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Spree, hernach Probsten und Consistorial-Rath, weshalben erdaselbst unter dem berühmten Redor M. Adam Romanv, undConredor Johann Robach zur schule gehalten worden. Im jähr1627. begab er sich ins Stettinische Pädagogium, und übtesich im disputiren und peroriren. Im folgenden jähre wandteer sich nach Wittenberg , woselbst er dreymal öffentlich dispu.tiret, und im jähr 16; 1. die Magister-würde angenommenhat. Im jähr 16,2. ward er 8ub-Redor zu Cöln an derSpree , und im jähr i6;z. Redor zu Ruppin, welches amter unter allen Redoribus, am längsten verwaltet hat. Beyso mannigfaltigen Widerwärtigkeiten , die ihm zugestossen find,ist er in seiner amts-führung unverdrossen geblieben, wie mandenn auch noch unterschiedliche gedruckte Programmen, Car-mina, Orationes und Opuscula von ihm hat. In seinerTheophania klaget er an einem orte, daß die Ruppinlsche schu-le damals diejenige zugänge nicht gehabt, so ihr ehedessen ge-wiedmet. Er ist gestorben den 1;. nov. an. 1667. Diete-richs historische Nachricht von den Grafen zu Lindau undRuppin , p. 21
* Rosa, (Salvator) genannt Salvatoriel, ein berühm-ter mahler aus Neapolis, war ein jchüler des Antello Falco-ni, und hielt sich lange zu Florentz und zu Rom auf, anwelchem letzter» orte er auch an. 167;. im ; 8. jähre seines al-ters mit tobe adgieng. Er war von natur sehr eigensinnig,und zur satyre sehr geneigt, wie er denn auch unterschiedlichestachel-schriften in versen an den tag gegeben, worinn zwarsehr vieles seuer, aber auch viel unzüchtiges zeug angetroffenwird. Diese satyren sind an. 17 > 9 - zu Amsterdam in 8 . her.aus gekommen. Und nennet ihn Stolle in der hist. der ge-tehrtheit, p. 212. der Welschen ihr Boileau. Seine gemähl-de hingegen haben ihm grosse ehre gebracht, wie denn seineHistorien sowol als seine landschafften aller orten , und beson-ders in Engelland in hohem werth gehalten werden. Manhat auch einige kupfer - stiche, die er selbst verfertiget, undebenfalls sehr wohl gerathen sind. Abcedario pittorico. Feit.bien , entret. für les vies des Peintres. Pascoli , vite de Pitto-ri. Leipziger gelehrte Zeitungen aufs jähr 1720. p. 1;.
* Rosa, oder Rose, (Wilhelm) Bischoff von Senlis , warzu Clermont von ansehnlichen» eitern gebohren. Er wurdesehr zeitlich nach Paris geschickt, wo er in dem Collegio vonNavarra unter dem berühmten Johann Coterell die Philoso-phie ftudirte, auch hernach die schönen wtsscnschafften mitgrossem beyfall lehrte. Nachdem er sich darauf unter der an-führung des Johann Peletier in der Theologie genugsam ge-übet, fieng er an, nicht nur fleißig zu disputiren, sondernauch in den vornehmsten städten, vornemlich aber zu Paris ,öfters zu predigen. Sodann ward er an. 1576. Doctor derTheologie, und nicht lange darnach bestellte ihn König Hen-ricus III. welcher sich damals währender Reichs-versammlungzu Blois aufhielt, zu seinem Prediger. Im jähr i;8;. wur-de er Orand-Maltre des Collegii von Navarra zu Paris , undim folgenden jähre Bischoff zu Senlis . Er versähe danebendie Königliche Prediger-stelle zugleich mit, wollte auch, als Kö-nig Henricus III. todt, und grosse Unruhen im Reich entstan-den, seine Grand- Maitre.cbstrge, die er an Johann Herviumresigniret hatte, nach dessen absterben wieder haben, barinnihm aber Jacob Ambois vorgezogen wurde, weswegen er beydem Parleinenle einen vroceß erhub, den er aber verspielte,und , weil er wider dasselbe harte reden geführel, in eine ziem-liche geld-strase verfiel. Jedoch König Henricus IV. begnadigteihn, da er sich denn in sein Bißlhum nach Senlis zurück de.gab, und daselbst an. ,602. den 10. mertz mit dem lobe,daß er sonderlich gegen die armen sehr freygebig gewesen, mittobe abgieng. In dem Catholicon von Spanien werden ihmverschiedene auMweifungen beygemessen, insonderheit, daßer mit der schönen tochter des Präsidenten Johann von Ne-villy ein kind gezeuget. Er hat einen tractat de justa Reipubl.Christians in Reges impios & haeretieos Auctoritate geschrie-ben. Memoires de l’Etoile , tom. I. II. Bayle. Tbuamts ,lib. CXX. Launvjus , hist. Gymnas . Navarr. Paris . tom. II.
p. 1021.
* Rosales 1 (Jmmanuel) sonst auch Jacob Rosales, oder,
wie Menasse in der bey des Felgenhauers bono nuncio Israelisp. 91. befindlichen epistel meldet, Jmmanuel Bocaro Fran-ces y Rosales genannt, war ein Portugiesischer Radbine vonLisabona , der Medicin Dodor und Kayserlicher Pfaltzgraf,über welchen letzter« titul sich Jtterus de honor. & gradibusAcadem. p. 229. nicht wenig wundert, wie beym SchudtXnemorabil. Judaic . P: II. lib. VI. p. 404. zu ersehen. Erlebte in der ersten helfte des 17. jahrhunderts, und schrieb:1. ) Armatiiram Medicam , darinn er zu ende derselbe» Hi-storiatn Principum Chirurgorum, so gleichsam ein supplement zudes Zacuti wercken seyn sollen, versprochen. Er gedencket auchin selbiger , und führet an Exercitationum Medicarum P. I. obaber solcher im druck erschienen , ist unbekannt; 2. ) Fafcicu-lum trium verarum Proposttionum , Astrologie , Astronomie,& Philosophie , Florentz 1654. in 4. ;.) Garmen heroieumde vera Mund! 8trudura , in 4. 4. ) Regnum Astrorum re-
formatum , so auch ein getichte, Hamburg 1644. in fol. 5.)AnacephalcEosin Monarchie Lusitanics , Lisabona 1624. ist eingeticht in seiner mutter-sprache mit der Lateinischen Überse-tzung , darinn verschiedene prvphezeyungen vom Wachsthum
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und zunähme des Königreichs Portuqall enthalten ; 6.) Fee. tus Astrologie! libros 111 . in heroischen Versen, Lateinisch.Wolf. bibl. Hebr.
* Rosbach , (Johann Emericus ä) ein Teutscher Rechlsgc.lehrter von Meisten, war beyder Rechten Dodor, und desSchoppen-stuhls zu Leipzig 8enior. Er starb an. 160;. den17. jenner im 54. jähre seines alters, und schrieb: 1.) Pra-xis! civilem . Franckfurt IZ99. in 8. l6zo. in 8. Rostock 1670.in 4. 2.) Pradicam criminalem , ibid. 1610. und 1624. auch1629. in 8. und beyde zusammen unter dem titul: Proceffusjudiciarius civilis & criminalis, Franckfurt 1679. in 4. ;. )de Comparatione Juris Civilis & Canonici, ibid. 1601. i» 8.ist verschiedene mal wieder aufgelegt worden , z. e. Straßburg1688» 4-) Thesaurus» receptarum Sententiarum; z.) Pro-ceffum Cameras ; 6.) de diverlis Temporurn Appellationi-bus ; 7O de Jurisdidione; 8. ) Advocationem Hispanicamde diversis Qpsstionibus maritimis; 9.) Disputationes de Li-bris Juris Civilis & Canonici; 10.) In Tit. C. st qui* Imp.maledix.; 11.) Repetitio in L z. de Legibus, 8Ctis, &c.;12.) Catalexin in 1. Dig. de Origine Juris, Franckfurt 1605.in 8. Gab auch Heraus Friedrich Schencks Conclustones ju.ris , Franckfurt 160;. in 8. Stepner. (nscript. Lipliens. Bar.berint bibl.
Rosana, eine berühmte vestung des Hertzvgs von Parmaan den Modenesischen grentzen gelegen.
Rosarius, (Hugo Suräus) siehe Röster (Hugo Sureau du)
Roscelinus, ein berühmter vialedicus und Theologus indem Xl. faeculo, aus der Dioeccs von Beauvais , ward zwarwegen seiner gelehrsamkeit hoch ästimiret, aber wegen seinesirrthums verdammet. Denn er lehret also: wenn in GONdrey Personen sind, und doch nur eine fache, und nicht drey,eine jede vor sich, so folget, daß auch der Vatter und der H.Geist mensch worden sind. Woraus einige schliestrn wollten,als wenn er den Irrthum der Sadellianer wiederum hätte ein.führen wollen. Es ist derselbe auf dem Condiio zu Soissons an. 1092. und zu Rheims an. 1094. verdammet worden.Auch hat Anselmus seinen tractat, de Lide Tnnitatis & Incar-natione Verbi, wider ihn geschrieben. Pet. Abailardus warsein discipul, der aber gleichfalls mit ihm nicht zufrieden war,seinen irrthum verwarf, und ihn Pfeudo-Dialedicum, inglei-chen Pscudo-Christianum nenncke. Er war auch der Urheberder secte der Xominaliurn , die unter den 8cholasticis gar sehrbekannt ist. Ansetmus , c. 2. ep. & 41. Ivo Carmtensis ,ep. 27. Petrus Abelardus , ep. 21. ad Guilielmum Parisien-sem Epifcopum. Aatalit Alexander , hist. eccles. fec. XI.& XII. c. 4. §. 4.
Roscillus, und Aegus, waren Abducilli , des Fürsten oder Obersten der Allobrogum söhne. Diese beyde junge Her.ren dienten Julio Cäsari in allen seinen Gallischen kriegen, undbekleideten wichtige chargen unter seiner nrmee. Zu vergeltungihrer treuen dicnste, bekamen sie die vornehmsten ehren-stellenin ihrem lande, und wurden vor der gewöhnlichen zeit mit in -den Rath aufgenommen; hatten auch von Cäsare ziemliche Ver-ehrungen in geld bekommen. Als aber die trouppen sie beschul-digten , daß sie ihnen ihren sold vorenthielten, und noch barzudie anzahl ihrer unter ihnen stehenden lands-leuthe falsch an-gaben , damit sie desto mehr sold beziehen könnten, obfchonCäsar sich dabey gar gelind gegen sie aufgeführt, und sieunter den grösten Versprechungen fürs künftige nur vermah-net hatte, sich unter währendem kriege besser aufzuführen,so machte doch eines theils die schamhafftigkeit, daß ihr ge,brauchter geitz und betrug in der armer kund worden, undanderseits auch die furcht, Cäsar möchte sie nach geendigtemkriege doch noch zuletzt bestrafen, daß sie mit etlichen der ih.rigen zu Pompejo überfielen. Dieser machte sich hierübersehr groß, um so mehr, weil sonsten gar wenige vom Cä.sare zu ihm, wol aber viele von ihm zum Cäsar gefallen wa-ren. Sie waren ihm auch in so weit nützlich, daß sie durchden gegebenen bericht von allen anstalten des Cäsars und dergantzen beschaffenheit seines lagers anleitung gaben, wie mansich aus der enge, worinn Pompejus vom Cäsar eingcschlos,sen war, für dasselbe mal heraus wickeln konnte. Nachdemfindet sich kein bericht mehr von ihnen. c*sar , de bello ci-vililib. III. *
Roscius, ein sehr berühmter comödiant, welcher so vor«treflich in seiner kunst war, daß man hernach einen jeglichen,welchen man als einen guten meifter in seiner profeßion rühmenwollte, Roscium zu nennen pflegte. Er war der erste, welchersich auf dem theatro einer larve bediente, weil er schielte undein ungestaltes gesicht hatte. Allein das volck hörte ihn auchgerne reden mit unmasquirtem gesichte, weil er eine überausangenehme spräche hatte. Cicero vertheidigte ihn vor gerichtein einer rede, welche den titul führet: Pro 8. Rofcio Amerino,hielt auch sonsten gute freundschafft mit demselbigcn, übtesich mit ihm in der art jede fache mit natürlichen und an»ständigen gcberden vorzutragen, und ertheilte ihm sonderlichdas sehr rühmliche zeugnis : Da er auf eine so unvergleichli-che weise die comödien vorzustellen wüßte, daß icdermanwünschte ihn allein auf dem theatro zu sehen ; so wäre erdabey von so guten filtcn und einer so angenehmen und red-lichen aufführung, daß er allein unter allen comödianten
würdig