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Noth- und Hülfs-Büchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim : Für Junge und Alte beschrieben
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Achtzehntes Capitel.

Trauer-und Leichenrede, welche der Herr Pa-stor Wohlgenruth nach der großen Feuers-und wassersnorh auf dem Gottesacker zuMldheim gehalten, nebst den dabey ge-sungenen Liedern.

O Traurigkeit!

O Herzeleid!

O jammervolle Stunden!Welches Ritters strenge HandSchlägt uns solche Wunden?

HV)eine Lieben! ich weiß nicht, ob ich hcutevoreuch re-den, oder mit euch weinen soll? Dieser Tag war zneinem Freudenfeste ansersehen. und es ist ein Trauertagdaraus geworden. Hier, wo so viele wohlgebaute Häu-ser stände.«, sehe ich nichts mehr als Haufen Schutt undAftde. Dort sehe ich über die Aschenhaufen hin in unsreFelder, und sehe keinen Halm mehr aufrcchts stehen. DieHofnung der. schönen Erndte ist zu Boden geschlagen,die Arbeit des Jahrs ist verlohren, die Verbesserungenmehrerer Jahre hat ein grausames Wetter in einer Nachtzerstöret. Die wohlhabenden Besitzer dieser Häuser undFelder wollen heute Gott ein Dankfest feyern, daß er ih-re Muhe und Arbeit so reichlich gesegnet: und nun habensie kaum st viel übrig, daß sie ihre Blöße decken können.Und drey erblaßte Leichname unsrer Freunde liegen hierbereit für das Grab und die Verwesung, die sich nochehegest/rn gesund und frisch zur Ruhe niederlegten. Wersollte da nicht mit Salomo ausrufen: Ich sahe an al-les Thun, das unter der Sonne geschieht, und sie-he! es war alles eitel und Jammer! Barmher-ziger Gott ! Ach! daß ich noch in meinen alten Tagensolchen Jammer in meiner lieben Gemeine sehen soll! Ichhabe mich in der ganzen Zeit meiner Amtsführung bemü-het.