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Noth- und Hülfs-Büchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim : Für Junge und Alte beschrieben
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sich nicht genug verwundern über die Veränderungen, dieer darinnen wahrnahm. Das Getraide stand auf viele»Bauernäckern so schön, als auf den herrschaftlichen.Hiev und da blühte ein Kleestück aufs schönste im Brach«selbe. Der Hügel, auf dem er stand, war sonst ein un-fruchtbarer Steinhaufen gewesen, und jetzt wuchs schö-ner Haber darauf. Ein wüster Berg über -er Kirchewar mit jungen Obstbäumen bepflanzt, und man sahschon von weitem, daß ein großes Ried, von demsonst der dritte Theil unter Wasser gestanden hatte, aus-getrocknet war, und gutes Gras trug. Dies allesfreute ihn herzlich, und er setzte sich nicht wieder in denWagen, sondern ließ ihn voraus fahren, und gieng mitden zwölf Grafen und dem Herrn Pastor zu Fuße.Unterwegs ließ er sich erzählen, wie diese Verbesserun-gen in den letzten vier Jahren gemacht worden, bis sieans Dorf kamen. Hier war am Eingänge eine schöneEhrenpforte von Zweigen und Blumenkränzen aufge-richtet, und von derselben anstanden auf der einen Seitedie Schulmädchen, hernach die erwachsenen Jung-frauen und dann die Weiber in einer Reihe bis anSSchloß hin. Auf der andern stunden eben so die Kna-ben, Junggesellen und Männer. Die Mädchen undJungfern hatten alle überetn Kamisöler und Schürze»von blaugestreiftem, selbst gesponnenen und gebleichtenLinnen, und runde Strohhüte, mit Blumensträuße»geziert. Die Knaben und ledigen Bursche hatten Bein-kleider und Kamisöler von blaugestreiftem, ungebleichte»Zwilch, wozu viele das Garn auch selbst gesponnen hat-ten und runde Filzhüte mit rothen Bändern. Die Män-ner und Weiber waren in ihren ordentlichen Sonntags-kleidern. An der Ehrenpforte standen die Musikan-ten und bliesen mit Trompeten, so bald man den Herr»kommen sah. Wie er nun unter die Ehrenpforte trat,stimmte -er Cantor ein Danklied an, in welches dir

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