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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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n86 rod

Hertzogin Elisabeth von Luxemburg empöret gehabt» eingezogen»und nachgehends von dem Kayser Maximiliano I. MarggrafChristophöro von Baden, nebst andern Herrschafften vor auf-gewandte kosten im Niederländischen kriege gegeben worden.An. 1639. ist diese stadt und schloß von den Franzosen erobertund grausam darin« gehauset worden. Zeit. top. circ. Burg.

)^odericuSt der letzte König der West-Gothen in Spanien ,war ein söhn Theodofredi» und enckel des Königs Receesuinthi.Wicwol das Reich also seinem vatker Theodöfredo noch mitziemlichem recht qehörete, so hatte sich doch Witiza nicht nurdessen bemächtiget, sondern auch gar dem Theodofredo die äu-gen ausstechen lassen. Allein da hernach Rodericus zu er-wachsenen jähren gekommen, rächete er solches unrecht, gien-e mit einem zusammen gebrachten kriegs-volck neben seinemrüder Costa, welcher jedoch nicht von allen scribenten genen-net wird,auf Witizam loS,und als er denselben gefangen bekom-men, ließ er ihm gleichfalls die äugen ausstechen, und wieseihn hernach gen Cörduba ins elend, nms fahr 710. Es herrsch-te aber dieser Rodericus sehr tyrannisch, und war dabey denschändlichsten Wollüsten gantz ergeben, wodurch er dann selbstseinen Untergang beförderte. Witiza beyde söhne giengen nebstdem Grafen Iuliano in Afticam, und reihten die Maureran, in des Roderici Herrschafften einzufallen. Dieser Grafbeklagte sich darüber, daß der Konig seiner tochter Cava ge-malt anthun wollen, wovon die scribenten sehr ungleich re,den. So viel ist gewiß, daß die ungläubigen sich gar bald be-reden liessen, mit ihren trouppen in Spanien einzufallen, dadenn der unglückselige Rodericuö an. 71;. feine Crone undleben in einer wider die ungläubigen gehaltenen schlacht ver-lohr, als er seinem feinde zwar eine zahlreiche armee, die sichauf hundert taufend mann soll bclauffen haben, entgegen ge-setzt, aber ohne gute Knegs-Obersten, tüchtige waffen, und ge-bührende Übung, Massen die kriegs-zucht durch den langenfrieden damals gar sehr unter den Gothen zerfallen war. Auchwar im gefechte ein vornehmer Gothe, nahmens Oppas, nachder schon vorher mit Iuliano genommenen abrebe zum fcindübergegangen, und hatte die Gothen, so sich dessen nicht versa-hen, von der feiten angegriffen. Dieses geschahe im 94.jähre der Hegira oder Mahometanischen, und im 75z. jäh-re der Spanischen jahr-rechnnng. ißuorus. Mariana. Va.

saus.

Rodericus I. König von Wales , war Jdwallä söhn, bestsen vatter Cadwalla war der letzte König der Britannier, undder erste König von Wales . Er lebte im VIII. foculo.

Rodericus II. König von Wales , der grosse zugenannt,succedirte seinem vatter Mervino an. 84;. Er theilte sein Kö-nigreich, welches schon vorhin klein genug war, unter seinesöhne, und gab North-Wales dem ältesten söhne, Amarand;South-Wales Cadald, dem andern, und Powisland Mervino,dem jüngsten söhne, mit dieser bedingung, daß die beyden jüng-sten söhne ihre güther von dem Könige in North-Wales zulehen haben, und denselbigen vor ihr Oberhaupt als lehens«leuthe erkennen sollten. Ob nun schon den Königen von North- Wales die souverainilät vorbehalten wurde, so begieng den,noch Rodericus einen grossen Staals-fehler darimi, daß ersein Königreich so zcrlhetlete; insonderheit zu der zeit, da alleKönigreiche der Sachsen in eines gebracht worden waren,welches denn bey allen gelegenheiten fähig war, die be-nachbarten gar leicht zu bezwingen. Wären hingegen selbigeunter einem einigen Herrn geblieben, so würden sie sowol ih,re freyheit als ihr Königreich wider die Engclländische machthaben erhalten können, gleichwie die Schottländer, um somehr als Wallis sonsten an seinen vielen gebürgen eine guteschutz-wehr hatte. Allein es dachte weder Rodericus noch sei-ne nachkommen an dasjenige, was hieraus erfolgen könnte,als welche nach jenes exempel ihre kleine Herrschafften noch inmehr kleine stücke zertrennet, so daß von den 8- zinsbaren,nigen, welche Edward an der Dee in ordnnng stellete, fünfKönige oder Fürsten von Wales waren. *

!>0des, lat. Buten«, Segodunum Rutenorum, ist die Haupt-stadt von Rovergue, am stuß Aveirou , vor reiten Avario ge-nannt, auf einem mit bergen umgebenen Hügel gelegen , undhat eine Lenschaustee, wie auch ein unter Aldi gehöriges Biß-thum. Sie ist sehr alt, hat aber viel von ihrer vorigen qrösseund Herrlichkeit verlvhren, weil sie von den Gothen, Sara-cenen, und hernach auch von den Franzosen ruiniret wordenist. Die Dom-kirche daselbst ist unser lieben Frauen gewied,met. Sie «st achteckigt und wegen ihres hohen thurns be-rühmt. Die Jesuiter haben ein schönes Kollegium allda.Das Bißthnm ist an. 4zo. entstanden, und gehörte vormals un-ter den Ertz-Bischoff zu Bourges , nunmehro aber unter denzu Alby. Es begreift 450. kirch-spiele, und trägt jährlich 12000.thaler ein. Die Bischöffe davon pflegen sich Grafen zu titu-liren. In der that ist es der sitz einer sehr alten Grasschafft,deren ältester besitzet, den man aus der Historie kennet, Rai-monb äo St. Gilles, Graf von Toulouse , ist, so im XII. He-culo gelebt, dessen söhn Alphonsus, als er sich in einen creutz-zug mit König Luddvico VII. begeben wollte, diese Grasschafftan Richardum Grafen von Carlat verkauft hat. Doch warddieses Richardi söhn, Graf Hugoni von Rhodes und Carlat ,die besitznng streitig gemacht durch Alphonsum König in Ära,gonien, der aber in dem hierauf gemachten vergleich von dcnr

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anspruch an Rhodes endlich abgestanden. Dieses Hugonisnachkommen besassen Rhodes bis zu ansang des XIII. ikculi,da Graf Henricus II. der letzte männlichen stummes, solche anseine jüngste tochter Cäciliam, die er Bernardo Grafen vonArmagnac zur ehe gegeben, vermachet. Von dem hause Ac-magnac, deme sie Ludovicus XI. für einige zeit durch confifca-tion weggenommen , fiel solche folgends in das von Albret,und aus diesem an den Bourbonischen äst, so zum unterscheidder andern , Bourbon-Vendome genennel wird, durch welchensie endlich in der person Henrici IV. mit der Cron vereinigtworden; aber so, daß der Blschoff allhter zu dieser Grasschafft,von welcher er den titul führen soll, nie kein recht gehabt. Cä-sar, lib. I. de bello Gall. Strabo , üb. IV. Gregor. Turon. lib.V. c. 5. & 47. Flodoard. hist. Rhen. Sammarth. Gall. Christ.fieser, biß. & ge'ogr. de France. *

Rodewitz, eine alte adeliche fainilie in der Ober-Lausitz, all.wo sie die güther, Canewaldc, Lausig, Mittel-Hortwigsdorff,Tschorne rc. besitzet. Sie stammet allem ansehen nach ausSchlesien her; wie denn Michael von Rodewitz, ein Schlesi-scher von Adel, an. 14'?. auf dem Concilio zu Costnitz ge,Wesen. Johann von Rodewitz war bey dem Churfürsten Jo.hann Georgen II. zu Sachsen Cammer-Herr, Oberster, und des-sen favorit, nach dessen tobe er sich auf seine güther in die Ober.Lausitz begeben , und allda verstorben. Grossers Lausitzischemerckwürdigkeiten. Sinapn Schlcsische curiosikäten.

)>odia , ein flecken im Königreich Ncapolis, an der küstenvon Capitanata, 8. Meilen von Bieste gelegen, allwo der Gol-so von Rodia ist, der Lateinisch den nahmen Linus Hyras oderRodiensis führet. Maty, DiCt.

* ^yodigast, (Samuel) ein in der Griechischen Litteraturwohl-erfahrner Schulmann, gebohren zu Greben, einem dorseohnweit Iena, an. 1049. den ,9. oct. legte den gründ seinerstudien zu Weimar , und gieng im 19. jähre seines altcrs aufdie Universität zu Jena , ward daselbst Magister und stdjuncturder Philosophie , machte sich durch collegia und viele edirtedisputationen bekannt, wurde hierauf an. 1680. Conrector desGymnasii zu Berlin ; erhielt an. «68z. die vocation zur Pro-fession der Logic und Metaphysic nach Jena , ingleichen zumRectorat nach Stralfund und Stäbe , schlug aber dieselbenämter aus. Im jähr 1698. wurde er Rector am Berlin !,sehen Gymnasto , und setzte sich durch seine klugheit, gebultund gelassenheit in grosse Hochachtung. Er verfertigte i.)daö schöne lieb : WaS GOtt thut, das ist wohl gethan; 2.)ein feines wcrckgen unter dem titul: 8pes in Fundo ; male«,chen ;.) Metamorphose« lerales, Jena 1686. in 8. und starban. 1708. im mertz in dem 59. jähre seines alters. Orationesin honor. scriptor. habit«. Nova litterar. Germ.

Aodigo, ist eine kleine stadt, mit dem titul einer Graf-schafft in dem Hertzogthum Mantua , nicht weit von der Haupt-stadt desselben, westwärts, an dem flusse Serto Marchionale,gelegen.

Aodneck, ein schloß in Tyrol bey Weilbach, ohnweit der Eh«renburger-clause, welches den titul einer Herrschafft führet. ESist das stamm-haus der edlen Rodancken von Rodneck gewe.-sen, welche das Erb-Cämmercr-amt in dem Stift Brixen be-sessen. Nach deren abgang hat es Kayser Maximilianus an.1491. den Herren von Wolckenstein geschencket. (Siehe wol«ckenstein.) Brandts, Tyrolifches ehren-kräntzlein p. 22.

* Nodörius , oder Rörius, (Joseph) ein Neapolitani,scher Edelmann von Montagna, war in allen theilen der ge.jehrsamkeit, und vornemlich in kirchen-sachen sehr bewandert,und ein vortreflicher Rechksgelehrter, gleichwie sein bruder Jo.bann Leonhard. Er gab anfangs an der Ertz-BischöfflichenJustitz-Cammer zu Ncapolis einen Advocaten ab, «und setztesich durch seine legalität, grosse lenthseligkeit und redlichkeit beydem Ertz-Bischoffe, dem damaligen Cardinal Caraccioli, in soguten credit , daß er von demselben bald hernach zum Dom.Herrn daselbst, und zum Constiltore 8. Officii ernennet ward.Der Römische Hof trug ihm selber viele wichtige fachen auf,und der Cardinal Pignatelli machte ihn zum Visitatore vonder Neapolitanischen Diceccs, dessen Nachfolger aber am Ertz.Bißthnm zu Neapolis, nahmenS Jacob Cantelmus, bedientefich seiner sowol bey angestellten visilalivaen als sonsten sehroft, und bestellte ihn zum Lromocore seiner synodal-verjamm.lung. Endlich schlug ihn König Carl ll. in Spanien zum Bi-schoffe von Acerra vor, welche würde ihm auch JnnocentiuSsehr gerne conferirte, die er aber nur an. 1699. verwaltet,da er im october nach rühmlicher regierung mit tobe abgegan-gen. Er hatte verschiedene schriften fertig liegen, die er her.aus geben wollte, der tod aber hat ihn daran verhindert.Ugbellus , Ital. iacr. tom. VI. p. 224.

Aodogard, siehe Ratgaud.

* )>odolf, oder Rathold, (Erhard) ein berühmter buch-drucker, florirte um das jähr 1480. zu Augsplirg, und hat dieersten mathematischen bücher mit geometrischen figuren abge.druckt und heraus gegeben. Er hat sich nachgehends vonAugspurg weg nnd nach Venedig begeben , allwo er um daSjähr 148s. feine kunst ererciret, und sich durch viele schöne bücheraus seiner presse bekannt gemacht. Wolf. monumenta typogr.

* Ko&olpfy, (Joh. Rodolph) ein Schwcitzerifcher Goltsge.lehrker, war zu Zossingen an. >646. den 4. oct. gebohren.