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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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1242 rot

gelegen. Sie ist an. 1292. von denen von Scckendvrff an dieBurggrafen von Nürnberg verkauft worden. Allhier kommendie flusse Roth und Rednitz zusammen. Tromsd.

2 \ot , ein vormaliges kloster und Abtey Benedictiner-vrdens,im Bißthum Freysingen und dem Münchischen Pfleg - GerichtWasserburg , nahe an dem Innflnß , zwischen Rofenheim undAttel auf einer höhe gelegen. Vor diesem 'sind Grafen diesesnahmens bekannt gewesen, welche man aus dem geschlechtederer von Wasserburg zu sehn vermuthet. Zwey Herren, vat-ter und söhn, Conrad genannt, haben dieses kloster gestiftet,welche stiftung von dem Kayser Heinrich an. 107;. und Frie,brich II. an. 1226. bestätiget worden , wie sie denn auch beydedarinn begraben liegen. Das kloster ist im dreißigjährigen krie-ge ruiniret worden. Hunds Bayerisches stamm-buch, P. I.p. Lhur-Bayern, p. 21R.

7 \ot , ist ein kleiner flnß im Avpenzeller - lande, welcher beydem dorfe aufGäß genannt, entspringt, und bey Bolierstru-men eine halbe meile unter dem flecken Appenzell sich in die Sit-ter ergiesset. Stumpf, lib. V. p. 89· *

ROTA, oder RUOTA , das höchste Gerichte am Päpstli.chen Hofe , welches aus 12. Prälaten , Uditori di Ruota, oderAuditores Rot* genannt, bestehet, deren jeder an einer beson-dern tafel sitzt,' und Notarios oder schreibe! unter sich hat.Sie urtheilen per modum appellationis über alle weltliche undgeistliche fachen , so unter der Geistlichkeit vorfallen, sowvl zuRom als ausser den Päpstlichen provintzen, und zwar über alleProcesse, welche mehr als yoo. ftubl austraqen. Zu dieserRuota geben unterschiedene nationen ihre Afleffores, und beste-het sie aus drey Römern , einem Tvscaner, einem Meyländer,einem Bologneser, einem von Ferrara, einem Venetianer, ei-nem Franzosen, zwey Spaniern und einem Teutschen. Dernähme Ruota , welches ein rad heisset, kommt daher , weil derboden des saals, allwo dieses Gerichte gehalten wird, mit mar-mor in der gestalt der räder ausgelegt ist. Ihre besoldung istmonatlich 100. ducaten , und ihr Habit ist ein violet - farbnerrock, nebst einem solchen bände um den Hut. Der Papst Jo­ hannes XXII . hat diese Richter zuerst verordnet. Clemens VII. vermehrte ihre privilegia ; und Alexander VII. machte sie zuSubdiaconis Apostolicis. Onupbrius. Vanvin.

}\ota, (Bernardinus) war von Neapolis aus einer adeli-chen familie entsprossen. Er war sehr glücklich in VerfertigungLateinischer und Italiänischer verse ; wie er denn in den erster»keinem Poeten aus dem alterthum etwas nachgeben soll, gleich-wie er wegen seiner Italiänischen getichte den ersten rang nachPetrarcha verdienet. Er starb zu Neapolis an. 1575. im 66.jähre seines altcrs. Seine schriften sind : Elegiarum Libri III.Epigrammatum Liber ; Sylvarum seu Metamorphoseon Liber ;Narnia, quae nuncupatur Partia ; Sonetti, e Canzoni ; Rime inMorte di Portia Capece; Rime aggionte, Rime di diverse Ma-terie ; Egloche Pescatorie; Lo Scilinguato Lomedia, &c.Gravina , in epist. Lat. f. iRo. Crajfa, ne gli elogi P. I. f. 56.GW/i»,,theatr . Toppius, bibi. Nap. P.I. p.46. & addizioni p.yo.seqq. Thuanus hist. Teijh'er, addit, aux elog. tom. I. & III.

, eine familie des Venetianischen Adels, so sich vorlanger zeit von Bergamo nach Venedig begeben, woselbst Fran-ciscus Rvta ein vvrtreflicher Advocat gewesen , und nebst sei-nem bruder Gregorio gegen erlegung der gewöhnlichen 100000.ducaten unter die Nobili recipiret worden.

* Nota, (Ioh. Frantz) ein Italiänischer Medicus vonBologna gebürtig, lehrte bey dasiger Acadcmie als Professorder Chirurgie, fforirte in der mitte des 16. jahrhunderts, undstarb an. i$y8. Seine schriften sind folgende: 1.) de Tor-mentariorum Vulnerum Natura & Curatione, Bonvnien iyyy.in 4. Franckfurt iz>7. in 4. 2.) de introducendis GnecorumMedicaminibus, Bonvnien izy;. in sol. Kanig. bibl. vet.& nova. linden, renov. p. 582.

* Kota, (Julian. Marlian.) ein alter Medicus , hat desGaleni bücher de Antidoti» , vrepi ch,>s<r°ch« ig-ogini , undandere mehr von ihm ins Lateinische übersetzt, auch des An-dromachi Libr. de Theriaca in Lateinische Verse gebracht.Fabric. bibl. Grtec. vol. XIII. p. ;oy.

*Kota, (Martin) ein gelehrter Italiäner im 16. jahrhun-derte, gab an. 1570. in fol. zu Venedig Effigies XXIV. Impe-ratorum Romanorum ad Alexandrum Severum usque ex an-tiquis Marmoribus & Numismatibus heraus. Hallervord.bibi. cur.

* Nota, ( Michael Angelus) ein berühmter Artzt, geboh-ren zu Venedig an. 1589. legte daselbst, wie auch zu Padua den gründ seiner studien, und ward an dem letzten orte mit demtitul eines Doctors der Artzney - kunst beehret. Hierauf gienger als Leib - Medicus des Venetianischen Gesandten mit nachFranckreich, legte hernach an dem Hofe zu Parma , wo erden Hertzog an einer schweren kranckheit curitet » grosse ehreein, practicirte folgends in seinem vatterlande $4- jähr mit un-gemeinem zulauf, und sammelte sich dadurch ein grosses ver-mögen » war aber dabey sonderlich gegen die armen so frey-gebig, daß er insgemein ein vatter der armen genennet wur-de. Er starb an. >662. unvcrheurathet, und hinterließ 1.)Consilia Medica, centur. tres; 2. ) Tr. de Curatione Morbo-rum internorum ; J. ) Commentar, super Hippocratem de

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Elementi»;) Item super Librum III. de Morbis epidemi«cis; 9.) de Peile Veneta, i6;o. u. g. M. Papadopoh, bist.Gymnas. Patav. tom. II. Van der Linden , de script. Medic.Witte , diar.

* Nota, (Scipio) ein Gottsgelehrter der Römischen kir-che , lebte in der ersten helfte des 17. jahrhunderts , und mach-te sich durch verschiedene schriften bekannt, von denen folgendegedruckt, als: 1.) della Transfiguratione di Christo, Rom 1625, in 12. 2. ) Trionfo della Caritä, ibid. 1608. in 12.}.) Testamento di Christo, ibid. 1622. in 12. 4.) Medita-zioni alle Membre di Christo in Cruce, ibid. 5. ) Ingannidel Demonio, ibid. 1615. Barberini bibl.

Notan, (Johannes Baptista ) ein Reformirter Predigerzu Rochelle, aber gebürtig aus Piemont, ober nach andernaus Bündten, brachte sich durch seine gelehrsamkeik in grosseHochachtung, kam aber hiernächst bey den seinigen in den ver,dacht, als hätte er zu des Königs Henrici I V. religions-ände,rung nicht wenig beygetragen. Man giebt ihm auch schuld ,daß er versprochen, er wollte sich von dem Cardinal Perron ineiner disputatton, die an. 1,9;. in gegenwart des gedachtenKönigs gehalten wurde, überwinden lassen; doch hätte er sichentweder aus trieb feines gewissens, oder aus forcbt der schändekranck gestellet, da der angesetzte tag erschienen. Ja er soll sichnebst einem andern Reformirten Prediger, nahmens Serres ,haben bestechen lassen , in einem National-8ynoäo zu Mont­ pellier an. 1598. ein betrieqliches und den Reformirten schädli-ches prvject auf das tapet zu bringen. Allein sie starben beydenoch vor dem Synodo. Im übrigen lehrte er die Theologie zuRochelle, und schrieb Traite orthodoxe de lEucharistie;welches von Iulio Cäsare Bulengero widerlegt worden. D'Au -bigne, hist. universell, tom. III. liv. III. c. 24. liv. IV. c. n. &Conf. Cathol. de Sancy. Hiß. de iedit de Nantes , tom. I. liv.III. Adam. in vitaStuckii & Bezs. Kayle. *

* Notari , (Sebastian! ein gelehrter Italiäner und Doctorder Medicin zu Verona , lebte zu anfange des achtzehenden lahr -hunderts , und schrieb eine dissertation von der Confeclione -!eIlyacvntho, worinn er gewiesen, daß diese confeckion vonschlechter und gar keiner würckung sey, und wie wenig dieübrigen edelgesteine, wurtzeln und Höltzer, so zu dieser conipo-sition kommen, dazu beytragen , wobey er zugleich behauptet,daß ein löffel voll wein oder hüner-suppe weit mehr krafft habe,als diese confection. Hierüber gerieth er in einen streit mitHierouymus Cäsar Fantasti, welcher ihm eine schrift unter fol-gendem titul entgegen stellte : Discurso alla Gente pici Saggiala Lettera del Sig. Sebastiano Rotari. Darauf verantwortetesich Rotari in einem gedruckten briefe, dessen titul heißt: IILettera agli Autori di un foglio scritto ü penna, che va coifinto nome di Moro Molena, sotto il di ;. del corrente( april ) grandi testimatori de buon sapere , amantissimi dellaveritä , ed amatori di chi la Rintraccia, Verona in 4. Erhat auch noch einen brief von ?2. feiten in 4. von eben dicftrMaterie unter diesem titul drucken lassen: 11 Lettera al 8ig.Francesco Merlo Medico Fisico , grande Amatore di defiagan-ni e perfettissimo Amico. Breßlauer Sammlung II. ver-such , p. 414- und VI. versuch, p. 20;2.

* Notarius, (Abraham Matthias) war gebohren an. 1662.den z. avril zu Sorau in der Nieder-Lausitz , allwo sein vatterDaniel Notarius Hof-Diaconus war, und die mutier, Anna,war eine gedvhrne Sevetiußin. Er ward anfangs in feinemvätterlichen Haufe in den ersten anfangs-gründen unterwiesen,nachher» wurde er auf dem Sorautschen schlösse nebst denHochgräfl. Promnitzisch - und Sonneck- und Freyherrlich - Re-chenbergischen inngen Herren eine zeitlang unterwiesen, wor-auf er erstlich die stadt-schule in Sarau , und an. 1678. dieschule zu Zittau frequentirte. Er blieb daselbst bis an. 1684. undbegab stch nachhero auf die Universität nach Wittenberg , allwoer als ein Hochgräflich - Promnitzifcher Alumnus studirte. AISer daselbst seine studien absolviret, und darauf vier jähr zuMetzschlau im Glogauischen conditioniret hatte, bekam er an.1690. den 28. febr. die vocation zum Hof-Diaconat, undan. 169;. den 12. jul. zum Pastorat nach Tieffenfurth , allwoer noch an. 1709. die gemeinde GOttes erbauet, und viel nu,tzen gestiftet hat. Magnus, gefchichte der stadt Sorau , P. IL

p. 26. Cippi Gorlicenses , P. II. p. i;z.

Notberg, ehemals Roperg, und Ropurq, ein stamm-haus der Edlen dieses nahmens, ohnfcrn der stadt Basel aufdem Jura, oder Inrasso, zwischen den dörfern Metzerlen , undHofstetten gelegen, ist an. 1^6. in dem grossen crdbeben zer-fallen, und bis anhero in den ruinen liegen geblieben. Wirdvon einigen vor das gegen der Teutschen streifereven aufgebaue-te Robur Kaysers Dalentiniani gehalten, und kam an. iy-6.mit bewilligung Kaysers Maximiliani I. und des Reichs, vonwelchem solches ehedessen als ein ohnmittelbares lehen relcvirte,durch kauf von Arnold von Rotberg, an den Stand Solo-thurn, welcher diese gantze Herrschafft, mit allen zugehörigenleibeigenen Unterthanen, dörfern und gefällen, der VogteyDorneck einverleibet hat. Ehemals war der stamm von Rot-berg in der Schweitz , und angrentzenden Grafsthafft Pfürdtweit ausgebreitet; gestalten derselbe sich in die von Bicder-than 1 von Fürstenstei», von Rotelsdorss, und von Blowen-stein getheilet, welche alle einerley schild, wapcn, und fär-ben , nur mit verschiedenen Helm - zzerrathen geführet. Ulrich

von