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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Fürstlich, da- schloß aber samt der Herrschafst ist schon in demXVI. saeculo an das haus Auersperg gelanget. Das gedachteschloß liegt auf einem hohen berge über der stadt, und ist dasstamm.haus der ehemaligen Grafen von Weichselburq, welche

letzt nur den Ritter-stand geführet, und an. i;8i. abgestorbensind. Valvasors ehre des Hertzogth. Crain, Üb. XI.

Meichselmünde, lat. Vistula Aluncka, ober Vistulw Ostium,ist eine kleine vestung in dem Polnischen Preussen, wo die Weich»sel in die Ost-see fällt, eine Teutsche meile unterhalb Dantzig,gelegen.

* Mcickersheim, eine stadt nebst einem schönen schlösse inFrancken, liegt an der Tauber, drey meilen von Rotenburg ,und eine meile von Mergentheim , in einem angenehinen thale,und ist rund herum mit fruchtbaren Weinbergen umgeben. Esrestdiret an diesem orte ein Graf von Hohenlohe Neusteinischerlime.

* Meickhmann, (Joachim) ein Lutherischer Theologus,war zu Dantzig, allwo sein vatter ein kaufmann war, den»y. sept. an. >S6r. gebohren. Nachdem er in seiner vatter»stadt Schclquigium, I. P. Titium, inqleichen F. C. Buche-rum , unter dem er zwey öffentliche vssputadones de Simula-tione gehalten , und insonderheit auch Aeg. Strauchium, derihn rn sein Haus aufgenommen, fleißig gehöret, begab er sichan. 1684. nach Leipzig , woselbst er Rivini, Schmidii, Carpzo,vii und Alberti Unterweisung genoß, bis er sich von bannennach Wittenberg wendete, da er denn vornemlich unter Mich.Walthero seine studien fortsetzte, und unter desselben Deca-nat an. 1686. zum Magistro ernennet wurde. Als er nunhierauf im lesen und disputiren sich fleißig geübt, ward er an.1691. Pastor zu Schmiedcberg, und nahm ein jähr hernachden titul eines Licendad Theologste an. An. 1695. wurde erzum Superintendenten in Kemberg ernennet, ehe er aber die.ses amt angetreten, erhielt er auch eine vocation nach Mag­ deburg , und zu gleicher zeit noch eine andere zum Oder-Hof»Prediger, Superintendenten und Pastore an der kirche St.Bartholomäi in Zcrbst, da er denn diese letztere stelle erwehlte,und sodann in Wittenberg , ohngeachtet er wegen einer schwe-ren kranckheit abwesend war, mit dem graclu eines DoctorisTheologia ; beehret wurde. Nachdem er aber dieselbe eilt jährlang bekleidet, ward er endlich an. 1704. in seiner vatter»stadt Senior des Ministerii, und Pastor an der Marien - kirche,in welcher würde er auch verblieb , ob ihm gleich an.. 1703.die Oder-Hof-Prediger-stelle in Dreßden angeboten worden, biser endlich den ie. mertz an. 17)6. mit tobe abgieng. Aussereinigen academischen dissertationen und verschiedenen predigten,hat'man auch von ihm einen theologischen unterricht von derpkstllentz ; ingleichen Vindicias SS. ä Pfeudhermenia Patrono-rum Polygamie ; Justitiäm Lauste in Controverfia de Polyga-mst! fimültanca ; und eine Apologiam in zwey theilen, welcheletztere tractate er insgesamt dem D. Willenberg, einem Pro-fessor, an dem Gymnasto zu Dantzig, entgegen gesetzet, alsderselbe in öffentlichen schriften behauptet, die Vielweiberei) seyin der H. Schrift nicht verboten, ob es gleich nicht ralhsamsey, dieselbe einzuführen. Mem. in progr. laudationi fun."Weickhmanni in Acad. Lipst priemisso. LVälchS religions-streitigk. der Luther, kirche, P. III. p. 105. seq.

Meida» eine kleine stadt , t nebst einem schloß und Amte imOsterlande, oder dem Neustädtifchen kreist des Meißner-landes,gelegen. Sie foll von dem waffer Weida , so dadurch fliestet,den nahmen haben. Vor diesem halste ihre eigene Herren ge»habt, unter welchen an. 1149. Heinrich , edler Herr von Wei­ da , bekannt ist, von welchen die Herren von Reuß entsvros.sen. Als aber Kayser Carl IV. wider die Herren Reussen kriegführte, und ihnen etliche örter abgenommen, hat er deren ei»nige MarggrasFriedrichen dem strengen von Meisten gegeben,worunter auch dieser ort mit gewesen. Sie gehörte sonst zu derZejtzischen erb-landes-portion, und der Hertzog Mauritius Wil-helmus', nachdem er sich an. 1717. zu der Catholischen religiongewenhel, legte hier seine residentz und crb-landes * regierung an.Allein als derselbe an. 17-8. mit tode abgegangen , hat sie derChurfürst! iche Hof in besitz genommen. Zeilen itiner. German.ptomhist. Varisciae.

Meiden, eine bevestigte stadt in der Obcr-Pfaltz, zwischenNeustädtlein und Pfreimd an der Nabe gelegen, gehöret denChurfürsten von der Pfaltz und den Pfaltzgrafen von Sultzbachgemeinschafftlich zu. An. 1657. vertrieben die Bayern die Pfäl-tzer daraus, und an. 17°;- nahm der Churfürst von Bayern solchen ort hinweg, und setzte die vestungs-wercke in bessern stand.Die religion ist Catholisch und Protestantisch. Chur -Layern,pag. 4? 4.

* Meidenholtz, ein in Ober-Oesterreich, in dem sogenann,ten Hausruck-Viertel an dem ffusse Afchach, gelegenes schloß,welches die vorlängst abgestorbenen Herren von Weidenholtzerbauet. An. 1276. hat es noch Ulricus von Weidenholtz be-sessen , und von den Herren von Stahrenderg zu lehn genom,men. Allein an. 1376. hat Rueqer von Stahrenberg , derjüngere, sowol seine Herrschafft Stahrenberg , als auch dasschloß Weidenholtz mit allen zuqehörungen, so er von demBischoffe zu Passau zu lehn gehabt, an Äldertum, Hertzoa zuOesterreich, verkauft. Nachgehends ist es an die Grafen vonSchaunberg gekommen, welche noch an. i;;;. mne ge.

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habt. Von diesen ist es an die Herren von Derckbaimden, da es denn Wolf, Freyherr von Perckhastn ouRiftWeidenholtz und Wurding , der letzte seines Hauffs , bey s§ !an. -;^erfolgten absterben , seiner einzigen tochterCHMn?welche sich mit Achatro von Losenstein vermählet , hinter, 2 «An. izy«. brachte Georgius Christvphvrus von LoffustÄ-nwoh -gebauten marckt - flecken Waitzenkirche» völlig dav»kaufte es aber an. 1612. Ludovico von Hohenfeld,sen emrgrallon es an. i6 iS , an Johannem Ludovicumfen von Kuefstein , Kayserlichen geheimen Rath und Land sHauptmann ob der Ens , gekommen, von Hoheneck nschr. von Ober-Oesterr. tom. I. p. 545 .

npeiMing, (Christian) Sachffn-Weisscnfelsischer Ratb,und Anhaltischer Cammer-und Hof-Rath, wie auch c£Palatinus Cssareus, war zu Werffenfels, allwo sein vatter einRathsherr gewesen, an. 1660. den 14. aug. gebohren §gab von jngend auf einen fähigen verstand und grosse lchr bi-gierde an den tag, weswegen er bey guter zeit der unlerivenjung einiger geschickten Lehrer übergeben, und sodann auf mW elffenfelflsche Gymnasium geschickt wurde. Als er hieraufzu Leipzig die vornehmsten Philosophos und Theologos gehörtnahm er an. 1684. die Magister - würde an, und diente hier-.nächst den studirenden mit vielen nützlichen collegiis über dieHistorie, Philosophie, Orientalische sprachen, Oratorie und Ho.miste, wodurch er sich auch auswärts in so guten ruf und an-sehen setzte, daß er nach und nach an unterschiedene orte, einegast - und probe - predigt abzulegen , eingeladen wurde. Weilaber dennoch die dabey gehoffte beförderung stets aussen blieb,legte er sich auf die Rechtsgelehrsamkrrl, und nahm darin»an. 89 . zu Jena den gradum eines Doctoris an, ließ sichaber dadurch nicht abhalten, seine vormalige collegiä in Lew-rig fortzusetzen. Hierauf ward er an. 1707. Rector, wie auchProfessor Prudenda; Civilis , Eloquentiae und Hiltoriarum aufden» Gymnasto illuftri zu Weiffensels, welches er in besondernflor und aufnehmen brachte, bekam auch nachher an. 1719.die Professionem Juris Feudalis ord. zu Leipzig , und finnbderselben rühmlich vor, bis er nach enngen jähren zu einemAnhaitifchen Cammer-und HofRath beruffeii wurde. AISaber Hertzog Lebrecht mir rode abgegangen, hielt er selbst umseine entlaffung an , und verfügte sich nach Kiel , woselbster von neuem anfieng, juristische costegia zu halten, ward aberendlich durch eine beschwerliche kranckheit bewogen , sich nachOlterndors ohnweit Hamburg zu seinem söhn zu begeben, all.wo er auch nicht lange hernach an. 1731. im 71. iahre sei-nes alkers mit tobe abgieng. Seine schriften sind: kbilo.fophia Juridica, darin» er die gantze Philosophie in tabellengebracht, dergleichen er auch nachgehends mit dem Jute pu-blico und dem Proceß gethan; Der oratorische Hofmeister;Der Trauer-Redner; Oratorische Schatz-Cammer in zwev so,lianten; Oratorischer Kern der gelehrtesten Englischen Red-ner ; Gelehrter Kirchen-Redner; Emblematische Schatz-Cam-mer ; Quellen zu gelehrten Dncursen nach Anleitung der Hi.storie, Politic rc. Dissertationes, u. a. m. Neue Zeit. vongelehrten fachen, 17;

*U)eidner, (Joh. Joachim) em Lntherischer Theologus,war zu Rostock » woselbst sein vatter, Hans Joachim, erstlichdes Hospitals , nachgehends des Jungfräulichen klosterS an derCreutz-kirche Vorsteher gewesen, den n. aug. an. 167a. ge-bohren. Er besuchte anfangs die schulen zu Rostock und Par-chim, nach diesem aber das Gymnasium zu Magdeburg , be.sahe sodann die Universitäten Jena , Leipzig , Erfurt , Witlen-berg und Franckfurt an der Oder, und sieng darauf an. >68-.zu Rostock seine academischen stndien an. Nachdem er nun all-hier Henningium in der WeltweiSheit, in der Theologie aberSchomerum und Habichorstium fleißig gehöret, trat er mei-ne condilton auf dem lande, da denn die zwey nachgehendeberühmte Theologi, Henr. Afcanius, und Herm. Christ- En-gelken, seine untergebene waren. Nach seiner wiederkunstnahm er zu Rostock an. 1696. die würde eines Magistri an,und that sich durch fleißiges lesen und disputiren dcrmaffen her-vor, daß er an. 1699. zum Diaamo an der Blarien-kirche er,wehlet wurde. An. 1706. ward er Doctor Theologi® , an.171?. Pastor ju St. Marien, und das folgende iahr ProfestorTheologiae Ordinarius , endlich aber an. 1721. S erl ! or ^theologischen Faculrät, und an. 1722. des Ministerii Director,welche ämter er insgesamt mit einem ungemeinen siatz »»»treue versähe, bis er an. ,732. den 17. oct. das zeitliche ver-ließ. Unter seinen schriften sind zu mercken: Collegmm Iheo-logicum , XLVlll. Difputadonibus absolutum , wozu nachge-hends noch dreyzehen Difpurariones unter der auffchrtst: ato.desta Vindieacio Ardculorurn Eidei adversus Irenicos rccentio-res gekommen sind ; Sehediasina de Scienda falso stc nomma-ta ex 1. Tim. VI. 20. welches ebenfalls aus verfchledcnendissertationen bestehet; bona Verba ad C. Thomasmm, hxcom-municationis Divinum Institutum nec exterminatum . nac e-terminandum , und wohl - gemeynte Gewissens- rilge, wbeyde gleichfalls Thomasio entgegen gefetzt; ingleichen leyrandere Difpukationen, worunter fünfvon Coimaiikmo m , v>von Juliano Apostara; drey wider Joh. Clcricui»; dichden Libris symbolicjs ; neun wider die Reformirten; it.grammasun. Acad. kojtteb. jpci&»