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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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'Erasmi , Nieder-Ocsterreichischen Reqierunqs-NathS, tlub eirtgroß-valter Gerhard! Wilhelm,, Herrn in Prützendorff, wel-cher an. iür6. als Kayserlicher Reichs-Hof-Rath mit tode abge.gangen , zwey ,ohne nach sich lassend , von welchen ) Ferdi-nand Jacob gezeuget (nl Wilhelmum , einen vatter FrancisciRaymundi, Kayserlichcn Cammer-Herrn unb Nieder - Oester-reichlichen Reglcrungs-Rath, (b) Maximilian»», Ernestum,der in dein Turckcn-kriegc gefangen worden,nd zu Constanti-nopel ii. jähr bis an seinen tod sitzen müssen; (c) FridericumEriiegum, dehen söhn Adam , so an. ,68;. gebohren, in demSpanischen succetzwns-krieqe nach ansang des XVHI. soculi ineiner delagerung einen arm verlohren , an. 17,7. KayserlicherTrancheen-Malvr vor Belgrad gewesen, und jahres daraufOberst-Lieutenant lind Commcndant zu Comorra worden»r.) Hiob Hartinann hat einen söhn» Ferdinand Caroium, erzie-let, der an. 1705. Kayserlicher Statthalter in Nieder-Oester«reich worden. Johannes, vorqedachlen Wulffingers bruder,warb ern ülter-vatter Ruperti, der an. 1499. das schloß Spie»gelfeld erkauffet, davon Nachgchends diese gantze Itnte den nah-men angenommen. Dessen söhn, Johannes IV. Freyherr vonWeltz, starb an. 1499. als Odcr-Landes-Hauptmann in demHertzvgthum Crain, unter andern söhnen Rupertmn Hinkerlas.ftnd, der anfangs Ertz- Hertzogs Caroli Rath, und hernachOesterrcichischcr 'Oder-Jägermeister gewesen. Dessen enckel,Gonhard, Freyherr von Weltz , muste wegen der Prokestiren-den religion alle seine güther in den Kayserlichen erb-landen ver-kauffen, worauf er sich nach Chemnitz in Meiffen begeben , all-wo er an. 16,1. verstorben. Von seinem altern söhne, Justi»niano Ernsten , dem Apostel der Heyden, folget ein absonder-licher artickul; dessen jüngerer söhn aber, Johannes Felix,wurde ein vatter Gotthard Hellsricds , der anfangs Fürstlich-Omabrückischer Ober-Hof-Marschall gewesen, darausKanserl.Reichs-Hof-Rath und Cammer-Herr, an. 1699. Abgesandterbey der B>schoffs-wahl zu Würtzburg, in dem solgendcn jähreAmdaffadoc in Schweden , hernach Kayserlicher geheimer Rathund kleniporenrisrius in dem Stifte Lüttlch, an. 171;. ober-ster Hofmeister des Bayerischen Chur -Printzen, und an. ,7,8.der Ertz-Hertzogrn Elisabeth, Gouvernantin in den Oestcrreichi-schen erb-landen , oberster Hofmeister worden.

. Die tLbcrffeinische linie, welche Balthasar in dem XV. fa.<ulo aufgerichtet, hat von dem schlösse Ebecstein, so zu des Kap-scrsOtlonisIV. zeiten an diese samilie gelanget, den nahmenbekommen. Von dessen enckeln sind absonderlich hier anzufüh-ren :,.) Veit, Kayserlicher Rath und Ober-Landes-Hauvlmannin Kärndten , welcher dieses Hertzogthum wider die Venelia-ner ungemcin wohl beschützet, und in dem Zysten jähre seinesalters unvermählt gestorben ; 2.) George , von welchem Si-gismmidus abgestammet, der zuerst den Gräflichen charactererhalten, und mit einer Gräfin von Grota , mit der er sich an.,064. vermählet, unterschiedene söhne gezeuget; ob aber diestl-be diese linie fortgesetzet, findet man nicht ausgezeichnet. Imbof.not. Proc. Imp. p. 67;. item inspicil. Rittershus. P. polt. p. 1$.Speneri hist. ilisign. p. 566.

weltz 1 (Justinianus Ernst , Freyherr von) war aus dervvrhergcyendcn samilie, und zwar aus der Spiegelfeldischenlinie entsprossen. Er hatte sich in seiner jugcnd ziemlich in dieweit vertiefet; allein nachdem er nebst der Bibel die geschichtrder Märtyrer fleißig gelesen, entzog er sich ggntzlich der well,und befliß sich der einsamkeit. Er gab hierauf an. ,66;. zuUlm einen tractat heraus von dem Einsiedler-leben , wie es nachGOtles Wort unb der H. Einsiedler arl anzustellen. Seinemeiste sorge girng dahin, wie die Lutherische religion auch un-ter den Heyden möchte ausgebreitet werden, und weil er unver.ehlicht zu leben beschlossen » so deputirte er von siinem eigenenvermögen 12000. lhaler zu solchem vorhaben , damit Semmariaund schulen vor Studiosos Theologi* , um darinn fremde spra-chen zu lernen, könliten angerichtet werde». Er suchte dieseswerck unter dem nahmen einer IEsuo-liebenden gejeUsthafftzu bewerckstclligen , und publturtt an. ,664. unter dem nah-men Justiniam zu unterschiedenen male» crinnerunqen, ver-mahnungen, vorschlüge rc. zu dieser gesellschaffl. Wie er nüttsowot von vornehmen Theolog^ als auch ^oliticis va;u waranimirt worden; also üderaab er seine vorschlage den Protesti-renden Ständen auf dem Reichs-tagc zu Regen,purg , und er-mähnte dieselbe, an dieses werck mit Hand anzulegen. Nach-dem aber der damalige Regenspurgische Superintendent, D.Joh. Henricus Ursinus, solches vorhaben verdammte, und inder wider diesen Justinianum geschriebenen gegen - erinnerunges eine leuth-betri'igcrey, guäckerey, rc. und den Baron einenlräumer, Phantasten re. nennte, so ward dessen Vorschlag we-nig regardirt, und er vielmehr deswegen verfolgt. Es hatteaber gemcldlen Superintendenten zu ,sicher bitterkeit am mei-sten verleitet, weil der Baron über die Verderbnis des Luther,thums geklagct, und nach Verbesserung des Christenthums ge-seufzel: denn da halte er qemeynet, es stecke ein fanatischertrieb dahinter, und wollte man die orthodorle über den Haussenwerffen , da doch der Baron nicht eine Verbesserung der lehre,sondern des lebens der Lutheraner verlangte. Er begab sichhierauf in Holland , und invitirte an. 1666. die StudiososTheologi* aus Deutschland nach Amsterdam,zu seinem vorha-ben ; er wurde aber auch darinn von den Holländern gehindert.

Er faßte also den entschluß , sich selbst unter die Heyden zu be-

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geben, und an beten bekehrung zu arbeiten. Er ließ demnachvor seiner abreise sich von dem damaligen Prediger zu Zwvll inder provintz Ober-Zffel, nahmens Friedrich Breckling , zumApostel der Heydvn ordinlren , und als er eine rede (darinn erder weit mit nachdrücklichen expreßionen abgesaget , und seinvorhaben vorgestellet) an etliche anwesende Personen gehalten,hak er feine reise angetreten, und darauf unter den Barbar»sein leben besthlossen. MSct. geneal. famil. iüuflr.

weltzeck, ober wilczeck, siehe welczeck»

A)elwary, eine Königliche stadt in dem Slaner-kreise i»Böhmen , drey Meilen von Prag gelegen , gehört zu dem amtöeines obersten Burggrafen dieses Königreichs. Zeikr. top-ogr.Rohem. p. 8). Balbin, miscell. dec. I. Üb. III. e. 7 · §· ?· p. 77.Vogtens jetztlebendes Böhmen , p. 140.

wem , eine marckt-stadt in der nördlichen gegend der En-aellandischen provintz ShropSbire. Sie liegt an dem fluffe Rob-ben , welcher von hier in die Severne läuft. ^Dieser ort, wel-cher ,rl. Meilen von Londen liegt, gab unter Jacobo II. denkCantzler Jeffreys den Barvn-titul.

wembdingen, eine stadt nebst einem schlösse in dem Blß-thum Aichstätt, welche zil dem Rent-Amte München gehört,und mit einem gesimd-bade und Land-Gerichte versehen ist. An-fänglich gehörte sie den Grafen von Oettingen , und wurde inder ersten kheilung zwischen Wilhelm, Ulrichen und Johannsen ,dem ersten, zugeschlagen , welcher aber selbige an» 1461. a» sei-nen bruder Ulrichen verkaufte. Nach diesem wurde sie a» GrasGeorgen von Wekdenberg theils wegen des ehegeld-zinses, soWilhelms gemahlin » eine Gräfin von Werdenberg , daran zufordern , und welche Graf Ulrich im kanf-contract abzutragenversprochen , theils auch wegen anderer schuldforderungen zumUnterpfand gegeben, welcher aber bey dem Hof-Gerichte zuRothweil um die schuld abzutragen ein urtheil ausbrachte, wo-durch er auf alle OeltiNgischc lande ein recht erhielte. Dadurchsahen sich die Grafen von Oettingen gezwungen, die stadt anHertzog Ludwigen in Bayer» an. ,467. gegen '20000. gülden zuverkaussen. An. , zor. verkaufte Hertzog Albrecht die stadt wie-derum an die Grafen Wolfgang und Joachim zu Oettingen»Es hatten auch die Grafen schon einen ansang zur zahlunq ge-macht , auch sonst wegen einiger an Bayern habenden fvrde-rungen bereits compensirt; allein die stadt selbsten setzte sich dar-wider, aus vorwand , daß Hertzog Albrecht sie nicht wiederveräussern versprochen. Überhaupt aber hatten Hertzog Wil-helm und Ludwig von Bayern in den damals odschwebendenstreitigkeiten mit dem Schwäbischen Bunde den kauf zu haltennicht lust; daher die Grafen sie vor den Richtern des Bundesbelangten, welche den Grafen die fache zusprachen. Doch mu-sten sich die Grafen mit ihnen dahin vergleichen - daß sie ihrkauf-geld und forderungen auf solche art wieder nehmen woll-ten , daß Bayern an Oettingen 2000. gülden baar , und her-nach alle jähr auf ewig 600. gülden abtragen sollte. Es magaber solches letztere nach einigen jähren ins stecken gerathenseyn, und erhellet aus dem vergleich der sämtlichen Fürsten und Grafen von Oettingen von an. 1696. daß sie um diese zeitnoch viel darauf zu fordern gehabt. Daher sie nach ergange,ner Reichs-acht des Churfürsten Maximilian Emanuels vonBayern , auf dem Reichs-tage an. ,7,0. um diesen ort anhiel-ten ; dagegen das Stift Regenspurg seine lehens-herrschafft vor-schützte. Lünig, im Reichs-Archiv, pari. spec. cont» II. abtheilst4. abs. 17. n 1. seq. Leben Raysero Joseph» , P. II»Staats-Cantzlez?, ton,. XV. p. 771. & zzo. Sucher.cabinet,zehender eingang, p. 777.

wenceslaus , Römischer Kayser und König in Böhmen ;war des Kayscrs CaroliIV. soh» von dessen dritten gemahlin/Anna, des Hertzogs Henrici von Schweidnitz unb Jauer toch-ter, an. i;6i. zu Nürnberg gebohren. Es wird insgemein vonihm vorgegeben, daß als man das tauftwasser warm machenwollen, sey das haus darüber weqgebrannt; als er getauftworden, hab er das tauftwasser mit seinem urin besudelt, undals er im andern jähre seines alters zum Könige von Böhmen gecrönt und auf den altar gesetzt worden , selbigen unrein ge.macht; wiewol diß alles nur wider ihn erlichtet zu seyn scheinet,und wenigstens ihm, als einem kinde, nicht vor einen fehlet Zu-gerechnet werden kan. Sein vatter hatte der ChiirfütsteN stim.men mit grossen aeld-summen erkauft, daß sie ihn an. 1*76.zum Römischen Könige machten. Bey der damaligen crönungentstund zwischen den Hertzvgen zu Sachsen und Luxemburg einstreit wegen des schwerdt - vortragens > welcher dergestalt ver-mittelt wurde, daß Wenceslai jüngerer bruder Sigmund,Marggraf zu Brandenburg , solches amt inzwischen verrich-tete. Nach dein tode feines vattets an», ; 78 . kam er zu völligerregierung des Teutschen und Böhmischen Reichs, welche' eraber in beyden nicht mit vergnügen der Unterthanen führte»Denn weil er beständig in Böhmen verblieb , ohne einmal inTeurschland herum zu reisen, auch sich der Reichs - fachen nichtmit gehöriger sorgfalt annahm, so vem,ehrten sich die damalszwischen den Fürsten Und stadten obschwebendc Uneinigkeitendergestalt, baß es zu öffentlichen feld-schlachken kam, derglei-chen sonderlich bey Weil vorgieng, darinn die städte den kürtzerttzogen, und dadurch in gefahr liefen, von den Fürsten verschlun-gen zu werden, wenn nicht ihnen Wenceslaus hieraufden land.frieden zn Eger pudliciret hätte. Ein gleicher krieg war zwi«

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