Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

rot

andere jit schreiben aufgemuntert wurde. Der Cardinal Ri­ chelieu halte auch so viel Hochachtung gegen ihn, daß er ihnmit unter den Poeten ernennctc, die auf sein angeben an ei-nigen comödien arbeiten musten, die man dazumal les piecesdes cinq autcurs genennet. Er würde ihm auch ohnfehlbar ei-ne stelle in der Französischen Academie gegeben haben, wennnicht damals noch die gewohnheit gewesen wäre, daß derenMitglieder zu Paris wohnen müssen. Jmmittelst bekam er vondem König eine jährliche pension von tausend ltvres, und kauf-te sich nach einiger zeit die stelle eines Lieutenant- Patticulierund Civil- und Criminal-Beysitzers in seiner vatter - stadt, allwoer auch an. 1650, den 27. jun. an einer seuche mit tobe ab-gieng. Einige seiner gedruckten comödien sind betitelt: 1.)les Menechmes , Paris 1651. in 12. 2.) les Capdfs , ibid.1641. in 12. 5.) Laure persecutee, ibid. 1640. 4.) lAn-

tigone, ibid. 1639. in 12. BaWet , Poet. modern, tom. V.n. 1480. Clerc, biblioth. du Richelet. Niceron , mein. tom.XV L & XX,

Notrudio, Caroli AI. tochter, von dessen anderer gemahlinHildegard a». 77;. gedohren,sollte mit der Irene söhn Constanti-no zu Constantinopel vermählet werde», wie dann bereits 011.781.das Verlöbnis zu Rom geschahe. Weil aber Irene hernach an-dere Staats - absichten hatte, wurde nichts daraus; und Ro-trudis starb an. 8io. unverheurathet, nachdem sie einen unächtensöhn, nahmens Ludovicum, hinterlassen. Tbeophan. in chron.ad an. 774. Zonaras , append. ad chron. Nibelungi ad an. 781.Egtnbart. in annal. ad qn. 810. Annal. Bertm. ad an. 867.

Notschtld, Roeschild, Roskild, eine Dänische stadt aufder insut Seeland , 4. Meilen von Coppenhagen, bey dem flusseJlefiord, wo das Königliche begräbnis ist. Sie liegt an einemkleinen meer - Hufen, allwo sie einen guten Hasen hat. Vorzeilen war sie die residentz der Könige, und weit grösser alsheut zu tage. Die hiesigen Bischöffe, welche der König Sue-notto um das jähr ioi2. eingesetzt, haben ehemals unter dasErtz-Bißthum Lunden gehöret, und sind jetzv berechtiget, denKönig zu salben. An. 16;8. den 16. febr. wurde hier zwischenden Dänen und Schweden ein friede geschlossen , vermöge des-sen den Schweden die zollfrenheit durch den Sund eingeräumet/und Schonen, Halland, Bleckingen, die insuln Bornholm und Huen, wie auch Bahus und Drontheim in Norwegen ab-getreten wurde. Hingegen begab sich Schweden aller ansprü-che auf Delmenhorst und Ditmarschen . Zugleich wurden indiesem frieden folgende drey conditiones vor den Hertzog vonHolstein-Gvttorp mit eingedungen, daß r.) Schleßwigvon nunan ein souveraines Hertzogthuin seyn sollte; 2.) ins künflige inbeyden Hertzogthummern iLchlcßwig und Holstein das gemein-schafftliche regimenl, als eine wurtzel so vieles streites, sollte auf-gehoben , und 3.) das Bißthum Schleßwig oder Schwadstädtdem Hause Gotlorp wieder abgetreten werden. Dieser friedewurde zwar noch in selbigem lahre gebrochen , aber nachge-hends in dem frieden zu Coppenhagen, wiewol mit einer klei-ner kleine» Veränderung, wiederholet, und zu Fontainebleau nochmals bestätiget. (siehe Coppenhagen und Fontaine-bleau.) PUfeNdorfö einl. zur hist. P. Ii. Tbeacr. Euro$.tom. VIII.

Kotta, ( Castro della ) ein kleiner ort in Piemvnt, in derlandschafft Savigltano, zwischen Chieri und Carignan, an demfiusse Po rnorto gelegen. An. 1639. erhielten in dieser gegenddie Franzosen unter dem Grafen von Harcourt einen merckwür-digen sieg über die Spanier unter dem cvmmando des Marg-grafen von Leganez. Gualdo Priorato, hist. üb. VI. VII. Nani,hist. Venet. lib. XI. Siri, memorie recondite tom. VIII. p. 7;;.Memoires du Marechal du PleJJy. Aubery , vie du C. de Ri-chelieu liv. VI. c. 60.

Nottal, siehe Nothal.

* Notta, Rodoria , eine vestung und kleine stadt^ in Anda­ lusien nebst einem Hafen, allernächst bey Puerto de «ot. Maria,an den grentzen von Granada . Es wurde die vestung rmjähr 1702. von den Alliirten erobert, aber wieder verlassen.Im jähr 1729. wurde bey anwcsenheil Königs Philippi V.dieser ort wieder mit der Crone vereiniget, und dem bisheri-gen eigenlhums - Herrn ein äquivalent davor gegeben.

Nottenberg, ein adeliches und zum theil Freyherrliches ge-schlecht in Mähren und Schlesien. Hans von Rottenberg waran. 1505. Münsterberg -Oelsnischcr Cantzler. Caspar Rollen-berg von Kclre und Drzoslawe in Mähren ist von an. 15 n. bisr?;?. Oberster Land-Richter des Fürstenthums Troppau ; beststn enckel gleiches nahmens aber Land-Genchts-Allellbr in demjetztgedachten Fürstenthum gewesen. Melchior Andreas, Frey.Herr von Rottenberg, Erb-Herr auf Eudtersdorf und Manns-dorf, Bischöfflich-Breßlauischer Rath und Regierungs-Cantzlerdes Bißthums Breßlau zur Reiß rc. hinterließ Caspar Heinri-chen , Freyherr» von Rottenberg auf Endiersdorf und Doits-dorf, welcher an. 1717. als Reqierungs-Rath und Consistonal-kr«ses in dem Fürstenthum Brieg das zeitliche gesegnet. SmapuSchles. cunös.

Nottenbuch, oder Raitcnbuch, ein Bayerisches kloster undProdstey der regultrten Chorherren St. Augustint im BißthumFrensingen und dem Münchischen Land-Gericht Landsperg, zwi,sehen Schöngau und Pollmgcn in einer gehöltzigten gegend gele-gen. Hertzog Guelfol. von Bayern hat selbigeö an. 1083. gestiftet,

rot 1255

von welcher zeit an es in solches aufnehmen gekommen, daß esin dem Baselischen Concilio den titul des fürnehmsten klosters inBayern bekomme», zu welchem ansehen das bey der Probsteybefindliche Archidiaconat, und der titul eines LateranensischenAbts ein grosses beygetragen. Drey stunden davon liegt derberühmte Peissenberg , zu dessen wundcrthätigem Marien-bildeviele wallfahrten geschehen. Chur-Bayern, 9. 22a.

* Nottendorff, (Beruh.) ein Teutscher Medicus, hatte zuHelmstadt unter dem Henningo Arnisäo bie Artzney - kunst er-lernet, und^ storirte um die mitte des siebenzehenden jahrhun-derts als Stadt - Physicus zu Münster . Er ließ i.) LommiiOblervationes Medicinales mit seiner vorrede zu Franckfurt1Ü4;. in 8. ingleichen 2.) Ioh.Bapt. Ferrarii klora 's. deRloinm Culturr hbn IV. Amsterdam 1646. in 4. und 1664.in 4. wieder auflegen. Auch ist von seiner eigenen arbeit zumvorjcheui gekommen 3.) Dreyfaches Gutachten von der neuenFieber-Sucht, der rothe» Ruhr und der Pest, Osnabrück 1679. in 8.

*Notteneck, Rotenegg, Roteneck, ein in Ober-Oester-reich in dem ,»genannten Mühl-viertel auf einem hohen felsig-ten berge ziemlich wohl erbautes schloß, welches die vvrlängstabgestorbenen Herren Neuudtlinger um das jähr 1446. beses-sen. Nach diesem kam es an die Herren Greissenecker odervon Greisseneck, welche es an George Gienger verkauften, dessennachkommen es auch von gründ aus neu erbauet haben. Hier-auf befassen es die Herren von Artstetten , von welchen es dieHerren Schmidtauer bekamen; allein Franciscuö VitusL-chmidtauer trat an Gundacker Thomas, Grafen undHerrn von Stahrenderg, käuflich ab. Von Hoheneck, be.schreibung von Ober-Oesterreich, tom. II. 9. «8.

Notterdam, siehe Roterdam.

*Rottb, (Albrecht Christian ) ein Lutherischer Prediger,war zu Offenhausen in Thüringen an. 1631. den 12. jennergedohren, und wurde, nachdem er zu Jena studirt, und an.1673. die Magister-würde daselbst erhalten, erstlich dritter Col-lege , nachgehends aber Conrector bey dem Gymnafio zu Halle.Hierauf bekam er daselbst an. 1689. das Archidiaconat beyder Ulrichs - kirche, von dar er sodann als vocirter untersterDiaconus oder Mittags - Prediger zu St. Thomas, im jähr1692. den 2z. sept. mit seiner familie nach Leipzig kam, undden 2;. selbigen monats sein amt antrat, worauf er an. 1699.Vewer-Prediger daselbst und ferner der H. Schrift Baccalau-reus ward. Am 10. dec. des 1701. jahrs ward er, als eraus der kirche vom beichte hören nach Hause kommen war, undauf seine morgende predigt über den dritten artickul seine Me-ditationen fortsetzen wollen, von einem tödtlichen schlag- undsteckflusse überfallen, und bald hernach um 6. uhr nach ab-schickung folgender seufzer zu GOtt mit stammelnder zunge:HErr JEju! dir leb ich, dir sterb ich. Vatter l in deine hän,de befehl ich meinen geist rc. in die triumphirende kirche verse,tzet. Man hat von ihm: 1.) Vollständige Teutsche Poesie,Leipzig 16L8. in 8. 2.) Ebenbild der Pietisterey, Teutsch undLatein ; ;.) Doppelte Vertheidigung desselben; 4.) Unmaß,gebliches Bedencken von den Pietisten und Collegiis Pietatis ;

;.) Unterricht von Prophetischen Weissagungen, und von Wei.geliv; S.) Trinitatis orthodox® Vindicem ; 7.) Unterrichtvon sogenannten Mitteldingen; 8.) Bericht vom Willen GOt-teö; 9.) Atheistica Scri9torum Thomasiorum , Leipzig 1698.in 8. io.) Disputationes ; n.) de Ambitu humani Meriti &deTrinitate Platonica ; 12.) Eubulus Gratianus Calumniätor ;13.) Vale Hallense , das ist, Höllische Valet-Predigt, gehal-ten über Eph. UI. 1; .21. Leipz. 1693. in 12. 14.) KöstlichePerle eines Geistlichen Kaufmanns, das ist, die Rechtfertigungeines armen Sünders vor GOtt aus Röm. IV. 7. 8. gezeiget,Leipz. in 12. Nova iitteraria Qerman. Pippiag. nu'moriaeTheologor. Unschuldige Nachrichten, 1701.

* Kottmann, (Zacharias) ein söhn Zacharias Rottmanns.

Er war im jähr i6s;. den 23. apr. zu Stralsund gebohren ,von dar er sich, nachdem er sich vorhero auf dasigem Gymna-sio in den schönen wissenschafften vest gesetzet, nach Wittenberg und von dar nach Leipzig begeben, auf welcher erster» Acade-mie er unter dem Vorsitz Johann Friedrich Mayers EclogamEvangelicam ad Evangel. Dom. II. xrost Innit. öffentlich desfendiret. In Leipzig hat er die Gottsgelehrtheit vollends absol-virer, von dar er sich auf reisen begeben, und sich"sonderlichin Holland ein halbes jähr aufgehalten. Im jähr 1692. wur-de er in seine vatler-stadt zum Prediger zur heiligen JungfrauenMaria beruffen, welches amt er auch mit aller treue in die 8.jähr verwaltet hat. Zu anfange seines amtes erhielte er zuWittenberg unter dem Decanate D. Falokii, die Magister-wür-de. Er vcrheurathele sich mit Hermann Kinickers, eines kauf-manns tochter, aus welcher ehe er zwey söhne, die aber nichtmehr am leben, und zwey tdchter erzeuget, und starb zuStralsund den 4. nov. an. 1700. im 36. jähre seines alters.Nova Litteraria Maris Baltb. anni 1700. 9. 333. U. f.

I Nottnacker, ein flecken in Schwaben , in dem Hertzog.thum Würtemderg, samt einer Fürstlichen Burgvogtey , nahean der Donau , welche an. 1709. bey schneller auffrierung deseises den 13. hornung die hiesige brücke ruinirte, dabey in die40. bürger, welche bey Verlust ihres bürger - rechts dahin ent-boten waren, und zu rettung derselblgen ihr äusserstes thaten,N n n n n 4 auf '

&