schmachtet wären. Jedoch ist dieses beydes falsch, und eigent-lich den alten Französischen romanen abgedorget. In derWahrheit sind da die Franzosen von den Spaniern und Untertha-nen Alphonsi II Königs von Leon geschlagen worden, welchender von ihrem Könige mit Carolo M. gemachte vertrag , krafftdessen Carolus nach Alphonsi tode, als der keine kinder hatte, sel-biges Reich bekomnien sollte, keines Weges anstund. Sie griffendeswegen die sonsten als hülfs-völcker gegen die Saracenendurch die Pyrenäischc gebürge, unter Caroli M. enckel Bernardoanziehende Franzosen unversehens an, und jagten sie mit bluti-gen köpfen und vertust dieses Rolands zurück. Von allen feitenist dieses that mit hohen bergen umgeben; insonderheit aber sie-het man an dessen ende, nach Franckreich zu , ein gebürge, wel-ches an höhe alle benachbarte übertrift, und gleichfalls Ronce-vaux genennel wird. Man kan (weil es des sommers selten mitschnee bedeckt lst) bis auf dessen obersten gipset steigen , und vonbannen mit einem unvergleichlichen prospect sich belustigen. Esist dieses der ordentliche und beste weg vor diejenige, so ausFranckreich über Navarra ihre reise nach Spanien anstellenwollen. Turpi ». de gest. Caroli M. c. 17. 22. 2;. Span. reise-heschr. c. 57. Cotmenar, delic. de l’Esp. p. 68;. *
Konctqlione, eine kleine stadt und Gdafschafft in dem Pa-trimonio Petri, dem Papst.gehörig. Rogijjart , delices de l’kal.
* Noncoveteri , (Alexander de) ein söhn Fulgentii undFulviä Morandä aus einem adelichen geschlechle zn Piacenza ,war beyder Rechten Doctor tmt> Judex Synodalis, darauf den28. may an. 1700. Blschoff zu Borgo St. Donnino. Ervertheidigte die rechte seiner kirche mit grossem eiset, und zogsich viele deschwerlichkeiten dadurch zu , war gegen das ar-muth so mildthätig, daß er öfters die gelber darzu aufyahm.Er legte zu dem kloster zu Monticello den ersten grundstein,und weyhete hernach die kirche daselbst ein , starb endlich aneiner langwierigen kranckheil zu Piacenza den ;r. may an.1711. in dem 69. jähre seines alters. Sein teichnam wardnach Borgo St. Donnino geschafft, und in der Cathedral-kirche beygesetzt. Ugneiius , Ital. sacr. tom. 11. p. 12.
Koni»a , vor alters Aronda genannt, eine stadt von mit-telmäßiaer grösse, in dem Spanischen Königreich Granada,an den'grentzen von Andalusien . Sie ist auf einem ziemlichhohen und jähen felsen gebauet, und wird unten von dem fiuß,EI Rio verde genannt (wiewol in den meisten land-charten derflnß Guadeiro stehet, umgeben. Zu diesem fiuß steigt man ausder stadt auf 400. in den felsen gehauenen stufen. Ihre vonnatur veste fituation hat man durch einige fortificationen ver-mehrt. Das in der nachdarschafft gelegene gebürge, welchesüberaus hoch und rauhe ist, hat davon den nahmen Sierra deRonda bekommen. Colmenar, delic. de l’Esp. p. 522.
Gondel, (N. du) war lange jeit Professor Eloq. zu Sedan gewesen , als diese Acadcmie an. 1681. caßrrt ward. Er giengdamals nach Holland , da er denn bald zum Pros. elegant. Litter.nach Mastricht beruffen ward, welche stelle er auch mit rühmbekleidete. Als er sich noch in Franckreich aufgehalten , hat erden Musaum Griechisch und Lateinisch mit anmerckungen, dasleben Epicuri Französisch und eine Lateinische dissertalion deGloria, verfertigt. In Holland hat er nachgehends Restexiot>8für un Chapitre de Theophraste; die Histoire du Fcctus hu-main ; eine dlffert. für le Phönix de Pythagore , und einen tra-clat de Vita & Moribus Epicuri heraus gegeben. Er soll nochunterschiedenes geschrieben haben, so noch nicht gedruckt ist.Denn er ist ungemein arbeitsam, und dem studiren sehr ergebengewesen. Bayle hat unterschiedenes von seiner arbeit seinemDktionnaire einverleibet. Er starb in hohem alter zu Mastricht«n. -715. Gelehrte Zeitungen.
Nondeletius, (Wilhelmus) ein berühmter Medicus , warzu Montpellier an. 1,07. gcbohren. Gleich in seinen jungenjähren erlernte er nebst den Humanioribus die Medicin, undpracticirte selbige nachmals in verschiedenen kleinen städten.Dieses that er unter andern auch zu Perluis in Provence , allwoihm aber die praxis nicht glücklich von stakten gieng, daher ersich genöthiget fand, einen schulmeister abzugeben. Nachmalsgieng er nach Paris , um die Griechische spräche zu erlernen, undweil es ihm an gelbe mangelte, so brachte er sich auch daselbst mitinformiren fort. Von dar gieng er abermal zu practiciren aus,und kam endlich wiederum zu Montpellier an , allwo er an.i;;7> Doctor, und an. 1545. Prosellor wurde, nachdem er vor-her» in der Anatomie seine erfahrenheit vielfältig erwiesen ; wieer bann absonderlich zu diesem studio grosse neigung bey sichempfunden, und nicht wenig beygetragen , daß an. i; 66 . dasschöne 1 beatrum Anatomicum erbauet worden. Durch seinepraxin verdiente er zwar viel gelb; allein er gab alles wieder hin-weg, so daß er nach seinem tode wenig hinterließ. Sonsten hat-te er auch verschiedene theologische bücher in seiner bibliotheck;als er aber gesehen, baß der Blschoff zu Montpellier ins gesang-nis^eleget worden, weil er sich der Protestantischen reliqion ver-dächtig gemacht, schmiß er alle seine theologische bücher ins feuer.Er starb endlich an. i; 66 . verschiedene schriften hinterlassend,als da sind : Methodus curandorum Morborum ; de dignoscen-dis Morbis; de Fehribus ; de Morbo Gallico; de Morbis inter-nis & externis ; Consilia Medica ; de Urinis; de Ponderibus,&c. Sonsten wendete er grossen fleiß an in Untersuchung derfische, und schrieb auch einen tractat de Piscibu 8 , welchen er aberdem Bischoffe zu Monrvellicr Wilhelmo Pellicier soll abgestoh-len haben. Doch er wirb deswegen von Sebastians und Schef-
fero vertheidiget. Jouhert , in ips. vita. Petrus Caßeßams.Mercklin. in Lindenio renov. Thuanus , in bist. lib. XXXVIII.Sammartban. elog. lib. II. TeiJJier , addit. tom. I. & 111. Fre.herus.
Konfcotit>esco, siehe Redoldesco.
Nonneburg, eine dem Fürsten zu Sachsen - Gotha gehö-rige kleine stadt, nebst einem schloß und Amte, in dem Für-stenthum Altendurg gelegen. An. 1665. den 1. aug. branntesie bis ailf wenig Häuser.ab. Müller, annal. Knuut. prodr.IVlisn. Tromsd.
* Nonneburg , ein bestes schloß in der Liefländischen pro-vintz Lettland an dem kleinen flusse Ron, welcher in die Tcl.der fallt, in einer morastigen gcgend, ward an. 1702. von denMoscowitern erobert und verbrannt.
Jvonnou 1 ein sehr altes und vornehmes Gräfliches ge-schlechk, welches aus dem Böhmischen Hause Howora entsproststn. Denn nachdem Iaroslaus, der andere söhn Grchä vonHavorrowez, an. 1140. in der theilung mit seinen drüdern diein öem Buntzlauer.kreise gelegene Herrschafft Ronnov bekam ,gesiel es ihm den nahmen davon anzunehmen. Dessen enckel,Smilo, bekleidete an. 1216. bey dem Böhmischen Könige Ot-tocaro I. die stelle eines Raths , und wurde ein groß - vat-ter Hinckonls, Königlichen Truchsesses. Von desselben söh-nen hat Otto, Herr zu Jlenburg oder Eilendurg, eine eigeneltnie angefangen, welche heut zu tage in Preussen floriret; Jo-hannes aber, Königlicher Cantzler, den Ronnovischen stammfortgcpflantzct. Des letzter« nachkommen haben sich zum theilin unterschiedliche neden-linien ausgebreitet, und andere nah-men angenommen, welche aber sämtlich wiederum abgegangen,gleichwie auch die brauche, so sich in der Ober-Lausitz ausgebrei-tet, und bey Zittau die nunmehro zerstörte bürg Ronnov erbauetgehabt, auf welcher Anshelm von Ronnov an. 1196. gewöhnet,nicht lange gedauert. Seit an. 1142. hat allemal der erstge-bohrne von der Ronnovischen Haupt-linie aus besonderer devo«tion gegen den König Johannem in Böhmen , welcher diesemHause vor andern gnädig gewesen, den nahmen Johannes ge-sühret. .Der ehemalige beynahme Krjinctzki aber kömmt voneiner Böhmischen landschafft her. Johannes Krzinetzki vonRonnov, Land-Cämmerer des Königreichs Böhmen , zeugte mitdes KönigS Gevrgii schwester Johann Albrechten Krzinetjkl,welcher sich mit des gedachten Königs dritten tochter, Barbara,einer wittwe Heinrichs, Herrn zu der Leipe, vermählte. Hinckooder Heinrich von Ronnov, Dechant zu Colin, war ein ge-lehrter Herr, und hatte an. 1421. das Unglück, daß ihn dieTadoriren nebst 6. Priestern in ein pech-faß steckten und ver-brannten. Johann Albrecht Krzinetzki war Rector auf derUniversität zn Präge, und Director der Stände sub utraque.Er starb zu Katzenstein an den Schlesischen grentzen an. 1621.Sein söhn gleiches nahmens bekleidete eine zeillang die würdeeines Reötoris Magnifici zu Wrttcnberg , und vermählte sichan. 1620. mit einer Freyin von Hodkow, welche nacl) ihresgemahls tode an. 1650. sich mit ihren beyden söhnen der re-ligion wegen aus Böhmen wegbegeben. Der ältere davon,Johann Adam, starb zu Pfördten in der Nieder-Lausitz unver-mählt; der jüngere aber, Johann Albrecht, starb an. 1707.Er war Chur-Sächsischer Abgesandter und Cammer-Herr, underhielt an. rsgo. zu Bareuth die stelle eines Oder-Präsidentenund geheimen Raths, wie auch Landes-Hauptmanns zu Hof.Er nahm den geschlechts-nahmen Howora wieder an, unddemühete sich nach abgang der Herren von der Leipe, zu derobersten Erd - Marschalls - würde in Böhmen zu gelangen ;konnte aber seines Wunsches nicht lheilhafftig werden. Er hat-te sich zweymal vermählet, 1.) an. 1656. mit Elisabeth, Freyinvon Biderstem , Pröbstin zu Quedlinburg , welche als dieletzte ihres geschlechts, an. 168;. gestorben ; 2.) mit einerGräfin Reuß aus dem Hause Lobcnstein, an. 1686. Von derersten, (durch welche er an. 1670. nebst dem Gräfl. prädicat,das Bidersteinische wapen, und den titul erhielt ) hinterließer zwey söhne, davon der jüngere an. 1701. als Chur -Säch-sischer Oberster, vor Riga geblieben, der ältere aber an. 1706.als Barcuthischer Oberster in Ungarn mit tode abgegangen ;von der andern ist Johannes Howora, der einzige ftanimhalterseineö geschlechts, an. 1690. gebohren worden. Angelus er-wehnct einer vornehmen familie von Ronnov , welche zuausgang des XIV. feculi in Holstein, und bald darauf in Dä-nemarck in grossem ansehen gestanden; sie scheinet aber mit demobstehenden Gräfl. geschlccht in keiner verwandtnis gestandenzu haben. Spangenberg meldet, daß Marquard von Ronnov,als der letzte dieses geschlechts , an. 1559. im kriege wider dieDittmarsen erstochen worden, heckier. bist. How. Carpzov. analect. Zittav. P. 11 . Balbini miscell. lib. IV. d. 1. Span -genbergs Adel-spiegel, P. II. p. 2;g.
* Nonquillo, (Peter von) Graf von Gramedo, ein sehrgeschickter Spanischer Staats-mann zu ende des ,7. jahrhun-derts, ward an den Hof des Königs Caroli 11 . in Engelland,als anfferordentlicher Gesandter, und nachgehends als Gevoll-mächtigter auf den Nimägischen friedens - congreß gesendet,konnte sich aber daselbst mit dem Spanischen Abgesandten,Marquis von Fuentes, nicht vertragen, und begab sich alsoan. 1678. im april von dar hinweg nach Brüssel , und so-dann wieder nach Engelland. Daselbst befand er sich alsSpanischer Minister lrey des gedachte» Königs absterben, da erdenn dem neuen Könige Jacvbo 11 . alsofort bey der ersten au-