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ser ab, an. 1339* aber den u. julii gieng fast die gantzestadt nebst den 3. kirchen im feuer auf, und nur noch erstan. 1719. den ;i. mertz fielen durch eine unvermulhete seuers-brunst ,80. Häuser in die asche. Es ward sonst vieles tuchallda faoricirl, wodurch diese stadl zu grossem ansehen undreichlhum gekommen. Der Hertzog von Lothringen und Bra-ba:,t, Johann l. ließ an. 126;. viele tuchmacher nach Lövenkommen , denen er grosse privilegien und die exemiion von al-len abgaben ertheilte. Mir*™, donat. Belg. üb. I. c. 29.Es werden da Mittwochs und sonnabends wochen-marckt, undauch zwey jahrmärckte, als den 2z. junii und 30. augusti,gehalten. Unter den dreyen daselbst befindlichen kirchen ist diezu St. Peter genannt, die älteste, und von St. Amand , Bi-schoffe zu Tongern , gestiftet. Buudry, chron. de Cambrayliv. II. c. 44. Zu welcher zeit sie aber aus einem Benedictt-ner-kloster in das nunmehrige Collegium Canonicorum ver-wandelt worden, meldet weder Meyer m seinen annal. Flandr.noch auch Miräus irgendswo. Als aber zu ansang dieses 18.jahrhunderts solche kirche wegen baufälligkeit fast gar nichtmehr von dem volck besuchet, und schier öde wurde, mustesie das Capitul der Collegiar-kirche im jähr 1716. wieder intüchtigen stand setzen. Die andere kirche, zu St. Hermes ge.nannt, hat ein Collegial Stift von r;. Canonicat-präbenden.Der Probst und Schatzmeister verwalten die beyden Haupt,ämler. Es ist diese kirche wegen der reliquien des heiligenHermes , dessen leib im jähr 8s 1. von Rom aus in die AdleySt. Cornelius von Inden, und an. 860. von dar in die Colle-giatckirche gebracht worden, gar sonderlich derühnik. Als dar-auf an. 940. die Dänen in den Niederlanden starck herum strei,feten, ward derselbe wieder nach St. Cornelius von Inden,und zu mehrerer flcherheit bis nach Cöln geschafft. Weil esnun mit dessen wiedererhaltung schwer hergienge, und dißfallsder Bischoss von Cambray, nahmens Fulbert, sich starck de.inühen muste, so traten ihm die zu Ronay aus schuldigerdanckbarkeit den ort Niewenhove in Flandern , zwischen Ger-hardsberg und Ninoven gelegen, ab. Im jähr isr6. ließder Bischoss zu Cambray, Robert de Croy, die gebeine die-ses Hermes in ein neues reliquien-gesäß durch den Ecnhamer-Adt bringen. Die dritte kirche zu St. Martin ist eine Paro.chial kirche. Sonst hat es auch seit an. 1712. ein Kolle-gium der Vätler des Oratorii , ingleichen ein Hospital, dasan. 1432. aber unwissend von wem , gestiftet, und einNonnenkloster in dieser stadt. Wie übrigens die Pröbste zuSt. Hermes geheiffen, findet sich zwar in dem buche, beti,teil: Hiitoria sacra & profana Archiepiscop. Mechlin. tom.II.p. 258· und 2,9. jedoch fehlen noch verschiedene darunter. Ihrverzeichn«» also ist dieses: i.) Eberhard, dessen gedächtnis aufden 9. aagust. gefeyret wird; 2.) Gerhard, hat den 12. sev-tember zu seiner gedächtnis feyer erlanget; Jacob, wel-chem der 27. octobcr gewiedmet ist; 4.) Johann, vor den der1;. oclober zur feyer ausgesetzt; s·) Otto, dessen gedächtnis-feyer auf den ,7. mertz begangen wird; 6.) Johann de Ligne,wird iährlich den z. fevruar. gefeyret; 7.) Otto von Wortri-ponk, ltister von der Caplaney St. Servals bey dieser kirche,hatte seine jährliche gedächtnis auf den 8. septemder zu begehenverordnet. Von allen vorher gemeldten Pröbsten weiß man so-wol der ordnung der zeit als auch dein ränge nach nichts ge-wisses zu melden, so viel aber ist unstreitig, daß sie noch al.lerseits vor dem jähr >300. gelebel haben. 8.) Rafon vonScornaix, dessen gedächtnis auf den is. august. gefeyert wird,hat an. 1,25. geledet; 9. Robert von Scornaix, Canonicuszu Dornick und Ronay, stiftete zwey tage im >ahr, daran mansem andencken feyerlich begehen sollte, nemlich den 24. nov.und den i. december; 10.) Ludwig Ringersfliet, aus eineradetichen famille , war Canonicus und FKelaurarius an die-ser kirche, und ordnete den rr. novemder zu seiner jährlichenfeyer. Er lebte noch an. 1,66. n.) Wilhelm Rmgerofliel,Canonicus an dieser kirche, setzte feine feyer auf den 31. may;12.) Ludwig von Buillemont, Canonicus zu Ronay , lebtean. 1424. i;.) Johann von Buillemont, des vorherstehen.den druder, erlangte durch dessen resignation an. 1446. dieProdst.stelle, da er zuvor Canonicus gewesen, und starb umsjayr 14^4. 14.·) Bvissard Baldewin, Canonicus an dieserkirche, befand sich an. 1468. auf dem General-Capitul mit ge,genwärtig , und starb um an. 147;. >s<) Alard Tuwars,jebte an. 1474. i6.> Jacob Brucquet, von an. 1476. bis 148k.da er mit tobe abgieng ; 17.) Peter du Bois, Canonicus beydieser kirche, war an. 148«. auf dem General-Capitul zuge-gen, stiftete das Nvnnen-kloster zn Ronay, und starb an. 1492.18.) Ludwig von Weyere, der Rechten Doctor , erster Almo-senier beö Ertz-Hertzog Philipps von Oesterreich > wurde vondem Capitul an. 1492. zum Probst erwehlt; 19 ) Marx Steen-berqh , der Rechten Doctor , und Professor auf der Univerfi,tät zu Ldven, war an. 1487.Dechant indem klosterSt. Gu-dule , wurde darauf Canonicus zu Ronay, und an. 1496.Probst; 20.) Jacob Pochon, Canonicus , hernach an. 1499.Probst,'starb im monat mertz an. 1504. 21.) Daniel de laFbavelle, Canonicus zu Cambray und zu Ronay, wardProbst an. 1,04. und starb im jähr is-8. 22.) Johann Ma-tbon, Canonicus zu Cvnde , ward vom Cavikul zum Probsterweblt an. is-8 2;.) Wolfqang von Ottigntes, ward, nach,dem sein vorfahr abgedancket hatte, und dem Capitul kiefteyewähl überlassen, zum Probst ersehen; 24.) Ludwig von Win-ghene, Canonicus zu Ronay und Rector der St. Marien-ca,
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pelle in der St. Catharinen-kirche zu Brüssel , trat an vorher-stehenden Ottignies seine Caplaney vor die Probst stelle ab,und starb um an. 1579. 25.) Nicolas de la Haye, seit an.
*p 9 ntrte nach der zeit; 26. Cornelius van den Heule,der Rechten Oo^or, danckle an. 1630. ab; 27.)Jacob Thien-pont, per Rechten Doktor, und Oanonicus an dieser kirche,an. i6;o. 28.) Andreas Catulluö, der Rechten Doctor ,
und Canonicus an der Calhedral-kirche zu Tournay , Offlcialund Arcbidiaconus, tauschte mit seinem Vorfahr, und trat'J?'- 11 s£<inonicstt»ileue gegen die Prodstey ab , worzu dieKönigliche rlnwiUlgung ersolgle. Es hat sich dieser Catullusdurch verschiedene schr.sten bekannt gemacht, und ist an. 1667.de» 27. septemder gestorben; 29.) Peter Erremdout, derRechten Doctor, und Canonicus an dieser kirche , starb an.iü86. ;o.) Johann Baptist de la Croir, der Rechten Do-ctor , wurde von Ludwig XIV. welchem nach dem Nimäqi.ichen frieden die stadt Ronay zu theil worden, zum Probsternennet; ;i.) Ludwig Dietrich von Ognyes, Freyherr vonCourrlercs, Grvß-Aimosenier des Churfürsten von Bayern ,Dechant an der Calhedral-kirche zu Brügge , und erster De.putirler bey den verjammlungen derer Staaten von Flandern ,seil an. 1705. Leigrand tbeatre sacre de Brabam, tom. I.P. II. liv. X. p. 360. u. f. f.
Koncagiia, ist ein schöner und volckreicher flecken im Velt.Im, darunter 0. benachbarte orte zwischen dem derqwasser To-vate und Cermeledo liegen , als nemlich Tovate, Chempo, No,garila, Serono, Valate und Scierito. An diesen orten ernäh-ret man viel viehe, und wird allda eine besondere gute gaktlinqkleiner käsen gemacht, welche berühmt sind, auch weit und breitverführet werden. Guter. Rhset. p. 189. &scq. *
Roncalia, ist eine schöne ebene in der Lombardie zwischenPiacenza und Cremona an dem Po. Sie ist in der Historiedes Xl. und Xll. fecuh sehr berühmt: indem die TeutschenKönige, so oft sie nach Rom gienqen , allda die Römischecrone von der Hand des Papstes zu empfangen, aühier mitihrem Gefolge das quartier aufschlugen. So bald der Teut»scye König sich hier niedergelassen, wurde eine lange stanzevorn mit einem harni,ch aufgerichtet, bey welcher der Heroldalle Vasallen zusammen rüste, den König die erste nacht zu be-wachen ; und wer von ihnen wider des Königs willen zurückgeblieben war, wurde seines lebens verlustig zu sey» erkläret,wie denn zu Friderici l. zeiten dergleichen den beyden Bischöftfen zu Halderstadt und Bremen widerfahren. Hierauf ent-schieden die Teutschen Könige die wahrender ihrer abwesenheitentstandene streitigkeiten, und pflegten diejenigen, so recht ver-langten , ei» creutz in der Hand zu tragen. Ingleichen gabendie Teutschen Könige allhicr den Jtalianern ihre gesetze, undsind dergleichen, von denen Henricis , und Friderico l. unter-schiedliche in dem Longobardischen Lehn-Recht befindlich, soallhicr gegeben worden: Massen denn Fridcricus Barbarossaan. uz8. oder vielmehr 1157. hier die berühmte AmhenticamHabita C. ne fil. pro patre , auf anstiften der beyden ProFeilo-rum Juris zu Bologne, Bulgari und Martini, verfertiget. An«dreas Rivinus hat vermeynet. das Wort Roncalia käme aus derTeutschen spräche her, und hieß so viel als Rom -wallia , vonRom und wallen, oder geheo; allem es ist bekannt, daß es inden alten diplomaribus , und insonderheit in der ConftirudoneCarvll Craifi de expedidone Romana , Rungalle , curia , scdesvel quies Gallorum live Francorum genennel wird, weil daselbstdie Franckischen, oder Teutschen Könige, ehe sie nach Rom gien-gen, zu ruhen pflegten. O to t'risingenßs, Üb. II. c. 12. uunthe.tu;, inLigurin. üb. 11 . AZn. Sylv. in Kilt. Friderici III p. 2;. &Baikteru:, in specini. annot. n. 7. Urjyergenßs , in chron. p 229.Rtttersbuf. ad Ligurin. Freber. ad conldtut. Caroli Crassi.'l'rijianus Ca/cbus, lib. III. p. 167. Gattns , Kitt. Gyninas. Tici-nensis c.i2. Rivinui, de Majumis, Maicampis & Roncaliis, c. 8.
* Koncctlitnuo, (Matches) ein Philosophe und öledicuszn Padua , daher er auch, wie Scardeonius de dar. Patav.vorgiebl, gebürtig soll gewesen seyn, welches aber ungewiß ist.Er lehrte daselbst anfangs die Philosophie mit vielem rühm,legte sich hernach auf die Medicin , und profilirte solche gleich-falls geschickt, und starb den 7. may an. 1,0;. wie aus deSSalomomi infenpr. Parav. p. 8;. n. 232. erhellet. Von fei.nen vielen hinterlassenen schriften sind allein seine Commen-tarii in Libros priorum & posteriorum Aristotelis , und inGaleni Altem parvam , davon man in des Pignorii bibliotheckeinige ssagmenta angetroffen, bekannt worden. Papadapoti,Kilt. Gymn. Paiav. tom. I. p. 277.
Noncevaur, lat. Roncivalüs , von den Teutschen insge.mein Ronccval genannt, ist ein thal in dem Pyrenäifchen ge-bürge, welches an den grentzen von dem Königreiche Navarra ,bey dem dorfe Bourquete, sich anfängt, und bis gegen 8 . JeanPie dc Port in Nleder-Navarra sich erstreckt. Es ist dieses thallaug, und von einem ziemlichen umfange. Fast in der mittenfindet man eine kleine kirche, mit dem nahmen NAtre-Dame deRoncevaux . In derfelbiqen gegenb soll zu anfange des IX. sie.culi zwischen den Franzosen und Saracenen eine blutige schlachtvorgegangen seyn, worinn diese letztern durch verrätherey eines,mit nahmen Ganelon, den sieg behalten, und unter andern bra-ven Helden auch den berühmten Roland, des Kavsers Caroli M.schwester söhn, erschlagen haben sollen. Andere schreiben, daßzwar die Franzosen ihren feinden überlegen gewesen, hernachaber grösten theils, nebst ihrem führer Roland, vor durst ver«Kkk kk 4 schmachtet