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Noth- und Hülfs-Büchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim : Für Junge und Alte beschrieben
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-fahre ich jetzt. Hätte ich die Kinder nicht, so wäre mir auchnicht zu helfen. Der Herr wird nun aus meiner Rede Wohlsehen, daß es den Bauersleuten auch gar übel gehen kann;zumal wenn sics so ein Bischen darnach machen, wie ichs inmeinen jüngcrn Jahren gethan habe." Da hat er wohlRecht, Friedrich! antwortete ich ihm: wie mans werbr,sohatmans; das gilt beym Bauer, wie beym Kaiser und Kö-nig. Aber ich sehe doch an fernem Exempel, daß ein Bauer,wenn er in seinem Vermögen herunterkommt, sich fast nochleichter wieder aufhelfen kann, als die vtadtleutc: wenn crsnämlich mit Verstand anfangt, und wenn er wohlgcrathcneKinder hat, die ihm unter die Arme greifen können. Ei,das hat sich wohl, sagte er darauf! Ich laß es gelten, wenneiner einen solchen gvltcsfürchtigcn Nachbar hat, wie ich andem Christoph; sonst muß crs wohl bleiben lassen. Ichmachte darauf noch die Anmerkung, daß die beyden gutenLeute sich darinne irrten , wenn sie meinten : dem Friedrichsey durch den Tod feiner seligen Frau wieder aufgeholfen wor-den. Es wäre gewiß noch besser gegangen, wenn sie am Le-ben geblieben wäre und fleißig mit Hand ans Werk gelegthätte. Friedrich habe es nur nicht verstanden, sie zu einersolchen Verbesserung ihres Gemüths zu bewegen, und darüberhätte er den Prediger um Rath fragen sollen. Darauf kamdie Reihe zu erzählen an einen alten lustigen Graukopf, wel-cher so anficng.

Meine Mutter sagte oft; was ich nicht weiß, machtmich nicht herß Wenn aber der junge Herr meine Historieja zu wissen verlangt: so bin ich Toms, der Flurschütze, undauf ro Stunden in die Runde heißen mich die Leute den rüsti-gen Toms. Von meinen Gütern steht geschrieben: wirhaben nichts in die Welt gebräche, werden auch nichesmit hinaus bringen Meine Frau heißt man die dickeLiefe, und die hatte eben so viel. Gleich und gleich geselltsich halt gern. Wir hatten also vier Arme und vier Beine,da wir uns freyten; das war unser hin und her. Damit habenwir gctaglöhnert mit einander. Mit Schneiden und Dreschenverdiente ich das Brod, und mir Backstein machen, Dachdecken, Schutt fahren, Graben, Hacken, Zaun bmben, We-ge gehen, wies kam, so viel Geld, als wir brauchten. Gabs imWinter gar nichts zu lhun, so spann ich mit Liesen in die Wet-te. Nachbar Christoph gab mir ein Stückchen Land zu einBischen Kartoffeln, Möhren und Rüben um die Hälfte: das

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