ihr könnt; baut recht viel Kartoffeln, Möhren, Rü-ben und derqleichen, daß ihr etwas zu essen habt,wenn etwa das Getraide verdorben wird. Vom Heuund Stroh schneidet so viel, wir möglich, zu Hecker-ling, weil sich dieser nicht so leicht weg furaschiren läßt,und weniger Raun, einnimmt. Schlachtet mehr insHaus, als sonst: damit ihr etwas habet, den Feindzu begütigen. Kommt er nun wirklich ins Land: soseyd nicht mürrisch gegen die Soldaten, sondern rechtfreundlich. Gebet ihnen willig, was ihr habt; suchtihnen zu Gefallen zu leben; wartet und pfleget ihrer,wenn sie krank oder verwundet sind: so werden sie ausFeinden Freunde, und schonen euch, wo sie können.Denn es sind auch Christen, und haben oft gar großeNoth auszustehen. Seyd dabey vorsichtig im Redenund Thun , daß sie keinen Argwohn gegen euch schö-pfen. Vor allen Dingen aber laßt euch weder vonFein- noch Freund zu Verräthern oder Spionen ge-brauchen. Ich lag im 7jährigen Kriege einmahl 14Tage bey einem Bauer im Quartier, -er ein wohl-habender und braver Mann war. Wir wurden diebesten Freunde, Er hatte eine Tochter die mir gesiel,und als ich ihm erzählte, daß ich auch vom Bauern-stande sey und ein kleines Gütchen zu Hause habe;versprach er mir die Tochter zur Ehe, wenn es Friedewürde und ich meinen Abschied erhielt. Wir weintenwie die Kinder, als wir von einander scheiden muß-ten. Nun stellt euch vor! 14 Tage darauf wurde vonunsern Husaren ein Spion gefangen, und das wardieser ehrbare und brave Mann. Er hatte sich durchdas Versprechen einer Sunnne Geldes, womit er sei-nen Kriegsschaden zu ersetzen gedachte, vom Feindeverführen lassen, uns auszukundschaften, unter demVorwand, als ob er mich besuchen wollte. Ich batkuieend beym General um sein Leben: aber es half
nichts;