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einen Meister zum zeichnen, und sie hatte ihr gantzes leben,lana ein sonderbares vergnügen an dieser kunst, und an dermusic. Doch traf die lichterer» bey ihr in den jüngern jährenso vor, daß auch dasienige, was sie in ungebundener redeschrieb, alle schönheiten der gebundenen, ohne die reimen, hat»te. In dem zwölften jähre ihres alters fiena sie schon an Ver-se zu machen. In ihrem 22. jähre muste sie auf begehren et»licher freunde einen band ihrer verse dem druck überlassen,unter dem titul : Poems on several Occafions, by PHILO-MELA. Ihre Paraphrasis von dem 38. cap. des buchS Hiobs,welche sie auf ansuchen des Bischoffs Kenn geschrieben, hatihr grossen rühm erworben. In wenigen monaten hatte sie dieFranzösische und Italiänische spräche unter der anführungHerrn Thynne, eines sohns des Vicomte Weymouth , erlernet.Ihre Verdienste und schönheit konnten nicht ermangeln, ihr ver-schiedene anbäter zu erwecken. Man zehlet unter solche denberühmten Matthäum Prior . Allein das schicksal hatte sie vorThomas Rowe aufbehalten. Als dieser an. 1709. sich zu Bathbefand, kam er mit ihr zu sprechen. Da er sich nun zuvorschon aus ihren fchriften einen hohen begriff von ihr gemachthatte, wuchs dieser durch ihre gegenwart also, daß er an.1710. sich mit ihr verehlichte. Allein er genoß das glück ih-rer geftllschafft nicht lange, indem sein unermüdetes arbeitensein schwaches temperamenk so erschöpfte, daß er endlich ge-gen dem ende des 1714. iahrs in eine consumption fiel, anderen er, wie droben schon gemeldet worden, an. 171?. mit to-be adgieng. Seine wittwe war über diesen todes-fall fast nichtzu trösten. Sie schrieb ein unvergleichliches getichte über die-se betrübte begebenheit, und zeigete bis an ihr ende die tiefe-ste Hochachtung für fein gedächtniS. Bald nach feinem tobeverließ sie Londen , und begab sich in die einfamkeit nach Fro,me in Sommerfetshire, allwo ihre meiste güther gelegen wa-ren. In diesem abgesonderten orte schrieb sie ihr berühmte,stes werck: Friendship in Death, wie auch die verschiedenenbände ihrer Eetters Moral and Entertaining, von welchen daserstere zu Londen an. 1728. in 8. die letztem aber an. 1729.1731. und 1733. gedruckt worden. Sie gab auch bey ihrenlebzeiten die Historie Josephs an das licht, und starb auf ih-rem land-guthe den 20. febr. an. 17*7. Dr. Watts hat nachihrem tobe ihre geistlichen fchriften drucken lassen, unter demtitul: Devout Exerciscs of the Heart &c. An. 1739. hatTheophilus Rowe ihre und ihres manns Thomas RoweAliscellaneous Works in Prose and Verse, samt beyder lebens-beschreibung in zwey vol. in 8. an das licht gegeben. Engli-scher Bayle.
*ZzowIand, (Wilhelm) von Worcester , gieng zur zeit derEnglischen redellion in Franckreich, wurde Catholisch, undthat sich unter dem nahmen Rolandus Palingenius in getich-ten hervor, wodurch er zu zelten ein trinckgeld gewann; warsonst wegen seiner lustigen lebens.art gar beliebt, schrieb: Poe-nata Varia , die meist Lateinisch, zum theil auch Englisch undFranzösisch sind, und starb zu Vamdre ohnweit Paris an.1656, Wood, Athen . Oxon.
*)>owlandson, (Jacob) ein Engelländer, aus West.Mor,land, war Doctor der Theologie und Caplan bey dem Köni-ge Carolo I. wie auch Canonieos zu Windsor, schrieb pre-digten , und starb an. 1639. den 9. may. Wood, Athen .Oxon.
Noxana, Oxnartis oder Oxathris eines Persischen Fürstentochler, war eine von den Damen, welche Alexander Magnus gefangen bekam, als er Darium schlug, oder vielmehr nachandern scribenten, als er ein gewisses schloß in Bactrianeneingenommen, allwo sie ihr vatler um sicherheit willen hinge,flüchtet hatte. Sie war die schönste weibS-person in Asien .So bald sie bemeldter überwinder zu gesichle bekam, verliebteer sich in sie, heurathete sie, und ließ sie hernach, da er an.431. starb, mit einem söhne schwariger, weicher der iungeAle»xander genennet wurde. Allein Cassander ließ hernach die mut-ier und das kind aus dem wege räumen. Curtiut. Plutarcb.Diod. Sie. Arrian . Paus. in Att. & Boeot. Ensebiut , exDexippo. *
* Noxas, (Christoph de) ein gelehrter soldat von Toledo in Spanien , lebte um das jähr 1600. wurde erstlich Kö-niglich - Spanischer Ingenieur und Hauptmann , hernachProfessor der Ingeuierrr-kunst zu Madrid , und war der erste,welcher unter seinen lands- leuthen schrieb : r.) Theorica yPractica de Fortilicacion , Madrid 1598. in 4. so hernach UN,ter dem titul: Compendio y breve Resolution de Fortifica-cion, ib. 1613. in 8. wieder aufgelegt worden; 2.) cinco Diseur.sos militares, 1607. gedruckt. Anton. bibl. Hisp.
* 2 >oxas, (Johann de) ein Licenliat der Rechten aus Spa nien , war einer von den Inquisitoren, erstlich zu Valentia,und hernach in Sicilien, woselbst er endlich das Bischoff-thum von Gergenti erhielt. Er schrieb: i.) 8>ngularia Ju-ris in Favorem Fidei Hseresisque Detestationem , Venedig 1383. in fol. 2.) Tr. de Hiereticis cum quinquaginta ana-lyticis Affertionibus & Privilegiis Inquisitorum , ihid. 1983.in 4. 3* ) Epitomen omnium Successionum ex Testamento& abintestato Jure communi & Regio , Valentia rzüz. undstarb an. 1977 ' Anton. bibl. Hisp.
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* Tvopas, (Martin de) ein Spanier von Castilien , in derandern helfte des 16. jahrhunderts, war beyder Rechten Do.ctor und Cantzley-DireÄor in seinem vatterlande. Der Mal,theser-Ordens-Meister schickte ihn auf da- Tridenlinifche Lon.cilium, und GregoriuS XIII . machte ihn nachgehends auf de-nomination des Königs in Spanten zum Bischoffe von Mile«to. Er starb zu Rom den 19. aug. an. 1977. Es gedencketdessen Rocchus Pyrrhus notit. 8 icul. eccl. Alelitens. Nicht oh-ne rühm. Man hat von ihm eine predigt, die er den 7. sept,an. 1963. zu Trtdent gehalten, und zu Löven, letzthin auchzu Paris im druck erschienen ist. Anton. bibl. Hisp.
* ^oxas und pantoja, (Balthafar) Gouverneur zu Leri«da. Als einsmals der Lapitain - General und der General-Feld - Marschall der Spanischen trouppen zu gleicher zeit indieser vestung eintrafen, gieng der Gouverneur zum Capitaia-General die Parole zu empfahen; dieser aber wollte ihn zumGeneral-Feld-Marschall ichicken. Pantoia antwortete: Nein,Idro ErceUentz, ich hade die parole von ihnen zu em-pfangen ; der Capitain-General Don Johann de Carey frag-te ihn, in was vor einer schule er dieses gclernet? Pantojaantwortete: In eben der schule, wo Euer ErceUentz ge-lernet haben. Der Gapitain - General ließ ihn hierüber inarrest nehmen, und schickte die fache zur Untersuchung nachHofe. Der entschluß von dort war aber vor den Pamoia fa-voradei < und muste dieser hinführo allezeit die parole von demCapitain-General selbst nehmen. Frantz Ventura della Sa»Ist ed Abarca, im Spanischen kriegs-reglement, p. 490.
* Roxborough, Roxdurg, Roxburgh, Rorenbourgh,oder Rosburg, tat. Rosburgum, Ripa alta, Littus altuni,oder Marchenium, eine kleine offene stadt, nebst einem schlössein Schottland in der provintz Tivivtdale oder Tevivtdale, amsiusse Teviot. Bey dieser stadt ward Iacobus II. König inSchottland , als er sie an. 14Ü0. belagerte, durch ein stückvon einer seiner eigenen canonen, welche vhngrfehr zersprang,und um sich schlug, seines lebens beraubet. Die Königin abersetzte die belagerung fort, bis sie die stadt zwang, sich zu er,geben. Hierauf ward das castell demoliret , so daß es kaumnoch zu sehen ist, damit eS nicht zu einem neuen kriege anlasgeben möge. Baudrand.
Z^opelana, oder Ropolane, eine Sultanin, des Türcki,schen Kaysers Solymanni des prächtigen gemahliu, war einweib von einem sehr frechen gemüthe und hohen sinne. Der«hrgeitz verleitete sie, die grösten gewaltthatigkeiten zu begehen.Solymann hatte einen söhn, mit nahmen Mnstapha, welcherder älteste war, sie aber war Selims II . Bajazets und nochzwey anderer söhne, wie auch Camenä, so des Rustan , einesGroß-Vcziers, gemahlin wurde, Mutter. Ihre meiste bemü-hung gieng dahin , daß sie ihre linder auf den thron erheben,auch sich selbst zur ordentlichen gemahlin des Sultans mache»wollte, da sonst die Sultaninnen bekannter Massen nur scla,vinnen und concudinen der Türckischen Kayser sind, seit demUnglück und schimpf, so Bajazet an seiner rechten gemahlin inihrer beyder gefangenschafft von Tamerlan widerfahren. Zwsolchem ende gab sie vor, daß sie ein heftiges verlangen hätte,eine Moschee und ein Hospital für die fremden zu erbauen. So,lymann, welcher sie sehr liebte, und auch in seiner rel-gioneifrig war, willigte leicht darein. Hernach berathschlagte siesich mit dem Mufti wegen dieses Vorhabens, welcher auf ihranstiften dem Sultan zur antwort gab, baß zwar dasselbe hei,lig wäre; allein diese guten wercke könnten der Roxolane zu ih-rer seelen seligkeit nichts nützen, weil sie eine sclavin wäre, undkein eigen vermögen hätte. Hierauf stellte sich die listige Sulta-nin überaus melancholisch an, welches Solymannum dahin be,wog, daß er sie frey machte. Als er aber nachgehends kam, siegewöhnlicher Massen zu besuchen, wollte sie ihm keine beywoh-nung verstatten, unter dem vorgeben, sie wäre nun ihm zunichts mehr verbunden , und könnte ihm ohne fünde nicht bey,wohnen, wo nicht ein neues band sie beyde zusammen verknüpf-te. So gab auch der Mufti, der mit ihr einerley anschlägthatte, demselbigen zu verstehen, daß er mit einer freyen weibs,person ohne fünde nichts zu thun haben könnte. Als nun ebenhierdurch die listige Roxolane dieses Herrn gemahlin worden,wußte sie ihre fachen so wohl zu karten, daß sie an. 1913. Mu-stapham aus dem wege räumte. Nachgehends empörte sichBajazet, ihr zweyter söhn, wider den Sultan, da sie aberbald mitte! fand, ihn wiederum bey dem vatter auszulohnen.Sie starb an. 1961. nachdem sie an. 1946. zu des Groß-VeziecSIbrahims tobe geholffen hatte, wie anderswo angcmercketworden. Baudrier, histoire des Turcs. Thuanus , histor. üb.XII. *
Le?\oy, oder Regius, (Ludovicus) war zu Coucance inder Normandie gebohren, und wurde unter die berühmten Lri.tieos des XVI. seculi gezehlet. Die von ihm heraus gegebenebriefe, samt Budäi leben, machten ihn bald bey den aüslän-dern bekannt, welche hernach seiner geschicklichkeit noch mehrversichert wurden, als er ihnen auf seinen reisen , die er in Jta.lien und in andere länder that, vistte gab. Nachdem er inFranckreich wieder zurücke gekommen, wurde er zum Königli-chen Proseisore der Philosophie zu Paris gemacht 9 da er dennunterschiedliche fchriften verfertigte, und einige aus dem Grie-chischen ins Französische übersetzte. Sein hartes crilisiren zog