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Wandel, sondern brachte ihnen auch daneben eine grosse liebezu den studien bey, so daß man wohl jagen kan , daß diese Ab,tey ihr sehr viel gutes zu dancken habe. Sie hat ihre meistenschritten verbrannt, die aber noch davon übrig sind, gehenmeistens die Sttten-lehre und Critic an. Sie starb endlich an.1704. in dem 59. jähre ihres alters. Mlmohei de Trivoux , de-cembre 1704. Oraison funebre par PAbbe Ansehne.
* Rochechouart, (Frantz von) Commandeur von Lagny-Ie-Sec Malthcser-ordens, Abt von St. Satur, war des an.1S96. verstorbenen Francisci von Rochechouart, Herrn vonIars , dritter söhn von dessen gemahlin Annen de Monceaux.,und ist in der Französischen Historie unter dem nahmen desCommandeurs von Iarü bekannt. Er war ein anhänger derKönigin Mariä von Medices, und ein liebhaber der Hertzo-gin von Chevreuse; daher es der Cardinal Richelieu dahinbrachte, daß er als eine verdächtige Person aus dem Reiche ge-hen, und nach Engellanb entweichen muste. Ob er nun gleich vondar bald wieder zurück kam, so gerieth er doch an. i6;z. durchden fall des Siegel-Verwahrers von Chateauneuf, seines be-sondern freundes, in neue verdrieslichkeit, und ward , weilman ihm schuld gab , daß er mit diesem manne üble anschlü-ge gegen de» Cardinal gefaßt habe, erst in die Bastille gesetzt ^und nachdem er 18. Monate daselbst in einem finstern loche, woman die diebe zu verwahren psieget, gesessen, nach Trvycsgeführet, wo man ihm durch den bekannten Laffemas, dersein verfahren schlechterdings nach des Cardinals Vorschrift undwillen einrichtete, den Proceß machen ließ. Wiewol man nunvon seiner Unschuld sattsam überzeugt, auch daher nicht ge.sonnen war, ihm an das leben zu kommen, auch in der that,ohngeachtet man falsche zeugen gegen ihn zu stellen gesuchthatte, keine schuld an ihm finden konnte, so gedachte doch derCardinal ihm durch hartes begegnen und durch die furcht vorder lodcs-strafe eine dekänntnis von der Königin und des Cha-teauneuf geheimen ablichten auszupressen, ließ ihn auch zu sol-chem ende nicht allein im gefängnis überaus hart halten, son.dern ihm auch würcklich das todes-urtheil sprechen , und den10. november an. iü;;. auf das gerüst , wo er enthauptetwerden sollte, hinführen. Allein der Commandeur gestundvon allem dem, was man von ihm zu wissen verlangt, nichtdas geringste, warf dem Cardinal seine Ungerechtigkeit, undden Richtern ihre Parteylichkeit aufs bitterste vor, vertheidigtesich und seine freunde auf das nachdrücklichste, spottete hin-gegen seine feinde und Richter auch da noch, da das todes-urtheil an ihm vollzogen werden sollte, und bewies durchge-hends eine ungemeiiie standhafftigkeit. Also erhielt er zwardas leben , nahm aber die Nachricht davon mit grosser kalt-sinnigkeit an , und warb hernach wieder nach Paris tn die Ba,strlle gebracht, wo er abermals eine zeitlang aushalten mu-ste. Nachgchends zog er nach Italien , uno lebte eine zeit-lang in Rom bis nach des Richelieu tobe, da er an. i6$o. imzwey und siedenzigsten jähre seines alterS bey annoch vollkom-menen gemüths-und leibes-kräfften, auf veranlassung'des Car-dinalS Mazarini wieder zurück beruffen ward. Er erhielt auchdurch dieses Cardinals Vorschub verschiedene Vortheile, alleinweil dersetbe den Chateauneuf auf alle weise zu drücken suchte,so zerfiel auch der Commandeur mir ihm, und war nachge-hends immer bemühet, ihm schaden zu thun. Er starb end-lich an. 1670. im hohen alter. Er hatte keine studien, abereinen sehr guten natürlichen verstand, war auch sonst ein red-licher , hertzhaffier mann, und ohne allen eigennutz. Dochtadelt man an ihm , daß er allzuhttzig und öfters ^ar unbe-scheiden gewesen. Alemoires de Retz , tom. II. de Mottevil-le , tom. I. de Montglat , tom. II. Anseime , hist. geneal.tom. IV. p. 670.
* Rochechouart, (Ludewiq Victor von) Hertzog von Vi-vonne-Mortemar, Pair, Marschall und General der galeeren,von Franckreich , Fürst von Tonnay-Charente , Marquis vonMoigneville und Everly , Baron von Bray - 5 ur - Seine rc.Statthalter von Champagne und Brie, war ein söhn Gabrielsvon Rochechouart, Hertzogs von Morlemar, den ihm seinegemahlin, Diane von Grand-Seigne, an. i6;6. den 2;. au-gust. gebohren hatte. Er wurde gautz allein erwehlet, beydem Könige Cammer-Page zu seyn, und bekam schon an.1641. die anwartung auf die bebienung eines obersten Königli-chen Cammer-Iunckers , welche damals sein vattcr bekleidete.Kauin war er erwachsen, so begab er sich als Volontair inFlandern , woselbst er etliche jähre hindurch als Capitain vonden Reichten rcutern, unter des Königs regiment, diente, undan. 1654. bey dem entsatz von Arras , an. i6;$. bey dereroberung von Conde und Landrccics, an. i6;6. aber bey dervergebenen belagerung von Valenciennes seinen muth sehenließ. Nach diesem wurde er Oberster bey der reuterey, undthat nicht nur in Italien , sondern auch an. 166,. auf der flot-te, welche der Hertzog von Beaufvrt, Franciscus von Vendv-me, commandirte, dienste, da er denn an. 1664. als Mare-chal de Camp , dem fruchtlosen angriff auf Gigery beywohn-te , und an. n 56 ;. die stelle eines Generals der galeeren ver-sehen muste. Im jähr 1667. befand er sich als Marechal deCamp bey der armee in Flandern ; im jähr 1669. aber wur-de er zum würcklichcn General der galeeren bestellet, woraufer mit denselben in gualttat eines Generals der kirchen nachCandia segelte, und da der Admiral der Französischen schiffe /
Hjstor. Lexicox V . Theil,
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der bereits gedachte Hertzog von Beaufört, den rz. jun. ineinem gefechte mit den Türcken umgekommen, desselben stellevertrat. Nach seiner zurückkunft gab ihm der Papst erlaubnis,daß er und seine nachkommen in ihrem wapen eine kirchen-sahne fuhren möchten. Im jähr 1672. da der krieg in Hol land angegangen, war er mit bey dem so beruffenen Übergän-ge über den Rhein , und wurde gefährlich verwundet, wohn-te aber dennoch der belagerung von Mastricht bey . und giengdarauf in Provence , um auf die Holländer, so in das Mittel-ländische meer ausgelauffen waren, ein wachsames äuge zuhaben. Als die Sicilianer den König von Franckreich an.1674. um schütz ersuchten, muste er als Vice-König mtt einetflotte dahin gehen, und wurde an. 167?. den -8. april zuMeßina mit freuden angenominen, worauf er Agosta weg,nahm, und die Spanische flotte bey Meßina üdern Haussenwarf. Im jähr 1676. den ;o. mertz schlug er die Spanischen völcker zu lande, und nicht besser gieng es ihrer flotte den 2.junit bey Palermo , worauf er sich im octobr. und novemb.von Taormina , Scaletta und andern Plätzen merster machte.Im jähr 1677. zu ansang des jahrs kam er wieder zurück inFranckreich, wo ihn der König schon an. 167;. den ,0. ,ul.zum Marschall erkläret hatte, und brachte es dahin, daß feinsöhn die anwartung auf seine ämter erhielt. Er starb endlichan. 1688. den r;. sept. zu Chaiüot bey Paris nach einerlangwierigen kranckheit, und wurde von dar nach Poitiers geführet , allwo man ihn in der Barfüsier-kirche beerdigte. An*selme , hist. geneal. tom. IV. p. 6Ri. tom. VII. p. 611. 937.
* Rochechouart, (Renatns von) Baron von Mortemarund Montpiveau, Herr von Tonnay-Charente Ritter derKöniglichen orden, that von seinem i;> jähre an kriegschien,ste, und folgte seinem vatter Francisco zu der belaa rung vonPerpignan . Nachgehenbs befand er sich bey der belagerungvon Efpernay, half an. 1552. Metz, und sodann HeSdrn ver-theidigen , ward auch an dem letzten orte gefangen. Bcv derbelagerung von Vulpiano that er sich sonderlich hervor, in-gletchen bey der eroberung von Calais , Bourges , Poitiers ,Blois , Rouen , St. Jean d'Anqeli, ferner in dem treffenbey Sr. Denys, Iarnac, und Moncontour. In dem krie-ge gegen die Hugenotten erwies er sich sehr eifrig , und mach-te grossen aufwand. Von König Carl» IX. ward er zum Rit-ter des ordenö St. Michaels, und von Heinrichen III. zumRitter vorn orden des H. Geistes gemacht, und starb an. i$ 87 »im 6i. jähre feines alters.
* Rocheflavin, (Bernhard de la) ein Französischer Rechts-
gelehrter , war zu Cernin in Rovergue an. 1552. gebohren.Nachdem er zu Toulouse in dem 1 8 . jähre seines alters diewürde eines Doclors beyder Rechte erlangt, ließ er sich imfolgenden jähre unter die Abvocaten aufnehmen» und wurdesodann an. ,574. Rath bey dem Präsidial daselbst, wobey eraber sein alter höher angeben muste, und deswegen ein fal-sches zeugnis auswies. Nach diesem erhielt er an. t$ 8 >. diePräsidenten-stelle bey der Requeten-Cammer des Parlements,worüber er mit einem aydern in einen proceß gerieth. In.dem er sich nun deswegen in Paris aufhielt, bekam er daselbstan. is 8?. die stelle eines Parlements-Raths, kehrte aber in demfolgenden jähre, nachdem er seinen rechts-handel gewonnen,nach Toulouse zurück, und starb endlich allda an. >627. Manhat von ihm: i.) ein Tratte des karlernens in fol. aus 1;,büchern bestehend, welche nach dem urtheil des Patin epist.144. ad Car. Sponium schön und curiös sind , und darin« etweitläuftiq von der Parlemente Ursprung, einrichtung, Rä.then , und privilegien handelt, Bourdeaux 16,7. in fol. Gent1621. in 4. 2. ) iXemoires des Antiquite« , Singularites &
Choses les plus remarquables de la Ville de Tolose & autresVilles du reffort du Parlement de cette Ville, in 4. j.)Recherches de la Maison de Mr. d’Epernon , Jean Louis de Nogaret , statt de kranee , so noch in Handschrift liegen. Con»sten aber kamen zu Toulouse an. 16,7. in 4. auch noch 4.)Arrets notables du starlernent de Toulouse reeueillis de»IVlemoires & Observations de Mestire Bern. de la Rochefla.vin heraus. Sim. blbl. des auteurs de Droit. Taisand , vierdes JCtes. Le Ltmg , blbl. hist. de France. Teüier , bibl.
Rochefort, eine stadt und Hafen in Franckreich in der land«schafft Aunis, beydem ausflusse derCharente, war vormalsnur ein dorf, ist aber unter der regierung Ludovict XIV. mit ba-steycn bevestigel, und mit unterschiedlichen reihen bäumen diein guter ordnnng gesetzt sind, umgeben worden. Es sind sehrfeine Magazinen darin«. Man ist daselbst Vorhabens gewesen ,den fluß Surgere in die Charcnte zu bringen, und also einestcanal zu machen, um diesen ort mit aller nöthigen zuführe vonlebens-mitteln versehen zu können. Desgleichen hat man da-selbst unterschiedliche arten von gebäuden , und unter änderstauch ein Hospital für die Matrosen aufgerichtet.
Rochefort en Ardennes , fönst auch Rochefort en CöndroS,ist eine Grafschafft mit einem flecken und schlösse gleiches nah,mens, in dem Hertzogthum Luxemburg , an den grentzen desStifts Lüttich , zwijchen Chimay und Saint Hubert, gelegen.Sie hat schon vor alten zeiten ihre eigene Herren gehabh welchedes Stifts Lüttich Vasallen gewesen. Nachmals besassen solchedie Grafen von Stollderg, aus welchen sie durch Annam, soan. 1567. an Ludwig Grafen von Löwenftein - Wertheim ver-hcuralhet, an dieses letztere Haus gebracht worden, dem zuG g g g g gefal-