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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Kockingham, (Lords) mit diesem titul machte der KönigCarolus 1. den 28. jan. an. 1644. Ludovicum Watfon von Ro,ckinghamcastle -um Pair von Engelland , und zwar in anse-hung der von demselben wider die partey des unruhigen Par-lements geleisteten sonderbaren dienste. Jetztdesagter Ludovi-cus war aus einem alten und ansehnlichen geschlechte inNorthamptonshire entsprossen, und hatte allbereit an. 1621.den 23. jun. die würde eines Baronets von Jacobs I. erhal-len. Anfangs verheurathele er sich mit Cacharma, einer toch-ter Peregrini Bertie, Lords Willoughby von Eresby, undnachdem dieselbe ohne kinder gestorben, mit Eleonora, einertochter des Ritters George Manners, und einer schwester Jo-hannis, Grafen von Rutland , welche ihm 6. töchter und ei-nen söhn, Eduardnm, gebahr. Dieser letztere fuccedirte an.j 6,2. seinem vatter, und reugte mit Anna, der ältesten toch-ter Thomä Wentworths, Grafen von Strafford, folgendekinder: I.) Ludovicum, seinen Nachfolger; 2) Thomam, wel-cher wegen eines von dem mütterlichen groß-vatter empfangenenguths, den beynahinen Wenlworth von Wentworth Woodhouseannahm,und des Ritters Thomä Proby von Elton einzige toch-ter heurathete; 3.) Georgium ; 4.) Eleonoram, verheurathetan den Lord Leigh; Arabellam, verheurathet an den Ba-ronct, Iacobum Orendon von Wigham; 6.) Margaretyam.Der älteste söhn, Ludovicus, heurathete Catharinam ,.eine loch.ter und zuletzt einzige erbin des Ritters Georgii Sondes, nach-mals Vice-Grafen Sondes und Grafen von Faversham . Mitderselben hat er gezeugt: i.) Eduardum, welcher mit Cathari.na, der ältesten tochter Thomä Tufton, Grafen von Thauet,sich vermählt; 2.) Georgium; 3.) Mariam, verheurathet anWran Sanderson von Glentworth, einen enckel und erben desVice-Grafen Castleton ; 4.) Arabellam; ;.) Margaretham.

Peerage of England, II. p. 92.

Kocfly, in der Engelländischen Grafschafft Wiltshire , ein ge-ringes borf, hat diesen nahmen von unterschiedlichen steinen be-kommen, die auf einander gesetzel sind, und wie felsen aussehen,zwischen welchen bisweilen ein gewaltiger wasserstrom hervorbricht, so vor einen Vorläufer einer theurung gehalten, und vondem land-volcke Hungerborn genennet wird.

* Kocoles, oder Rocolles, (Jvh. Baptista von) ein Fran­ zösischer Benebictiner, war erst Lanonicus zu Paris , und führ-te den titul als Königlicher Rath, Almosenicr und Historien-schreiber. Hierauf begab er sich an. 1672. nach Genf , allwoer zur Refocnurlen religion trat. Hierauf wendete er sich an.167;. nach Berlin , heurathete daselbst, und bekam den tituleines Königlichen Historlen-fcyrelberü, gieng aber im folgen,den jähre nach Leiden, und von dar, weil es ihm daselbst sehrübel gieng, an. 1678. wiederum nach Franckreich, da er dennaufs neue sich zur Römisch - Catholischen kirche bekannte.Gleichwol kehrte er bald wieder nach Holland , und nahmübermal die Reformirte religion an, wendete sich aber nach»gehends wieder nach Franckreich, bekam sein Canonicat wie,der, und starb an. 1696. Er hat des Peter Davity Descrip-tion du Monde mit drey theilen vermehret, Paris 1660. «nfol. und unter andern historischen schriflen auch 1.) Introduc-tion generale ä lHistoire in drey theilen, ingleichen 2.) Histoi-.re verkable du Calvinisme wider den P. Matmbourg , Am,sterbam 168;. in 12. ;.) les Imposteurs inlignes , Brüssel1728. mit figuren in 2. octav-bänden ; 4.) les ämours dAn-tiochus ; ;.) Vienne deux fois astiegee par les Turcs; 6.)Das Leben des Sultan Gemis, des Türckischen Kaysers Ba.jazetS II. bruders, ebenfalls in Französischer spräche, Leiden168;. in 12. ferner 7.) Histoire dAllemagne, Haag 1682,und verschiedene andere schriften heraus gegeben. Le Lang,bibl. Bayle, lettres, ed. de Mr. des Maizeau, tom. I. & III.Grypb. de fcript. hilt. s<ec. XVII, illustr. p. 40.

Kocroy, eine stadt in Franckreich in der landschafft Cham-pagne an den Niederländische» grentzen , ist ein wichtiger undwohl bevestigter ort, welchen König Franciscus I. zu versi.cherung der grentzen von Champagne mitten in dem wald vonThierache, so ein stück des Ardenner-walds, hat fortificiren lasssen. Ludovicus von Bourbon, Hcrtzog von Anguien, erhielthierselvst den 19. may an. 164;. sechs tage nach Ludovici XIII.tode einen berühmten sieg wider die Svanier. Don Fran-cisco de Mclo, der danialige Niederländische Gouverneur, hat-te ihm selbst ein grosses glück versprochen, weil Franckreichdamals wegen der kranckheit, und hernach wegen des todesseines Königs in grosser bestürtzung war. Dahero belagerteer Rocroy , allwo ihn gedachter Hertzog schlug, ihm alle seinestücke und bagage, wie auch über 60. sahnen nahm, wobeyvon Spanischer feite bey nahe 7000. mann auf dem platzeblieben, und fast eben so viel gefangen wurden. Der Grafvon Fuentes, einer von den Spanischen Generalen, kam hier-bey auch um, und zwar auf seiner offenen chaise, darin» ersich wegen dem damals empfindenden podagra, hatte in dieschlacht tragen lassen, um nichts destvweniger die nöthige or-dre zu stellen. Auf diesen Vortheil folgte die erodcrung vonMaubeuge , Barlemont und Binch rc. *

Koba, ein städtlein mit einem schloß und Amte im Oster-lande, an dem wasser Roda, so oberhalb Jena in die Saale fällt. Es gehöret zum Fürstenthum Altenburg , und zwarSachftn-Gökhaischen theils. Ehedem hat Roda den Grafenvon Arnshaug Leuchtenbergischer linie gehöret, unter denen

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Albrecht Herr zu Leuchtenberg an. 1333. es nebst allen seinenlanden an die Grafen von Schwartzdura, Heinrich und Gün»thern, verkauft; es haben aber der Churfürst Fridericus Bel-licofus, und sein bruder Hertzog Wilhclmus an. 1)96. solcheswieder gelöfet, ohne zweifel, weil es sein lehen gewesen, und sichsein recht wird vorbehalten haben. Vide diploma d. a. 1333.& Beieri geogr. Jenens. p. 227.

Kobach, ein städtlein an dem Wasser Rodach in Francken,zum Furstenthum Codurg gehörig, hat eine sogenannte Kasten-Vogtey oder Amt. An. 1271. hat ein Gras von Wildberg all»hier gewohnt, so Conrad qehcissen, und an. 1289. die helsteseines schlosses und Grafschafft Wildberg an das Stift Würtz«bürg verkauffet hat, da das übrige an Henneberg gekommen.Erst an. 1530. aber ist der ort ummauert worden. Im dreis-sigjährigen Teutschen kriege ist an. 16,2. diß städtlein durchdie Kayferlichen völcker unter dem Hcrtzog von Friedland mitbrand ruiniret, nachgehendö aber wieder aufgebauet worden.Hönns Coburgische chronick, I. p. 266. Friesens Würtzbur-gifche chronick, an. 1289. und 1334.

Kobas, ein vestes fort in Asia, liegt auf einem berge, undhat 6. basteyen und 27. canonen, ist auch mit 3. grüben, somit wasser und guten fischen angefüllet find, umgeben. Aufdiesen berg kan man nirgends kommen , als nur an einem or»te, weil die übrigen gegenden desseldigen gantz >äh und rauh,und mit grossen bäumen bewachsen sind. Oben ist eine frucht-bare ebene, welche mit ao.quellen bewässert ist, reis und körnhervor bringet, und ohngefehr anderthalb Meilen in ihrem um«fange hat. Dieser veste ort gehörte sonst dem Raia von Sou«melpour, wurde ihm aber verrätherischer weise von Aureng-Zeb,der nachgehends Mogvl worden, abgekauft, welcher 800. manndarin» in besatzung hält. Taverniers Reife-beschreibung, k. II.p. 139.

* Höbe, (Stephan) ein Schwedischer Rittmeister unterdem Gustav-Hornischen reglment, von Colberg aus Hinter-Pommern gebürtig, wohnte der an. 16^2. den 23. oct. beyLeipzig gehaltenen schlacht bey, und büssete in solcher, da erdem feinde nachsetzte, sein leben ein. Er liegt in der Leipzi»ger Pauliner -kirche begraben. Stepner. inscript. Lipsiens.

* Kobefen, (Johann von) war um das jähr 1477. De-chant der Ertz-Bischöfflichen kirche zu Magdeburg , als zuwelcher zeit er den zwischen Ernsten, Ertz-Bischoffe zu Magde­ burg , Hertzvge zu Sachsen , und Landgrafen in Thüringen ,und zwischen dem kloster daselbst getroffenen Wechsel, vermögewelches ersterer dem kloster das grosse Uplinger selb ; anderertheil hingegen dem Ertz-Bischoffe den zebenden über 18. Hu-fen landes auf dem selbe gehörend zum dorfe Bamberg , einenmeyer-hof in gedachtem dorfe, dazu 6 . Hufen landes gehören ,und einen grossen Hof daselbst im Bamderge, dazu i g. Hufenlandes gehören, deren in jeglichem selbe eine Hufe zehend-freyist, mit eigenthum und allen freyherten rc. überlassen, nebstandern unterschriebe» und bekräffliget hat. Meybaums chron.des klosters Marienberg , p. 74.

Kobemburg, siehe Arbenburg.

Koben, also werden die theile, in welche der EydqenoßischeCanton Äpvenzell abgetheilet wird, genennet, und sind dersel-ben i2. nemlich 6. sogenannte innere, und 6. äussere, derenjeder eine gewisse anzahl glteder in den Rath setzet, so daß auchin den titulaturen und andern publiguen instrumeMen dieser un-terscheid angefüget, und also geschrieben wird: Appenzell inne.re Roden; und Appenzell äussere Roden. Siehe Appenzell .

* Kobenbecke und Rnochenbecke, sind zwey kleine flüsseoder bäche im Stifte Paderborn in Westphalen, welche durchdie wüsten Senda, und den wald Teuteberg ffiessen. Der er-ste hat den nahmen von dem blutfärbigen wasser, der andereaber von den menschen-beinen, welche nebst vielen arten vonWaffen und müntzen, darauf Julii Cäsaris und Augusti bild-nisse gestanden, gefunden worden. .

* Kobenburg, (Christian) war zu Utrecht den 26. jun. an.1ÜI8. gebohre». Weil ihm sein vatter frühzeitig gestorben,ward er bey seinem oheim Peter Borr, der nachgehendsRathsherr und Stadt-Richter ward, und ein söhn Peter Borrseines Niederländischen gefchicht-schreibers war, erzogen. Erlegte sich auf die Rechtsgelehrlheit, und nahm den Doctor-grad an. Darauf wurde er anfänglich Gerichtschreiber, nach.gehends zu andern ämtern gezogen, bis er endlich in das höch-ste Raths-Lollegium aufgenommen ward. An. 1634. ward ervon den General-Staaten in Engelland geschickt, um die stret-tigkeiten zwischen den Ost-Jbdischen handcls-gesellschafften bey-zulegen. Er ward auch Lanonievs bey der St. Peters-kirche,und führte noch andere ämter mehr mit rühm, bis er den18. ienner an. 1668. starb. Seine schriften sind : Traft, deJure Conjugum &c. welcher noch von den Rechtsgelehrten inHolland hochgehalten wird; Lärmen in Lommenc. Mattbieidc Criminibus &c. Casp. Burmcmni Traject. erudic.

Kobenmachern, eine stadt, schloß und Herrfchafft in demHertzoqthumLnremburg, nicht weit von der Mosel , dem Marg»grasen von Baden q Baden gehörig. Bertelius nennet die-sen ort Rodenbach , und meldet dabey, daß selbiger dasstamm-haus des alten adelichen geschlechts von Rodenbach sey,so an. 1417. nachdem sich einer dieses geschlechts wider die

Her.