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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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einem gefechte zwischen den Parisern und den Königlichen träfe(fern geblieben wäre. Er äusserte , vhngeachtet seiner jugend,grosse hertzhafftigkeil, und viele andere gute eigenschafftcn, wardauch daher sehr bedauret. ülemoires de Mottevilie , de Mont-glat , d Amelot.

* )^ohan - Montbazon, (Maria, Hertzogin von) wareine tochter Claudii von Bretagne , Grafen von Vcrtus , undward an. 1628. an Herculem von Rohan, Hertzog von Mont­ bazon , vermählet. Sie ist wegen ihrer liebes-händel, und weilsie viel theil an den Händeln des Hofs gehabt, sehr bekannt. Ih-re neigung vor das geschlecht von Vcndome, aus welchem ihreifriger liebhaber, der Hertzog von Beaufort, abstammte,welcher damals ein grosser feind des Hauses Bourbon - Condewar, inglcichen ihre eifersucht über ihren gemahl, den sie mitder Hertzogin von Longueville, desPrintze» von Conde schwe-stcr, in verdacht hatte, veranlaßte sie , daß sie an. 164g. vongedachter Hertzogin, von der sie einige liebcs-briefe gefunden zuhaben vorgab, auf das allernachtheiligste redete, wodurch siedenn, indem das Haus Conde sich der Longueville mit grossemeifer annahm, der Hertzog von Beaufort aber, und die da-mals also genannte Import-aus sich gegen dieselbe erklärten, einezwistiqkeit verursachte, die beynahe von sehr schlimmen folgengewesen wäre. Die Montbazon muste zwar endlich auf besehtder Königin der Longueville in derselben pallast, und in ge-genwart sehr vieler Personen, eine ihr vorgeschriebene abbitteleisten, that aber solches mit einer sehr höhnischen und verächt-lichen art, und fand sich, ihr zum trotz , bald darauf in einervon der Longueville angestellten gescllschafft ein, bey welcherdie Königin gleichfalls gegenwärtig war , und zwar der Mont-bazon sich daraus zu entfernen befahl, solches aber nicht erhal-ten konnte. Darüber ward nun dieser Hertzogin der Hofverboten, und diesem beseht muste sie auch ohne Widerspruchnachkommen, unterließ aber nicht, vermittelst ihrer liebhader,sich in allerley Staatschändel zu mengen , brachte es auch end-lich dahin, daß sie ohngefehr an. 1657. c>zlaubnis erhielt, wie-der nach Paris zu kommen , dabey sie jedoch noch immer sichdes Hofs enthalten muste. Ob sie gleich damals schon übervierzig jähr alt war, so war sie doch noch sehr schön, und überalle massen eitel, fand auch bald neue liebhaber. Aber nichtlange hernach ward sie von einer kranckheit befallen, die ihrnur wenige stunden zeit ließ, sich zu ihrem ende zu bereiten,welches sie auch auf eine Christliche weise gethan, und ihr ge-führtes leben sehr bereuet haben soll. Sie starb an. 1657. Siewar, wie gesagt,, von grosser schönhcit, aber auch von einer»»»gemessene» eitelkeit, in ihren reden «»»bedachtsam und unbe-scheiden , und verlangte nicht einmal den schein einer lügend zuhaben. Dabey besaß sie, vhngeachtet sie sich in alle Staats-händel mengte, einen mäßigen verstand, war sehr unbeständig,und befliß sich einzig und allein ihrem vergnügen ungestört nach,zuhängen. Der bekannte Abt de la Trappe, welcher ihr lieb-haber gewesen, soll durch den heßljchen anblick ihres verstorbe-nen cörpers zu erqreiffnng des geistlichen standes bewogen wor-den seyn. istemoires de Motteviüe , tom. I. leg. de Montglat ,tom. II. de Montpenfier, tom. I.

)^ohault, (Jacob) ein Cartesianifcher Philosophus, wareines kaufmanns zu Amtens söhn. Er hatte sonderliche tustzur Mathematic, worin»» er es auch so »veit brachte, daß er dieMathematic zu Paris mit rühm profitiren konnte. Allda wur-de er »nil Clercelier bekannt, »velcher sich durch seine grosse ge-lehrsamkeit berühmt gemacht, und unterschiedliche schriflen vonde»n berühknten Renato des Cartcs heraus gegeben, derer etli-che er aus dem Lateinlschen ins Französische übersetzet hat. Nach-dem dieser gelehrte mann den Rohault kennen lernen, beredeteer ihn dazu, daß er alle »nercke des Cartesii durchlas, und seineanmerckungen darüber schrieb, welches ihm gelegenheit gab,seine Physic zu verfertigen, die er io. oder 12. jähr zu Paris lehrte, ehe er sie in druck heraus gab. Er starb endlich an.1674. nachdem er sein alter auf jähr gebracht hatte, undward nächst bey Cartesio in der kirche von St. Genevieve be-graben. Memoires du tems. *

* Rohde, (Johann Jacob) siehe Rhode.

* Kol?n, (Christoph) ein Lutherischer Geistlicher, waran. 166;. den 29. december zu Lübeck gebohren. Nachdem erin dieser seiner vatter - stadt den gründ der wissenschafften gele-get, begab er sich an. 1682. auf die Universität zu Kiel , allwoer bey Matth . Wasinuth im Hause wohnte, und bey Dan.Georg Morhof an den tisch gieng. Dieser und anderer Lehrergeschickltchkeit »nachte er sich zu nutze, und brachte fünf jähr inKiel zu. In den zwey letzter» jähren hatte er die anflicht überzwey Holsteinische adeliche Herren. An. 1687. begab er sichnach Leipzig , und vermehrte aus dem vortrage Carpzovii, Pfeif-feri, Olearii ,Rivini, Schinidii und Seligmanni den schätzseiner theologischen erkänntnis , bediente sich auch in den philo-logischen »vissenschafften der untertveisnng Aug. Herm. Fran-ckens , der sich dainals in Leipzig aufhielt. Jin jähr 1689. riefihn der Lübeckische Phyücus, Dr. Nicolaus Hanneken, zum Leh-rer seiner söhne, in seine vatter-stadt zurück. Er bekam hierauf,nach vorhergegangener Prüfung, die erlaubnis zu predigen.Und »veil er gute gaaben hatte, so »vurde ihm an. 169;. die or-dentliche Prediger - stelle zu St. Lorentz aufgetragen, »velche erauch antrat, und bis an. 1706. verwaltete. In diesem jährewurde er zum Prediger bey St. Jacob erwehlet, und an. 1712.

erhielt er auch das Pastorat dieser kirche. Von selbiger zeit mhat er dieses amt beständig geführet , und bey allen seinen gs-»meinden, die ihm anvertrauet geivesen, mit sorgfalt gearbeitet.Er starb den 17. im», an. 17,8. Attabist. ecd. tom. 111. p. 744.

)zohr, ein uraltes vornehmes geschlecht, welches man voneinem söhne Babonis, Grafen zu Abensperg und Rohr her-führt. ( Siehe Babo.) Weil aber dessen nachkoinmen , beyVermehrung ihrer Gräflichen fainilie, ihren stand nicht gebüh-rend führen können , sollen sie in Böhmen , Oesterreich, Schle-sien, Sachsen , in der Marck Brandenburg und Polen theilsdurch krieg, theils durch heurathen ihr glück gemacht, und sichals Ritter von Rohr nur mit dem Adel-stande vergnüget haben.Um das jähr 1100. soll einer dieses geschlechts als Kayserl. Ge-neral in der bclagerung des vesten schlosses Budzin in Croatienzuerst die mauren erstiegen haben. Um eben diese zeit haben titSchlesien sechs brüder dieses geschlechts floriret, darunter einer,.nahmens Prosper Rohr, Graf, Ritter von Jerusalem undMaltha , an. 1107. verstorben, und zu Wien begraben »vor-bei». Dessen bruder Fridericus Rohr soll von dem Papst Ca-lirto II. zum Cardinal gemacht »vorden sevn. An. i;i4. start»Caspar Rorau, Hertzogs Conradi I. zu Oels Cantzler. Ottovon Rohr ist von an. 1400. bis 1427. Bischoffzu Havelberg ge-wesen. Winand wurde an. 1407. Abt zu St. Cornelii Mün-ster. Lorentz Rorau, Ritter, vertrat an. 1420. beydemHer-tzoge Conrado zu Oels , Bischoffe zu Breßlau , die stelle einesRaths. Bernhard erhielt an. 1468. das Ertz-Bißthum Saltz-burg. Bartusch Rorau war an. 1479. Hauptmann zu Oels und Bernstadt. Melchior von Rohr, Erb-Herr zu Medzibor ,hat an. 148». die kirche zu Medzibor erbauet. George von Rohewar an. 148c. Hertzogs Conradi Albi II. zu Oels , Wolau undWartenberg Rath und Hauptrnann zu Bernstadt. George undCaspar von Rohr waren an. 1498. Hertzogl. Münsterberg-Oels«Nische Räthe, und besassen nachgehends noch ansehnlichere be-dienungen. Hans Rohr von Medzibor war an. »547- Rath beydem Hertzoge Henrico II. zu Münsterberg , Oels und Bernstadt.Von Nicoläo von Rohr berichtet Okolsküdaß er in dem Fürsten -thum Oels etliche tonnen goldes werth güther, das städtlein Ra-mie zu seinem sitze, und drey söhne gehabt,von »velchen der jüng-ste,Johannes,um das jähr »570. sich in Polen niedergelassen,unddaselbst seinen stainm fortgepflantzet. Der älteste söhn,Andreas,,hat GaUoivice, und der mittlere, David,Kamien geerdet. Dieserletzte mag derjenige David von Rohr seyn, »velcher . 1 . U. D. derSchlesischen Fürsten undStändeGeneral-Kriegs-Lommillarius,und endlich Königlich-Böhinischer Appellations-Rath worden.Hans von Rohr war an. i?6;. mit dem Churfürsten von Bran­ denburg auf de»n Kayserl. wähl - tage zu Franckfurt am Mayn.Bernhard starb an. i;84- als Chur - Brandeilburgifcher Rath,und Joachiin florirte an. 1598. als Hauptmann zu Ziesar . Al-brecht auf Seifersdorff ist an. 1618. der FürstenthümmeeSchweidnitz und Jauer Landes-Bestalter, und dessen soh» Ni-colans Fürstlich - Briegischer Hos - und Regierungs - Rath an.1642. getvesen ; um welche zeit auch David von Rohr als Ober-Amts - Cantzler des Hertzogs zu Oels und Bernstadt gelebet.Hans Heinrich aufEisterwerde in Meissen »var an.is?-?. Chur-Sächsischer ältester Cammer-Juncker und Amts-Hauptmann zuLiebeniverda, dessen einige tochter »vard an Julium Albrechtenvon Rohr, Chur-Sächsischen Hof-Justitzien-und Appellations-Rath, Dom-Dechant z»: Meissen und Dom-Herrn zu Merse-burg vermählet, »velche ihm Elstcrwerda zubrachte, so nachge-hends vor etlichen jähren an den Königt. Polnischen und Chur .Sächsischen Ober - Hof - Marschall Baron von Leuendahl ver-kauft worden. Von dessen söhnen »var Julius Bernhard, dersich durch seine schriften bekannt gemacht, an. 17,1. Dom-Herr zu Merseburg und Hertzogl. Sächsischer Land-Cammer-Rath. Sinapii Schief curios. Lucä Schief chronick. AngeltMärckische chronick.

Aohrbach, ein altes adeliches geschlecht in Bayern , allwodessen stamm-haus Rohrbach an der Alm gelegen. Es hat auchehemals die Grafschafft Ncuburg in Oesterreich an der Jnn be-sessen , und schon an. 9)4. den turnieren beyge»vohnt. DasFürstliche adeliche Frauen-Stift zu Lindau rühmet Adelbertum,eine» Grafen von Rohrbach, als ihren stifter, welcher Caroli öl.blnts-verwaitdter und Landvoigt in Sch»vaben soll gewesen seyn.Ob nun »vol nicht zu läugnen, daß das dlploma desKaysers Lu-dovici Pii, welches das Stift Lindau vor sich anführt, und dar-inn Adelbertus genennet »vird, falsch sey: (siehe Lindau )so bleibt doch gewiß, daß zu selbiger zeit einer, nahmens Adel-bert, gelebet, »velcher ein Graf zu Rohrbach gewesen. Es fin,den sich auch hin und »vieder noch trefliche spuren von dieser fa,miste in den gcschichten. An. 1168. »vird Conrad in einem briefedes klosters Admund als zeuge angeführt. An. 120;. ist Wi-nand von Rvhrbach,von »velchein ein eigener artickul folgt, zuinersten absolutenHeermeister des in Liefland gestifteten Schwerdt-brüder-orbens erwehlet »vorden. An.»220. haben Weinhacd,Eberhard und Heinrich an dem Hofe Hertzog Ludivigs inBayern gelebt. Einer von diesen dreyen hat drey kinder gezeu-get, davon Weinhardus von Rohrbach oder Rohrbeck, an.1296. in Bayerischen diensten getvesen, und von denen vonWildenrhod, »veil er die von Auqspurg angestiftet habensollte, daß sie das städtlein Pyel, so denen von Wildenroth zustehet , verheeret, zu Landfperg ermordet »vorden. Wes-wegen auch die Wildenrode in die acht erklärt, und aller