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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Muthimgen von Veränderung des Regimentes bis an. »604.ibid. 1597. in 4. Le Long, bibl. hist. de Franee.

* Koßlctu, ein schöner, Heller und fi,ch-reicher fluß, weicheraus emrm hohen gedürge des Fichtelvergcs, die hohe Farm-leuten oder Fahrenleuten genennel , von welchem ein starckcsbächletn herabfällt, welches ei» theil der Rößlau ausmachet,entspringet. Wiewol die Vordörffer dauern davor halten,weil die Rößlau aus verschiedenen bächletn, so auü einem ge-häng oder abhängenden orte, gleich an dein Schneeberge han-gend, und die Ruffel oder der Rußler genannt wird , zusam-men stiesset, per nähme derselben vielmehr von einem des besag-ten Ruffel oder Rußlen flicffenden bächletn als von jenem ausder, hohen Fahrenleuten herabschiessenden bachlcin herzuleitensey. Er fliesset bey Vordorff und Lewolsdorff vorbey, und die-net den einwohnern zu Wonsiedel zu ihrer holtz - flösse, trincketin sich den Zweifferbach, so von dem Platienberge herein fal-let , ingleichen den Schnellenbach, so zwischen dem Schiffer,Stein und Plattenberge entspringet, lauft von dannen auf dasdorfDrößda, lässet hernach rechter Hand Grötschenreulh, undnachdem sie am Fnrlhammer vorbey stiesset, lincker Hand dasnach Wonffedel gehörige Filmt Schöndronnen auf einem ber-ge liegen. Endlich läuft dieser fluß rechter Hand Wonsiedel vor-bey, allivo er ober-und unterhalb der stadt verschiedene wüh-len treibet. Wobey merckwürdrg ist, daß die Rößlau zwischendem obern und untern thore zu Wonsiedel vermittelst einesaus ihr geleiteten mühl - grabens creutzet mit dem an demSchöabronnen - berg herabflieffenden Kriegels- oder Krugels-bach, und doch sich mit demselben, wo sie beyde mit einandercreutzen , nicht vermischet, welches etliche als ein Wahrzeichenvon denen , die da vorgeben in Wonsiedel gewesen zu seyn, for-dern. Es fliesset nemlich der KrugelSbach in den Wonsiedler stadt-weyer, und von dar aus längst der stadt «mauer abwärts,worüber man eine Wasserleitung von holtz zu einem mühl - gra-ben gemachet, und die Rößlau barein geleitet, so daß besagterbach unter der Rößlau queer durchlauft, ohne einander zu be-rühren , bis sie endlich doch unter den Hirten - Häusern sich miteinander vereinigen. Über dem unter - thor gegen den Catha-rinen - bcrg hat die Rößlau sonst ihren ordentlichen lauf untereiner steinernen brücke von drey schwibbogen, dergleichen wie-der eine von eben so viel schwibbogen ein wenig oberhalb derHirten - Häuser von neuem gebauet worden, weil aber die Idf-fel- und müntz - Mühlen das waffer durch ihre grüben ableiten,so läuffet sie nur durch, wenn das wasser hoch angelauffen.Unter Wonsiedel fliestet sie an Delau und Lorentzenreuth vor-bey. Unter Lorentzenreuth fällt der Goldbach, welcher durchden Geißberq und derselben getriebenen stallen fast wasserreichist, in die Rößlau. Weiter läuft die Rößlau von Senssen, ei-nem dorfe, unter welchem sie adermal zwey schöne bächletn insich nimmt, deren einer Cössein, so aus einem gedürge glei-ches nahmens entspringet, der andere Trebnitz heiffet, auf Artz-berg, allwo sie von der den flecken Thicrsheim herab fliessendenFeustritz und dem Lirtersbach vcrstärckt wird. Unter Artzberglauffet die Rößlau vor Moschwitz , einem Egerischen borst,und dem Marqgräflichen schönen paß Schirnding vorbey,allwo eine steinerne drücke über dieselbe geschlossen, da siebald darunter zwischen Fischern und Marckhausen in dieEqer fället. Also daß die Rößlau von ihrem Ursprünge bisWonsiedel eine meile, von dannen bis vchirnbing zweymeilen, und von hier bis in die Eger fast eine meile zulauffen hat.

KöfjlslU, ein dorf an der Eger, von welcher es in zweytheile, nemlich in Ober- und Unter - Rößlau, gctheilet wird,wovon Unter - Rößlau dem Fürsten zu Bayreulh, und Oder-Rößlau dem adelichen Hause von Waldenstls unterthanig ist.Johann Wolfgang Rentsch in seinen antiquitäten des Burg.grafthums oberhalb gebürges berichtet, daß man in der kirchedaselbst, alö das hochadeltche Waldenstlsische begräbnis sey ge-bauet worden, etliche menschen-knochen und röhren, von gros,ser länge, die heut zu tage an keinem menschen zu finden,tief in der erde liegend gefunden habe; woraus man schliessenkönnte» daß daselbst ein rieft müsse begraben worden seyn.

*Rößner, (Joh. Gottfried) Bürgermeister zu Thoren,war an. 1658. den 21. nov. zu Zülllchau im Hertzogthumgrossen gebohren. Nachdem er den ersten gründ seiner studienauf der Frauenstädlischen schule und dem Thornischen Gymna-lio geleget, ward er an. 1679. auf die Leipziger, wegen derpest ader auf die Franckfurtische Academie geschickt, von ban-nen er jedoch an. 1631. wiederum nach Leipzig gegangen,und daselbst unter dem Vorsitz D. Andreä Myln eine disserta-tion de Remediis fubsidiariis gehalten. Hierauf berufte manihn an. 1687. zum Stadt - Secretario nach Thoren, woselbster an. 1698. zum Ralhsherrn erwehlet, an. 170;. aber zumKöniglichen Burggrafen, und an. 1706. zum Burgörmetsterbestätiget worden. Im jähr 170;. tractirte er in der belage.rung der stadt Thoren im nahmen dieser stadt, mit Carln XII.Könige in Schweden , der ihn aber hernach in verhaffc neh-men ließ, weil er seinem Könige Augusto II. treu gewesen,und den commandirenden Generalen gelber vorgeschossen hat,te, da er auch mcht eher, als bis nach erlegunq einer gewis-sen summe frey gelassen worden. Durch diese und andereVerdienste brachte er sich bey den seinigen grosses ansehen zu.wegr; das ende aber war unglücklich, indem er a». 1724.

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den 7. december nach einem kurtz zuvor von dem pöbek gemach,ten auflauf, davon unter dem artickul Thoren zu lesen, beysonderbarer frömmigkeit und standhafftigkeit in seiner religionenthauptet', an. 1725. den 7. jenner aber mit Christlichen ce-remonien bey einer leichen - predigt beerdiget worden. Er hatim >ahr 1700. seine genealogie in einer gedruckten schrift selbstausgeführt, und bey der einsetzung eines neuen Rectors beüGymnasii als Proto-Scholarcha eine schöne rede de Musis mi-litantibus gehalten, deren in den Nov. Litter. Maris Balthici1707. Mit rühm gedacht wird. Neue Zeitungen von ge-lehrten fachen, ,72;.

1 1 ^ N> · · ·) ein von Harlem gebürtiger vortref-

licher Holländischer mahler, welcher seine kunst bey FrantzHals erlernet, und nachmals dessen tochter auch geheuratherhat. Er mahlete viele Portraits, und wußte übrigens inson-derheit das silber-geschirr sehr lebhafft und natürlich vorzustel-len. Seine meiste lebens - zeit brachte er in Engeüand zu , all-wo er für verschiedene stücke 40. bis ;o. guineen erhielte. Indem grossen brand zu Londen ward er so übel verwundet, daßer von selbiger zeit an hinckend war. Er starb an. 169«.Groß allgem. Holl. Lepicon.

. * Aötelftein, oder Ruttellius, (Johann) der erste Super-intendent zu Langenfaltza, war zuvor ein Dominicaner-Mönchzu Wurtzburg, verließ aber das kloster nebst Johann Müllern,welcher der erste Lutherische Pfarrer zu Herbslebcn worden.Nachdem er dem Evangeliv beygepflichtet, predigte er solchesnebst andern zum ersten in Erfurt , von bannen er bey der nachHertzvg Gcorgens zu Sachsen tobe in Langenfaltza vorgegange-nen reformation und Visitation als erster Superintendent an.M)9- dahin beruffen worden. Er starb an. 1*52. den 27.mertz, und wurde in die Augustiner - kirche, welche nach derzeit zur schule gewiedmet ist , begraben. Er hat ein schöntractatlein geschrieben von dem H. Abendmahl , 1^26. Es ste-hen auch 2. briefe von ihm an den D. Johann Langen zu Er-fürt in den Unschuldigen Nachrichten, 171*. p. 728. u. f.

* I^ötenbeck, (Georg Daniel) ein künstler im zeichnen>mahlen und poußiren , war gebohren zu Nürnberg den 2. jun.an. 164;. und gleich bey angehender jugend vor allen zur zei-chen - kunst geneigt, darin» er an. i6;6. bey Andreas Kohleneinen gründ zu legen anfieng, nach dessen tobe aber selbigebey Johann Friedrich Fleischbergern mit vielem fleisse und gu,tem succeß fortsetzte. Nach dem suchte er sich auch sowol immahlen als wachs-poußiren geschickt zu machen. Er wollte zu-letzt noch die goldschmids - kunst erlernen, und brachte es un-ter anweisung Johann Jacob Wolrabens so weit, daß er be-reits in der subtilesten arbeit einen grossen begriff erlangte»muste aber, da sich unvermuchet ein langwieriger schade aneinem schenckel bey ihm hervorthäte, wieder davon ablaffen >und eine gar lange zeit bey den seinigen zu hause sich aufhal-ten , welches denn anlas gab, daß er hierauf vielmehr im zeich-nen und poußiren dann in der aold- und silber-arbeit feine de«fthäfftigung fand, und viele liebhabet barinn bis an sein an.170;. den 2. april erfolgtes ende zu informiren hatte. Dop,pelmayr, von Nürnberg . Mathematicis und künstlern.

* Nötenbeck, oder Roetenbeccius, (George Paul) ein

Weltweist, war zu Nürnberg an. 1648. den 14. april gedoh-ren, und studirte zu Altorf , Franckfurt an der Oder und Je­ na , worauf er an. 167?. sich wieder in sein vattrrland begab,und daselbst im folgenden jähre zum Inspector der Rürnber-gischen Alumnorum IN Aktors ernennet wurde. Im jähr lügl.bekam er allda die ausserordentliche l'rofelsion der Logic undPolitic , welchen er bis an seinen tob, so an. 17,0. den i;»fedr. erfolgte, mit rühm vorgestanden. In seinen letzten fah-ren ist er bey einigen wegen der geisttreiberey in verdacht ge-kommen, weil er den bekannten Rosenbach in seinem Hauseeine zeirlang beherberget, wogegen er sich aber bey dem Rathzu Nürnberg sattsam entschuldiget hat. Seine schriften sind:I.) Logica vetus & nova, Altorf 170;. in 8. Nürnberg 1709.in &. welche auch, weil sie ein wenig weilläustig gerathen,von I. V. Stör nachgehends kürtzer zusammen gezogen wvr,den; 2.) 44. Dissertationen, unter denen die bekanntesten: a )de Rationis Status monstrosa Äqüivocatione , Aktors 168S.b) de humana: Mentis Operationibus, 1688. c] An ali-quando Liberi majora Beneficia dare Parentibus suis pofiint,quam acceperint, 1Ö89· de Intemperantia PhilosophiaiStoica:, Altorf 1691. e) de Numero Prsdicabilium1691./) de Moderatione Imaginationis in inquirenda Veritate,1691. g) de Cognitione naturali, 1674. b ) de Mente perSubstantiam cogitantem definita, 1692. i ) de quaternarioCausarum Numero, 1692. k) de vulgari Hominis Defini-tione per Animal rationale, 1695. /) de vulgari Scientia-rum Divisione in Theoreticas & Practicas, 1698. Dispp. II.m ) Quod Praxis infra Theoriam , 1698. n) Miscella Analemctica, Philosophica, 1699. a) de Civitatis s. ReipublicteCausa efficiente , 1700. p) de variis Regna consequendiModis , 1706. q) de Dominii eminentis claro & distinctoConceptu, 1707. r ) de Stoicorum & Aristotelicorum Dis-sensu, 1707. *.) Orationes, von denen bekannt sind: a )

de Philosophia : Decore ; b) de Philosophia : Dignitate , welchebeyde zusammen gedruckt, Altorf 1682. 4 .) Verschiedene

Programmata. Jpini vit. Philosoph. Altprfi

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