitej.
Beuthen , lat. Bethania, oder Bythonia, eine stadt und freyeStandes-Herrschafft in Nieder-Schlesien, in dem GlogauischenFürstenthum. Sie ist eine der grösten Herrschafften in gantzSchlesien, und wird durch den Oder-strom in zwey theile ge-schieden. Es liegen darinnen, ohne die stadt Beuthen , noch un-terschiedene schlosser, darunter sonderlich Carlath berühmt ist. Esgehöret diese Herrschafft den Grafen von Schönaich , und ist an.1697. gleichwie Beuthen in Ober-Schlesien, so im OppelifchenFurstenthum liegt, und dem Grafen von Henckel zuständigist, zu einer freyen Standes - Herrschafft gemacht, auch imfolgenden jähre introducirt worden, mit dem beding, daß die De-pntirten der beyden Beuthnischen Herrschafften jährlich nrit ein-ander, was den Vorsitz anlanget, bey den Fürsten -tags-vcrsamm-lungen abwechseln sollten. Sie wird zum unterscheid der Herr-schafft Beuthen in Ober-Schlesien, Nieder-Beuthen, Beu-then an der Oder, und Beuthen Carlath genennet. Die stadtBeuthen , auf Polnisch Biton, ist sehr alt , und soll vormals aneinen, andern orte, etwa eine halbe meile davon gelegen , auchein vestes schloß gehabt haben, daraus sich die Polen unter demKönige Boleslao III. wider den Kayser Henricum V. an. 1109.tapfer gewehret; in dem kriege aber, den Kaystr Fridericus I.wider die Polen führte, verheerten diese Schlesien über der Oderselbst mit feuer, damit die Kayserlichen keinen aufenthalt findenmöchten, worüber auch Beuthen soll zu gründe gegangen seyn.Darauf die einwohner weiter hinunter am Ufer der Oder eineneue stadt anlegten, welche, ungeachtet sie mit fruchtbaren fel-dern,Weinbergen und andern bequemlichkeiten umgeben war,den-noch nicht sonderlich in aufnähme kommen können, zumal da siean. i47d gantz und gar abgebrannt. Vornemlich aber hat sie zuansang des XVII. feculi Georg, Freyherr von Schönaich , sehrgebessert nnd erweitert, auch an. 1616. ein stattliches Gymnasiumallda gebauet, welches bis an. 1629. in grossem flor gestanden.Da aber gedachter Patron dieses Gymnasn, Freyherr von Schön-aich, sich allzusehr vor den erwehlten König in Böhmen , Fride-ricum V. Churfürsten zu Pfaltz, intereßirt hatte, und es nachdiesem im zo.jährigen kriege über feine gütherhergienge,so wurdedieses Gymnasium geschlossen , und hat bis auf den heutigen tagwüste gestanden. Indem 3o.jährigen kriege bedienten sich dieSchweden dieser stadt als eines passes gegen Groß-Glogau , undweil sie mit keiner rinqmaner umgeben war, bevestigten sie selbigean der land-seite mit einem wall, und hatten sie bald die Kayser-lichen, bald die Schweden wiederum inne. Die bürgerschafftnähret sich theils von den Weinbergen und der tuchmacherey. ImXVI.siLLulo gehörte Beuthen noch den Herren von Glaubitz, un-ter denen Wolfgang von Glaubitz die Weinberge vor der stadtmeistens angeleget hat. Folgends erhandelte sie Fabianus, Frey-herr von Schönaich , so an. 1391. gestorben , und brachte sie ansein haus. Morgenwärts an der ecken der stadt liegt auf einemHügel ein altes schloß von ziemlich starcken mauren, so vermuth-lich das alte schloß Beuthnitz seyn mag, welches an. 1477. Her tzog Johannes von Sagan eroberte, und nach ausjagung derBöhmischen besiitzung in brand steckte. Dlueofi. bist. p 0 lon. He.nein Silesiogr. Schickfus. Schief, ehr. Lucä Schief, ehr. To-pogr. Siles . p. 124.
Beutbe r, (Michael) ein Rechtsgelehrter und Profeisor Histo-riarum zu Straßburg , war ein söhn Michael Beuthers, Würtz-burgischm Amtmanns in der stadt Carlstadt am May,, in Fran-cken,und enckel Peter Beuthers, Grentz-Amtmanns des Hertzog -thums Francken,sv an. 1496. gestorben. Er war zu Carlstadt den18. oct. an. 1322. gebohren, und nachdem er den gründ in sei-nen studiia zu Würtzburg und Coburg geleget hatte, begab er sich»11.13,6. nach Marpurg zu Johanne Draconite,vodore Theo-logise, von welchem er die Hebräische spräche erlernte. Endlichkam er nach Wittenberg , ward daselbst mit Luthero und Me-lanchthonc bekannt,und nachdem er Magister worden, legte er sichauf lcfung der Historien. An. 1342. als zwischen dem Churfür-sten zu Sachsen , Johanne Fridcrico, und dem Hertzoge Mauri-tio Uneinigkeiten entstunden, ließ er sich zu Torgau von demChurfürsten als musterschreiber gebrauchen; da aber diese unru-he gestillet, begab er sich wieder nach Wittenberg , und ward an.1346. zum Professor Poeseos und Matbematum nach Greiffs-walde beruffen. An. 1348. nahm ihn Melchior Zobel , Bischoffvon Würtzburg, als seinen Rath zu sich, und das folgende jährqieng er auf die berühmteste Academicn in Franckreich, dieRechtsgelchrsamkeit zu studiren; schrieb auch zu Poitiers seineEphemeridem historicam , welche er an. 13 3°. zu Paris herausgegeben, nnd nach welcher Paulus Ebernö sein Galendarinm hi-
stoiicum