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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ros

»7. jahrhunderts, und stand in grossem ansehen. Er hak Com-

mentaria in scx Libros Galeni de Dift'erentiis & Laubs be-bn,im & Symptomatum geschrieben, dabey 2. bricfe, der einean Andreas Lorentzen von Montpelier , der andere an Johannvon Caravaial zu Scviüa, beydes berühmte Medicos , befind«lieft / Barcellona 1627. mjfol. Anton. bibl. Hispan.

)>ossclaer, ein schloß und städtgen, nebst einer freyenHerrschasst in Bradant / 2. weilen von Löven , gelegen. Indem Badischen frieden ist es dem Kayscr abgetreten worden.Es hat einer allen Freyherrlichcn faimlie/ welche das Erb«Cämmerer - amt besitzet , den nahmen gegeben. Zeüeri topogr.circ. Burg. Tromsv.

* )>osselius , (Paul) ein Magister der Philosophie in derersten helfte des 17. jahrhunderts / war in den Orientalijeftensprachen wohl erfahren. Die von ihm bekannten schritten find:i.) Lsnones Ebrsi s. Manuductio ad faciliorem Lingu® sanctseCognitionem , welche an. 1618. ohne Wissen des Verfassersanö licht traten, die er aber nachgehends verbessert zu Willen-berg an. 1621. in 4. heraus gab; 2.) Ibemata mi'lLellaneastebraica. Wolf. bibl. Hebr. P. III. p. zoo.

* )>ossem / ( Martin von) Herr von Pudernien , ein tapfe-rer Niederländischer General «in 16. jahrhunderte , war einencfel Johannis von Rossem , welcher an. 1499. in feiner bürgRossen« auf der «nsul Bommelwcrt in Geldern gelegen , einCollegiat - Stift von 7. Canonicis aufgerichtet , das aber an.i;99. durch den krieg zerstöret worden. Unser General com«mandirte an. izag. die armee Carls von Egmont/ des Her-tzogs von Geldern , unter dieser bedingung, baß er den zehen-den theil von der beule haben sollte, die er in Holland machenwurde. Hier unternahm dieser General eine fache, deren ver-wegener ansang und glückliche ausführung den nahmen desvon Rossem den Holländern fürchterlich machte. Er brachtezwey tausend mann zu fuß, alle und wohl versuchte leuthe ,und zwey hundert reuter seilhalben Woerden zusammen , ohnedaß man wlißte, was er im sinne hatte. Nachdem er diesemannschaffl beysammen hatte, hielte er eine anrede an sie/ undstellte ihnen vor, wie sein absehen auf Haag gemüntzet wäre,und daß für seine soldaten nichts leichter und vortheilhaffterseyn könnte. Sie vcrsvrachcn ihm zu folgen / wenn er sie auchin die Hölle führen wollte , und zogen darauf unter Kayserli-chen sahnen mit ihm fort/ um für freunde angesehen zu wer-den / bis sie zu Voorschoten ankamen, allwo von Rossem einoder zwey scheunen in brand stecken liesse. Einige sagen , daßsolches geschehen / weil sich die banern geweigert hätten/ scha-tzung zu erlegen , andere aber / daß er solches gethan habe, ei-nige Haaqncr zu warnen, ihre gülhcr in sicherheit zu bringen.Denn man stiebet vor , daß von Rossem mit einigen von demHaag ein heimliches Verständnis gehabt/ und versprochen hät-te / denselben seine annäherung auf diese weise zu wissen zuthun. Unterdessen rückte er immer weiter bis nach Ryßwickfort / allwo er sein volck Geldrische sahnen aufstecken , undunter einem beständigen gefchrey / Geldern / Geldern, geradenach dem Haag fortziehen liesse. Die zeitung von dieser an-näherung und nahen gcgenwart dieses unvermutheten gastesverursachte bey allen Ständen ein ungemeines schrecken. Ei-nige brachten ihr gcld und ihre schriften im augenblicke insicherheit/ und flüchtete» nach der see-küste. Andere entka.men / ohne etwas zu retten, der gefahr nach Dclft, mittler-weile andere ihre kostbarkciten hier und dar ins wasser warfen/und dieselben nach üdcrstandcner gefahr wieder heraus zufischen gedachten. Unter dieser Verwirrung fiel von Rossem umMitternacht mit einem abscheulichen gefchrey in Haag ein , undfieng sogleich zu plündern an, wobey er eine grosse beute mach-te. Hierauf legten sich die soldaten auf das fcauen-fchändenund fauffen, baß sich auch von Rossem dadurch qcnöthiget sa.he / eher als er willens war, an seinen zurückzug zu dencken/weil er befürchtete , es möchte ihn die besatzung aus Leidenin diesem zustande besuchen. Einige behaupten/ baß er des an.dern tags frühe Haag wieder verlasse»/ welches auch das wahr-scheinlichste ist / obgleich andere behaupten/ daß er sich ;. gantzertage darin» aufgehalten/ und nach derselben verlauf mit 20000.gülden brandschatzunq und geisseln für die rückständige bezah-lung / ausser der gemachten beute, ausgezogen sey. So vielist gewiß/ daß ihm der Hof von Holland aufgemachet worden/darin» er auch gewesen ist; allein er hat denselben und alledarin» befindliche schriften unbeschädigt gelassen. Bey demabzuge fielen ihn einige dauern von hinten an; allein sie thatenihm wenig schaden , doch da er sich Utrecht näherte, erfuhrer / daß der Bischofs die Vorstadt in brand gesteckel, und daßihn einiges Burgundisches kricqs- volck / so an dem Rhein ineiner schantze lag, auf dem fuß verfolgte, weswegen er seinesoldaten / die sehr mit beute beladen waren, in reihen undglieder stellte, die beute auf schiffe dringen ließ / und also mitaroffer Vorsichtigkeit in die stadt führte. Nachher wurden allekostbarkeitcn zum grösten Verdruß der Utrechter nach Arnheim geführet, welche sich Hoffnung gemacht hatte» , daß die stadt,caffe damit bereichert werden sollte. Die Haaaischen geisselnwurden gleichfalls, nachdem sie einige zeit »n Utrecht in Ver-wahrung gewesen waren, da kein gelb ankam , nach Arnheim geführet / allwo sie zwey jähre in verhafft fassen. Als endlichder Hertzog von Geldern des krieges müde ward , so fieng

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man an / an einem vergleiche zu arbeiten, worauf zu Gorcum an. r s ?7. der friede geschlossen / und zu Mccheln beschworenwurde; von Rossem aber ward von dem Hertzoge von Geldernnach PariS abgeschickt, dem Könige von Franckreich , mit wel.chem er in einem bündnisse stunde/ Nachricht davon zu geben.Nachdem nun der Hertzog von Gelder», Carl von Egmont,an. 15 38. mit tobe adgieng / und der Hertzog vow Eleve/Wil-helm , sein recht auf Geldern wider den Kaystr Carl V. zu be-haupten suchte/ trug er gleichfalls dem von Rossem an. le-n.das commando über seine armee auf. Dieser zog mit seinerarmee nach den grentzen von Lüttich , und hielte daselbst umden dlirchzug nach Franckreich an , nicht dein Könige vonFranckreich zu helffen, sondern die verlobte braut des Her«tzogs abzuholen. Seine eigentliche absicht gicng auf Antwer­ pen / welches damals eine sehr reiche stadt war/ die er gerngeplündert hätte, allein die Lütticher versagten ihm den durch,zug / und dadurch gieng der anschlug zu nichte. Diesem ohn«geachtet fiel er in Brabanl ein, welches er überall weidlichverheerete. Da er unter ander» kundschafft erhielte, daß dasschloß Hochstraaten mit einem grossen vorrath an pulver undkugeln versehen wäre / so rückte er mit seiner fliegenden armee/we«aie bereits an allen orten grosses schrecken verursacht hat«te / davor, und forderte dasselbe mit erschrecklichen drohungenauf. Die besatzung war nicht groß, und daher» nicht imstände/ starcken widerstand zu thun/ daß also von Rossemhinein gelassen wurde , und hundert tonnen pulver, eine gros-se anzahl kugeln und vier stück gcschütze bekommen , nach der-selben empfang aber hat er das schloß ohne überlast wieder ver-lassen. Unterdessen hatte von Rossem seine absicht noch bestä».big aufAntwerpen gerichtet/ und die furcht/ so man deswe-gen hatte / wurde durch den bey Hochstraaten von »hm er-haltenen Vortheil sehr vermehret. Aus dieser Ursache wardRenakus / Printz von Oranien, ein Kavstrlicher General /mit seinen trouppen aus Breda nach Antwerpen bcruffen.Er eilte sehr/ weil er besorgte/ es möchte ihm von Rossemzuvor kommen; allein der Gelderische Feldherr war ihm zulistig. Dieser hatte den weg verkundschaffret , den der Printzkommen muste, und bey guter zeit einen theil seiner armee/meistentheils fuß - volck / dahin geschickt. Diese legten sichan beyden feiten des weges bey Brctfort auf den bauch aufdie erde, < mittlerweile eine kleine anzahl reuter bis an dasdorf fortrückte/ und sich daselbst setzte. Der Printz meynkebey seiner annäherung, daß diese reuter von dem von Rossemauf kundschafft ausgeschickt worden, und ließ sie angreiffcn.Sie thaten kräfftigen widerstand / daß auch der Printz genö«tyiget wurde mehr volck dahin zu schicken, und in person an,zurücke». Hierauf kam das Gelderische fuß - volck zum Vor-schein / und erweckte nicht wenig schrecken unter des Printzcntrouppen / welche sich retteten / so gut sie konnten, aber nichtohne grossen Verlust. Nach erhaltunq dieses sieges zog vonRossem gerade auf Antwerpen los , und forderte die stadt imnahmen der Könige von Franckreich und Dänemarck auf, un-ter dessen sahnen er, seinem vorgeben nach, den krieg führ,te: er setzte hinzu/ daß der Kayscr bey Algier schiffbruch er,litten und ertruncken wäre/ oder wenn er ia noch lebte/ inunbekannten wüsten landen» hülflos und in der irre herumschwebte. Die Antwerper gaben zur antwort , daß sie demKaystr, von dem er so viele Unwahrheiten aussprengcte,getreu bleiben wollten, und daß sie mit ihm, der mehr ein räu,der und leuthe-placker, als ein tapferer soldal wäre, nichtszu thun haben wollten. Von dar begab sich von Rossem nachLöven, welches er eben so auffordern ließ, wie er zu Antwcr,pen gethan hatte. Die Regierung schiene nicht ungeneigt mitihm zu handeln, allein die iuqend in der stadt, welche sichstudirens halben darin» aufhielt, verhinderte es, und wollteauch nicht einmal zugeben, da die Regierung bereits die schwach,heit begangen hatte, dem von Rossem einige verlangte fachenzuzuschicken, daß man damit fortfahren sollte; ibndern wiesfie mit gemalt zurück, und dieser kühne kriegs - mann hattenicht das Hertz durchzugreiffen. Von dar meynte von Rossemnach Lothringen durchzubrechen , allein nnterwcgcns bekam ereinen streit mit dem Französischen General Longueville, derseine trouppen mit ihm vereiniget hatte, über die auslheilungder beute. Nachdem dieser streit endlich wieder beygelegt war,so erhielten die Gelderischen ihren sold, den ihnen der Königvon Franckreich vor ihrem ausmarsch aus Geldern versprochenhatte, und kehrten darauf wieder nach Hause. Es wahrteauch nicht lange, so fiel der Printz von Oranien in das-lichische land, um des von Rossem seine streifercyen zu ver-hindern , und verwüstete es weit und breit. Er stund auch imbegriff in Geldern und das Clevische einzufallen, als der Chur-fürst von Cöln, der Landgraf von Hessen und andere sich er-boten einen Waffen - stillstand zwischen der Statthalterin Mariaund dem Hertzoge Wilhelm zuwege zu bringen. Es schienesich auch alles darzu anzuschicken, daß auch Maria zu erfpa-runq der unnökhigen kosten, einiges volck abdanckte, woraufWilhelm dre fache ungeschlossen liegen ließ, und Limburqden winker über ausplünderte. In dem folgenden jähre zogvon Rossem wieder zu selbe. In diesem zug eroberte erAmersfort, und in Brabant Heümvnd und Eindhoven , beywelchem letztern orte er auch einen feindlichen lrupp reuter,meist von Adel, überfiel, und meistentheils gefangen nachGeldern führte. Nachdem er die beyden letzten Plätze jämmcr.