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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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cörper wurde zu Graupen in Böhmen bey den Jesuiten beyge-setzet , allwo er sich vormals zur Catholischen rellgion bekennethatte. Weil er auch gedachtem Jesniten-kloster jooo. thalcr imtesiamcnle legiret, so wurde ihm ein trefficheö monumenl in derkirche zu bauen angefangen, als aber solches geld nach seinemtobe nicht erfolgte, ist mit dem bau hierauf inne gehalten wor-den. Dlugojs. hist. Pol. tom. I. Paprocii stemmst, item fpec.Morav. ctytr*i Sax. pufend. Schweb. kriegS-gefch. MSt.Familia . *

Kose, (Reinhold von) war anfangs unter dem HertzogeBernhard von Weimar Oberster über ein regiment reuterey,leistete bemfelbigen in allen seinen kriegs-verrichtungen, inson-derheit aber bey der belagerung Breyfach und denen allda zu ab-haltung des Kayferlichen entsatzes zu benden feiten des Rheinsgelieferten feldfchlachtcn sehr grosse dicnste; wie er denn seinereutcr gewöhnt hatte, eben sowol zu fuß , als zu Pferde zu fech-ten, und in einem derer vorgegangenen treffen einen schuß insgesichte unter dem lincken äuge empfangen , davon die kugel amhalse wieder hinaus gegangen. Seinem bruder Johann vonRosen wurde eben in dieser action das eine knie durch eine mus-queten-kugel zerschmettert, daß er die übrige zeit feines lebenshincken muste; wovon er der lahme Rose genennct ward.Reinhold insonderheit stund bey dem Hertzoge in solchem anse-hen , daß er ihn nicht nur unter die vier General -Vireetoreoseiner bisherigen armer setzte, sondern auch demseldigcn vor-aus zehen tausend thalcr vermachte. Als nachmals diese ar-mer durch tracraten in Französische dicnste gienq, und dieserCrone die bisher gemachte wichtige conqueten überliesse, hatteRose nebst Erlachen den grösten theil daran, wodurch ihnendenn jene sehr verpflichtet werden muste. Zur erkenntlichkeitward ihm eine jährliche ausserordentliche bestallung von zwölftausend francken, dergleichen damals in Franckreich noch garrar waren, samt der würde eines Französischen General -Majors beygeleget, seinem bruder Johann von Rosen aberein neues regiment zu pferde auf Teutschen fuß anzuwerben auf-getragen. Gleich im folgenden jähre 1640. that er grossedienste in der Wetterau und Hessen , schlug den KayferlichenObersten Gallas vor Friedberg weg, nahm Hombcrg mit ge-malt ein, klopfte darnach die Croaten und Dragoner, so unterden Obersten Lois und Rubland bey Allendorff stunden, trafbald darauf mit dem General Bredau zu zweyen malen unfernZiegenhayn , da dieser sonderlich in dem zweyten gefechte voll-kommen geschlagen, und er selbst erlegt ward. Auch glücktees Rosen kurtz hernach noch einmal, den Obersten GallaS mitseinem regimente unfern Francksurt zu ertappen, und theilsniederzumachen, theils aber samt dem Obersten gefangen zunehmen. An. 1642. trug er ein grosses bey zu dem grossensiege , den die Weimarischen und Hessen am Nieder-Rhcineunfern Kempen wider den General Lamboy erhielten, Mas-sen er da die reuterey angeführet, welcher man den glücklichenausschlaa der fache am meisten zu verdancken hatte. Lam«boy selbst ward allda gefangen, neben dem General -Wacht-meister Merci, Obersten, n. Oberst - Lieutenants , 9.Oberst - Wachtmeistern , nebst mehr als ioo. Unter-Officiersund 5000. gemeinen. Als sich auch von den flüchtigen in dietausend reuter wieder gesammelt hatten, die sich durchs Jüllchi-fthe mit Hazselden zu vereinigen suchten, überfiel sie der Gene-ral Rose noch einmal zwischen Düren und Kerpen , und schlugsie dergestalt, daß wenige davon kamen ; der Baron Zell aber,ein Kayserlicher Oberster, der sie führete, nebst andern Ossi.ciers gefangen wurde. Als er in den folgenden chhren an allenkriegs. Verrichtungen der Weimarischen armer guten theil ge,habt, und sonderlich bey den kriegs»leuthen mehr liebe undvertrauen , als alle andere Generale, erworben; geschahe esan. 1647. zu seinem grösten Verdruß, als welcher die einmalder Cron Franckreich versprochene treue mit gröstem cifer zuhalten gesinnet war, daß zehen Weimarische regimenter alle zupferde oder dragoner, theils wegen nicht bezahltem solde, da-von ihnen sieben monate ausstunden, theils auch, weil mansie gegen die vorigen versprechen in Franckreich und Flandern führen wollte, dem Marschall Turenne ihre dienste aufkün-digten , wofern si.'nicht unter dem commando des General Ro-sen stehen, und wider die feinde der Cron Schweden solltenemployiret werden ; dennoch ward Rose beschuldiget, alswenn er diesen aufstand angesponnen, und endlich, da diegedachte regimenter durchgegangen, zu Nancy ins gefängnisgelegn, ungeachtet er sich viel mühe gegeben, selbige zu demschuldigen gehorsam zu bringen. Er muste auch ein gantzesfahr in diesem zustande hinbringen, bis man ihn durch intcrces-sion der Königin in Schweden , zu Baris auf freyen fuß stellte,worauf er beständig in den dienste» der Cron Franckreich geblie-ben. Die Königliche Mutter und ihr söhn der junge König,welche nun die Unschuld dieses Generals vvllkommentlich er-kannt , bezeigten ihm von der stund an sehr grosse gnnst, er-nennten ihn zum General-Lieutenant, und liessen durch selbi-gen zu den 4?°o. mann , welche die Königin von Schweden anFranckreich überlassen, noch eine gleiche anzghl anwerben, daer denn nach erhaltener Königlichen Verzeihung für die wegge-gangene Weimarische reuter den grösten theil wieder zurücke inFranzösische dienste gebracht hak. Damals ward er zum Gene-ral en Chef über alles in Französischem sold stehende Teutschekriegs-volck ernennet, auch sein bruder Johann von Rosen zum

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Maredial de Camp , lind Commendanten zu Thann im Elsaßgemachet. An. >6zo. führte er in der schlacht bey Rhetel dascotps de reserve , und traf damit so tapfer und in so rechterzeit auf den feindlichen rechten flügel, daß er denselben völlig indie flucht schlug, und den sieg, welcher bis dahin noch sehr ge-wancket hatte, gäntzlich auf die Französische feite zog. Abersem vorgemcldler bruder verlohr dabey das leben, und ließ sichmit seinem gantzcn regimente in stücken hauen, ehe er einenschritt welchen wollte. Dieser hatte sich in eine FranzösischeDame vom Hanse Chviseul-Beaupre vermählet, u«d von selbi-ger eine einige tochter gezeugct, die sich mit ihrem vetter Geor.gen von Rose, einem söhn Woldemars, oder des tollktr Rosen,verheurathet, aber demselbigen keine kinder qebvhren, so daß inthuen der beyde» brüder Woldemars und Johannis nachlaffen-schafft wieder ausgestorben. Um wieder auf Rcinholden vonRosen, den ältesten bruder zu kommen , so gab ihm der Königan. lüza. durch ein patent vom I?. april das völlige ober-com-mandoüber gantz Ober-und Unter-Elsaß, welches in ansehungseiner fremden ankunft, und daß er der Evangelischen rellgionbeständig zugethan verblieb, ein qantz ungemeines zeichen desVertrauens war, so man in dieses Mannes treu und fähigkeitsetzte. Was sein übriges leben betrift, so halte er sich an. 16,7.in Straßburg verheurathet mit Anna Margaretha, einer Frey-fraulein von Epp , so ein vornehmes Haus in Westphalen ; mitwelcher er zwey töchter gezeugct, Maria Sophia, welche sichden z. hornung an. 1660. mit ihrem anverwandten Cvnrad vonRosen, von dem in folgendem artickul, verehlichet: und Johan,na Renata, die auch mit einem vetter Georgen Christoph vonRosen, einem söhne Reinholds von Rosen, aus dem aste Hoch-Rosen , der sich an. aus Liefland in Preussen gezogen hat-te, vermählet worden. An. i6;i. kaufte erstgemeldter General- Lieutenant von Rosen die Herrschafft Herrenstem, nicht weitvon Elsaßzabern gelegen, von der stadt Straßburg , und erbau-te darimi zu Delweiler ein ansehnliches schloß, allwo er auchseine Wohnung nahm, und endlich an. 1607. den 18. dec. verstor-den, da sich seine vor langem in der belagerung Brevsach geradeunter dem lincken äuge empfangene wunde wieder geöfnet hatte.Seine gemahlin war schon im hornung an. 1664. verschieden.Was Bayle aus dem Nercure galant von diesem Herrn erzeh-lel, daß er noch an. 1668. in der belagerung Dole dem Königein Franckreich aufgewartet, und damals ein ;8. jähr altes pferbgeritten habe, ist gantz falsch, sowol als mehr andere umstände,welche Bayle aus einem so unsicher» zeugen als der Verfasser desobigen Mereure ist, entlehnet hat. Die genaue hier oben an-gezeigte zeit des todes von diesem General , so zwey monate vorder belagerung Dole eingefallen, lässet an der falschheit der ge.meldten erzehlung nicht zweifeln, wenn schon der Mercure ga-lant in dergleichen histörgen nicht längst allen glauben verloh-ren hätte. Pufendorjs. de rebus Suec . T.t Laboureur , vie duMar. de Guebriant. Le Soldat Suedois, &c. *

)>ose, (Cvnrad von) des vorhergehenden tochtermann undendlich Marechal de France , war in Liefland aus dem obcrzehl»ten Hause entsprossen, und ein söhn Fabiani von Rosen, Erb-Herrn aufKiein-Ropp und Reiskvm, von dessen gemahlin So-phia Freyfrau vonMengden. Er fieng schon an. iüzi. an inFranckreich zu dienen unter dem reuterey-regimenke von Brinon,darinn er an. i«z c. eine compagnte bekam. Das folgende jährnahm ihn sein anverwandter, der vorermeldte General-Licute,uant von Rosen , als der mit dieses vatter Fabianen geschwisrer-tekinder war, unter sein regiment, machte denselben an. 1600.zu dessen Oberst-Lieutenant, und gab ihm endlich kurtz vor sei,nem tode an. «667. seine im vorigen artickul vermeldte ältestetochter zur ehe. Nach des schwiegcr-vattcrs tod erhielt er dessenregiment zu pferde < so aber gleich im jähr hernach bey dem Aa-chischen frieden abgedanckt worden; worauf er die zwey folgen-de jähre ausser diensten auf seinen güthern zubrachte. Aber an.1671. da Franckreich seine völcker von neuem versiärckte, rich-tete er wieder ein Teutsches regiment zu pferde auf, womit erin Niederland gute dienste geleistet, und sonderlich in der schlachtbey Sencf so grosse ehre eingelegt hat, daß er deswegen gantzallein vom Könige zum Brigadier ernennet wurde. An. 1677.als der König in Person der belagerung Cambray beywohnte,spürete er solche Vergnügung über die tapferkcit, mit welcherer einen starcken ausfall der Svanier nicht ohne empfangene ge-fährliche wunden zurücke geschlagen, daß er ihn wiederumallein und mit besonderer distinclion zum Marechal de Camp.roievorher zum Brigadier, machte. An. 1680. hatte er die ehre aufKönigliche ordre die Bayerische Printzeßin, alS braut des Dau-phins , an den Eljaßischen grentzen zu empfangen. Im folgen-den jähre bekannte er sich zur Catholischen religion. An. iS86.ward er von dem Könige gebraucht, seine trouppcn in Langue-doc, denen Sevennes, und letztlich in Roußiüon zu comman-diren. An. >688. erklärte ihn derfelbige zum General-Lieute.nant seiner armeen, und schickte ihn bald hernach in Jrrland,seine Jacobo I I. alldahin zu bülffe geschickte kriegs - völcker alSOberhaupt anzuführen. Unter andern sehr tapfern thaten,welche er da verrichtet, setzte er an. i68y. mit einer kleinen an«zahl reuterey über den fluß Finne im angesichtc acht tausend derfeinde, schlug solche in die flucht, und zerstreucte sie gäntzlich,welches, wie es eine der schönsten kriegs-thaten war, so meFranzösischen trouppen in selbigem Jrrländischen kriege verrich-tet , also gesiil sie König Jacobo so wohl, daß er ihm hier-