ner in solchen Aemtern den Dörfern, Städten und ganzenLändern thun können, ist wohl werth, daß man etwas leide;und ich habe hier an vielen Exempeln gesehen, daß ein Die-ner des Landes, er sey Minister Amtmann oder Schreiber,General oder Corporal, bey allen Arbeiten und Verdrüß-lichkeiten doch vergnügt und glücklich leben kann, wenn erredlich, geschickt und klug ist, und sein Amt von Tag zuLag immer besser zu verwalten, dadurch immer mehr Gu-tes zu stiften, und selbst immer besser zu werden sucht.
Berlin .. Wozu dient es wohl, daß die Gelehrten denganzen Tag über den Büchern oder am Schreibepult sitzen,davon sie hypochondrisch werden, daß ihnen weder Elfen nochTrinken schmeckt? — So fragte ich als Knabe meinen In-formator, und er gab mir zur Antwort: sie thaten es, umsich einen großen Namen in der Welt zu machen, Geld durchihre Schriften zu verdienen, oder durch ihre Gelehrsamkeitzu hohen Aemtern befördert zu werden; so wie er durch seinStudircu »och ein Superintendent zu werden hoffe. Nunhabe ich hier mit einer großen Anzahl wahrhaft gelehrterMänner Bekantschaft gemacht, und habe gefunden, daß meinHcrr Informator mich nicht recht berichtet hatte. Unter den Ge-lehrten sind freilich viele, die um des Bauchs willen studiren,schreiben, lehren und predigen; so wie es Bauersleute genuggiebt, welche blos um des Bauchs willen das Feld bauen. Abergleichwie brave Bauersleute bey ihrer Arbeit den Gedanken ha-ben, daß sie Menschen und Vieh dadurch Gutes thun, und daßsie selbst durch das Nachdenken dabey immer verständiger undzum ewigen Leben geschickter werden: so giebt es auch Gelehr-te, welche ihr größtes Vergnügen daran haben, immer mehr zulernen, den Grund von allen Dingen zu erforschen, alles auszu-kundschaften, was den Menschen zum leiblichen Wohl und zurZufriedenheit des Gemüths dient, oder allerhand nützlicheErfindungen zu machen, wodurch andern das Leben erleich-tert und des Elendes auf Erden weniger wird. Ich habegefunden, daß viele Gelehrte diese schöne Absicht bey ihremStudiren haben, und nicht eben dadurch nach Geld oderEhre streben, und dergleichen würdige Männer verdienendamit herzlichen Dank bey Hohen und Niedrigen, daß sie,um des gemeinen Nutzens willen, vieler Areuden des Lebensentbehren, und eine so ungesunde Beschäftigung treiben.Ein solcher verehrungswürdiger Gelehrter ist z. E. der hie-