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Noth- und Hülfs-Büchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim : Für Junge und Alte beschrieben
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sige Iude, Herr Moses Mendelssohn . Dieser hat viele Ta-ge und Nächte seines Lebens, mit Gefahr seiner schwächlichenGesundheit, damit zugebracht, die schönen Lehren, daß diemenschliche Seele unsterblich sey , und daß ein weiser Gottdie Welt regiere, wider die Zweifel zu vertheidigen, welchevon einigen Gelehrten unter den Christen darwider vorge,bracht worden sind. Dabey hat er von Jugend auf so frommund redlich gelebt, und seine Seele ist schon hier so gut wor-den , daß er gewiß hoffen kann, einmal in jenem Leben rechtselig zu seyn. Das Exempel dieses Mannes und noch mehre-rer braver, gelehrter und geschickter Juden, hat mich nochmehr überzeugt, daß es sehr gottlos und unchristlich ist, dieJuden zu hasse», zu verfolgen oder zu verspotten. Dennsie sind unsre Bruder, und Gott hat sie erschaffen, daß sieeben so glücklich seyn sollen, als wir.

Hamburg . Ich erfahre immer mehr, daß jeder Standund jedes Gewerbe der Menschen, seine Leiden und Be-schwerden , so wie auch seine besondern Annehmlichkeiten undseinen Nutzen habe. Der Kaufmann schaft Dinge, die inOstindien und Westindien, in China und Amerika undoller Orten in der Welt zu Hause find, über den Berg undThal, ja über das weite Meer herbey,, daß wir hier zu Landesie auch brauchen können: und dafür schickt er unser Bau-holz, Getraide, Linnen, Lederwerk, Sämereyen und an-dere Dinge, an denen wir Ueberfluß haben, in fremde Län,der. Der Krämer bringt allerley Tücher und Zeuge von al-len Farben zusammen in seinen Laden, damit jeder, der sicheinen Rock kaufen will, das Aussuchen habe. Und so stelltder Gewürzkrämer und Apotheker hunderterley nützliche Din-ge in Schachteln und Büchsen beysammen, daß man nicht inzehn Häuser zu laufen und die Zeit zu verderben braucht,wenn man etwas nöthig hat, es sey was es wolle. Wofüres denn auch recht und billig ist, daß diese Leute einen Ge-winn davon haben, daß sie ihr Geld in die Waare stecken,und ihre Zeit mit dem Herbcyschaffcn, Abmessen und Ab-wiegen derselben beym Verkauf zubringen, zumal da sieauch Steuern, Zölle, Accise, Jmpost und andere Abgabenauf ihren Handel erlegen, und Leute darauf halten müssen.Es ist auch wohl nicht unbillig, daß ein Kaufmann a» man-cher Waare, wenn der Handel gut geht, viel auf einmalgewinne r weil er auch oft viele tausend Thaler auf einmal