Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

z o h

har ckahdt Er. Als aber der anschlag mißlungen, wurdendie Mönche über die stadt-mauren hinaus gehenckt , das ange-fangene kloster aber von den Grafen von Frodurg in ein Colle-giat-Skift verwandelt, und scheinet Graf Rudolph, ein söhnGraf Ulrichs / sey allda an. 1245. der erste Probst gewesen. Zuewigem angedencken dieser angesponnenen, aber durch Göttlicheschickung entdeckten und verhinderten verrätherischen mord-nacht,ist annoch auf den heutigen tag üblich, daß der die stunden aus,ruffende Nachtwächter, auf eine gewisse zeit im tahr, nachdemer die stunde ausgeruffen, auch den sprnch , dahar gahdt Er/beyfügt. Die gefährliche läufte und weil nach Kayser Frie.drichs II. tobe das Reich lange zeit ohne ein gewisses Haupt ,alles voller gemalt, raub und unsicher war / hat die stadt sichan. 1238. in des benachbarten Graf Rudolphs von Habsburg schütz und schirm ergeben , mit vorbehält ihrer damaligen frey.Heiken / wie sie denn an. 1262. und 63. dem Grafen zu hülffe wi,der den Bischofs zu Straßdurg in das Elfaß gezogen ist , aberan. 1274. hat (nach TschudyS bericht) Graf Ludwig von Hohen-berg / feine rechte auf diese stadt , der Kayseriu Anna, desneuen Kayfers obigen Rudolphs gemahlin , (welche eine ge-bohrne Gräfin von Hohenberg gewesen) übergeben. Es hatauch hochgedachter Kayfer der stadt an. 1279. alle ihre frevhcitenbestätiget. Aber nach dieses Kayfers tobe/ als die stadt demneuen Kayfer Adolph von Nassau gehuldiget hatte, verdroß sol-ches den Hertzvg Albert von Oesterreich/ als Adolphs Widerpart/fo fast / daß er an. 129?. seinen Lanbvoat im Aergöw mit einerarmer für die stadt geschicket, welcher selbige also hart gcangsti-get / daß sie sich bequemen , und mit Verlust ihrer Reichs - frcy-heit dem Haufe Oesterreich sich unterwerffen müssen, von wel-cher zeit an sie demselben treu und in allen kriegen behülflich ge-wesen / wie denn bekannt , daß in der schlacht bey Scmpachan. 1386. die Zoffinger sich sehr wohl gehalten , und ihr dama-liger Schultheiß und Panner-Träger / Niclaus Dut/ als ernach empfangener wunde sich von den Evdgenossen umgeben/und wohl gesehen, daß er sein panner nicht erretten könne ,solches von der stange ab. in stücke zerrissen , diese in seinenmund gesteckel habe/ und also erschlagen gesunden worden.Sie musten auch an. 1388. einen feindlichen ansall und raub ih-res Viehes von den Bernern ausstehen. An. 1331. hat HertzvgLüpold allda einen prächtigen turnier gehalten , welchem 660.Helme beygewohnet haben. Die Hertzoqe haben die stadt nebstetllch andern an die Edlen von Müllheim versetzet, denen sieauch ein jährliches entrichten müssen / bis an. 146,. und 62.da ste ihr antheil des schuldigen capitals mit 39)7. fl. Rhei-nisch abgelöset hat/ nachdem sie an. 141;. als Hertzvg Frie-drich in des Kayfers und des Costnitzer - Loncilii acht unddann gerathen, von den Bernern ein - und mit vorbehält ih-rer freyheiten in Huldigung genommen worden. Die getrof,fene cavitulation ist bey Walbkirch (a) in, forma zu lesen.Sie hat ihr eigen regiment / klein und grossen Rath , derenaller Haupt ist der regierende Schultheiß , welcher alle zweyjähr auf Ostern, die Huldigung zu Bern im nahmen derstadt ablegen muß. Der kleine Rath besteht aus zwölf und dergrosse aus vierzig Männern, welche mit zuziehung noch zwanzigMänner aus der übrigen bürgerschafft/ das Schulthcissen-amt , wie auch den Rath und das Stadt-Gericht besetzen, massftn sie Hohe und niedere Gerichte hat. Alle anzeige ist vorhan-den i daß die stadt vor altem weit grösser gewesen, und sich bisan die Wigger erstreckt habe; allein die öftern Verheerungenund feuers-brünste haben selbige sehr hinunter gebracht. Sieist an. 1396. zusamt dem Rathhaus nebst allen der stadt schuf-ten und brieffchafflen elendiglich verbrannt. Hernach an. 1423.den 24. hornung verbrannte die obere stadt bis an den kirchhof,und wiederum an. 14^2. den 16. october. Ferner an. 1473.den 23. november ist die niedere stadt bis wieder an den kirch-hosim rauch aufaegangen. Als die stadt Bern die religion re,formirt hat/ ist diese stadt an. 1328. diesem exempel gefol-get. Die Probstey wurde vom Canton Bern (dem sie vomletzten Probst mit allem einkommen übergeben worden) inein unter aufsicht eines Schaffners stehendes allmofen - Hausverwandelt , und der stadt aus deren körn - einkommen hun,dert matter frucht jährlich zugeleget/ um solche theils zu er-haltung der armen, theils der stadt manren und gemeinengedäude zu verwenden. An. 1332. hat die stadt Bern all-hier eine disputatton mit den Wiedertäufern halten lassen,aus deren zahl 23. männer/ auf erhaltenes sicheres geleit/all-da erschienen sind. An. 1693. haben einige bürger zu Zoffin.gen angefangen eine öffentliche bibliotheck anzulegen, welche bisdahin mercklich zugenommen hat, und mit vielen alten mun,tzen und andern raritäten vermehret worden ist. (a) waldk.Endgn. bunds- und Staats-Hist. k. I. in append. Stumpf, lib.Vli.'p. 238. Guil. lib. I. rer. Helv. c. Buüinger. bist. Tig.manuscr. tom. I. lib. IV. c. 12. Münsters cofm. lib. III. 0. 92.Wagner. Merc. Helv. Gtettlers chron. P. I. p. 90. & P. II.p. 20. Steiner, steter. Helv. p. 30. & 339, Tscbudi bist. manu-script. P. I. äst ann. 1274. *

Sjobar / welches im Hebräischen so viel als ein glantz bedeu.tet / ist der nähme eines Cabbalistischen buchs / welches die-den sthr hoch und vor sehr alt halten. Es hält Cadbalistifcheerklärungcn der bücher Mosis in sich, so aber meist in einemspiele der buchstaben und zahlen , und allerhand Cabbalistischenspeculativnen bestehen. Einige Jüden geben vor / daß dessenHistor. Lexivon VI. Theil.

zol zol 119;

smbor der berühmte R. Simeon Ben Iochai sey , so ein disck-pul des R. Akibhä/ der in dem II. ikculo nach Christi geburt ge«lebet. Andere schreiben es dieses R. Simeons lehrjüngern zu.Doch wird nicht ohne ursach gezweifelt, ob dieses buch so garalt sey / umso mehr, als wol in den ersten tausend jähren nachobigem R. Simeon kein einiger Jüdischer Gelehrter dieses buchsgedacht hat / und im Talmud selbsten, da viele sprüche undlehren des vbgemeldten Simeons angezogen werden/ solche dochalle lediglich die Jüdische rechte oder gebräuche angehen , hin,gegen nirgendwo darinn die geringste spur zu finden ist, auswelcher man schliesse» möchte/ daß dieser mann auch etwas Cab,baltstisches geschrieben, oder seinen lehriüngern von mund ausbeygebracht. Daß das buch so lange allein ln den Egyplischenschulen aufbehalten , und erst im XIII. und folgenden feculisanderwärts hingebracht, und auch da bekannt worden sey,kommet gar nicht gläudlich vor. Wie dem allem/ so hat man 2.edilionen davon, deren die eine zu Crcmona, und die andere zuMantua heraus gekommen; derjenigen. so an. icgo. in Teutsch-land / in der Cabbala denudata Christian Knorni von Rosen,roth, an das ltchl getreten/ zu qeschweigen. Es giebt falsche ma,nuscripte , so den titul dieses buchs führen; denn die Juden ha-ben etliche wercke unter dem nahmen Zohar heraus gegeben, umdie leser zu bekriegen. So hat man auch einen kleineü Zohar/der gletchsam ein supplementum des grossen ist. Buxtorss hatdaraus mit das alterthum der pumstorum voealium schliessenwollen / wo neinlich das alterthum dieses werckes, so wie es dieRabbincn setzen, könnte beseitiget werden , weil derfelbigen indiefein buche gedacht wird, als ob solche schon Moses sowol alsdie accente neben dem gesetzt auf dem berge Sinai empfangenhätte. Doch hat eben dieser gelehrte mann dergleichen hohes al-ter dem buch Zohar am deutlichsten und aus den stärcksten grün-den abgesprochen, und also solchen beweis für daS alterthumder Puncten in der that doch nicht für kräfflig geachtet, Buxtw.

fii bibl. Rabbin. Christ. Kmrr. 4 Rosenroth prsefat. in tom. II.Kabbal. denud. P. Simon, bist. erst. Vet. Test. Buddei introd.in Philosoph. Hebraor. *

Zoilus / ein Redner und Lrststus, lebte zu Ptolemäi Phi-ladelphi Jetten. Er war von Amphipolis / einer stadt in Thrarcien / gebürtig, und suchte dadurch sich berühmt zu machen,daß er ben Homerum durchzog, ingleichen wider den Plato undJsocrates schrieb. Er war des Polycratis zuhörer gewesen.Seine auffühcung war diese: Er trug einen langen bart, hat-te einen gantz glatt abgeschornen köpf, und ließ den mantel bisüber die knie hangen. Als ihn ein gelehrter mann fragte , war-um er von allen leuthen übel redte, soll er zur antwort gegebenhaben / weil ich nicht böses thun kan, ob ich gleich gern wollte.Mannennet ihn insgemein einen Rhetorischen Hund/ und legtden nahmen Zoilus noch heutiges tages allen unbilligen tadlernbey. jEtian. lib. XI. c. 10. Vitruv. in praef. lib. VII. Vojsius,deHist. Grsec. lib. I. c.. Ovid. lib. I. deremed. amor.

Zolkiew / ein ort in der Polnischen landschafft Roth-Reus,sey/ welcher mit einem castell , wie auch vielen schönen gärtenversehen ist. Mitten an diesem orte stehet eine kirche , welcheman von allerley gattungen von marmor erbauet. Der KönigJohann Sobiesky hielt sich zum öftern allhier auf.

Zolkiewskv / (Stanislaus) ein Polnischer Herr , war aufmütterlicher fette ein groß-vatter Königs Johanms III, Sobieskyin Polen / und aus einem alten vornehmen geschlecht gebohren,welches von der ietztgedachten stadt Zolkiew den nahmen hat.Anfangs war er Woywode von Kyow/ in welcher charge er nichtnur die rebellische Cosaken geschlagen/ und ihren General Nale-waicko gefangen/ sondern auch an. 1610. den berühmten sieg beyKlußino mit wenig volck gegen 40000. Russen und 8000. aus-wärtige alliirte völcker erhalten/ hernach die Haupt-stadt Moscauerobert/ unsägliche schätze darinn erbeutet/ und den Czaar Bast.lium Zuski nebst seinem bruder auf dem Reichs - tage zu War,schau dem Könige überliefert; ja er war zum Vice-König inMoscau ernennet, es änderten sich aber jahrs darauf die fachender Polen in Moscau unvermuthet. Er warb daraufGroß-Cantz«ler und Cron-Felbherr, und hat den berühmten frieden mit denTürcken bey Buszo geschlossen. Es wird ihm von einigen Polni-schen scrtbenten dabey schuld gegeben, als wenn er ohne vorwissender Republick Polen , das recht auf die beyden FürstenthümmerWallachey und Moldau den Türcken abgetreten. An. 1620. zoger dem Hospodar Gratiano in der Wallachey zu hülffe; allein alsdessen eigene Unterthanen untreu wurden, ward er in der schlachtbey Ctcora den Türcken verrathen und tödtlich verwundet. Seinsöhn Johannes, Hauptmann zu Rubicsko, der auch nachgehendshart bleßirct und von dem feinde gefangen worden, wollte ihnauf ein frisches Pferd setzen, daß er sich salviren könnte. Alleiner sagte: wo die schaafe (verstund die armee) umgekommen, willauch ich als der Hirte bleiben. Er starb also auf der stelle, da ihmzu ehren auf der wahlstatt ein stein gesetzet, und der vers Virgilirdarein gegraben worden: Exotiare aliquis nostris ex ossibus ul-tor. Seinen köpf, welchen die Türcken nach Constantinopel ge.schickt, hat seine wittwe mit vielem gelbe wieder gelöset, und nebstdem cörper zu Zolkiew begraben lassen. Sein schwieqer-sohnaus dem Hause Sobiesky, der sich nachgehends als PolnischerFeld-Marschall in den Rußischen , Türckischen und Schwedi­ schen kriegen bekannt gemacht, ist auch in dieser schlachtgefangen worden, daß also das gantze Haus Zolkiewski aufeinmal unglücklich gewesen. Vorgedachter söhn, Johannes,H h h h h ; sollte