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schickte nemlich der Rath an. 1584. einen Candidaten zur or«dinalion nach Regenspurg. Diese ordinakion schlug Rosinusab, und zwar aus der Ursache , weil das Ministerium zuEteyer den neuen Gregorianischen calender angenommen , undsich hierdurch wieder unter das Papstthum begeben habe, wel-ches der Rath zu Steycr hoch empfanh, und sich hierüberdurch schreiben bey dem damaligen Cämmcrer zu Regenspurgbeschweret. Er schrieb Fürstliche Leichen - Predigten, undstarb an. i;86. den 17. sept. Lebeno-Iauf. Schamein Num-burg. litterat.
* KooPolntcfen, Lateinisch Eremit* Ruifici , sind eine ge-wisse secle in Rußland , so sich von der Rußischen kirche gantzabgesondert, wiewol sie noch einige ceremonien behalten hat.Sie soll um das jähr 16Ü6. entstanden seyn, hält sich in Wäl-dern und entlegenen orten auf, trägt ihre conlrtbulion zwarrichtig ab, will aber nicht unter solchem gehorsam wie dieandern Russen stehen. Man hat sie auszWwlten gesucht, cSist aber nicht niöglich gewesen; denn woMman sie in einHaus oder andere enge zusammen getrieMr, haben sie sichnicht gefangen gegeben, sondern das gebäude angestecket, undsich selbst verbrannt, dahero der Czaar Petrus I.' befohlen, siein ihren Wäldern, so lange sie ihre rcligion unter den Russennicht ausbreiten, in ruhe zu lassen. Unschuldige Nachrich-ten, 172;.
)>osla, oder eigentlich Nieder- Rosla, ein schloß, dorfund Amt in Thüringen an der Ilm gelegen, stehet den Her-tzogen von Sachsen-Weimar zu, und darf nicht mit dem städt-lein Rosla an der Helm, so den Grafen von Stollderg ge-hört , und gleichfalls ein Amt hat, verwechselt werden. NachAlbini meynung ist ehemals Rosla eine besondere Herrschafftgewesen, und findet man an. 1,48. in den alten Urkunden Ar-noldum von Rosla, als zeugen, angezogen. An. 1440. hatArei Vitzthum Rosla besessen, solches aber im damaligen bru-der - kriege eingebüsset. Müüeri annal. Sax. pag. 26. Beyerigeogr. Jenens. p. }95· feg.
"Kosla, (Heinrich) ein Porte von Nienborg auSNieder-Sachfen , schrieb vor ohngefehr vierhundert und etlichen und;o. jähren ein historisches geticht, unter dem titul: Herlings-berga , welches mit I. H. Metbomii noten an. 1652. herausgekommen ist, und auch in dessen scriptor. rerum Germ. tom. I.stehet. Kanig. biblioth. vet. & nov.
* Koelctu, Roßlau , ober Rosla, und Rössel, LateinischRoslavia , ein städtgen, schloß und Amt, in dem FürstenlhumAnhalt - Zerbst, an der Elbe, nahe bey Dessau . Das Amtund nahmentlich das schloß Roßlau ist ein altes zugehör desFürstenthums Anhalt gewesen ; die Fürsten Albert und Wol-demar aber überliessen solches nachhero dem Grafen zu Lindau ,dessen söhne im jähr ms 8- dieses Amt gedachten beyden Für sten für zwölfhundert und fünf und zwanzig marck silbers wie.derum zurück gaben. Es gehöret zu dem Zerdstischen anthei-le, und gehet von der Aeblißin zu Quedlinburg zu lehn. Beck-manns Anhalt, histor. F. III. p. ;;8.
Kospigltojt, ein Italiänisches geschlechte, welches zu Pi,stoia in Toscanien seinen Ursprung genommen, und durch In,lium Rospiglivsi, der unter dem nahmen Clementis IX. an.1667. den Päpstlichen thron bestiegen, berühmt worden. Dennderselbe berief seine anverwandten nach Rom , und versähe sietheils mit dem Generalat des Kirchen-Slaats und der galeeren,theils mit dem Gouvernement des castells di St. Angel». DerAbt, JacoduS Rospiglivsi, ward Internuncius zu Brüssel , undhernach Cardinal Fadrone ; dessen bruder Vincentz muste mitetlichen galeeren nach Candia gehen, er kam aber unverrichte.ter fache wieder zurück, und starb in melancholey. Kurtz zu-vor , ehe der obgedachle Papst mir tobe abqieng, stiftete er zwi-schen seinem anverwandten, Thoma Rospiglivsi, und der toch«ter Pallavicini, des reichsten Herrn zu Genua , eine heurath.Weil aber der bräntiaam vor dem beylager starb, so ward diebraut des verstorbenen bruder, Iohanni Baptistä, zu theile,welcher von der Million, so er zum braut - schätz bekam, demFürsten Ludovisio das Hertzogthum di Zagarolo, nebst andernHerrschafften, abkaufte. Er nahm darauf den Hertzoglichentitul di Zagarolo an , und hinterließ bey seinem an. 1710. er.folgten rode zwey Printzen, Dominicum und Nicolaum. Leh-manno Europ. F. II. Hühners geneal. t. ;2I.
Kospigliosi, (Jacobus) war zu Pistoja an. isag.geboh-ren. Sein vatler war Camillus Rospiglivsi, ein bruder desnachmaligen Papsts Clementis IX. Mit diesem seinem vetter,der vor seiner erhebung zur Päpstlichen würde Julius Rospi-gliosi hieß, reisete er nach Salamanca , wo er sich auf die Phi,losyphie und Rechtsgelehrsamkeit legte. NachIeiner zurück-kunft nach Rom warb er unter Alexandro VII. Staats - Secre-t.irius, und gab damals seine geschicklichkeit in den Händeln mitdem Französischen Gesandten, dem Hcrtzog von Crequi, durchunterjchiedliche Handlungen, die er deshalben mit ihm pflog,zu erkennen, muste auch wegen eben dieser fache selbst einereise »ach Franckreich übernehmen. Nach der zelt ward er alsNuntius nach Brüssel geschickt, und als unterdessen sein vetterPapst worden war, muste er wiederum nach Franckreich ge-hen , um den frieden zwischen dieser Crone und dem Königevon Spanien befördern zu helffen. Hierauf ward er an. 1667.Presbyter Cardinalis , mit dem titul St. Sixll und Cardinal
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kadrone, wiewol der Papst sich seines rathS in wenig facht»und sehr selten zu bedienen pflegte. Nach Clementis IX.tobe half er eine von desselben crealuren , nemlich den CardinalAltieri, unter dem nahmen Clementis X. zum Papste wehlen,und starb endlich an. 1S84. Palatii fasti Cardinal.
Kospigliosi, (Felix) ein bruder des vorigen, war an.164*. gedohren. Er ergab sich gantz und gar den studien.Sem vetter Clemens IX. wollte ihn nicht zum Cardinal ma.chen, um nicht das ansehen zu haben, als ob er seine Neporenallzuwvhl bedächte. , Desselben Nachfolger Clemens X. woll«ihn zwar zu dieser würbe erheben, weil sich aber der König inFranckreich mit dem grösten eifer vor den Bischoff von Laond'Etree bemuhete, konnte er erst an. 167;. dazu gelangen, daer denn den titul 8. Mari* in Porticu bekam. Er starb an.1Ü88. Palatii fasti Cardinal.
,, + Kofj, oder Rosse, lat. Rofsieus, (Alexander) ein Schott«länder von Aberdeen gebürtig, lebte in dem 17. jahrhunderle,und machte sich durch unterschiedene schriften bekannt. Dievornehmsten sind : I.) Virgilius Christianizans , Lonben r6}8.in 8. Rotterdam 16;;. in 12. von 20. bogen, und nebst derPfychomachia Virgiliana wieder aufgelegt, ibid. 1661. in 12.2.) Mystagogus Poeticus , Londcn 1650. in 8. Z.) tray<reCua toder von der gantzen Welt Religionen, welches Albert Rei.marus zuerst ins Teutsche übersetzt und zu Amsterdam issg.in 8. Thomas le Grüe ins Französische, Amsterdam 1666.in 4. und David Nerretcr abermals ins Teutsche übersetzt,und mit vielen zusätzen an. ,707. unler dem titul: Jüben- undHeyden-Tempel in ;. bänden in octav zu Nürnberg heraus ge-geben ; 4.) Commentum de Terr* Motu circulari refutatum,in 2. büchern, Londen 16)4. in 4. ;.) The new planet noplanet, ibid. rÖ4ö. in 4. 6.) The picture of gonscience drawnby the peneil of divine Truth , ibid. 1646. in 8. 7.) Que-stions and Answers of the lirst 6. chapters of Genesis , ibid.1620. in 8. 8·) Rerum Judaicarum libros II. in Versen, ibid.1617. in 8. 9.) Fhilofophical Youch stone, ibid. 1Ö4?. 10.)er hat auch den Alcoran ins Englische übersetzt. Kmig. inbibl. Fahrte, de scriptor. qui veritatem relig. Christ, asserue-runt. Leipz. gelehrt. Zeit. 1714. p. 779. Fabric» bibl.
antiqu. p. 240.
’Kog, (PeterMatches^ ein Medicus aus dem ende desr6. jahrhunderls, hat Obfervariones Medicas , Chirurgicas& Practicas, ingleichen Confultationes & Obfervariones feie.ctas pro Morbis rite curandis geschrieben, welche sein söhnVictor Roß zu Francksurt rsog. in 8. heraus gegeben. Esstehen auch gemelbte Confultationes & Obfervariones feiest«in des Peter Borelli Obfervationibus Medico - Physicis',Francksurter edition von an. «676. in 8.
Kossano, lat. Rofeianurn, eine ziemlich grosse und volck«reiche stadt nebst dem titul eines Furstenthums, in Calabriacitra, in Neapolis, auf einem berge gelegen, welcher gantzmit seifen umgeben ist. Sie hat ein Ertz-Bifchoffthum, undgehöret dem Fürsten Borghese, welchem es aber m dem Spa nischen succeßions - kriege genommen worden , well er Carldem III. als König in Spanien , den eyd der treue nicht leistenwollen.
7 >oßbach, eine Heßische stadt in der Wetterau , eine meilevon Frledberg, soll den nahmen von dem dabey gelegenen Rö-senbrunnen haben. Vor btescm mag sie wohl verwahrt gewe-sen seyn, davon noch einige überbliebene thürme zeugen. Obdas geschlecht derer von Rosenbach, welche noch jetzo Bnrg-männer zu Friedberg find, davon seinen nahmen habe, istunbekannt. So viel aber ist gewiß, daß sie ehemals Chur-Trierund Hessen gemeinschafftlich zugestanden. Im jähr r666. aberhat sie Hessen -Darmstadl durch einen tausch gantz an sich ge-bracht. winckelmanns Hess. befchr. p. 18;.
Koßdorff, siehe Rußdorff.
Kasse, eine grosse Graffchajft in der nördlichen gegend vonSchottland , wovon der zweyte söhn der Könige in Schottland den Grafen - titul zu führen pflegte. Gegen die westliche see zuist diese gegend mit vielen bergen und Wäldern angefüllet, worinnes viel Hirsche und rehe giebt; die gegend aber, so gegen die Ost-see zu liegt, ist fruchtbar und wohl bewohnt. Zurzeit, danoch die Bifchdffliche regierung allhier statt hatte, war dieseGrafschasst eine Bischöffliche Diceces. Allhier ist der berühmtebay von Cromarty, so von den Alten Portus Salutis genennetwird, und vor einen von den besten Hafen in des Kömgs Herr.schafften paßiren kan. Diese Grafschasst begreift auch Arma«nagh in sich, welche dem zweyten söhne der Könige in Schott,land den Lords - titul gab; desgleichen Aßinshire, worein vielearme von der see gehen. Camu. Brit.
Kosse, lat. Rossa, ein vrt in der Jrrlandischen provintzMünster, und in der Grasschnffk Corck, war vormals ein B>«schöfflicher sitz unter dem Ertz-Bischoff von Cashel . Er liegt andem Britannischen canal, bey dem ausgange eines kleinen flus-ses, Fm genannt, ;2. Englische meilen sud-westwärts von Corck,und 22. gegen osten zu von Kingsale. Der Bischöffliche sitz wu^de an. 1618. mil dem von Corck vereinbaret z der ort aber an sichselbst ist anjetzo ein blosses dorf, da er vorher eine stadt gewesen.
* Kossel, oder Rossellus, (Johann Frantz) ein Span^scher Medicus von Barcellvna, lebte in der ersten helfte der
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