* Kötenbecf, (Michael) ein Doctor der Medicin, war zuNürnberg an. 1568. den 19. april gebohrcn, gieng an.iy«y.nachAltorf, ward daselbst an. 1590. Magister, legte sich aufdie Medicin, und hörete in derselben an. 1,91. zu Straß-burg Isr. Spachium und Melch. Sebicium. Wegen dereinfallenden unruhen begab er sich von hier nach Marpurg ,und bald darauf nach Padua , allwo er sich zwey jähre unterden berühmtesten Medicis sehr fleißig erwies. Im jähr 1595.ward er nach dem lobe seines vaktcrs Doctor zu Basel , gienghierauf nach Nürnberg zurücke, und ward daselbst Physicus,sammelte die epitaphia auS den kirchen und gottesäcker» inNürnberg , gab solche daselbst an. 1622. heraus, und starbden 27. mertz an. 1623. im 5;. jähre seines allerö. Witte,diar. biograph.
7 >ötha, oder Reche, ist eine kleine stadt, nebst einem schlös-se , in Meisten, in dem Leipziger kreise, zwey meilen von Leip zig gelegen. Sie führt den titul einer Herrschafft, und gehöretden Freyherren von Friesen.
* Nötber, (Adam) der Weltweisheit Magister, war zuerstauf der Prodstey zu Clöden bey Wittenberg, und wurde vondar nach Merseburg an. 1568. zur Superintendur beruffen.Er hatte so viele gelehrsamkett, bag er an. 1,70. mit rühmeDoctor der Goltsgelehrsamkeit ward. Er fieng aber einigeNeuerungen unter den Priestern an, und da dishero die Her-ren Seniores in den ämkcrn gewisse Synodos particulares ge,halten hatten, so führte er davor Synodos generales ein,und weil in der Superintendur kein so grosser platz war,darinn die gantze Stifusche Priesterschafft hätte räum gehabt, soließ er einen grossen saal deswegen bauen, und weil das geldnicht zulangte, welches dazu war deputirel worden, so ver.griff er sich an dem wlttwen - kästen. Als damals die Witten -bergischen und Jentschen Gotlügelehrten in grosse strciligkei-ten mit einander gecicthen, daß auch so gar an. 1568. dasAllendurqische OoIIoguium darüber muste angestellet werden ;so hielt es Röther mit den Wittenberglschen Gotlsgelehrten,und ließ sich ohne noth in einen verwirrten streik mit ein.Als Churfürst Augustus an. r??4> einige rbefes in dem arti,ckul vom H. Abendmahl aufsetzen ließ, und begehrte, daßdieselben von einigen Gottsgelehrten, welche sich verdächtig ge.macht, baß sie heimliche Calvinisten wären', sollten unter,schrieben werden: so nahm sich Röther damals bey der Un-terschrift so in acht, daß man ihm vor dieses mal ntchts anha-ben konnte. Drey jähre darnach gieng die Formula Concor-dix im gantzen lande herum, welche alle kirchen- und schul-bedienten unterschreiben musten. Da denn Röther nicht al-lein seinen nahmen nebst der gantzen Priesterschafft unterzeich-net , sondern auch dabey öffentlich GOtt gedancket, daß dieWahrheit endlich wiederum ans licht gekommen wäre. Imjähr 1591. aber gab es zu Merseburg wegen des Exorcist™einen neuen streit. Dr. Röther ließ die Slifltsche Priesterschafftzusammen kommen, wollte den Exorcisinum abgeschaffet wis.sen, und begehrte deswegen von den Geistlichen, daß sie sichunterschreiben sollten. Weil er aber keinen Churfürstlichenbefehl auszuweisen halte, so ward ihm dieses von der samtli.chen Priesterschafft, ausser einigen wenigen, abgeschlagen.Kurtz darauf kam ein befehl heraus von der hohen Landes-Obriqkeit, daß die Priester zur Unterschrift wegen des abzu-schassenden Exorcismi sollten angehalten werden; weil aberder Churfürst Christianus 1 . unvermuthet starb, so geriethdie fache wieder rnö stecken. Da nun der Churfürst JohannGeorge Administrator des Stifts Merseburg wurde, und Her-tzvg Friedrich Wilhelm die vormundschafft führte, weil er da-mals nur sieben >ahr alt war: so beschwerten, sich die gesam-ten Sttfts-Stände bey demselben wegen des Rothers andernn-gen «n rcliqions - fachen. Da .lief es nun mit unserm Röthersehr übel ab: denn er wurde nebst vier andern Priestern, dieman vor verdächtig hielt, seines amts entsetzet. Hierauf blieber zwar noch zehen iahr zu Merseburg , weil er ein Canoni-cat hatte; er gieng aber in solcher zeit nicht zum Abendmahl.Als er nun an. 1602. tödtlich kranck ward, so ließ er zwarauf zureden guter freunde den Superintendenten zu sich entbie-ten , und wollte daS H. Abendmahl empfahen, da er. aberseine fünde bekennen sollte, so wollte er davon nicht hören,sondern stieß viel harte und lästerliche reden gegen die anwe-senden Priester heraus. Hierauf resignirte er sein Canonicat,ließ sich bey anhaltender kranckheit auf einen wagen setzen,und in das benachbarte Fürstenthum Anhalt führen, allwoer alsobald starb, und von den Reformirten daselbst begrabe»ward. Diese letzte resolution hatte er sonderlich darum ergrif-fen , weil er besorgte, daß er zu Merseburg , wenn er insolchem stände stürbe, ohne gesang und klang würbe begrabenwerden.
7 vötteln, ein schloß im obern Breißgau eine meile vonBasel gelegen, und samt der dazu gehörigen Herrschafft demFürstlichen Hause Baden - Durlach zuständig. Es hatte dieseHerrschafft benebenst unter den Marggrafen zu Baden anfangsihre Gemeinschaffts-Herren , welche schon in uralten zeiten flo.rirt, und deren einer an. 108;. von Bischoff Burckbardenzu Basel , zum Vogt und Schirmer über des Baselischen klostersSt. Albans leuthe und güther auf der Breißgauischen feitedes Rheins ernennet worden, (a) An. 1189. war Lütold, Herrvon Rötteln , Bischoff zu Basel , welcher an. 121;. gestorben;
und nach ihm kam ein anderer dieser familie, Walther ge-nannt , zu »olchem Bißkhum, welcher aber dessen vom Papstewieder entsetzet worden, (b) Kurtz hierauf lebten Conrad Herrzu Rotteln und seine drey söhne, Walther, Olt und Lüthold,deren «n einem diplomate de anno 1272. gedacht wirb. Ebendiese stunden an. 1271. ihrem vettern dem Bischoffe zu Ba.sel im kriege wider GrafRudolphen vonHadsburg den nach,maligen Kayler bey. (c) Lüthold erwehlte hernach den gelstli.chen stand, und wurde Dom - Probst zu Basel . Was Massener .ber letzte seiner famille gewesen, auch wie die HerrschasstRotteln hernach an dre Marggrafen von Hochberg, und vondiesen an das Fürstliche Haus Baden gekommen, das ist obentm vierten theile unter dem wort Hochberg, und im zweytenunter Chnstophorus I. Marggraf zu Baden , mit umständenrrzehlel worden. Zu zeiten der Marggrafen von Hochbcrg wur-de dieses landes-stück meistenlheils die Marggrafschassc Rotteln,und seine Herren Marggrafen zu Rötteln genannt, wie davonvtt alte Reichs - matricul und andere äoLuinenca zeugen. (d)in alten zelten nichts ungewöhnliches gewestn, daßein Hurst seinen persönlichen character denen unterhabenden lan-den zuletzt auch mitgetheilt. (siehe Sausmberg.) Doch stehetes heute nur unter dem nahmen einer Herrschafft im Fürstlich-Badischen titul. . Endlich so ist das sthloß Rötteln in vorigenkriegen gantz.zerstört lvorden, weiches Unglück die meiste Marg«grafische schlösset erfahren müssen, (a) ex diplomate de an.108?. Indict. XI. (b) Urstisens Baßler. thron. p. 6;. (L) Gut.hmann. in Habspurg. üb. VI. c. 4. (d) LkhmaunS Speyer.thron. lib. VII. c. 112. ng. & 120.
Köüft , ein alles nunmehro ausgestorbenes qeschlecht imCanton Zürich . Heinrich ward an. 1484. das erste, und nach-her» noch dreymal zum Bürgermeister erwehlet, welches amter aber an. i;oi. hohen alters wegen aufgegeben. Ihm hatKavser Friedrich einen schönen wapen-drief verehret. Dessensöhn Marx wird seiner im Schwaben - krieg erwiesenen tapfer,kett halber gerühmet; er war an. i;o$. Bürgermeister, undan. 151;. Oberster in Mayländischen kriegen, da er sich nachIovii zeugniS vornemlich in der schlacht bey Marignan tapfergehalten, ferner an. 1; 18. Oberster Guardi-Hauplmann beyPapst Leone X. wie er denn auch bey diesein Leone sowol alsIulio II. und Adriano VI. in besondern gnaden gestanden, wel-ches deren an ihn gestellte verschiedene schreiben bezeugen; erstarb an. 1524. Sein söhn Diethelm ward an seine statt zumBürgermeister erwehlet, und an. 1528. mit Zwinglio zu demreltgions - gespräch nach Bern abgesandt, hat auch ausser demin dem reformallons - wercke noch andere schöne dienste gethan.An. 1527. wurde er wegen der Evangelischen in Provence anFranciscum I. König in Franckreich abgeordnet, und starb an.1 $44- Caspar, so unter der Königlich - Navarrischen leib»garde gestanden, Muste an. 1572. iy dem Parisischen blut-badedas leben lassen. D^rsteler. *
7 voeux, Roeulp, oder Roeles, lat. Rodium, ist eine klei-ne und etwas bevestigte stadt in der Niederländischen provintzHennegau, drey meilen von Mons , ostwärts gelegen. Sieführt den titul einer Grafschafft, welchen Kayser Carl V. an.15,0. ihro zugelegt hat. *
7>ofredus, mit dem beynahmen de Insiila, gebürtig vonArptno in der Danipagna di stoma, ward an. 1188. der $2.Abt von Monte Caßino , und über dieses von Cölestino III. an.119;. mit der Cardinals - würde beehrt. Er war gelehrt,klug, mulhig und von einem hohen geilte. Der Kayser Henri-cus VI. hielt überaus viel auf ihn, und fchenckle deswegen sei.nem orden unterschiedene städte, schlösser, ländereyen und an-dere kostbarketten, besuchte auch, mit seiner gemahlin Con-stantia, in eigener person sein kloster, und ward von ihm biSnach Trident begleitet. Bon bannen kam Roftedus mit eineransehnlichen armce von Kayserlichen tronppen zurück nach Ita lien , griff damit Tancredum, König von Sicilicn < wie auchandere, die sich gegen seinen orden feindselig erwiesen hatten,mulhig an, und zwang sie zu unterschiedenen malen, die ent-zogene Örter zu restitutren. Bey solchen kriegs - troublcn wardie bisciplin seiner ordens - leuthe ziemlich verfallen ; alleinauf Innocentii III. erinnerung brachte er dißfalls die fachenwieder auf einen guten fuß, gieng auch zu solchem ende alsPäpstlicher Legat in Sicilien , und von bannen mit einemgleichmäßigen character nach Aragonien , um daselbst von demneuen Könige, Petrv II. den eyd anzunehmen, womü sich der.selbe dem Päpstlichen stuhl verbindlich machte. Er starb den 30.May an. 1209. Ciaccon. Wion. Tabularium GaJJinenfe. M.Ant. Scipio , in elog. Abbat. Cassmenf.
* Kogal, (George Friedrich ) ein Lutherischer Theologevon Kömgsberg in Preussen, allwo er an. 1701. gebohrenworden. Er hat in seiner vatter- stadt bis an. 1722. den stu-dien obgelegen. Hierauf wandte er sich nach Franckfurt ander Oder, und an. 172;. nach Halle ; gieng an. 1724. nachangenommener Magister - tpürfce zurücke in sein vatterland, undlas sogleich mit gutem beyfall über das Neue Testament,welche lectionen er bis an sein ende fortgesetzt; wie er sich dennin der Exegest besonders geüdet. An. 172;. ward er, nachangenommener Doctor - würde in der Theologie, ausserordent-licher Pro 5 essor der Theologie, und ordentlicher Professor derPhilosophie, an. 1727. Inspector und Prediger des CollegüFridericiani , an. 1728. würcklicher Consistorial - Rath des Kö-
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