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dir! Erbeutet. In dem Tridentinischen gebiete besaß er das schloßCampo und Martarello. Endlich starb er zu Wien den apr.1647/ da er 59 iahr alt war. Die Ursachen jeines todes waren derstein/ und das podagra. Sein leichnam ist zu Trident in der Je»suiter-kirche begraben worden. Vor seinem lobe verlangte er sehrmit dem Kayser wegen einer nothwendigen angelegenheil zu re-den , da er aber solches nicht erlangen können, hat er sich ein bundbriefe reichen lassen, und solche selbst verbrannt. Sein wünschwar, ein gewisses zeichen des annähenden tods zu haben, dessen erauch theilhafftig wurde, denn er spie einen zahn, welchen der bar,bierer des tages vorher vest genug zu seyn befunden, ohne schmertzenaus dem munde, und darinnen wurde ein schwartzes creutz gefun-den, worauf er sich mit allem ernst zum tobe geschickt. Zu Tridenthat er eine capelle erbauen lassen, und darzu viel intraden verord-net. Er hatte grosse liebe bey den soldaten, welchen er aber insge-mein gar zu viel soll zugelassen haben, und dadurch meist veranlas-set, daß bey der armee Mangel an lebens-mitteln sich ereignet. Son-derlich wüste er sehr wohl zu campiren, wodurch es dann gesthe-hen, daß, wie sehr auch sonsten die unter ihm gestandene truppendurch kranckheit und anders geschwächet worden, ihne doch niekein feind zur schlacht genöthiget hat; wie er dann würcklich nie-mal ist aus dem feldLeschlagen worden. Mit seiner ersten gemah-lin Jsabella, GrafSigmunds zu Arch tochter, hat er keinen erbengezeugt; die andere aber,Dorothea,GrafPhilipps zu Lodron toch-ter, (welche sich nachgehcnds mit Fürst Johann Ferdinand zu Lich-tensteinvermahlt,) hat ihm 4 söhne und ; töchtern gcbohren, vonwelchen ihn aber nur zwey söhne überlebt haben, wie in demvorhergehenden articul gedacht worden. Guaido priorato scenad’huom. ill. Craffö elog. di capit. illuitr. p. 220, Rufend, de reb.Suec. Kemnitz.. *
Gallen / fihe 8. Gallen.
Gallenberg/ eine Gräfliche familie in dem HertzogthumCrain,welche mit den Grafen von Scherffenberg einerley Ursprunghat,und die erb-Vogtey des klosters Muckendorss, wie auch das erb-land-Iägermeister-amt in Crain besitzet. Die ordentliche stamm-reihe fängt Bucelinus mit Ortolpho, einem söhn Ortolphi des äl-tern, Herrn von Scherffenberg an, der das schloß Gallenberg er-bauet, sich davon genennct, und um das iahr 1000 floriret hat. Vonseinen nachkommen stifftetc Siegfried an.izoodasClarisser-klv-ster zu Münckendorff bey Stain, und war ein älter-vater Nicolai,heran, izoi gestorben, und 2 söhne hinterlassen: 1) Albertum,der die Osierbcrgische linie angefangen, so aber in dem 16 sccuioausgestorben; 2) Aegidium, des Grafen von Cilley Hof-Mar,schall; dessen enckel Johann stund dem Ertz-Hertzoge Alberto wi-der den Kayser Fribericum III bey, und büßte darüber seineschlösser, Gallenberg und Hohenwang ein. Er starb an. 1461, undhinterließ unter andern Fribericum, welcher das schloß Lueq an sichgebracht,und ein oder-älter-vater Jobst Jacobs worden,dessen söhn,Joh.Adam, an. 1664 als Deputirter des Hertzogthums Crain ver-storben. Derselbe hinterließ unter andern Georgium Sigismun-dum, Grafen und Herrn von Gallenberg in Thurn, Rossegck undGallenstein, edlen Herrn zu Ainsiede, erblichen Advocaten dcs klo-sters Mückendorff, Kayserlichen würcklichen Cammer-Herrn, Lau«hes-verwalter des Hertzogthums Crain, Deputirten der Ständeund Abgesandten aufdcm Rcichs-tage zu Regenspurg, dessen älte-rer söhn Wolffgang Weickhard an. 1702 Landes-verwalter desHertzogthums Crain worden. Bucelin. ltemmat. Germ. ValvajorsCrain. Schönleb. geneal. hujus fam.
Galler/ eine uralte adeliche, nunmehr aber Gräfliche familiein der Steyermarck, welche mit den Grafen Galt von Gallensteineinerley waapen führet. Bernhard war um das jähr 114c» Probstzu Deccau, und an. 1^42 bekleidete Christoph diese würde zuGurck. Johann Christian, Freyherr, war an. 1640 Kaystrli-cher Kriegs- Raths-Präsident. Sigmund Adam und Christian,Grafen , waren gegen ausgang des 17 leculi Kayserliche Cammer-Herren, Maximilian aber an. 1710 Kayserlicher würcklicher ge-heimder Rath. Bucel. ilemm. p. 4. Leben Kaysers Leos. P. 2.
Galesius / (Augustinus ) so genannt Galesius Bononienü5,lebte an. 1570. Er lehrte zu Pifa und Bononien die Philosophie,machte verschiedene bücher, und unter andern eins de terr* motu,welches zu Bononien an. 1471 heraus kam. Ahdoßus de script.
Bonon. ßumaldi bibl. Bonon,
GALLI, heissen die Priester der göttin Cydele, einer Mutterder götter. Sie haben ihren namen von dem flusse Gallus in Phry,gien bekommen, woraus sie, ehe siezu opffern anfiengen,zu trin,cken pflegten, da denn das Wasser des flusses in ihnen einen gottli-chen furorem, wie sie ihn nenneten, erweckte. Sie feyrcten ihre
S mit lausten, als wenn sie unsinnig wären, machten abentheur-! figuren, und schlugen immer dabey ihre topfferne kleine trom,mein. Sie schnitten sich selbst ihre heimlichen glieder ab, wennsie aus dem flusse getruncken hatten, weil die Göttin nicht änderstals von verschnittenen bedienet wurde. Dieses aber geschahe zumandencken des Atys, eines favoriten der Cybele, welcher sich ausverzweisslung castrirt hatte, nachdem er die keuschheit, so er dieserGöttin gelobet, durch Vermischung milder Nymphe,Sangaris,nicht gehalten. Die Römer beteten gleichfalls diese göttin, unterdem namen Idaea mater oder mater Deüm, an, opsserten ihr , undhielten auch ihre spiele mit Römischen ceremonien, erwählten aberPhrygische manns- und weibs-perfonen, daß diese die Griechischencerernonien halten solten. Diese nun giengen durch die stadt, zo-gen auch wohl aufdem land herum, sprangen und tantzten, jchlu-gcn ihre trommeln und spielten auf den flöten. Sie trugen auchdie statur der Cybele, und bettelten allmosen, wie es ihnen die Ro«
Mer vergönnet hatten. Kein einiger Römischer bürger mischtesich unter die Phrygier, oder ließ sich zum dienst dieser Cybele ein-weyhen. Ihre vielfältige betrüge und schelmereyen hat sonderlichApulejus in seinem güldenen efel meisterlich beschrieben. Roß», an-
tiq. Rom. üb. 3 cap. 21 & üb. 4 c. 4. Struvü iyntagm. antiq, Rom .12 p. 63 3. *
GALLI - war bey den alten ein besonderes volck, wo das Heu»tige Franckreich ist. Einige autares bilden sich ein, sie wären sonstdie Gomertten genennct worden von dem Gomer, Iaphets alte,stem söhne. Andere aber führen sie mit Diodoro Siculo vonGalateo, Herculis söhne her. Ammianus Marcelltnus saat,sie waren von einem ihrer Konige Ceit* genennct worden, undvon dessen mutter Galat*, mit welchem namen sie doch nur vonden Griechen sind gehciffen worden. Hieronymus und Isidorusführen es her von dem Griechischen Worte yJ.Ru , welches so vielbedeutet, als milch, weil sie weisse leider gehabt; Cluverius vondem alten Celtsschen Worte wallen/ welches so viel als reisen be-deutet. So viel ist gewiß, daß dieser name sehr alt sey. Sie wa-ren lw anfange gute soldaten, und fielen tapffer an, liessen aberden muth bald sincken, und wenn es ihnen unglücklich giena,wüsten sie keinen rath zu finden. Sie waren sonsten gar aufrichtt-ge leute, und konten keine lugen, diebstahl oder dergleichen lastervertragen. In friedens-zeiten bedienten sie sich fleißig der jagd,kunten auch keine faule leute dulden. Man beschuldiget sie einigergrausamkeil, indem sie ihre gefangene feinde zu opssern pflegten.Sonsten waren sie stoltz, und mi e„en und lrincken gar nicht üon-ner. auch liedhaber neuer zeitungen. Sie waren aber aderqlau,bssch, und Mercurius hieß ihr vornehmster gott, welchem sie diecrfindung aller dinge zuschrieben, auch insonderheit die Vorsorgedes gewerbes. Nächst diesem dienten sie dem Apollini, weil selbi-ger alle kranckheiten vertriebe; bemJovi, welcher im Himmel dasregiment, fuhrcte; der Minerva , weil von selbiger alle handwer-cker herruhreten; dem Marti, als dem gott des krieges, welchemsie auch dasjenige, was sie im kriege erbeutet, mebrentheils ge-widmet. Dabey verehreten sie den Herculem, und fürchteten denSaturnum, dem sie auch menschen opsserten, welches sie manch-mal auf eines andern gefundheit thaten. Nachdem die Phocenserund Ionier sich zu Marseille feste gefetzet, übten sich die Gallier inder Griechischen sprach, entlehneten auch die buchstaben aus der-selbigen,, um ihre eigene Wörter auszudrucken. Wiewol sie auchviel aufsatze, rhre eigene geschaffte betreffend, in Griechisch ver-fertigten. Was absonderlich Marseille angehet, so kamen auchvon andern orten fremde daselbst zu studiren an, wie ehemals zuAthen . Nach diesem wurde nebst der Griechischen auch die Celti-sche und Lateinische spräche allda geredt, dahero dieser ort Tri-giottos, d. i. drey-sprächig genennct wurde. Nicht weniger wurdedaselbst die oratorie, Philosophie und mathematic, rechts-qelehr,samkeit, Medicin und theologie profitiret. Dahero auch an selbi-gen orten so viel gelehrte leute gelebet haben, unter welchen L. Plo.tius merckwürdig, welcher zu Rom am ersten in der rhetoric un-terrichtet. Nach dessen zeiten sind daselbst und in Italien viel k.rühmte redner gewesen, als : Votienus Montanas von Narbonne ,Vtbius Gallus, Domitius Afer von Nimes , Clodius Quirina-lis von Arles ; und ob wohl die alte bcrcdtfamkeit der Lateiner zuRom sechsten nach und nach aufhörete, ist solche doch in den vor-nehmsten städten von Gallien fortgesetzet worden. Auch sind darin-nen berühmte Grammanci gewesen, als Marcus Antonius Gni-phon, so Julii Cäsaris, Ciceronis, und einiger anderer berühm-ter Römer Prxceptor war. Nicht weniger findet man unter ihnenberühmte poeten, als: Petronium, Sentium Augurinum, Au,sonlum, 8. Paulinum, 8.Prosperum, Alcimum' Avitum, Si-donium Apollinarem, u. d. g. Von berühmten üiKorici; findetman bey ihnen denTrogum Pompejum und SnlpitiumSeverum.Von philosophis hatman anzumercken den Favorinum, und zuder zeit des Christenthums (welches schon im 2 ieculo daselbst sollseyn geprediget worden,) viel nützliche scribenten. Ihre art zukriegen belangend, so hatten sie zweyerlcy soldaten; etliche wur-den von dem worte Gad'um, so eine art von pfeifen war, genanntG*satü andere Soidurii. Jene waren geworbene soldaten, dieSoldurier aber waren versuchte leute, die sich bey einem vorneh-men Herrn in dienste begaben, damit sie an seinem glücke theil ha-ben möchten, und wenn selbiger umkam, wolten sie auch nichtlänger leben, und ermordeten dahero einander wohl selbst. Siehatten auch eine grosse anzahl bogen-schützen, welche auf die erstegegebene ordremarschiren musten. Ihre cavallerie war wohl ein-gerichtet. Ein jedweder hatte 2 andere Pferde unter sich,die ihremHerrn folgeren, ihm beystunden, auch fo ein pferd unter ihm ae-tödlct oder verwundet ward, muste ihm einer unter ihnen das sei-nige geben. Diese anstatt wurde genennct Trimaridüe, ober dieordnung der drey pferden. Ihre leichte reutercy war nur mit einemHelm und kürris versehen; allein ihre carapüractani oder clibana-rii, welche zwar erst in spälheren zeiten bey ihnen aufkommen,waren vom Haupt biß auf die süsse geharnischt. Sie führeten langeschwäre degen ohne spitze, aber von schlechter schärsse, daß dieschneide auf den ersten hreb stumpffwurde. Sie fochten mehren«theils mit dem ober-leibe gantz nackend. Die Waffen der reutercywaren lantzen und äxte, des fuß-volcks, wurff- spiesse, pique5, bö-gen und schleudern. Vornehme Herrn fochten auf wägen,so durch2 oder 4 pserde gezogen wurden, und an der achs mit fensen verse-hen waren. Ihre art zu streiten bestünde darinnen, daß sie hin undwieder fuhren,häuffig mit pfeilen um sich warffen. um zu sehen,daßsie die feindliche ordnung möchten aus einander trennen. Manch-mal stiegen sie ab, und fochten mit den degen. Die truppen vonII Theil. Jt» jeder