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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ros rot 1241

lichen stipendiis die Doctores und Professores , sie helffen gnädig und mildigllch, daß die dürftige» Srudioil um ein geringes sich bey uns können aufhallen. Wie denn unsere Landes - Fürsten und Herren von ihren Aemter» körn und gekrcvde ad communem meni'am gnädig folgen lassen, und der ort vom ehrbaren Rath da», vergönnet , und tm bau-,, lichen wesen erhallen wird , darin» die studcnlen am selbigen orte um ein geringes nothdürfliglich an essen und trmcken,, versorget werden - - - Zu welcher rinterhaltung der schulen dieses als kein geringes mag reftrlret werde» , daß bey,, uns stetig über die 200. studenten , welches in keiner Unioersi- tät in gantz Europa geschicht, für die mstitution der kinder bey den emwohnern dieser stadt ihren gantz freye» tijch und reiche Unterhaltung haben , l.c. p. zo. Wie aber inder well alles den, Wechsel unterworffen , so folgte auf die glück-selige zeit ein grosses trauren, denn da gleich nach dem frolo-cken der Evangelischen kirchen, bey ihrem im jähr 16,7. ge-fencrten Jubiüeo aus gerechtem gerichte GOlles ein kläglichesgeheul des dreißigiährigen krieges erfolgte, welche unrlihe sichauch endlich ins Hertzogthum Mecklenburg zog, so litte beydem allgemeinen ruin von Teurschland auch Rostock das sei-nige, doch hat es dieser Universität auch zu der zeit nicht angelehrten männeru gefehlet. Nach dem dreißigjährigen kriegeaber hat die gute des Höchsten sowvl gantz Mecklenburg , alsbesonders die Rostocklsche Universität hoch erfreuet, da JhroDurch!. Gustav Adolph , Hertzog zu Mecklenburg , höchst - se-ligsten andenckens , die reqierung angetreten. Denn well der-selbe ein grundgelehrter Fürst war, so hat auch unter dessen ge-segneter regierung diese Acabemie sich wieder erholet, und c rliebliche rosenstock stund damals in der besten blüthe; dennJhro Durchl. als ein hoher beförderer der Gelehrten die be-rühmteste leuthe nach seiner Universität zog. Und hat sie von sol-cher zeit an in alle» Facultäten vorlresiiche männer gehabt,die der Acabemie nützlich, dem qantzen lande aber eine zier-de gewesen. Strebers Mecklenburgische Historie der gelchr-samkeit.

Rostock , < Sebastian von 1 Bischvff zu B'eßlau, desKönigreichs Böhmen Bunds - Fürst, Kayserlicher Rath undim Hertzogthum Ober-und Nieder - Schlesien Ober - Amts-Verwalter, war zu Grotlkau in Schlesien, den 24. aug. an.1607. von bürgerlichen eitern gebohren , und wie Frid. Lucameldet, eines grob-schmidcs söhn. Nachdem er den studiis imconvict. zur Neisse , hernach zu Wien und Prag obgelegen,wurde er zu Olmntz Theolog Dodor, begab sich in den geist-lichen stand , und verwaltete 17. jähr lang das Psarr - aml inder statt Neisse , und da selbige währender zeit von den Schwe­ den eingenommen , wurde er von ihnen gefangen nach Stettin geführet, und daselbst eine zeitlang gefänglich behalten , wel-ches der Kayser Ferdinandus 111 . mit diesen werten: das heißtgut Sayserisch, und je gut üischöfflich ; soll beklagt ha-ben. Als er von dar zurück gekommen , erlangte er ein Cano-nlcat im hohen Stifte zt. Johannis in Breßlau, und predigtedrey lahr lang allda in dem Dom. Hieraus wurde er Official,und endlich ürcindiaconuz, auch von dem Kayser nebst seinenunverwandten in den Adel -stand erhoben. An. 165;. und 54.hat er mit dem grösten eiftr den Kayserlichen befehl wegen ein-ziehung der Lutherischen kirchen in Schlesien, in denen durch denWestphälischen frieden nicht erimirten Fürstenthummern voll-führet , und selbst in dem harten wn-ter 254. kirchen reformi-ret, auch als Official und Vicarius Generalis über öoo. kirchenmit Catholischen Priestern besetzet. Hierauf machten ihn diebeyden Ertz - Hertzoge von Oesterreich und Bischvffe zu Breß­ lau , Leopold Wilhelm und Carl Joseph, zum völligen ad.minilkrator des Bißthums Breßlau zur Reiß , und diesem letz-tern, weil derselbe noch sehr jung war, wurde er von demPapst Alepandrv VII. als Coadminittrator in spiritualibus zu-gegeben , ward auch nach dessen absterben wegen seiner gescbick-lichkeit, qclehrsanikeit und guten aufführung gar an seine stelleden 2i. april an. 1604. zum Bischvff erwehlet, da er sich, dasgeist - und weltliche regiment des Bischoffthums in bessere Ver-fassung zu stellen, und die Catholische religion mehr und mehrin Schlesien zu befördern , eifrigst angelegen seyn lassen. Kay-ser Leopoldus hat ihm auch, nachdem der Hertzog Georqius III.von Liegnitz und Brteg den 14. jul. an. 1664. gestorben, dieVerwaltung der Ober - Hauptmannschafft des HertzogthnmsOber - und Nieder - Schlesien anvertrauet, welche er bis anseinen tod geführet, so an einem schlagflusse zu Breßlau den.9. )un. an. 1671. erfolget ist, da er sein Bißthum sieben iahrzwey monat regieret hakte. Fama virtut. Episc. Vratisl.Cucä Schlesische cbronick, pag. 448. feg. Fibtger. not. adHcnel. Siles. üb. VII. p. 202. üb. VIII. p. 169. üb. X. p. 917.De-voerdek. Siles. numism. p. 24s.

2 >ostow, oder Rosdow, ein Fürstenthum in Moskau an der Wolga , zwischen Jaroslaw und Moskow , so vor die-sem meistentheils dem andergedohrnen Printzen des Czaars alsein erblheil eingeräumet worden. Die Haupt-stadt gleiches nah-mens , hat einen Metropolitan, und ein schloß von holtz, aneinem see, aus welchem der fluß Cotorea entspringet.

K.OSTRA, waren an dem vordertheil des schiffes gewissespitzen und schnäbel, welche eine ecke heraus gierigen ,und meh-reniheils mit ertz ober eisen beschlagen waren. Sie ranntendamit in der femde schiffe, und durchbohrten selbige, oderHistor. Lexieon V. Theil.

zerbrachen wenigst deren rüder; so daß sie ivasser schöpfen mü-ssen, oder doch nicht mehr wohl durch rudern fortkommen könn«ten. Wenn nun die Römer ihre feinde zur see überwunden,so Ivseten sie die roltra von den schiffen ab, und hiengen sie anöffentliche orte, oder machten columnas rostratas, dergleichendes Dtiilii, deren abriß in dem kloro Gravii p. 155. zu sehen;oder der General hieng solche in seinem Hause auf. Roltrawar ferner zu Rom mitten auf dem marckte ein erhabenespostcment, woselbst man das volck öffentlich anzureden psiegte.Es bekam den nahmen von den schiff-schnäbeln, welche dieRömer, als sie in einem see - treffen wider die einwohner derstadt Anlium viel schiffe erobert, allda angemacht halten. Andiesem orte als auf dein vornehmsten platze, und wo das meistevolck zusammen kam, wurden diejenige Gerichte gehalten, wel-che die Romer fudicia pubüca hiessen, und über solche ver-brechen giengen, welche die Obrigkeit zu strafen nöthig achte-te ; ferner wurden da viele Versammlungen des volcks beruffen,auch geschahen reden an das volck von denen, so in den obschwe-benden fachen oder vorgetragenen gesehen etwas rathen oderimßrathen wollten. Jngleichen, wenn man einem vornehmenmanne parenlirlc, traten die Redner hinauf, und hlcllen ihrereden an das volck. Julius Cäsar ließ sie von ihrem orte weg-nehmen , und an einen qcrinqern ort Hinbauen, damit kein sogrosser zulauf seyn könnte. Denn er suchte des volcks machtau' allerband an zu schwachen , und insonde.heit die rede» aneine grosse anzahl versammelten volcks von fachen, die das ge-meine Wesen anglengen, in abgang zu bringe». Diese neueRostra waren also an dem mittägigen eck des marckts gegen demKayserlichen pallaste zu, und werden von einigen Rostra Juliagenennct. Sonst auch, wenn die Bürgermeister ihr amt an-traten , oder wiederum niederlegte», hielten sie pro Roüria einerede. Wenn einem eine chrenckäule oder blldnis ausgerichtetwerden sollte, war um diese qeaend der gewöhnliche oder be-quemste ort. Scbejsetus , de milit. nav. L-sßu , de milit.Rom V. 17. Cicero , pro lege Manil. Minutoli Roman, anti-quit. dick. VII. Nardnus, Rom. vet. Eorrhhiu r, antiq. urb. fac.Fabridus , descr. urb. Rom . L.i]ßus , de magnit. Rom .Pitisrus. *

* 2 \oftt>rtg , ein feines Würtembergisches dorf unweit Vay-hingen an der Entz , in das Maulbrunner Kloster-Amt gehörig,ist wegen seines guten weinwachses bekannt. Werner von Ros-wag war an. ngi. Kayserü Friderici Rath. Ein anderer die-ses nahmens lebte an. >221. weicherem bruderRudolvh!, dereinen söhn gleiches nahmens gehabt, und vatter Alberti, Ru-dolphi und Cvnradi gewesen. An. 1270. lebte Otto von Roftwag, ein vatter Reinhardt und Ottonis des jungem, an. ,272.Heinrich, ein brudcr Werners, an. 1277. Rudolpb und Con-rad , und an. im. Heinrich der wohlchemuthe, mit dem die-se familie ausgestorben. M. stem-weeß manuscr.

7 >ssweidus, (Heriberlus) ein Jesuit, wurde an. 1569.zu Utrecht gebohren, und starb zu Antwerpen den 5. oct. an.1629. Die schriften , so von ihm heraus gegeben worden, zei-gen an , daß er ein sehr arbeitsamer mann, und in den kirchen-äiiliqultalen erfahren gewesen ftyn müsse. Er gab des Pauliniwercke mit anmerckimgen heraus, wie auch eine schütz - schriftfür Thomam von Kempis, welchen er vor den Urheber des buchsvon der nachfolge Christi hielt, samt einer kirchen-historte, demleben der Heiligen, und unterschiedlichen andern schriften mehr.Alegambe , script. S. J. Miraiis. Andrea &c.

Aoswida, oder Roswitha und Hroswita, wie auchHelena von Rossow , eine tu dem X. sieculo sehr berühmteNonne im kloster zu Gandersheim , war sowvl wegen ihres Her-kommens, ^als wegen ihres grossen Verstandes in sonderbaremansehen. Sie verstund beydes die Griechische und Lateinische spräche sehr fertig. Die schriften, welche sie sowol in gebunde-ner als ungebundener rede heraus gab, wurden von allen be-wundert. Sie beschrieb auf befehl des Kaysers Otkonis I I. undder Aebtißin Gerbergä, die gcschichte des Kaysers Ottonis I.in Helden-versen ; desgleichen beschrieb sie in versen des heiligenDionysii und Pelaqii, und der heiligen Agnes Märtyr - tod,ferner sechs geistliche comödien und andere schriften, welcheConradus Celteü an. 1501. zu Nürnberg drucken ließ. Sie sio-rirte ohngesehr um das jähr 980. Trithemius irret darin»,wenn er sie in ein ander fkculum setzt. Desgleichen Humfri-dus, welcher sie mit Hilda, einer Engcllandischen Aebtißin ,vermenget. Ihr Panegyricus , welchen sie dem Kayser Ottodem grossen zu ehren verfertiget, ist in der collectiv» des Reu-berl und Melbomil zu sinden. Trithemius , de viris illustr.Germ. Vntfius, de Hilf Latin. lib. 1 . c. 41. Oudinus, supplenv.de scriptor. eccles. ä Bellarmino omiffis. Meibomius , 1. c.tom. 1 . p. 706. Cave.

* 2 >oswinckel, (Härmen > ein Holländer, erfand nebstJohann Osborn zuerst die wallfisch-zähne zu arbeiten , und fastalles , was man gemeiniglich von edenholtz verfertigte, darauszu inachen, wodurch der werth der wallfisch-zähne, der zuvorwegen grosser menge anfieng geringe zu werden, nunmehro sohoch stieg , daß die Ober - Aufseher der Nordischen Gesellschafftdiesen beyden eine ansehnliche Verehrung gaben, auch die Staa-ten denselben das Vorrecht dazu , mit ausschliessung aller an-der» , ertheilten.

2 >ot, Roth, eine kleine stadt, nebst einem schloß und Amte,in dem Marggrafthuin Anspach , vier meilen von Nürnberg ,Mmm itintj gcle-