decccvi Das dꝛitt bůch
Caſſuben/ die beider Wiyel in vnder Pomern ligen/ vnd an des künigs von polld
ertrich ſtoffen. Merck auch hie/ daß das moͤre zů Pomern ein hohen ſladen hat vnnd
vonn natur wol gefangen iſt/ daß es dem land nit leichtlich ſchaden thun mag wie in
Das mört vol Frießland vnnd Holand/ do man jm mit dammen engegen kommen můß daß h
ingefaßt mit inß land lauf. Es wirfft auch das moͤre an diſſem land Augſtein auß gleich wem
Preüſſen/ wie wol nit fo vil/ vnd nit an allen oꝛtẽ. Dar võ ich hie vnden weiter(chreis
ben will. Es ſchreibt mir auch von diſſem land Pomern ein gelerteꝛ mañ/ mit nam̃
Petrus Actopoͤus/ den ich auch darumb mit meinem ſchreiben erſo: dert hab ymd
hilff von im begert/ mit ſolichen woꝛten. Domerland ann dem Baltiſchen more oder
dem oOſt fee gelegen/ dar von es auch von den erſten in wonern Pamoꝛz in ihre Wen
diſchen ſprach genent/ iſt anfenckliche durch feine eigne herzen regirt vnd feine v cke
bewonel/ von den Wandelen entſp: oſſen/ hat auch nie froͤmb de herꝛen oder volcke
gehapt/ oder ander lender ge ůcht/ vnd nach merung vnd min derung/ des furſtiche
ſamens in mere oder weniger theil zerſpꝛeit dar von es auch manch erleien nammm
pomern liber kommen hatt. Es iſt allenth alben frůchtb ar/ waſſer reich/ ſee reich/ ſchifti/
fruchibat. hatt gůte ãcker/ weid/ obß/ holtz/ ſtome/ gebirg/ ijaget/ viech fiſch/ getreid/ bu/ hy
nig/ wachß vñ der gleich en. Iſt allenthalben mit ſtetten/ ſehloͤſſern/ fleckẽ vñ der/
bef tz/ hart kein onnlitʒ oꝛt/ſpeißet vil Linder vmb ſich haͤr. Hat ſich anfenckichen
Wendiſcher ſpꝛack vnnd ſitten gehaltẽ biß an dz Chꝛiſtenthumb vñ ynlebung da
Raͤmiſchen reichs. Als dañ es auch mit der religion von den Saxiſchen keiſem em
pfangen/ zůgleich auch die Saxiſche ſpꝛach gelernet vnd biß her behalten. Gau en
ſere fruchtbar inſel Ru gen/ ſiebenmeil lang vnnd ſieben breit/ voꝛ Seiten ein ſunder-
lich furſtenthumb ſampt den nechſten laͤndern geweſe n. Sie hatt kein woͤſf/ lede
kein ratten. Iſt der Sundiſchen koꝛnhauß oder ſchiier vnnd vichoff/ wie Silader Roͤmern.
Von den fürnemſten ſtetten des. Pomernland.C Je fürnemſten ſtet des Pomernland ligen am geſtadẽ des moͤrs wenig auß ge2 nommen die vom moͤre ligen/ als dañ ſein Stetin/ Newgard/ Stargard r.Am moͤre ligen Colberg/ Tamin/ Coßlin/ Gripßwald/ Sund ete-
Seetin.
S iſt Stetin ein newe ſtatt/ iſt voꝛ ʒeiten ein lan ger flecken gewtſin/ do ſch
die fiſeher haben enthalten/ gele gen an der Oder. Vnnd do das land den
Chꝛiſten glauben annam vnnd die groß gewerbſtat Wineta ʒetbꝛochen
ward/ iſt gen Stetin der kauff gewerb gelegt woꝛden/ vnd iſt die(rare dar
von mercklich erweitert vñ gewachſen biß ſie zů lerſt die hauptſtatt in ho-
mern woꝛden iſt. Sie hatt ein luſtigen leger vnd reicht ſiech auff von dem fürfleiſen -den waſſer gegen dem buͤhel/ wol verwart mit giaͤben vnd mauren.
Gripſwald.Ripß wald die ſtat ligt im hertzogtbumb Wolgaſt / wöͤleho hertzogtfũbvon den andern genent wirt Barden/ vñ hatt diße ſtatt vil burgerlichszancks vnd on friden gehapt/ dar durch/ ſie etwas in ein abgang kõmen| ſt Anno Chriſti 456. was in dißer ſtatt ein dapfer vnnd gelert man ge/do:n von eim alten geſchlecht/ doctor der rechten vnd in ein fürnem ampt
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kope fehulzu geſetzt/ der tet der ſtatt vil gůtzo/ vnd bracht auch ʒů wegen daß n jt ein hoheſchilJulnum
ſnbſrueld ward auff gericht vnd beſterigt.
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