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Noth- und Hülfs-Büchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim : Für Junge und Alte beschrieben
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lauft, dient folgendes Mittel: Man legt zu Anfange-es Oktobers ein etwa handbreites Band von Leinwandsder Stroh um den Stamm / beschmiert es mit Theer,und erneuert den Theer so oft, daß er klebrig bleibt.Darinnen bleiben diese Schmetterlinge kleben, undman findet fie täglich Hundertweise. Von dem schad«lichen Stamm > Schmetterling sitzt das Weibchen,welches weiss« schwarzgeßretfte Flügel und einen fastFingers dicken Leib hat, oft zu Hunderten an den Wei«den. und an den Zwetschen-Aepfel- und andern Obst-Säumen. Diese muß man abnehmen und todten, undihre Eyer, welche wie ein Klümpchen brauner Pelz aus«sehen, von den Bäumen abkratzen und zerstampfen.Im Frühjahr muß ein sorgfältiger Hauswirth von sei-nen Bäumen die Raupen-Nester fleißig abnehmen, undfür die Raupen, welche nicht in Nestern beysammen siz-zen, einen Rauch von Stroh machen, auch etwas Schwe-fel und Salpeter in die Flamme ßreuen: davon ster-ben fie oder fallen herunter, daß man fie todten kann.

Der Brand im Waitzen wir- auch von kleinenThierchen verursachet, welche so klein find, daß mansie nicht sehen kann. Diese Thierchen werden dadurchausgebrütet, wenn der Waitzen in der Scheure zumSchwitzen kommt und nicht wieder gehörig austrock-net. Es ist daher ein sicheres Mittel wider den Brand,daß man jährigen Saamen säet, oder daß man denneuen Waitzen gleich nach dem Einfahren drischt unddünne auf den Boden schüttet, auch oft wendet, daßer vor dem Säen recht austrocknet. Wer Zweifelhat . ob sein Saame gut sey, der nehme ein Kübel mitWasser, rühre ein paar Händevoll ungelöschten Kalkhinein, thue etwas Saamcnwaitzen in ein Sieb, undhalte das Sieb in das Kalkwasser, bis der Waitzendavon naß ist. Darauf schütte er den Waitzen aus,zum Abtrocknen.

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