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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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blieb. Im jähr 1724. den 2. febr. ward er zum Marschallvon Franckreich, und an. 1728. den 2. febr. zum Ritter derKöniglichen orden erhoben. Im jähr 1733. den 12. mertzstarb seine gemahlin , von welcher zeit an er beständig kränck-lich und unpäßlich gewesen , bis er endlich, nachdem er nochdas jähr vorher nach absterben des Hertzogs und MarschaüSvon Estrees, als ältester Marschall das Präsidium in dem Mar-sdjciU&Collegio bekommen, in einem sehr hohen alter / an.»738-, den 6. may zu Paris als der letzte seines Hauses gestor-ben ist. Anfilme , hist. geneal. tom. VII. p. 69-;. tötn. IX.p. 284.

* Koquemaure, oder Rochemaure, lat. Rupes Moura,ein vestes schloß auf einem hohen felsen in SevenneS, nahebey Visier an der Rhone .

Aoquetaillade, stehe Rupefcissa.

* Jxoquevaire , lat. Faipes Varia , eine kleine stad! in Pro«vence, am stufst Vaune, zwey Meilen von Marseille .

RORARII. waren bey den Römern ein gewisses fuß-volck,und zwar von dem schlechtesten, welches man bey einem lref.fen voraus schickte, um den feint am ersten anzugreiffen. Siewaren leicht bewafnet, damit sie schnell lauffen konnten , giert.

. gen also ohne sonderliche ordnung zu halten, aus der schlacht-ordnung hervor , und warfen oder schössen viel leichte pfeileauf den stind , um denselben dadurch in Unordnung zu drin-gen , oder doch mehrere aus den vordersten zu verwunden < ehedie soldaten von der schwerern rüstung an ste kamen, damit stedurch diese hernach desto leichter in Unordnung gebracht wür-de». Ste scheinen eben das gewesen zu seyn, was nachmals dieVelites. Patridus, de re milit. Rom . Saimaßui , deremilit.Rom . Usßus , de milit. Rom . Stevoechius, adVeget. Pitifc.*Z^orarius, (Hieronymus ) war vermuthlich von Portenan,so die Ilalianer Pordenvne nennen, im Armut, und triebseine ersten studien unter Franc. Amaltheo zu Sacille, einemnicht fern von seinem vatterlande gelegenen städtiein. Manhat sonst wenig Nachricht von ihm, als daß er Papst Clemen-tis VII Nundus am Hofe des Königs Ferdinandi in Ungarn gewesen, welcher nachmals Römischer König, und endlichnach seines bruders Carvl, V. addanckung Kayser worden, undein lesens-würdiges buch geschrieben, darin» er nicht nur zu be-haupten sucht, daß die bruta eine Vernunft haben, sonderndaß ste sich auch derselben besser als dte menschen gebrau-chen. Die gelegenhctt hiezu ist gantz sonderbar. Rorariuswar mir einem gelehrten manne in gejellschafft, der wundertesich , wie Carl V. auf die Universal - Monarchie prätensionmache , da er doch mit den Ottonibus, und dem FridericoAhenobarbo nicht zu vergleichen wäre. Dieses urtheil miß-fiel Rorario so sehr, daß er auf die gedancken gerieth, die thie-re brauchten ihre Vernunft besser als die menschen. Diesesbuch ist lange unbekannt geblieben, bis es Gabriel Naudäusan. 1645. zu Parts drucken lassen. Draudius gedenckek ei-ner ander» schrift: Oratio pro Muribus adversus Nicolai Bo-ftii Edictum ; August* Rhast. 1348. welche vielleicht nicht we-niger curiös seyn wirb. Buy/e. *

* Kocctrius, (Bartholomäus) ein berühmter Rechtsgelehr-ter und Redner in seiner geburls - stadt Padua , practicirteanfangs daselbst mit grosser geschicklichkeit, ward darauf zumordentlichen Lehrer der Rechte bestellt, zog aber, als ihm seineinziger söhn dahin starb, aufs land, und brachte sem lebengantz einsam hin , starb auch in solcher ledens-art um dasjähr 1334. Er wurde zu, Padua in seines sohnes grab beyge-setzet , verschiedene schriften , welche die Procuratores und No-tarii gut gebrauchen können , nach sich lassend. Er hat auchdes Ivh. Craßi Tr. de Judiciis mit anmerckungen , ingleichendes Hermanni und Odvfredt wercke de formandis Libellis, deActionibus & lnterdictis und Jas.^ Mayni , darzu rr einbrauchbares Repertorium hinzu gefüget , nicht weniger dieLeges Municipales Patavinas cum scholiis heraus gegeben.Scurdeomus , de dar. Patavin. Papadopoii , hist. Gymnas.Patav. tom. I. p. 244.

1 \ 0 vt 1 war eine alte Grafschafft in der Eydgenoßschafft andem orte, wo die sogenannten Freyen Aemter liegen, bis gegenArau , allwo ihre restbentz gewesen, aus welcher nun das Rath-haus daselbst gebauet worden. Sie sollen stifter der stadt Araugewesen seyn, und hat in dem IX. steculo davon Landolus undErnestus gelebt. Von ihrem abgange weiß man nichts eigent-ltches. Stumpfem» Eydgenoßische chronick.

7 ^orenco, (Marcus Aurelius ) gebürtig aus den thälernvon Lustrn, und ein söhn GrafIoh. Baptistä R> renco, warMtt-Herr in den thälern von Lusern, und Groß-Prior zu Luftr-ne, und zu St. Rochus in Turin , ein grosser feind der Wal-denser im XVII. feculo, welche er nicht nur in der that, son.der» auch in seinen schriften zu verfolgen suchte. Er soll auchwürcklich das Priorat zu Luserne in Rom nicht änderst erhaltenhaben, als auf sein versprechen , daß er sich nach aller Mög-lichkeit bearbeiten wollte, die Reformirte rellgion in den Pie«mvntesischen thälern auszutilgen. In der that klagen die Re-formirten Ptemontescr gar sehr über sein verfahren , sonderlichdaß er m ihren thälern , und zu ihrer ziemlichen last verschie-dene klöster aufgerichtet, und gar die armen mit geld zum av-fall von ihrer religion zu erkauften gesuchcc habe. Man hat vonihm Narratione stell' Introduttione dclle Heresie nelle Valli di

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Piemonte , und Memorie historiche della Introduttione delleHeresie. Er lebte noch an. l668. Pierre Giües & Jean Leger ,Historie des eglises Vaudoises. ßayle. *

* Hpret;, (Thomas) gebohren zu Ingolstadt , war anfangsein Mönch gewesen , und hatte sich an. 1542. von dem Suf-fraganeo des Bischoffs zu Regenspurg zu einem Meß - Priesterordiniren lassen ; nachdem er sich aber zu der Evangelischenlehre bekannt, war er anfangs an einem orte in der Oder»Pfaltz Prediger , und erhielte nachher einen beruf nach Oester­ reich , woselbst rr bey der Pfarre zu Pvlkenbrun das lehr-amtsieben jähr verwaltet; im jähr 1579. aber ward er von Helm»hard Jörgern, Freyherr«, nach Gutenbrunn befördert. Er er-schien an. 1380. vor der Visitation nebst noch vier andern Män-nern, welche allesamt Jörgern für ihren ktrchen'-patron er»kannten, und führte in ihrer aller nahmen das Wort; wie sienemlich weder dem examini noch der beclararivn von der erb,fünde unterschreiben könnten noch würden, ehe sie die fachegebührend überleget hätten ; bey welcher erklärung er nebst sei-nen mitbrüdern ohne Unterschrift wieder nach Hause reifere.Und so offenbarte sich sein Flacianischer sinn gar bald, indemer in den beyden folgenden jähren sowol die repetikion als diePormulam Veritads mit seines nahmens Unterschrift öffentlichbekräffttgke. Ehe er nach Oesterreich kam, hat er heraus gege-ben : i.) Bericht und Trost auö dem VI. cap. des t ropheten Ba»ruchs , 1 sso. in 4. r.) Eine neue und wahrhafftige geist,'liche Practica , in dieser schweren und gefährlichen zeit bis zumende der weit. Darinn türtzlich und erschrecklich angezeigtwird, wie es Teutschland und andern (so GOttes Wort ge-habt , und sich nicht gebessert) ergehen soll. Gestellt und ge,prediget durch Thomam Rorer. Ist dedicirt an Johann Wen,sten , Pflegern und Eastner zu Cbam, und Hieron. Harttung,Cammermeistern, an. 156;. Raupachs Evangelisches Oe-sterreich, P. I V. p. 152.

Aorschach, ein schöner und grosser flecken an dem Bodensee in des Stifts St. Gallen landschaffl gelegen. Die niedereHerrltchkctt daselbst haben ehemals die Edlen gleiches nahmensgehabt, davon Egloff selbige in dem XV. foculo dem Abt Ca,spar von St. Gallen vermacht, dessen Nachfolger U'rich auchdie reiche Vogtey daselbst von «denen von Mammertzhosen er,kauft, und hierauf ein lustig Kloster dahin gebauet, welcheszwar an. 1488. von den Appenzellern und St. Gallern zer-stört , aber hernach wieder schön angebauet worden. An die-sem orte wurde an. 171;. ein friedens - tractat zwischen denEydgenoßischen Cantonen Zürich und Bern , und dem Abt vonSt. Gallen projectirt, welcher aber erst an. 1718. zum ständegekommen. *

* Ros, (Alexander Dominicus de) ein gelehrter Spanier von Lerida in Catalonien , war Dom-Dechant zu Tortosa ,worzu ihn Urdanus VIII. wegen einer auf das Barberinischesymbolum verfertigten sinnreichen schrift beförderte. ingleichenProtonotarius Apoftolicus , und starb zu Madrid an. r6;6.den 30, may eines plötzlichen todes. Er hat, als er sich an.1646. zu Neapolis aufgehalten , daselbst Gataliinna desengen-nada in 4. heraus gegeben , und Abeja Barberina , so eine lob,rede auf gedachten Ürdanum VIÜ. ist, und ihm reichlich be,lohnet worden , zu Rom an. 1639. in 4. drucken lassen. Sonsthat man noch von ihm 8errmm en la octava de Santa Theresia,Neapolis 1642. in 4. Anton. bibl. Hispan. Le Long , bibl.hist. de France. Barberini bibl.

* Koö, oder Roßius, oder No;, oder Nozius, (Fran,cistuS) ein Jesuit, gebohren zu Girona in Catalonien an.1333. lehrte anfänglich die Syrische spräche in dem Collegioseiner Societät zu Vaipicota an den Maladarischen küsten,und wurde darauf an. 1397. Gouverneur und Vicarius Aposto-licus in dem damaligen Bißthum Angamale , welches an.1603. nach Cranganvr verleget wurde. Ob er nun gleich vic,le qelehrsamkeit und klugheit besaß, und auch mit beyfall pre-digte , so war doch das Conseil zu Goa mit dieser wähl kei-neswegs zufrieden; welches ihm aber auch so wenig schadete,daß er endltch selbst Btschoff zu Angamale ward, und in sol,cher würde um das jähr 1617. mit tobe abgieng. Er warder vornehmste urheder von den entfchlüffen der Versammlungder Geistlichen zu Diamper, die ihm auch das Alistale Roma.num ins Syrische zu übersetzen, ingleichen die Syrische Über-setzung des Alten und Neuen Testaments nach der Vnlgata ein.zurichten, und endlich eine Syrische Übersetzung von dem Atha-nasianischen Symbolo vor die Geistlichen zu verfertigen, auf-getragen. Über dieses gab er sich auch viele mühe, die Tho,mas-Christen zu der Rbmisch-Catholischen kirche zu bringen,und untersuchte nebst drey andern Priestern alle ihre bücher,wovon er einige hin und wieder veränderte, andere aber ver-brannte. Er hat Doctrinam Christianam in Malabarischerspräche geschrieben, und Ritus baptizandi , inungendi Infir-mos, Nuptias celebrandi aus der Lateinischen in die Svri»che spräche übersetzt, auch nebst verschiedenen kirchen-büchcrnBreviaria und Ritualia nach dem gebrauche der Römischen kir«che ins Cyaldäische gebracht. Anton. bibl. Hispan. Alegatn-be , bibl. Soc. Jesu.

* 2 \ofa, (Christian) ist gebohren an. 1609. den 8. may zuMittwalde, woselbst sein.valter, AI. Simon Rosa, Probst undInspector gewesen. Seine Mutter hat sich wieder verheurathetan Johann Koch, anfangs Prediger zu St. Pekri zu Cöln an der

Spree ,