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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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aeschenckte güldene rose, als ein unschätzbar kleinod zu bewah,reu. Hierauf bewog er den Churfürsten dahin , daß derselbenebst seinem bruder, Hertzog Alberto, so viel Unkosten auf dieCathedral - kirche zu Mcissen aufwandte, daß in derselben dergotteödienst mit singen und bäten den gantzcn tag und nacht vonmorgen bis wieder zu morgen ohne unterlaß konnte gehaltenwerden , zu welchem ende 14. Dom-Herren, 14. Capellane und60. Vicarien ihren unterhalt bekamen. Nachgehends dispvnirteer den Churfürsten dahin, daß er an. 148«. die Pfarr - kirche zuAreyberg in eine ecclestam collegiararn verwandelte, und sel-bige reichlich dotirte; welche Dom - kirche einzuweyhen derBi-schoff von dem Papste Sixto IV. durch ein absonderliches Brevemacht bekam, und darauf solche einwcyhung mit grossen solen-nitäten bewerckstelligte, wie die inscrtption in selbiger kirche nichtweil von dem altar davon zeuget. An. 1487. reisete dieser Bi-schoff abermals nach Areyberg, und confirmirte daselbst die sta-tut!> und regeln des neu-aufgerichteten Dom-Capituls. Kurtznach dieser verrichtung starb er zu Leipzig . Sein cörper wardnach Meissen gebracht , und daselbst beerdiget. Moüerx theatr.Freyb. P. 1 . c. 7. Fabric. orig. Sax. lib. VII. f. 787. & ann.Misn. f. 68.

* Weißbach, (N. Graf von) Rußischer General-Feld-Mar-schall, war an. 1707. als Oberster in Rußische dienste getreten,an. 1708. zum Brigadier, an. 1709. znm Genecal-Maior, undan. 1718. zum General-Lieutenant ernennet worden. Die stelleeines Generals en cbek bekam er an. 1725. ingleichen an. r?;o.den Alexander Newsky- und an. >7;;. den St. Andreas-orden.Er that an. ,7,6. den feldzug wider die Tartarn, starb aberzu anfange desselben mit Hinterlassung eines grossen Vermögens.js?eueFama, rom. II.

weißbriacl), weißpriach, ein Freyherrlich geschlecht,welches vormals das oberste Erd-Land-Hofmeister - amt in Ty-rol besessen, und von dem Kayfer Ferdlnando I. die Gräflichewürde erhalten. Es stammet aus Kärndten her, allwo dasstamm-hauö gleiches nahmens unweit Villach gelegen , undhat sich in Oesterreich niedergelassen. Udalricus florirke umdas jähr 1*27. Burckardus war von an. 1461. bis 1466. Ertz-Bifchvffzu Saltzburg. Udalricus V. begab sich um diese zeitzuerst in Oesterreich , und zeugte einen söhn, nahmens Johan-nes , welcher seinen stamm soll beschlossen haben, welches aberallem ansehen nach nur von seiner linie zu verstehen. Bucel.stemm. P. III. Spmeri bist. insign.

weissenau, tot. Augia alba oder rninor , eine Abtey undkloster, Prämonstratenser - ordens an dem ivasser Schuß, nahebey der stadt Ravenspurg gelegen. Zum unterscheid der Bene-dictiner-Abley in dem Nördgau, 4. meilen von Nürnberg indem Bambergischen bezirck, an dem flusse Schwabach gelegen,dessen stifter an. 105;. der Bischofs von Aichstädt und nachma-lige Papst Victor II. gewesen, wird das Schwäbische Weissenauauch Mindenau oder Mtnderau genannt. Wie sich denn derAbt in dem Reichs - abschiede zu Augspurg an. i;ro. Mindenauunterschrieben hat. In dem Reichs - abschiede zu Regenspurgaber de anno 1500, liefet man Niedern», welches eben die-ser Abt von Weissenau ist, als der ein Stand des Reichs unddes Schwäbischen kreises ist. Anfänglich ist diese Abtey ein sitzeiniger Einsiedler gewesen, welcher an. 990. in ein kloster ver-wandelt worden. Nachdem es aber an. 114;. eingefallen, hatGebizo von Weiffenbnrg aus Habsdurgischem geschlechte, wieGebwilerus meynt, und seine schwester Loccardis, dasselbige ineine Probstey, Prämonstratenser - ordens, verwandelt. Daherhernach die meynung entstanden, als wenn Gebizo der erstestifler gewesen. Hierauf ist an. 1257. Heinrich aus einemProdste zu einem Abt gemacht worden. Über dieses hat KayferRudolph und dessen gemahlin, Anna, dem kloster viel zuge-wandt , so, daß diese die andere stiftcrin genennet wird. Sohat auch Henricus Superbua von Bayern und Sachsen demsel-ben viel wohlthaten erwiesen, und Graf Wolf der VI. von Al,torf hat ihm an. 1180. das dorf Witishofen geschenckt. Inder schönen bibliotheck dieses klosters sind die fürtreflichen bücherund manulcript-z des berühmten Adolphs Occo (der ein Medi-cus, Polyhistor und Nummarius zu Augspurg gewesen) befind-lich , welche ein Herr von Werdenstein dahin gegeben hat. Vondiesem Weissenau ist noch ein anders gleiches nahmens zu unter,scheiden , welches lat. Augia major, und teutsch Mererone heis«set. Es liegt dasselbe auch in Schwaben , oben am Brigantzer-see, und ist ehemals eine capeüe St. Galli daselbst gewesen; wiees denn noch älter seyn soll, als die Abtey St. Gallen selbsten.Hernach ist es ein Benedictiner-kloster beyder geschlechte worden,bis an. 1098. die Nonnen heraus gethan, und von Ulrichen, Gra­ fen in Rhätien und zu Brigantz, zu einer Abtey errichtet wor-den , dessen gemahlin Berkha, des KönigS RudolphS, so beyMerseburg geblieben, tochter, vieles hinein gewendet. So ha,den auch die Grafen von Montfort , denen daselbst dieser hal-ben ein rnausoleurn in der kirche zu unser lieben Frauen errich-tet, vieles dabey gethan. Pfejfing. ad Vitr. lib. I. t. XV. pag.129s. Crußus , ann. Suev. lib. V. P. I. c. 5. Europ. He-tOl& , P. I. p. 598. Mertan , topogr. Suev. *

weissenberg, ein Wendischer marckt- flecken in der Ober-Laniltz, anderthalbe Meile von Bautzen , unsern dem schlösseGratz - darunter es ehemals auch gehöret, nachmals aber vonden beschern solches schlösse s sich losgekauft hat; dahero es un-ter keinem Land-Stande m,chr, sondern blos unter dem schütze

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des Landes-Hauptmanns in Ober-Lausitz stehet. ES liest b,an der strasse zwischen Görlitz und Bautzen , auf einer anmuikgen höhe, hat eme feine kirche und guten,ärckleGwLLaus. merckw. P. III. p. 56. & 95.

* weissenbornius , (Johannes) ein Lutherischer Theolngus, war zu Siglitz, in dem Amte Camburg , ohnweik lena'den 21. nov. an. 1644. gebohren. Nachdem er auf der scb >>7zu Naumburg unter Theophilo Colero, dem er zuletzt in d mamte eines Superintendenten gefolget, einen genügsamen «rundin sprachen und andern wissenschafften geleget, begab er ncban. 1665. nach Jena , und machte sich allda nicht allein Frischmuthii, Weigeltl und Bosii Unterweisung treflich zu nutzesondern hörte auch Musäum, Chemniuum, Gerhard,,,n 'Niemannum, Bechmannum und Götzium in der Theolo»,/und machte sich zugleich bey diesen seinen Lehrern dermaßenbeliebt, daß er von ihnen ichon an. 1667. niit der Magiit«,würde beehret, und nach diesem, insonderheit durch MgVorschub, zum Rectorat in Schmalkalben befördert wurdeAls er diese stelle bey nahe n. jähr bekleidet, ward er Directordes Gymnasii zu Hildesheim , und kam von dar als Senior desMinistern , Pastor an der Prediger, kirche, und Inlpectvr desGymnasii nach Erfurt , da er sich denn auch den gradum einesDoctoris Theologie auf der Universität Jena an. I6Y2. ertheilenließ. Endlich wurde er noch zum Sachftn-Eifenachlfchen k,r.chen-Ralh, wie auch zum Profeffore Theologie ordinsrio, Su­ perintendenten , Pastore primario, und Affeffore des Consistoriiin Jena ernennet, starb aber bald nach seiner ankunft dasilbsiim april an. ,1700. nachdem er Initia Rhetoric® ; Nucleum Ar.tis Logic®; Delineationem Atheismi & Enthuiiasmi; u.fl. m.heraus gegeben. Sein söhn , Jesajas Fridericus, hat annochan. 1740. als Professor Theologi® primarius , Superintendentund Eisenachischer Kirchen. Rath in Jena geledek. P#»g.memor. Theol. 86.

weissenburg, vor diesem auch Sebusia, ingleichen Lron-weissenburg, eine stadt im Elsaß und zwar im WaSgan andem flusse Luller gelegen. Den letzten nahmen soll sie daher ha-ben , daßDagodertus eine crone in das kloster Weissendnrgst-schencket. Aus dem fundations, briese Dagoberts deS grossenvon an. 624. erhellet, baß der orl Weissenburg schon vor der.stiftunq des berühmten klosterö und nunmehro Fürstlichen Prod-stey gestanden. Es mag aber damals nur ein dorf gewesen seyn,bis der Abt Friedrich an. 1262. dasselbige mit mauern umgeben.Was sie darauf vor streitigkeiten mit den Aebten wegen der ,m-medielät bis auf den Westphälischen frieden gehabt, solches istunter dem folgenden actickul zu lesen. So viel ist gewiß, daßsie nach dem Incerregno als eine Reichs - stadt in der Äheinl-schen städte bündnis gestanden, und nachgehends mit zu denzehen Reichs - städten der Landvogtey Hagenau geschlagenworden. So trift man sie auch in allen Reichs - abschiedenseit an. ryao. unterschrieben an. Doch hat der Probst nochimmer viele rechte geübet, siehe den folgenden artickul.^ DaSregiment der stadt wirb von den Patriciis oder Hausgenossen be-setzt , deren Ursprung man von an. 1240. von dem geschlechtederer Bancken, welchen daS recht zu müntzen von dem Kaigeranvertrauet gewesen, und von denen es hernach an die stadt ge-kommen, herführet. Aus diesen Hausgenossen werden achtBürgermeister erwehlet, wovon vier ein jähr regieren. Hierzukamen noch vierzehen von den zünften, von welchen jährlich ste-hen in den Rath gehen, deren einer jedem Bürgermeister in derreqierung zugeordnet und der Marschall genennet wird. Wen»nun unter den sieben ein jeder Marschall gewesen, so werden dieandern sieben in den Rath gezogen. Aus den ersten aber wirddas Staffel-Gericht besetzet, welches über erb - eigen und kleinefrevel richtet. An. 1469. hat PfaltzgrafFriedrich die stadt bela-gert. An. 1525. wurde sie wegen des bauern-krieges durch denKayserlichen Fiscal angeklagt, worauf dem Churfürsten Lubewigzu Pfaltz die execution aufgetragen wurde, welcher sie zu einemvergleich nöthigte. Was sie sonst im dreißigjährigen kriege,und nachdem sie an Franckreich durch den West^haliichen >rie-den gediehen, vor gemeine schicksaic mit andern städten der U»o<vogtey gehabt, ist nnter Hagenau zu suche». D>e lnauemund andere vcstunqs-wesscker hatten die Franzosen 1671. niedergerissen , ehe sie sich des rechtes über die itstbt iwan. 1680. anmaßten. Sonst hat der Teutsche ocden e>nel.M'menthurey allda, welches Haus eines der vier cammer-Ml»des ordens ist, so der Teutschmeister zu seiner Wohnungl erwey-len kan. Auch hat der Johanniter-orden ehedesse» vor der mein kloster und Ritter - Haus, zu den Aichen genannt, Mostwelches aber in abgang gerathen. Dafür hat derielde nocy ei-nen Hof in der stadt. Die gegcnd ist überaus fruchtbar, ui»zeuget castanien in grosser menge. Munjkr. coimogr. »o·j·c. 157. Trüb. in chron. Da««;, in libr. de vetust. Polonor.welcher aus der stadt gebürtig, und Secretair bey dem Ronigevon Polen war. Knipfcbild. de civit. Imp. p. 882.

weissenburg, eine gefürstete Probstey im Elsaß -m W^gau gelegen. Anfänglich war es ein kloster Ben d ddm" hatdens, welches an. 624. qedauet, und von dem Köiilge D Mdem grossen an. 664. dotirt worden. In dem fundst'^briese stehet, daß das kloster an dem ^te, der schonWeissenberg geheissen, gestiftet worden, und da^ d^l ei>^^le dem Königlichen fisco daselbst zugehörigen dorftr ^ther geschenckt seyn sollen; wie denn die Aebte ihre ve