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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Strafford und Frehherrn m Raby. Weil er aber den; Könige aherhand consilia,n5dcbe dem Parlemenle gar nachlhcilig schienen,gegeben, den Csttholischen in Engelland und Jrrland favonsi-rel, der Bsschöffe parley gehalren , auch sich einiger unbedacht-saiiien reden verlauten lassen , daß der König diejenige» , sonicht gehorchen wollten , wol zwingen könnte, auch von demKönige in Spanien jährlich 800. pistvletken pension bekam, luder des Parlemeiits und des gemeinen volcks haß auf sich. Alsdie unrnhen zwischen dem Könige und dem Parlemenle angien.geu, begab er sich anfänglich zu dem ersten in Schottland ,gieng aber bald wieder zurück in Irrland, hielt daselbst einenReichs-Convent, auf welchem die Stande dem Könige 240000.pftind willigten, welche er nebst einigen Jrrländischen troup-pcn dem Könige zuführte. Der König erklärte ihn auch, zu-mal der Graf von Norlhumberland als Königlicher Generaliftfimus eben damals kranck lag, zum General über die ar-mer , die er wider seine confödcrirte Unterthanen führte. Erschickte den Freyherr« von Cormuay mit 3 $00. mann voraus,um den conföderirten den paß über den Tyne-strom zu ver-wehren, der aber von selbigen den 16. aug. an. 1640. geschla-gen , und die stadt Newcastle erobert ward. Als bald her-nach ein stillstand getroffen worden, kam er mit dem Königewieder nach Londcn. Der haß aber des gemeinen mannsgegen ihn nahm inzwischen zu, sonderlich als ihm beygemes-sen wurde, daß er dem Könige, die Engelländcr zu bezwin-gen , eine Irrländische armee angeboten hätte. Dieses wur-de von dem Parlemenle sehr übel empfunden, welches ihn des.wegen in artest nehmen ließ , und ob gleich einige junge Her.ren sich bemühcten , ihn aus dem Tower zu Lonben zu brin-gen , wollte es doch nicht gelingen, sondern er wurde vielmehrnach diesem viel stärcker verwahret. Von dem 12. mart. biszu ende des avrils an. 1641. ward er zum öfter» vor daSParlcmcnt geführt; da er sich denn mit grosser frcnmüthigkeilund bcredtfamkeit zu entschuldigen wußte, dennoch aber sichnicht allerdings entledigen konnte, dahero ihn erstlich das Un-ter-Haus, und hernach das Ober-Haus, als einen der vcrröthe-rey schuldigen des Haupts verlustig erklärte. Ob sich nun gleichder König demühete, ihm das leben zu erhalten, und daherodas kodes-urtheil nicht unterschreiben wollte, so lagen ihm dochdie vornehmsten Herren so lange an, daß er endlich, um aus-ruht zu vermeiden, solches des nachts in seinetn bethe u»tcr-schrieb. Der König schickte zwar seinen ältesten Printzen in daüParlement, um eine mitigation des Urtheils zuwtae zu brin-gen ; allein es war vergebens, und das^urtbeil wurde den 2.man an. 1641. exequiret, wobey sich Slrafford sehr freudigbezeugte, und auf dem schavot seine Unschuld durch eine langeund bewegliche rede darzuthun bemühet war. Durch seinen tobwurden die Unruhen in Engelland nicht gestillet, wie man ver-meynet hatte, sondern es wurde dadurch der weg zu dem fol-genden kriege und blutvergiessen gleichsam gebahnel. Sei» ein-ziger söhn Wilhelm folgte ihm , welchen der König Carolus 11 .nach seiner Wiedereinsetzung zu seinem geheimen Rath und zumRuler des Hosenbandeö machte. Er vermählte sich mit Anna,des Grafen Iacvbi von Derby lochtet. Sanders , historiavi-tae & necis Caroli I. Batet elenchi mot. Angl. Greg. Letitheatr. Brit. Ludtov memoires.

Wentz von Niederlanstein, eine adeliche familre, welcheunter die unmilkelbare Reichs-Ritterschafft am Rheine gezehletwird. Johann Cvnrad Wentz, edler Märcker zu Niederlan-steiii (in der Unter-Grafschafft Catzenelnbogen bey der Lohnund an dem Rhein gegen Coblentz zu gelegen,) hat nni daSjähr 1 j;o, floriert. Von dessen nachkommen lebten zu aus,gang des XVII. üeculi Hermann Ernst, der als Lotyringi.scher Hauvtmann geblieben , Philipp Adolphen, Chur - Cöl-uischen Hauptmann , nach sich lassend, der seinen stamm fort.gesetzet, und Wilhelm Christoph, ein vatter Annä Carha-r>, Aebtißiii zu Engelpfort, Johann Jacob Emmerichs,Kayserlichen Hauptmaiinö, Johann Georgenü, der als Päpst-licher Garde-Hauvtmann in Candia geblieben, und JohannFriedrichs Wentz von Niederlanstein, der seine» äst mit zweysöhnen fortgepflantzet. Humbracht, vom Rheinischen Adel,lass izi.

tümrtfy, eine ansehnliche adeliche familie in Schlesien, wel-che von den uralten Grafen von Biberstein abstammet. MatzWentzky zu Roscnau in dem Fürstenthum Brieq lebte an. 1476.und hatte eine von Franckenberq zur gemahlin. Johann vonWentzky der ältere zu Pctersheyde im Neißischen, starb an.M62. als Fiirstlich-Liegnitz -Briegischer Rath und Oeeanu^ beyder Collegiat-kirche zu St. Hedwig in Brieg. Hans Wentzkydon Seiffersborff im Briegischen bekleidete a». i;z6. bey demHertzogc Georgio zu Brieg die stelle eines Hof-Junckers. Geor-ge von Wentzky und Pekersheyde auf Peterswitz, Bertelsdorfund Plaumüyle, hat von dem Schlcsischen Ritter - Rechte ge-schrieben, und ist um das jähr i;yo. als Fürstlich-Liegnitz-Brie.gischer auch Bischöfflich-Breßlauischer Rath gestorben. HansFriedrich auf Ruppersdorss war an. 1664. des StrelischenWeichbildes Landes-Acltester und Land-Lommillaiius. Nochan. 17,9. florirten 1. ) Hans Adam von Wentzky und Pe-tersheyde, welcher die güther Planmühle, Bartzdorff, Pe-terwitz im Strelischen, und Cummclwitz in dem Franckcnstei.usschen besaß. 2.) Christian Friedrich von Wentzky, aufNi-tlasdvrff m dem Strelischen, dessen söhn , George Christian,

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an. 17*8. auf der Ritter-Acadrmie zu Liegnitz studirte. SwaptiSchlesische curiositäten.

VOepfet, (Joh. Jacob) ein weltberühmter Mcdiois, wur-de aebohren den 2,. decembr. an. ,620. zu Schaffhausen . Seinvaitcr war Georg Michael, anfangs Nalhschrciber daselbst,welcher hernach den 2;. junii an. >634. zum Zuiiftmeister er-wchlk worden , und an. lözy. gestorben ; seine mutier ist gewe-sen Catharina Stoker. Dieser sein söhn zeigte schon in jungenjähren einen fertigen geist, und nachdem er i» dasigem 6>mna»sio den gründ in Humaniorikus gelegt, bezeugte er eine sonder-liche tust zu der Artzney-kunst, woraufhin ihn sein vatter nachSrraßburg geschrckct, woselbst und zu Basel er auch 8. gantzerjähre sich unter anführung an dem ersten orte Sebitii, an demandern aber Bauhini, Slupani, Platen und ü Brunn, alsder berühmtesten Meäioorum selbiger zeit, Medicinarn studir.te, und seine trefliche progressen hierinn durch etliche disputa^riones, so er von zeit zu zeit unter dem pnesidio Sebitii unda Brunn gehalten, öffentlich an tag legte. Von dar schickteihn sein vatter nach Italien , allwo er sich zwey jähr aufhielte,um sich in Anaromia & Praxi umzusehen, besuchte darnebenfleißig d,e hospitäle, und machte gute bekanntschafft mit dengelehrtesten Medicin Vesliiigio, Rhodio, Marchelte, wurdeauch hösiick von dem berühmten M. A. Severino durch schrei-ben nach Neapolis invikirl, und lebte in Pakua gantz vertrau-lich mit Bartholino und Zwölffero, die damals der stubicnhalber auch sich daselbst aushielten, mit welchen allen er nachseiner zurückkunft ins vatterland correspondentz gepflogen. An.1647. beruften ihn seine eitern nach Hause, da er aber aufderheimreise wiederum nach Basel gieng, und daselbst denjulii desselben jahrs den gradum eines Doctoris annahm, hieltauch eine bisputation de Palpiratione Lordis, und balddarauf eine gelehrte inaugural - oration de Hwrmarum Po-w. Kurtz hernach kam er ins vatterland , und fieng seinexraxin sehr glücklich und Mit allgemeinen vergnügen so Ivohlan , daß er von der alldasigen Obrigkeit noch in selbigem 1647.jähre den 10. november zu einem Pbyfi«> ordinario ernen-net ward. Seine Praxis, welche er treflich verstünde, unddaher viele fremde Medicos nach Schaffhansen zöge, um sel-bige von ihm zu erlernen, machte ihn bald bekannt nicht nur inder gantze» Eydgenossenschafft, da alle dreyzehen Cantons samtden zugewandten Orten gleichsam um die wette vor seine ge»genwart gestritten, und selbigen als ihren Aesculapium ange-sehen , sondern er wurde auch in dem benachbarten Schwa-benlande durch seine glückliche euren bey hohen und niedernso beliebt, daß er wenig bey Hause war. Sein rühm gelangteauch gar bald an verschiedene Höfe, wie er denn an. 1675. vonden Würtembergischen Hertzogen » und »och in selbigem jährevon dem Marggrasen Fridcrico Magnv von Baden-Durlach zum Leib-Medico angenommen worden. An. i68e. im se-bruario berufte ihn der letzt verstorbene Rcformirte Churfürstin der Pfaltz Carolas tn seiner letzter» kranckheit eilends zu sichnach Heidelberg , und machte ihn zu seinem Leib-Nedico, dazwar Wepfer zu Wiederherstellung des Churfürsten sein mög-lichstes that, dennoch aber dem schon allzu sehr überhandgenommenen übel nicht mehr steurcn konnte, wie er sichs son-sten wol getrauet hätte, wenn er ein halbes jähr ehender wäredazu berüffen worden. Gleichwol ward ihm von der gesam-ten Chursürstlichen Hofstatt wegen seiner grossen sorgfaltviele liebe und Hochachtung erwiesen. In selbigem jähre nahmihn die Academia 8. K. Imp. Nafuts Curiosorum zu einemMitglied an, unter dem nahmen Machaonis III. welche er auchmit viele» curiöstn vbservationen bereicherte. A». ,691. wur-de er von dem Churfürsten in Sachse» Johann Georg III.welcher bey der armee in Schwaden an der lagersucht kranckläge, begehret, durfte aber den Hertzog von WürtembergCarolum Fridericum , welcher damals gleiche kranckheit hat-te , nicht verlassen. Nebst seiner unqemein starcken praxi führ-te er auch starcke correspondentz mit den gelehrtesten üledi.cis seiner zeit, und wurden in sehr viele auch weit entfernteorte Otmsilia Medica von ihm eingeholet, darneben war erein grosser liebhabet von der Anatomie, dahero er bey allenanlässen sowol bey Höfen als zu hause dieselbige exercirte,als sein ocium dulcissimum , wie er solche zu nennen pflegte,gleichwic er auch barbey alles accurat aufzeichnete, sowol alswas ihm in praxi vorgefallen , ohiiangesehen seiner jeweiligenerstaunlich vielen geschafften, wie denn sowol von dieser alSjener Materie hin und wieder epiltolx, observationes undConsilia bey den authoribus von ihm zu finden , deswegen erauch einen sehr grossen rsiesaurum manuscripwrum hinterlas-sen , wovon die Observariones PrackiL-c von seinen enckeln inordnnng gebracht, die besten ausgelesen und zum druck fertiggemacht worden. Es ist auch der erste theil de AffcctibnsCapitis in Schaffhauscn wülckllch an. 1726. an das licht ge-treten , dem die übrigen theile bald hernach folgen sollten. Inden letzten vier jähren seines lebens konnte er wegen engbrüstig-keil nicht mehr reisen , auch endlich wenig mehr aus dem Hausegehen, versähe aber nichts destowenlger die krancke» mit hülffeund rath durch schreiben, und arbeitete ohnermüdet bis ansein ende, welches erfolget ist den 28. jan. an. 169;. da er an derbrust-wassersucht von einer sonderbaren Ursache herrührend, wiees die Anatomie ausgewiesen, und solches von ihm in seinemleben allezeit prognosticirt worden, gestorben. Er hat von neunkindern, die ihii, von Barbara Rmck von Wildenberg , wel-che