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suchte. Im jähr 1710. wandte er sich nach Nürnberg , undkam daselbst in Johann Aiegers buchhandlung, und als der-selbe im folgenden jähre mit tobe abgieng , verblieb er bey des-selben lochter-mann, Johann Friedrich Rüdiger«, woraufer an. 1714. eine reise in Böhmen nach Präge vornahm.Nach der rückkehr nach Nürnberg kam er in die berühmte Wolf-gang Moritz Endterische buchhandlung, in welcher er bis an.17,6. gestanden , und wollte darauf nach Holland gehen, sei-ner mutier bruver, einen Vostor der Medicin, in Rotterdam zu besuchen, als aber eben um dieselbe zeit, nemlich an. 17-6.denjan. Johann Daniel Tauber, vornehmer buchhändler,mit tode abgieng, und ihm von den Tauberischen erden diegantze buchhandlung zum verkauf angetragen wurde, blieb erin Nürnberg , und trat am 28. april desselben jahrs in dieseHandlung als diener, bis er an. 1719. die Handlung selbstübernahm, nachdem er in der Kayserlichen freyen Reichs stadt Nürnberg das bnrger-recht erhalten, und sich mit derjüngste» iungser Tanberin, Anna Maria, verehltchet. Ausliebe zur Universität Altorf legirte er an. 1717. an seinem ge-burts-tage dahin 400. stück gut gebundene bücher und ,oo. gül-den Capital, von dessen interessen alle 3. jähr ein ansehnlichesbuch aus der Tauberischen Handlung, so lange dieselbe flvri-rcn wird, soll angekauft, und mit dem Rothjcholtzischen wa-pcn siqniret werden. Er hat auch unter dem nahmen der Tau-berischen erben an. 1718. einen offenen buchladen zu Altorf angeleget, und in eben dem jähre in der Leipziger Oster-mes-sc zur Vermehrung der Tauberischen verlags-dücher, Carl Chri-stian Neuenhauß, buchhandlcrs in Nordhausen , gantzen ver-tag an sich gekauft. Im lahr 1719. den 2;. jul. ist er unterdes Herrn Professor Köhlers Pro-Rectorate als academischerbürqer zu Altorf immatriculiret worden, und an. 1716. ge-storben. «Deine sowol curiöse chymische, als erbauliche theo-logische schriften sind ohngefehr diese: i.) Todten-schule wah-rer Christen , samt einigen sterbe-liedern, Nürnberg 1722. in 8.2.) Wehmüthige Klage eines bußfertigen Sünders, ibid. 1717-in 12. 3.) Beytrag zur Historie der Gelehrsamkeit, 3. thei e,ibid. von an. «72«;. bis 1726. 4.) Teutsches Theatrum Che-micum, auf welchem der berühmtesten Philosophen und Al-chymisten schriften vorgestellt werden, ibid. >728- bis 17)2.i.) Icones Eruditorum Academi® Altorfinse s. Effigies omniumPro-Cancellariorum & Professorinn , qui ä condita Acad. Al-torf. vixerunt, ib. 1721. in fvl. 6.) Icones Coniiliariorumomnium Norimbergenfium, ibid. 172;. in fvl. 7.) Iconesomnium Ordinum Eruditionc optime meritorum , 1725. bis1728. in fo^ 5. theile; 8.) Instgnia Bibliopolarum & Typogra-phorum L. fectiones, ibid. M fvl. 9.) Icones Bibliopola-rum, ibid. 1725. in 2. fvl. 10.) veterum Sophorüm Sigil-la & Imagines magicae, Herrnstadt 57;;. in 8. u.) Der
Chymischen und Philosophischen Schriften Probirstein, aufwelchem sowol der wahren Philosophen und Adeptorum, alsauch der betrügerischen Sophisten schriften nach dem gründesind probiret worden , Nürnberg und Altorf 17;;. in 8. ir.)Wapen-buch der Gelehrten, in welchem zu finden 1.) die Siegelder Academien; 2.) dieSiegel der Ritter-und anderer Orden,derfruchtbringenden Gefellschafft und der gelehrten Societäten derWissenschafften ; 3.) Die Wapen gelehrter Manner^berühmterKünstler rc. 4.) Die üblichen und gewöhnlichen Signette derNotarien, Nürnberg 1736. in sol. erster theil; iz.) Historie derBuchhändler und Buchdrucker, wie solche in alten, mittlernund neuen zeiten beschaffen gewesen, und noch ist, 1729. insol. 14.I Das >8. Jahrhundert als die rechte Jubel - Zeit fürdie Buchdrnckerey und den Buchhandel zur Vorbereitung aufdas im jähr 1740. bevorstehende 300. jährige Jubel-Fest deredlen buchdrucker-kunst von verschiedenen gelehrten männernin gebundener rede vorgestellet» nun aber zusammen getragenund nebst einer vorrede zum druck befördert, in 4. Nürnberg und Altorf 1740. wetzels Lieder - Tichter, P. IV, p. 417.u. f. f. Leip;. gelehrte Zeit. 17;*.
Kothfee, ist ein kleiner etwa« eine halbe stunde langer indem Lucerner - gebiethe, nicht gar eine stunde wegs unterhalbder stadt gelegener, sehr schöner see, welcher den nahmen hatvon dem nahe dabey gelegenen dorfe Roth. Unweit davon aufeinem Hügel liegt das Franen-kloster Radhausen. Stumpf.üb. VII. c. 9. p. 199. b. *
* Kothwel, (Wilhelm) ein gelehrter Engellander aus derandern helfte des 14. jahrhunderts, war aus einem ansehnli-chen gefchlecht qebohren, und trat zu Londen in den Domi-nicaner-orden , darin» er es so weit gebracht, daß er vor ei-nen der grösten Gottsgelehrten und geschicktesten Prediger sei-ner zeit geachtet wurde. Er war auch in der Philosophiegeübt, und schrieb daher i.) de Principiis Natur?e; 2.) dePotentiis fensitivis und 3.) de Intellectu. Seine theologischeschriften sind : 4.) Postill-e in Eibros Judicum , Regum, Pfal-mos & Ecclefiasticum; y.) In Epiltolas Pauli ab Epiftola adRomanos ad duaS· ufque Thessalonicenfes inclufive ; 6.) InIV. Sententiarum Libros ; 7.) Quaestiones Scholastics; 8 ) Ser-mones Es gedencken seiner Possevin und Pltseus auch Ba,leus de fcriptor. M. Britann. centur. V. p. 442. und andereMit rühm. Echard. 'bibl. fcriptor. ordin. Prredic. tom. I.p. 648.
* Kotingus, oder Röting, (Lazar.) ein söhn des folgen-den, gebohren in Nürnberg an. 1*49. war anfänglich geson-
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nen vom studiren profeßion zu machen, legte sich aber nachae-hends, weil ihm sein vorhaben durch ein und andere unver-muthet sich ereignete harte fälle unterbrochen wurde, auf al-lerhand kunste, und zwar vornemlich auf das zeichnen, mah-len und dildschnitzen, in welchen er endlich bey seiner eigenenfleißigen ausubung und ohne anweifung eines andern so weitgekommen , daß er vor vielen, ob sie gleich die beste informa-tion gehabt, einen vorzug erlanget. Neben diesen kunsi-übun-gen trieb ihn die liebe zu den studien doch noch so weit da-hin an, baß er bey seinem vatter sowol das Lateinische alsGriechische erlernet, und sich dessen zu lesung guter austonnnbediente. Er starb den 13. dec. an. 1614. in ledigem stände,einen grossen folianten hinterlassend, in welchem er allerhandthiere, vornemlich aber vögel, fische und gewürme, auch vie-lerlei, dlumenwerck gezeichnet und gemahlet. Doppelmavr,von Nurnb. Mathem. und künstl.
. * ^^iingus , oder Röting, (Michael) gebohren zu Sültz-feld in Francken au. 1494. legte zu Ochsenfurt » nicht weitvon seiner vatter-stadt, den gründ zu den studien, und begabsich zu deren wettern beförderungum das jähr iyiy. nach In,golstadt, ferner nach Leipzig , imd dann an. 1519. nach Wit-tenderg, allwo er mit Hieronymo Paumgartner, und Joa,chim Camerario bey Philipp Melanchthon zu tische qieng , unddie Theologie neben der Philosophie annoch gründlich sich be-kannt machte. Im jähr 1526. wurde er neben etlichen an-dern gelehrten männern nach Nürnberg beruffen, und sowolzu einem Professor in dem Auditorio fEgidiano, als zum Rectordes neuen Gymnasii bestellet, welche ämter er sehr fleißig ver-sähe. Weil es sich aber an. 1*43. mit ihm anließ, daß erkünftighin wegen seiner leides -dispositivn je länger je wenigersolchen Verrichtungen erforderlich vorstehen möchte, setzte manihn zur ruhe, und Joachim Hellern an seine stelle. Es füg-te sich aber hernach wider vermuthen, daß er noch 4s. jährdarüber lebte, dabey er immiltelst doch den studien, so weites die kräffte zulirffen, emsig obläge, auch zugleich die Mathe,matte, absonderlich aber die Astronomie gar fein mit exco,lirte. Er starb darauf an. >;88. den 20. may in dem 94. jäh-re feines alters. Er hat Historiam captas a Turca Constanti-nopolis defcriptam a Leonardo Chienfi cum praefatione zuNürnberg an. 1544. in 4. heraus gegeben. Angleichen Testi-monium contra falfam Andr. Oiiandri de Justificatione Sen-tentiam , quam in Prussia libellis ac propoiitionibus fpargit.Doppelmavr, von Nürnb. Matbernat. und künstlern. Tellier,bibl.
* Kosteten, (Johann) ein Evangelischer Theologus vonWitlenberg in Sachsen , war Magister der Philosophie, ver-waltete 17. jähr lap-j die Hof-Prediqer-stelle und das Pastoratan der kirche der Teutschen gemeinde zu Stockholm , warddarauf Königlich - Dänischer Hof-Prediger und Infpestor zuPinneberg , endlich Probst zu Hadersleben , und starb den 22.mertz an. 1649. im ;6. jähre. Er hat geschrieben: 1.) Difpu-tationes Metaphylicas; 2.) Examen & Refutationem So-phronifmi, quem in gratiam Socinianorum Ifaac. Foeclerusevulgavit; ;.) Geistliches Zeughaus; 4.) Predigten : a) Vonder Artzney wider den geistlichen Aussatz ; b ) Von der Taufe,die an Abraham Benningen in feinem 31. jähre verrichtetworden; o Neu-Jahrs Predigt, 1626. d) auf den >2. Sonn-tag post. Trinit. e) Zwo Jubel - Predigten vor die Victoriebey Leipzig, den?, sepk. an. 16,1. Stockholm 1631. ;.) Lei-chen-Predigten. Witte , diar. biogr.
* Kotmacitö, oder Rothmarus, (Valentin) ein Philo-logus, war von Saltzburg gebürtig, und studirte auf Unko-sten des damaligen Ertz-Bifchoffs, Michaels von Khirnburg,4. jähr zu Freyöurg, worauf er erst zu Costnitz, und hernachzu Saltzburg einen fchul-dienst erlangte. Im jähr i;6;. gienger mit seinem damals krancken weibe nach Jngolstadl, undlehrte, wie es scheinet, anfangs nur privatim, bis er an.1569. zum Professor der Lateinischen Litteratur, und nach-dem er mittlerweile auch das amt eines Lud! Restoris Ca-tholici zu Augspurg bekleidet, an. 1574. zum Professor derBeredtsamkeit daselbst bestellet wurde. Endlich erhielt er auchan. l??6. aus den Händen Martin Eisengreins den poetischenlordeer-krantz, und starb an. i;8i. Er war in der Lateini schen und Griechischen Litteratur sonderlich bewandert, undhatte es sowol in der Ticht-als Rede-kunst sehr weit gebracht.Seine schriften sind: I.) Poeiis Rotmariana, davon aber nurder erste theil heraus ist; 2.) Orationes Ingolstadienfes; ;.)Carolidum libri tres, de Vita & Rebus gestis Caroli V. Imp.Jngvlsiadt i«82. in 8> 4.) Adagiorum ex fEneide, Georgi-cis & Bucolicis Virgilii Centurie V. ibid. 1577. in 8· c.)Annales Ingolitadiensis Academiae; 6.) almre IngolstadienfisAcademia: tomus I. Welches letzte werck, weil er darüber ge-storben , von Johann Engerdo an das licht gestellet worden.Arbeit der Gelehrten im Reich, P. VI.
* Kotrou, (Johann) ein Französischer Poet, war zu Dreux in der vicrees von CharlreS an. 1609. den 19. august. geboh-ren. Sein vatter lebte an besagtem orte in gutem ansehen,und besaß ein ziemliches vermögen, daher es ,hm auch nichtan guter auferziehung mangelte. Als er i:> seinem zwanzlglrenjähre eine von ihm unter dem titul: l’stypocondre, ou 1A-moureux mort, verfertigte comödie spielen ließ, fand dieselbeso grossen beyfall, daß er nach der Hand noch mehr als dreißig