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ihm viel ungelegenheit zu, sonderlich machte er sich dadurchJoachimum du Bellay, einen berühmten Poeten , zum feinde,welcher ihn in seinen versen sehr grob tractirte, und zum geläch-ter des gantzen Hofes machte. Le Roy starb an. 1579.
7 \oyi (Jacobus le) Baron des heiligen Römischen Reichs,und Herr von St. Lamdert, war aus einer alten adelichen fa-milie, die ihren Ursprung aus Franckreich hat, entsprossen. Seinvatter, Phil. Rodrigo, war von dem Kayfer Leopoldo an. >671.zum Baron des H. Röm. Reichs gemacht, und bekleidete beydem Könige in Spanien die stelle eines Finautzen-Raths in denNiederlanden. Er selbst wurde an. i6;z. den 28. oct. zu Ant werpen qedohren, und nachdem er etwas erwachsen, auf die be-rühmtesten Academien von Europa geschickt. Nach seiner zu-rückkunft trat ihm sein vatter seine charge ab, die er auch garwohl verwaltete. Der Marquis von Caracena , Gouverneurder Niederlande , schickte ihn nach Spanien , daselbst dem Kö-nige Philippo IV. von seiner regierung vollkommene Nachricht zuertheilen. Weil er sich aber mildem folgenden Statthalter,Marquis del Castel nicht allzuwohl vertragen konnte, gab erseine bedienung auf, und retirirte sich auf eines seiner land-gü-ther ohnweit Antwerpen , allwoergar nützliche schriften verfer-tigte. Es sind selbige: Notitia Marchionatus S. R. lmperii,welches an. 1678. zu Amsterdam in folio gedruckt worden;fenKt, Achates Tiberianus , live Gemma Caffiarea , antiqui-tate, argumento, arte , historia prorsus incomparabilis D.Augusti Apotheosin, Imp. C®f. Tiberii, Augustaeque Juli® Do-mus seriem & iconas , gentesque bello captas repraesentans,notis hiitoricis illustrata, welches an. 168?. in eben dieser stadtin fol. gedruckt worden. An. 169;. kam von ihm daselbst in fol.heraus : Topographia historica Gallo-Brabantiae, qua Roman -duae oppida , municipia & dominia illustrantur , atque mona-fteria , Nobiliumque praetoria, castellaque in aes incisa exhi-bentur. Nach diesem kam von ihm heraus : Praedictio AntoniaeBourignon de vastatione Urbi^ Bruxellaruin per ignem, wieauch Castella praetoria Nobilium Brabantiae , Coenobiaque ce-lebriora ad vivutn delineata asrique incisa cum brevi earundemDescriptione, Antwerpen 1696. in fol. l’Erection de toutes lesterres, Seigneuries & Familles tirees du Brabant, prouveepar des extraits des lettres patentes tirees des originaux. Fer-ners hat er mit sehr vielen gelehrten amnerckungen ausgegeben:Balduini Avennensis Ghronicon Hannonioe, so in klein folio ge-druckt zu Antwerpen an. 169z. Auch arbeitete er an einer aus,gäbe des Chronici, so Albericus Monachus trium Fontiuin ver-fertiget , und noch niemals im druck erschienen ist. Man hataber keinen bericht, daß solches seither aus taglicht gekommen.
Nouveüesde la Republ. des lettres , mens. Sept. an. 1685. art. V.AflaErud Lipßens. an. 1684. p. 2; 5. Journal des Savans du19. mars an. i68S- Bayle. *
}\oy , (Marin le) Herr von Gomberville , ein Mitgliedder Französischen Academie, war einer von denen, welcheder Cardinal Richelieu darzu erwehlte. Die Mitglieder dieserAcademie kamen an. 16;;. eine zeitlang in seinem Haufe nahebey der kirche des heiligen Gervasii zusammen. In eben diesemjähre hielt le Roy den 7. may eine rede, deren Inhalt dieserwar: daß, wenn eine zeit mit einem sonderbaren Helden bese-liget würde, sich zugleich auch geschickte leuthe finden wüsten,denftlbigen gebührend zu loben. Diese rede ist der nennte Aca-demische discours , und wird in der Historie von der Academie,welche Monsieur Pelisson verfertiget hat, angeführet. Sonsthat Gomberville unterschiedliche tractate geschrieben, davondrey Romanen bekannt, als Polexandre in fünf büchern, laCytheree in vier büchern, und la jeune Alcidiane. Unter an-dern Hat er auch eine vorrede über des Mainard poetische getich-te gemacht; ingleichen einen besondern tractat von den eigen-schafften und fehlern der Historie, worinn er einige berühmteHistorien - schreiber scharf herum nimmt. Ferner hat er auchdurch einige moral-discurse diejenigen befchreibungen erkläret,aus welchen Otto Venius sein Theatrum Morale human® Vitaegezogen. Über dieses schrieb er einige Christliche und geistlichepoetische qettchte, wie auch eine Historie von den Amazone»,und gab des Monsieur de Lomente de Brienne Lateinische Poe-mata ans licht. Er war zu Paris an. 1600. gebohren, undstarb auch daselbst an. 1675. Memoins du temps.
3 \oy (Wilhelm le) war an. 1610. zu Caen gebohren. An-fangs studirte er zu Paris , nach der zeit ließ er sich bey dem Bi-schösse von Usez , Grillier, in der Predig-kunst unterrichten,kehrte aber wieder nach Paris , weil er merckte, baß seines lehr-meisters gelehrsamkeit nicht die gründlichste wäre, und daß manaus der heiligen Schrift und den Kirchen-Vättern vielmehr ler-nen könnte, daher er sich angelegen seyn ließ, seine bibliotheckmit auserlesene» büchern zu vermehren. Mit dem Btschoffevon Grace und Vence , Monsieur Godeau, richtete er eine sehr ge-naue freundschafft auf, so gar daß ihm derselbe daS erstere vonseinen Btßlhümmern abtreten wollte, wo es nicht die Jesuiten gehindert hatten. Er ergriff der Iansenisten partey mit gros-sem eifer, und verfertigte viele schriften zu derselben Vertheidi-gung , mnste auch darüber viel verfolgnng ausstehen , wiewoler lieber alles zu verliehren , als diese lehre zu verlaugnen, sollentschlossen gewesen seyn. Aus liebe zur einsamkeil kaufte ersich ein lust-haus auf dem lande, wo er seine bücher hinbringenließ, und in lesunq derselben seine zeit zubrachte, und endlich ver-tauschte er gar sein Cauonicat zu Paris gegen die Cistercienser -Histök. Lexicon V. Theil.
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Abtey von Haute-Fontaine, wozu nebst andern Ursachen ihn diehochhaltung vor den H. Bernhardum brachte. Er kam also an.1661. in seiner Abtey an , und ließ sich die Verbesserung dersel-ben mit grossem fletsse angelegen seyn , erreichte auch endlich an.1684. daselbst seines lebens ende. Man rühmet ihn überhaupt,baß er ein gelehrter, aufrichtiger und gegen die armen sehr gut«thatlger mann gewesen. Man hat von ihm sehr viele schriftenund Übersetzungen.
* 2 \oy t (Daniel le) ein Reformirter Prediger zu Rotter.
dam in dem 18. iahrhunderte, starb an. 1722. Man hat vonIhm: 1.) Joodsche Oudheeden , zu Rotterdam ,720. in 8.a.) Godtgeleerde Verhandelingen, ibid. 17,9. in 8. ;.) Or-deelkundige Aanmerckingen over de Danisery en zo der oudeals later Volckeren, ibid. 1722. in 8. 4.) Overdenkingen
des Doods, ibid. 1722. in 8. Wolf. bibi. Hebr. P. IV.p· 479· Unschuldige Nachrichten.
* Aoy, .(George le) ein Französischer Rechtsgelehrter, warParlements-Advocat zu Paris , und blühete zu ende des 17.und zu anfange des 18. jahrhunderts. Man hat von ihm : 1.)Requete de Franqois de Clermont, Evdque de Noyon , con-tre les Doyen, Chanoines & Chapitre de l’Eglise Collegia-le de S. Quentin , touchant la Jurisdiktion Episcopale , Pa ris 1690.1114. 2.) Memoire contre Le Chapitre de S. Quen-tin, ibid. 1699. in fol. j.) Recueil des principales Ecritu-res & Pieces concernant PExemption du Chapitre de l’EgliseMetropolitaine de Tours contre Matth . Isore d’Hervaux Är-cheveque de Tours, ibid. 1700. in fol. 4.) trois Memoiresfür le Duclsc d’Etouteville pour Jaques de Matignon , Com-te de Torigny , contre Henri legitime de Bourbon, Cheva-lier de Soissons, ibid. 1710. in fol. $.) Requete au Roipour Franqois de Rohan , Prince de Soubize , contre le Ducde Rohan , ibid. 1702. in fol. 6. ) Memoire für le rnörneSujet, ibid. 1704. in fol. Le Long , bibl. hist. de France.
Aoyan, eine kleine stadt in der Französischen landschafftSainlonge, an dem ausflusse der Garonne in das Aquitanischemeer, gelegen. Sie hat einen Hafen, mit einem dabey liegen,den schlösse, und führt anjetzo den titul eines Marggrafthums,nachdem sie lange vorher unter dem titul einer Barönie bekanntgewesen. Sie gehöret dem Hause la Trimouiüe zu. An. 1622.hat Ludovicus XIII. den ort in person belagert, und endlich ein-bckommen, wiewol in ansehung des geringen ortü mit ei-nem .sehr nahmhafften Verlust. DeJ'cript. hijt. geogr. de
France. *
Noye, lat. Roja, vor alters aber Rauga, Massen der ortschon im X. feculo bekannt war, ist eine kleine bevestigte stadtin der Picardie an den grentzen der Isle de France gelegen. Siewird durch den siuß Mvrel in zwey theile abgesondert, welchevermittelst einer zug-brücke wieder vereinigt werden. Vor al-ters war es der sitz einer Baronie, von welcher eine der vornehm-sten famjlien in der Picardie den nahmen gehabt, so auch dieGrafschaffl Roucy besessen. Es sind aber beyde durch Heurathan das hauS von Rochefoucaull gediehen. Es pflegt daselbst eineigener Gouverneur, wie auch ein Lieutenant des Königs vonFranckreich, sich zu befinden. *
* 7 \oy*i (Franciscvs) ein Französischer Rechtsgelehrter, von
Angers gebürtig, allwv sein vatter, Claudius , die würde einesRaths bey dem Präsidial bekleidete. Nachdem er dem studi-ren von jugend auf etferigst obgelegen, und besonders in denRechten eine gründliche erkänntnis erlanget, disputirt? er zuBourges und Orleans um eine l'roselsor-stelle, gieng aber, wiees fast scheinet, noch vor ausgang der fache nach Angers ,allwo er aus eben der Ursache zum dritten mal disputirte, unddaselbst aus die verlangte bedienung erhielt. Hierauf ver-doppelte er gleichsam seinen fleiß, und war in seinen Vorle-sungen und Untersuchungen so emsig und unermüdel, daß erzwar überaus grossen beyfall erhielt, und viele leuthe zog,welche nach der Hand sowol auf Universitäten als auch inobrigkeitlichen ämtern mit nutzen gebrauchet wurden, dabeyaber auch feine gesundheit über die Massen schwächte; wiewoler sich dadurch von seinen amts-verrichtungen nicht das gering,sie abhalten ließ. Nachdem er sich nun durch seinen fleiß , ein-sichl und bescheidenheit in genügsame Hochachtung gesetzt, er-nennte ihn der König Ludewig zum Professor der PansifchenFacultät, welche würbe er aber wegen seines schwachen lei.bes-zustandes, und vielleicht auch, weil er vorher die andern Iu.risten - Facultälen wider die Parisischen in einer öffentlichenschrift vertheidiget, nicht annehmen wollte; da er auch zuaufrichtung einer Academie des helles Eettres in Angers eingrosses mit beygetragen , wurde er bey derselben zu einem mit,glied ernennet, konnte aber noch kein amt verrichten, weil erdas nächstfolgende jähr 1686. mit tobe abgieng. Er hat sichniemals verehlichet, und hinterließ miter andern: 1.) Dis-sertationem triplicem ad Menagium ad 1 . transfugam ;r. D.de acquir. Rer. Dominio ; 2.) Diss. ad 1 . 4. D. de Ufur. &
Fruct. welche in des Otto Thesauro Juris Rom. stehen; z. )Diif. ad Canonem : ego Berengarius 41. de Consecrat, di-stinct. 2. Angers 1656. in4. 4.) Lib. de MiiTis Dominicis,eorum Officio & Potestate, ibid. 1672. in 4. 5.) ad capit.super specula 28· de Privil. & Excess. Privil. apud Gregor,ibid. 166;. in 4. 6.) Institutiones Juris Canonici, Paris 1681.in 8. und Mit Caspar Zieglers anmerckungen wieder aufge,
O 0 0 00 ; legt,