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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nigsbergischen Conlistorii, an. i?;r. würcklicher viredor de-Collegii Fridcriciani , auch nach abgelegter philosophischenProfession, ordentlicher Profeifor der Theologie, an. 17)2.aber Pastor bey der Dom - kirche und Inspedor der Cathedral-schule. Weil ihm nun der König dabey viel schwere äusserer-denlliche geschaffte auftrug; so wurde er dadurch so enlkräff-ket, daß er an. 17;;. den 6. april im jähre verstarb.Man hat von ihm i.) Tract. de Authoritate & AntiquitateIntcrpunctionis in N. T. welchen Salthenius zu Königsberg an. 17)4. in 4. von zehen bogen aus licht gestellet; 2.) Ju-bel-Predigten, ibid 17 ji. in 8. ?.) Zubereitung zum Ge-brauch des H. Abendmahls ; 4.) Erweckungs - schreiben andie neu - angehenden Lehrer im Königreich Preussen, Königs­ berg 17;,. in 12. Zwey Schreiben an die zu Haste stu-dirende Preussen, Leipzig in 8. 6.) Dilputationes : d) de

Thuribulo ; b) de Jesu Christo totius Theologias Funda-mente &c. 7.) Das ewige Leben in Erkänntnls des einigenGOttes, Königsberg 17)6. in 12. Neue Zeitung, von ge-lehrten suchen.

Noganes , ein fluß in Persien , siehe Arares.

^ogatianus, ein Donatistischer Bischoff in dem viertensieeulo, wurde nebst Pontiv und Caßiano, so gleichfalls Do-natlstische Bischöffe waren, an den Kayser Julianum Aposta-tam geschickt, denselben zu bitten, daß er die edicta der KayserConstanlini, Constantii und Constantls, darinn den Donati-sten die kirchen genommen waren, widerruffen möchte; welchesauch Julianus um so viel lieber that, ie begieriger er war,die spaltungen unter den Christen zu erhallen und zu vermeh-ren , allein der Kayser Honorius bestätigte die edicta der vori-gen Kayser wider die Donatisten, und revocirte dasjenige, wasJulianus ihnen zu gefallen heraus gegeben hatte. Augußinus ,ad Donatum epist. 166. Optatus MiUvitanus , contra Parme-nionem lib. II. Cbryjoßomus , lib. I. contra gentes. tiaro-»»«/, ad an. 362. fVitßus , de schisinate Donatist. s. misgel-lan. sacr. k. I. lib. IV. cap. 3.

ROGATIONUM DIES, so hiessen in der kirche die dreytage vor Himmelfahrt, welche man mit proceßionen und gebä-len zubrachte. Es soll dergleichen Mamertus , Bischoff zuVienne in Franckreich, zuerst aufgebracht haben , als an. 446.daselbst viel erddedeu und feuers - brünste entstunden , und diewilden thiere ungescheuet in. die städte liefen, auch daselbstgrossen schaden thaten. Diesem Unglück abzuhelffen, stellte eröffentliche proceßionen an, und ermähnte das volck zur busseund aebät, auch sonderlich zum fasten, worauf das übel nach.gelassen. Dergleichen nun hat man nicht allein zu Vienne jähr-lich zum gcdächtnis wiederholet, sondern es ist auch in Franck-relch, ja so gar in der gantzen kirche mitgeinacht worden, wie-wol nicht auf einmal, sondern nach und nach, Massen einigekirchen dieser Rogationum noch mehr als hundert jähr hernachgemangelt haben. Du t'rejhe , III. 689. Hildebrandus , dediebus festis. *

ROGATORES, wurden bey den Römern genennet, wel.che in den Cornitiis centuriatis diese Verrichtungen hatten, daßsie die tafeln, auf welchen die stimmen gegeben wurden , demvvlcke herum geben, oder noch vielmehr die gefässe, worein je-der seine auf zettul geschriebene stimmen warf, herum tragen,und also die vota colligiren musten. Es geschahe bisweilen undzum theil von denen selbst, welche in der vcrsaminlung präsi-kürten; aber gemeiniglich thaten solches auch andere, und oft-mals die vornehmste und ansehnlichste leuthe, wann sie deime-nigen, um den es in der vorwaltenden derathschlagung oderrrwehlung zu thun war, dadurch einen besondern dienst thunwollten. Gruccbius, de Comitiis. Turnebus , advers. Panvt-Tiius, de civit. Rom . Hottomannus , antiq. Rom . Mauri­ tius , de sortit. Pitiscui. *

)vogatus, ein Donatistischer Bischoff in Africa , und dasHaupt einer neuen secte in Mauritania Castarienli, lebte umdas jähr ,94. Diejenigen, die seiner meynung beyfielen, hies-sen Rogatisten , und waren den übrigen Donatisten ja so sehrzuwider als den rechtgläubigen, die alle beyde gleichen haß ge-gen sie trugen, wie denn die Donatisten selbst den FirmumMaurum, König in Maurilanien, gegen sie anheizten. Sonstsoll RogatuS der sonderbaren lehre des Donati von der Ungleich-heit der drey Göttlichen Personen angehangen haben. Die vonihm entsprossene secte erhielt sich eine zeitlaug in Africa , woder Vincentius Victor desselben lehre fortpflantzte. Augußin.«pistolx. Du Pm, bist. des Donatistes.

* Hoger, Rogerius, oder Rogerus, (Abraham) einHolländischer Prediger auf der küste Coroinandel zu Paliacat-ta, woselbst er sich in die zehen jähre aufgehalten, in welcherzeit er gelegenheit gehabt mit einem Bramanen Padmanababekannt' zu werden, und ihm bey dem Gouverneur der Ost-Jndischen Compagnie eine gute recommendalion zu verschaffen,welches diesen so vertraulich gemacht, daß er, weil er derPortugiesischen spräche wohl erfahren war, nebst einem andernBramanen, Damersa, demselben die fürnehmsten geheimnisseihrer religion und meynungen nicht nur erklärte, sondern garin die feder dictirte. Nachdem nun Rogerius an. 1647. nachHause gekommen , und an. 1649. darauf verstorben, kam eineschrift heraus mit dem titul: Gentilisinus reseratus, welchevon einem gelehrten Rrchlsgelehrten mit anmerckungen in

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Holländischer spräche zu Amsterdam an. i«*i. in 8. ediret,stdann auch in andere, und von Christoph Arnolden in dieHoch-Teutsche spräche übersetzt, und unter dem titul: OffeneThür zu dem verborgenen Heydenthum, nebst einem anderntractätgen, Asiatijches, Africanischeü und Americanisches Hey,denkhum genannt, zu Nürnberg an. 1665. in 8. heraus gegebenworden. Der Herr de !a Croze in der bist. du Christianifmcdes Indes, p. ;?6. rühmet von demselben, daß niemand von

gehandelt, als Rogerius. Bru- '

? eC< vrnT T r p ' 10 i8· Grypbius, de script. bist.sa;c. XVIL Jcmfius , de script. hist. philos.

* ?\ogetius, mit km junabmen Bursa, Hertzog in Apu«>>en und Ca abrien , des Robert Guichards anderer söhn, folg.te semem vatter an. 1084. ln der regierung bey nahe aller sei-ner lander, wozu em grosses beytrug, daß der SicilianischeFürst Rogerius ihn unterstützte. Die einwohner von Cosenzam Jtasten lehnten sich zwar wider ihn auf, allein mit hülffeseines Vetters des Stciliamschen Furstens Rogerii brachte ersie bald wiederum zum gehorsam. Zur danckbarkeit trat erseinem vetler die helste von Palermo ab. Um das jähr ioo,.siel Rogerms in eine schwere kranckheit; als sein bruder Boe,mond hiervon Nachricht bekam, griff er zu den Waffen, undgab vor, daß er die lander seines bruders so lange, bis des.jen sdhne zu ihren jähren gekommen, bewahren wollte. Dochdiese Vorsorge kam seinem vetter Rogerio in Sicilien verdäch-tig vor, daher er mit einigen kricgs - völckern nach Italien ubergleng. Mittlerweile warb unser Rogerius von seiner kranck»Heil wider vermuthen hergestellet, und Boemvnd fand sich des,wegen bey ihm ein, bezeugte seine freude darüber, und gabihm alles, was er in besitz genommen, wieder zurück. Umdas ,ahr 1102. aber gieng unser Rogerius mit tobe ab; dathm be»m sem söhn Wilhelm in der regierung folgte. Weilaber auch dieser bald mit tobe abgieng, so kam endlich Apu-lien und Calabrien an Rogerium II. von welchem ein artickulfolget.

* Rogerius, ein Normännifcher und Sicilianischer Fürst,war einer von des Tancredi söhnen und des Robert Guichardslungerer bruder, dessen see - macht er commandirte, als er sichvon Calabrien Meister machte. Er befaß viel klngheit undmuth, wie er davon bey der eroberung von Calabrien , undinsonderheit von Reggio , da er einen der feinde, welcher voneiner ungemeinen länge war, und die Normänner ausforder.te, mit feiner lantze erstach, proben abgeleget. Er befandsich mit bey der belagerung der stadt Bari , und als er vonder ankunft der feinde kundschafft erhalten hatte, segelte erdenselben entgegen, und schlug sie nach einem hartnäckigengefechte, worauf die Übergabe der stadt Bari erfolgte. Sici.lien war seil 200. jähren unter der botmäßigkeit der Saracenengewesen; die Normänner hatten schon einige zeit her ein auge^auf diese insul gehabt, wie sie denn auch durch die Christen,welche auf derselben wohneten, inständig darum ersuchet wur-den. Hierzu kam noch dieses, daß ein Saracenischer Befehls.Haber, welcher wegen eines begangenen todtschlages Sicilienhatte räumen müssen, seine zuflucht zu Rogerio nahm, unddemselben die Mittel an die Hand gab, diese insul zu erobern,worzu er auch seine hülffe ihm anbot. Rogerius ermangel,nicht mit einigen krieqs-völckern hinüber zu gehen , und dreSaracenen in zwey besondern gelegenheiten zu schlagen ; erfand sich aber nicht starck genug, Meßina zu belagern, daherer mit einiger beute wlcderuni zurück kehrete. Damit ihmnun die Saracenen diesen weg künftig abschneiden möchten,sandten sie eine mächtige flotte nach der mecr-enge zwischenReggio und Meßina . Die Normänner geriethen hierdurch ingrosse besturtzung, worauf Rogerius zu seinem bruder Ro-vett sagte, daß er mit der Haupt - armee, welche schon bis anReggio gerückt war, im angesicht der feindlichen schiffe solltestehen bleiben, da er indessen nebst einer auserlesenen mann«schafft sich in aller stille auf einige kleine fahrzeuge einschiffen,bey nachl-zeit hinüber fahren, und Meßina überrumpeln woll,te. Dieser anschlug gieng nach wünsch von stalten, indem dervrt von der meisten besatzimq entblösset war, und die einwoh-ner sich auf ihre flotten verliessen. Nach dieser eroberung ge-riethen noch verschiedene Plätze in die Hände der Normänner;dieses geschahe an. 1061. Im folgenden jähre kehrte Rogc.rius mit einigen neu - geworbenen völckern wieder nach Sici-lten , und bekam einen grossen zulauf von den Christen, wel.che sich auf dieser insul befanden, doch bewog ihn die an-kunft seiner braut Judith, welche aus dem geschlechte derHertzoge von Normandie entsprossen war, wieder nach Cala-brien zu gehen, nachdem er das commando dem Saraceni-schen Befehlshaber Becumen, welcher zu ihm geflohen war,und besondere proben seiner treue abgelegt, in die Hände gege-ben hatte. Dieser machte sich auch Meister von verschiedenenPlätzen, wurde aber bey belagerung der stadt Entolion ermor-det ; welcher todes - fall bey den Normänner» ein solches schre-cken erweckte, daß sie alle eroberte Plätze verliessen, und sichnach Meßina zogen. Hierzu kam noch ein innerlicher streitzwischen Rogerio und seinem bruder Robert, indem Rvqe-riuü die helste von Calabrien für sich begehrte, Robert aberihm nur zwey fchlösscr in dieser landschassr nebst demjenigen ,was in Sicilien erobert war, geben wollte. Rogerms erhieltendlich seinen zweck, daß er nemlich die helste von Apulieu

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