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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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»on Rochechouart. Dieser starb an. l;. nachdem er vor-hcro dem Könige Philippo dem schönen in Flandern gutedienste gethan, und hinterließ von Laura de Chabanoiü, desHerrn Jordani III. von Chabanois erd - tochter, Iohannem l.und Aimericum, Printzen von Chabanois, so beyderseits dasgestblechte fortgeführet. Der erste wlirde an. 1356. in demtreffen bey Poitiers getödtct. Er war Rath und Königli,chcr Cammer - Herr, und zeugte nebst Johanne, der letztlichErtz - Bischofs zu Arles worden, Ludovtcum, welcher mit sei-ner ersten gemahlin , Maria von Trignac, Johannem II.und mit der andern gemahlin , Jsabella von Parlenay,Frauen von Aspermonl, Ludovicum, Herrn von Asper-mont, gczeuget. Der letztere davon wurde ein valter Ja-cobi, Herrn von Aspermonl. Der erstere aber wurde vonseiner gemahlin, Aenor de Mothefelon, Frauen von Jars,Theobaldi Herrn von Mothefelon tochter, nebst Johanne demstamm - vatler der Herren von Jars, ein valter Godofredi ,welcher den Haupt-stamm fortgeführet. Dieser ward vonMargaretha, einer tochter Nenaldi, Herrn von Mauze, einvatler Fulcaldi Vicomten von Rochechouart, Herrn vonMauze, und Tonnay - Charente . Dieser wurde Gouverneurzu Rochelle, starb aber in seiner tochter Anna wiederumaus. Doch deren gemahl Johannes von Ponteville, Vicom-te von Breulhez, Seneschall von Taincongc, zeugte mit ihrFrancifcum, welcher ein vatter Claudü worden, so Ludovi-ciint nach sich gelassen, der Johannem Vicomke von Roche-chouart , Johannem von Rochechouart, Herrn von Bastimcnt,und Renatum de Rochechouart, Grafen von St. Quen,gczeuget. Die beyden letzten haben männliche leides - erbengehabt. Der erstere aber hinterließ nur eine tochter, nah,mcns Mariam, welche an. 1640. Rochechouart an ihren ge.mahl Johannem, Marquis von Pampadour, gebracht, undvon ihm eine mutter Johannis Vicomte von Rochechouartworden. Johannes von Rochechouart, Herr von Jars, Char-roux, Jvoy, rc. Rath und Cammer-Herr des Hertzogs vonBerry, war der andere söhn Johannis II. Vicomte von Ro-chechouart, wie oben erinnert worden. Er lebte noch an..1429. und zeugte mit seiner gemahlin Godofredum und Jo-hannem II. welche beyderseits das geschlecht fortgepstantzet,wiewol der erstere in seinem enckel Guidone wiederum ausge-storben. Johannes II. aber, Cammer-Herr des Königs Lu-dovici XI. erhielte von Anna de Chaunay, Francisci Herrnvon Chandenier erb - tochter, eine gesegnete nachkommenschafft.Denn diese gebahr ihm nebst Johanne, welcher die Neben-linie der Herren von Jars aufgerichtet, Francifcum , Herrnvon Chandenier, welcher Christophorum und Antonium mitBianca, Frauen von St. Amand , gczeuget. Der letztere da-von ist der stamm - valter der Marquis von Faudoas unbBarbazan. Christophorus wurde Gouverneur von Rochelle,in der landschafft Aunis > und hinterließ unter andern lindernClaubium und Philippum, davon aber der letztere in seinensöhnen wiederum ausgestorben. Claudius , so in dem treffenbey St. Quentin an. rzz?. das leben verlohren, zeugte nebstandern lindern Ludovicum, welcher ein vatter Johannis Lu-dovici worden , so Francifcum, Marquis von Chandenier,gczeuget, dem an. 1649. Carolus Franciscus gebohrcn wor-den.

Antonins von Rochechouart war, wie bereits vorher ge-dacht, der andere söhn Francisci, Herrn von Chandenier, undrichtete die besondere neben - linie von St. Amand auf. Sei-ne tapferkeit und klughett brachte ihm die vornehmste kriegs-und Staats - chargen zuwege. Wie er denn die stelle einesSeneschalls von Toulouse und Albigeois , wie auch Gouver,neurs von Lumaigne rc. bekleidet. Er commandirte iooo.mann zu fuß, um dadurch Marseille wider Carolum V. zu ver-theidigen, und wurde an. l?44. in dem treffen bey Cerizolesverwundet. Er hinterließ nebst Johann Georqio, der aber in sei-nen lindern wiederum ausgestorben, und Carolo, welcher gleich-falls nur töchter gehabt, Jacobum, Freyherr» von Barbazanund Faudoas. Dieser zeugte mit Maria, Bertrani von Jsalquiererb-tochter, Henricum und Johannem Ludovicum. Der letzte-re wurde ein vatter Johannis Francisci, und führte den tituleines Herrn von Clermont und Jsalguier. Henricus zeugte Pe-trum Beraldum, und Johannem Ludovicum, davon der letz-tere nur töchter hinterlassen. Dem erstern aber sind gebohrenworden Johannes Phöbus, Marquis von Faudoas, JohannesRogerius, Baron von Barbazan, so sich mit Constantia vonEpinac vermählet, und Armandus Johannes, Herr von Mon-cla. Johannes Phöbus vermählte sich mit Maria von Roche-chouart, und zeugte mit ihr Johannem Rogerium, JohannemJacobum, Josephum und Johannem Josephum.

Johannes von Rochechouart, Herr von Jarö und Brevian-de, war der andere söhn Johannis, Herrn von Jars undAnnä von Chaunai, und starb an. 1597. Wilhelmum von Ro-chechouart , ersten Hofmeister und Gouverneur des KöniglichenHauses hinterlassend. Unter dessen lindern ist Franciscus zumercken, welcher an. r;68. Hofmeister des Königs, und an.1^69. Ordens-Ritter worden. Er erwiese in dem folgendenjähre gar gute dienste in währenden einheimischen kriegen,und starb an. 1575. Francifcum II. hinterlassend, welcher an.1596. dieses zeitliche gesegnet, nachdem er ein vatter Gabrielisworden. Der andere söhn Francisci I. Ludovicus, comman-dirte die compagnie der Gendarmeö des Marschalls de la Cha-

H« , twl> erwiese grosse treue dem Könige Henrico IV. bis erendlich an. 1627. gestorben, Ludovicum II. hinterlassend, dersich wider dw Hugenotten gebrauchen lassen, und an. 1652.gestorben. Seme gemahlin , Louise Lami, die älteste tochterund vornehmste erdln des Barons von Loury, gebahr ihm Jsaa-cum Ludovicum, ferner Ludovicum, einen Mallheser - Ritter,und ^osephum, Herrn de la Brosse. Gurdo von Roche-cholmrt, der andere söhn Wilhelmi, Herrn von Jars und bru»der francisci I. führte den titul von Chatiüon - le. Roy, undwar Gouverneur von Blois . Er starb an. >591. und hinter-ließ Guidonem II. der in seiner tochter Maria Margaretha vonRochechouart wiederum auögestorben. Die neben - linie vonRochechouart-Morlemar hat zum urheber Wilhelmum von Ro-chechouart , den andern söhn Henrict VIII. Vicomte von Röche,chouart und Margarethä von Limoges . Derselbe hinterließnebst 2. andern söhnen Fulcaidum, dessen söhn Aimericus I.Almencum II. gczeuget, welcher Rath und Königlicher Cam-mer-Herr, »vie auch Seneschall von Ltmvsin worden, und nach-gehends die Engelländer aus Poilou und Guienne vertreibenhclffen. Von seinen söhnen wurde Guido Bischoff zu Tatnles,und Johannes I. pffantzte das geschlecht fort. Dieser wurdean. 14,5. in dem treffen bey Azmcourt gefangen, und nachge-hendo zum Cammer-Herrn des Königs Caröli VII. ernennet,welcher ihm an. 1416. das Gouvernement von Rochelle gegeben»Unter,einen söhnen ist Ludovicus Bischoff von Lamtes uiidJo-hannes II. zu mercken. Dieser letztere wurde ein vatter Pein,Buchoffs zu Tainles, und Aimerici III. welcher die stelle einesRaths und Königlichen Cammer-Herrn, wie auch Seneschallsvon Lamtonge, und Gouverneurs von St. Jean d'Angcli be-kommen, und in dem kriege wider die Venelianer an. 1509. gu-te dienste geleistet. Er hinterließ nebst 2. söhnen, so die Bsschoff-ltche wurde erlanget, und Ludovicv, der Ritter des Königlichenorden», und Gouverneur von dem Königlichen Hause worden,Francifcum I. welcher unter den Königen Francisco I. und Hen-rico II. gute dienste geleistet. Seine gemahlin Renata, eineerbin Leoniö, Herrn von Lissac, war in eine ohnmachl gefal-len , und wurde für todt begraben. Indem sie aber einer vonihren bedienten bestehlen wollte, fand er sie noch lebendig,worauf sie wiederum aus dem grabe Herfür getreten, und nochverschiedene linder getragen. Unter denselben war Renatus,welcher Caiparn, Marquiö von Mortemar, Renatum, Herrnvon Moiitpipcau, und Aniadeum, Herrn von Tonnay-Chareii,te, Marquis von Bonnivet, gczeuget. Der letztere davon starbin seinen enckelinnen wiederuu, aus. Der andere söhn Rena,tue wurde ein valter Johannis Heliodori, Marquis von Mont-pipeau, der nebst andern kindcrn Carolum gczeuget, so sich an.rüg;, vermählet. Der älteste söhn Caspar, Marquis vonMor,temar, Puntz von Tonnay-Charente , diente unter den Köni,gen Henrico III. und IV. und wurde ein vatter Gabrielis undLudovici. Der letztere führte den titul eines Grafen von Maureund Groß-Seneschalls von Guienne, und starb an. 1661. ohnelinder. Gabriel, Hertzog von Mortemar, Pair von Franck-rcich, Ritter der Königlichen orden, starb an. 167;. und bin,terließ unter andern kindern Ludovicum Victorem, und Fran-ciscam Alhanasiam, welche sich von ihrem gemahl LudovicoHenrico de Gondrin de Pardalllan, Marquis von Mvntespan,gclrennet, und bey dem Könige in Franckreich, Ludovico XIV.eine maitresse abgegeben, nachgehcnds aber ins klostcr gegan-gen , und an. 1707. gestorben, (siehe von ihr einen eigenen ar-lickul unter Nontespan.) Ludovicus Victor wurde Gouver-neur von Champagne und Brie, Marschall von Franckreich,und General der galeeren, wohnte verschiedenen eroberungcn inAfrica und Europa bey, und zeugte Ludovicum, welcher sichmit Maria Anna Coldert, des berühmten Staats - MinistersJohannis Baptistä Coldert tochter, vermählet, und mit ihr un-ter andern kindern einen söhn gleiches nahmens gezeuget, deran. 1681. sieben jähr vor dem tobe seines vatters gebohrcn wor-den , und den titul eines Hertzogs von Mortemar, Pairs vonFranckreich, Printzen von Tonnay-Charente , rc. führet. U-

boureur , addit. aux mein. de Caltelnau. Thuanus. Davila.Du Chene &c. [mhof. geneal. Galt. dass. II. p.210. seqq. 0 >OU«verainen von Europa , p. 251. seqq.

Rochechouart, (Maria Magdalena von) war eine tochterdes Hertzogs von Mortemar, Gabriels von Rochechouart.Sie war von der natur mir einem treflich durchdringenden ver-stand und sehr fähigen gedächtnis begabt, dadurch sie geschicktgemacht ward, die känntnis der Lateinischen, Griechischen,Italiänischen und Spanischen sprachen leichtlich zu fassen. Inder Theologie und den theologischen istreitigkeiten war sie unge-mein erfahren, und nachdem sie eine geraume zeit auf lesungder heiligen Schrift und deren eigentlichen verstand gewendet,fieng sie sodann an, sich in der Kirchen - vätter schristen um-zusehen. Ihre erkänntnis in den philosophischen wissenschaff-tcn war nicht geringer, nachdem sie die alten und neuern Phi-losophen selber gelesen hatte. Mit eben dergleichen sieiß und be-mühung psiegte sie die übrigen alten amhoees sich bekannt zu ma-chen , wie sie denn würcklich einen ziemlichen theil von des Ho,meri Iliade Französisch übersetzt hat. Neben diesen trcflicheneigenschafften besaß sie auch eine ungcheuchelke,golteefurcht,daher sie auch an. 1670. zur Aeblißin der berühmten Adteyzu Fonlevrault crwchlt ward. Daselbst erbaute sie nichtallein die Lchnnen ihres ordens durch ihre» guten lebens«

wandet,