jeder provintz stelleten sich in der schlacht-ordmmg beysammen.Wenn die armee in bsrsiiie stund, hatte jeder soidat ein bund strohoder eine laschine, darauf er sich indessen setzte. Sie verschantzlensich niemals in ihrem lager, welches denn nach der schlacht beyAvarico, so heutzutage Bourges genennetwird, am ersten ge-schah , indem sie es den Römern nachthaten. Wenn sie eine stadtbelagerten, so umgaben sie selbige mit allen ihren truppen, undnachdem sie eine Wagenburg um sich geschlagen,fiengen sie an stürmzu iauffen, die schilde über die köpfte haltende. Sre bedienten sichauch gewisser brennender kugeln und brennender pfeilen, die, wosie hin kamen, anzündeten. Wenn sie in der schlacht den feindumgebracht, schlugen sie ihm den kopffab, bunden selbigen mit denhaaren an das pferd, oder steckten ihn auf ihre lantzen, und wennes ein vornehmer Herr war, balsamirten sie ihn ein, um solchenden fremden zu zeigen, gaben ihn auch nicht wieder, man mochteihnen dafür bieten, was man wolle. Sie brauchten zum öffterndie hirn-schaale, die sie in gold einfassen liessen, zu einem gefäfte beyihren opffern und gast-mahlen. Sie schwuren zu dem sahnen, wel-cher eydfchwur unter ihnen gar heilig war. Ihre übrigen gewohn-heiten waren, daß sie bey ihren zeit-rechnungen nicht nach dem ta-ge, sondern nach der nacht rechneten, und mit selbiger allezeit an-siengen, und zwar dieses darum, weil sie von dem Lite und Plu-tone herstammen wollen. Ihre kinder, ehe sie erwachsen und Waf-fen zu tragen tüchtig waren, dorfften nicht vor die eitern kommen.Ihren weibern machten sie so viel gegen-vcrmächtniß als die mit-gifft war, und wer das andere überlebte, bekam allezeit die währen-den ehestands gehabte Nutzungen. Die männer hatten über wei-der und kinder alle gewalt zum tobe und leben. Ihre ielchnamewurden verbrannt, und gieng es bey ihren leichbegängnissen garprächtig zu, dergestalt, daß sie alles, was dem todten bey seinem le-ben lieb gewesen war, mit ms feuer warffrn,ja auch knechte undauswarter. Ctsar de bell. Gall. 1 . 6. Livtus 1 . 10 Hc zj. Heia 1 . 3.Rarnus de mor. vet. Gall. Pezron antiquik de la nation & de lalangue des Celtes. *
GALLIA» eines der grösten Königreichen von Europa , so abernunmehro Franckreich genennet wird. Selbiges land, so dieGriechen Galatien nenneten, wurde von den Römern eingetheiletin Cisalpinam und Transalpinam. Jenes ist ein stück von Italien ,weil es aber von Galiis bewohnet war, wurde es auch Gaiüa benen-net, dieses aber das eigentliche Gallien . Nach der zeit, als die Rö-mer Gaiiiar Cisaipinse das bürger-recht gaben, wurde selbiges von-er Römischen bürger Habit, (iallia togata benennet; Transalpinaaber, weil die cinwöhner daselbst lange haare zeugten, Gallia coma-Ein theil darvon gegen süden, sonst Narbonenhs genannt, be-
ta.
kam den namen Lraccara, weilen sie Hosen trugen, die noch heut zutag an verschiedenen orten Teutfchlands brachen und bruchengenennt werden, dahingegen solche kleidung bey den Römern garnicht üblich wäre. Das gantze Gallien , wie es jenseit des Alp- ge-büraes den Römern gehörte, erstreckte sich von dem Pyrenäischengeburge zwischen 2 meeren biß an die Alpen und den Rheinstrohm.Dieses wurde von Iulio Cäfare eingetheilet in Celticam oder daseigentliche Gallien, so von dem flusse Rhone zwischen der Garonne,dem Oceano und Niederlanden begriffen, auch vonderSchweitzbiß an den niederen Rheinstrohm gieng; Beigicam, so von dar sichanfieng,und den niedernRheinstrohm begriff,und Aquitanicam-vonder Garonne an biß an das Pyrenäifche gebürge und an Spanien .Der Kayser Augustus machte noch eine andere ordnung, indem erNarbonensem Galliam beyfügte, und die gräntzen anders eintheilte.Nach der zeit wurde Gallia in 17 provintzen getheilet,als; Vienne -sifche,worunter auch Narboneniisprima und sccunda; ; Aquitani-sche; $ Lionnesische, wenn die Sequanensische darunter begriffenwird; und 4 Belgische, wovon 2 die Teutschen genennet wurden,weil sich in selbigen die Teutschen veste gesetzt hatten. Eine jedwedeselbiger provintzen hatte ihre Haupt-stadt, äls die; Viennesifchen,Vienne, Narbonne , Aix, Tarantaise und Ambrun; die; Äquita-uischen, Bourges , Bourdeaux und Auch; die 5 Lionnesische»,Lion,Rouen,Tours,Sens und Befencon; die beyden Teutschen,Äayntzund Colln; die beyden Niederländischen, Trier und Rheims. Un-ter diesen 17 Haupt-städten stunden mehr als 100 wichtige städte,woraus nachmals meistentheils Bischöfliche sitze sind gemacht wor-den. Daneben hatten sse eine grosse anzahl anderer städte, welchevppida genennet wurden, deren man 1200 zählte, als die RömerGallien einnahmen, welche sie aber meistentheils ruinirten. Dasland ist allezeit vor sehr fruchtbar gehalten worden, wiewol dieein-wohner mehr auf den krieg als aufden ackerbau hielten. JuliusCäsar zog grosse geld-summen daraus, daß er damit nicht allein sei-ne schulden bezahlen, sondern auch das grosse werck der monarchieausführen konte. Wie dann sonderlich durch Casarem und seinkriegs-heer eine solche menge golds aus Gallien nach Rom ge-bracht worden,daß solches daselbst von selbiger zeit an in dem werthgegen dem silber um ein namhasstes gefallen ist. Das volck in die-sem land ist zu allen zeiten sehr fruchtbar gewesen, und mehrte sichdergestalt, daßsiefich genöthiact fanden, colonien in andere landezu schicken, wie stedenn auch Italien überschwemmelen, und Rom selbst angriffen. Sie zogen sich auch in Teutschlanb, Spanien , En-qelland,Sclavonien,Griechenland,Macedonien,ja gar biß über denHellespont in klein-Asien, woselbst sie eine provintz, Galatien ge-nannt, stiffteten. Vor Christi geburt war daö land in viel Staatenund völcker eingetheilet, welche theils democratisch, theils aristocra-tisch regieret wurden, darunter waren die Senones in Champagne,die Aldui im Hcrtzogthum Burgund und die Sequani m derb'r-mebe Lomre und dem Sundgöw biß an den Rhein sich erstre-ckend, die bekanntesten. Diese beyde letztern suchten ein jedes dasvornehmste zu seyn. In allen ihren gerichten waren gewisse factio-
nen,welche jeder fache den ausschlag gaben,und dafür sorge trugen,daß niemand unblllich leiden mochte. In gantz Gallien findet manunter den vornehmen nur zweyerley art leute, die Druiden und d»eRitterschafft. Das gemeine volck wurde fast den knechten gleichgeachtet, und zu keiner fache gezogen, ,ndem,die meisten entwederwegen grossen schiilden, oder wegen übermäßigen auflagen, oder,weil sie sonst allzu sehr gedrücket worden, sich den vornehmen Her-ren unterwerffen müssen, die nicht besser, als ein Herr mit je,neinknechte, mit ihnen umgiengen. Die Druiden versorgten Nicht al-lein den gottesbienst, sondern es wurden auch, weil sie von sonder-barem ansehen waren, von ihnen alle rechts-sachen entschieden,und wo jemand ihren ausfpruch nicht annehmen wolle, wiesen sieihn von dem opffer ab, hatten auch sonst grosse pnvtteg-en. DieRitterschafft zog allezeit zu selbe, und je ansehnlicher einer war, jemehr dienten nahm er mit sich. Es hatten dergestalt die volcker inGallien ihre freyheilen biß zu des Julii Casaris zeiten, welcher dasgantze land unter Römische bothmäßigkeit brachte, da denn balddarauf, wie gedacht, selbiges in 17 provintzen eingetheilt wurde,wovon 6 durch Bürgermeister, die übrigen n aber durch dahingeschickte Präsidenten regieret wurden. Constantinus M. schickteGrafen in die städte und Hertzoge in die gräntz-plätze. Eben dieserKayser, als er nachmals das gantze Römische Reich in 4 Prxfedu-ras i'netorii eintheilte, setzte auch einen über Gallien , welchem er;Vicackos zuordnete, einen in Franckreich selbst, einen in Spanien ,und einen in Groß-Brilannien, welche regierung also geblieben ist,biß die Francken im 5 teculo sich des gantzen landes bemächtiget.Von Kayser Augusto an biß aufGallienum find diese lande nur 2mal durch innerliche empörungen beunruhiget worden, nenllichan. 2) durch die revotte des Sacroviri und Flori, und an. 70 desCwilts Tutorts und Claßici. Nach des Decii tobe aber fiengen al-lerhand fremde völcker an in seidiges land zu streiffen. Anfänglichwaren es nur die Francken und die Teutschen, wenn sie über denRhein giengen. Nach diesem kamen die Vandaii,8uevi,A!ani,West-Gothen und Burgundier, und riß ein jedes volck ein strich landes zusich, daß also zu einer zeit 4 unterschiedene rcgierungen in Gallien waren,die Römische, Fräncklsche,Burgundische und Gothische, bißzu ende des 5 tecuii kein Römischer Gouverneur mehr dahin ge-schicktwurde, und die Francken gantz Gallien unter sich brachten,auch solches nach ihrem namen Franckreich nenneten. (SiheFranckreich.) Strabo.itolems.us. Julius Csfar lib. 6. Tacitus . Pli-ntus. Pompomus Mela. Diodorus Siculus . Abr. Ortelii Gallia vetus.Hadr. Valeftus notit. Gallia’. Cellarii notitia orb. antiq. Philips. Lab -beus in Pharo antiqua Gall. &c. *
Gallia/ (Lanciarottus) ein Rechts-gelehrter, gebürtig auiAlessandria deiia Paglia im Mayländischen. Er starb den io. dec.1595, und hinterließ unterschiedene schriffken, als: inconsuetudi-nem Alexandrinam prohibentem maritum Ultra certum modumuxori relinquere; Commentarium > Patrocinium pro republ. Ale-xandr. contra Mediol. Hat um; conliliorum live resp. volumen^
&c. Sein söhn, Anton ins Gallia, war gleichfalls ein gelehrter Ju-rist, und wurde von Philippo I V, König in Spanien , zum Rathin Mayland gemacht. Gbilmi theatr. d’huom.letter.
Gallicanus/ war mit dem Bassv unter CvnstantinolA. an.; 17, und mit Symmacho an.; ;o Bürgermeister zu Rom . In ei-ner inicription j« Rom wird er Ovinius Gallicanus genennet.
Crut. inlcript.
Gallicien/ lat. Gaiixda, eine landschafftin Spanien , welchegegen offen an Asturien und Leon,gegen süden an Portugall, gegenwesten und norden aber an das Atlantische meer stvsset. Vorzeitenbegriff sie noch vieles unter sich, welches zetzo zu Portugall gehört,und war eine provintz der Romer, biß sie unter die Vandalen,West-Gothen, Saracenen, und endlich unter die Könige von Leonund Castilien gekommen, welche letztern sie zum öfftern ihrenjüng-sten Printzen zur apanage gegeben. Nach der zeit hat sie den tituleines Königreichs erhallen, und fuhrt denselben noch jetzo, ob siigleich ein theil von Leon ist. ' Die lufft daselbst ist feucht lind ringe-jund, das erdreich bergicht, auch in der mitte unfruchtbar und wü-ste , gegen die see zu aber bringt es gute weyde und köstliche weinehervor. Man findet auch daselbst vortreffliche pferde, ingleichenviel gold-kupffer-bley-eisen- und zinnober-gänge. Die vornehmstenstädte darinnen sind,Bajona,Compostella,Corunna,Lugo Mondo-nedo, Orense, Salva Tierra, Tuy und Vigos. Einige sagen, dieSpanier hielten die einwohner dieser provintz vor schlechte leute,und pflegten diejenigen, so sie beschimpften wollen, Gavicier zu nen,
Nen. Ptolemaus. Strabo. Cluverius. Malaga descripr. del Reyno diGalicia. Alph. de Nova hist. de Galicia. Ptnucla bitt. de Galicia .Eugger. Ehrensp. 1.6 c. 8. Schauplatz, von Spanien p. 182. Euros.herold. P. 2 p. 120.
Gallicien / (neu) eine provintz von Mexico oder Neu-Spa-nien in dem mitternächtlichen America, ligt längst der fee-scite,und ist eigentlich das sogenannte Guadalaiara. Einige wollendem Nunnez Guzman die ehre zuschreiben, daß er dieses land er-funden, allein es ist Gonsalvus von Dandvval gewesen,der es amersten entdecket, indem er von dem Cortesio dahin geschickt worden.Talisco ist die Haupt-stadt darinnen, tierrera c.n.de Laet. Ame-rica 1. 6 C. I.
Galliczin/ ein berühmtes Fürstliches hauß in Rußland , wel-ches seinen Ursprung aus dem Polnischen und Lithauischen HauseKoriduth herleitet, und deswegen auch mit der familie von Rad-zivil verwandt ist. Es ist daffelde auch mit denen in Rußland un-ter dem Czaar Alexio Michalowitz sonderlich ansehnlichen FürstenGavansky nahe befreundet. Dieselben schreiben sich von BasilioAlcxandrvwitz,einem cnckel Demetri Cvriduth, so Olyerdi Groß-
Hertzogs