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könne? Ein Vorsteher überlegte dieses recht und kamauf den Gedanken: daß man wohl einen Theil derKirchen-Capitalien dazu anwenden könne/ Getraideaufzuschütten; indem der Vortheil vom Verkauf dieZinsen reichlich abwerfen würde. Er sprach mit meh-rern davon, und der Vorschlag gefiel ihnen nichtübel. ''Aber, sagte einer, wo soll denn der Getrai-de-Vorrath bleiben, da wir keinen Kornboden imDorfe haben, wo Raum dazu wäre?" Der Vor-steher antwortete darauf: dieser Schwierigkeit istabzuhelfen. Auf unsrer Kirche läßt sich leicht einKornboden anlegen, dergleichen weit und breit kei-ner zu finden ist; zumahl da fie so hoch und luftigliegt. "Ey schämt euch: schrien alle: das geht nunund nimmermehr nicht an, daß man das Gotteshauszu einem Kornboden mache!" Der Vorsteher ließsich aber dadurch nicht irren, sondern fuhr fort: Ihrlieben Leute wißt doch, daß vor zwey Jahren derStorch auf das Kircbdach genistet hatte, und wirsahen unsre Freude daran, wie er seine Jungen auf-fütterte? Auch verwehren wirs ja den Schwalbennicht, wenn fie ihre Nester an der Kirchmauer herumkleben, und Schuß vor Wind und Werter da suchen.Warum sollte es nun nicht recht seyn, den Kirchbo-den, der zum Gottesdienst nicht gebraucht wird, da-zu anzuwenden, daß wir uns und unsre Kinder vorHungersnoth schützen? Hat doch der Herr Jesus selbst seine Apostel auch am Sabbath lieber Aehrenausraufen, als hungern lassen, und hat in der Wüstefünf Brode so gesegnet, daß 4200 Mann davon sattworden find: weil er nicht haben wollte, daß die LeuteHunger litten! Ich denke, der liebe Gott wird es ge-wiß gern sehen, wenn wir unten in der Kirche zu ihmbeten, und oben drauf liegt gleich der Fruchtsegen,der uns vor Noth schützt. Wenn es denn zuweilen
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