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sollte sich mit zwey tonnen goldes Reichs-gulden ranzioniren,weil aber selbige nicht so leicht aufzubringen waren, erlaubte dieRepublick Polen , daß die Mutter zu Zolkiew durfte das gcld dazuschlagen lassen. Nach seiner rückkunft aus der gefangenschafftnahm er sich vor, des vatters tod zu rächen, machte mit den Za,poroviensischen Tartarn ein bimdnis, verkaufte feine gantze erb«schafft, und brachte eine armee auf die deine. Allein als er vondem Könige, dem er sein vorhaben erbfnet, von Warschau zu-rück reifen wollte, starb er unterwegs an einer im vorgedachlentreffen empfangenen, und nicht recht geheilten blessure, undwar er der letzte seines stammes. Zaluski epist. hist. kamst. tom.111. Anecdotes de Polagne.
Zollern, das stamm.haus der Fürsten von Hohenzollern , istein schloß, welches in Schwaben , in dem gebiethe derselbenFürsten , nicht weit von Hechingen , auf einem berge liegt.
Zollickhofer, eine adeliche familie in der Schwein, sonder-lich in der stadl St. Gallen , welche schöne güther besitzt. Siewird von Conrabo um das jähr i}6t. bis zu ausgang des XVI.s-eculi bey dem Bucelino ausgeführet. Der älteste aus dem ge«schlechte, der bekannt ist, war Stephan , so vor und nach an.i; i2. zu St. Gallen gelebt hat. Es hat sich in drey äste gethci-Icl, als i.) Neuenfperg, 2.) Alten-RUngen, und;.) Son-nenberg, aus welchen viel fürtrefllche männer entsprossen sind,die sowol bey verschiedenen Höfen und Fürsten , als in ihremvatterlanbe zu hohen ehren und ämtern gelanget. Joachim vonund zu Alten-Klingen, Herr zu Oettlißhausen, war Bürger,Meister von an. ,6i;. bis 162;. da er resignirt hat. Die vonAlten-Klingen besitzen nebst andern im Thurgöw und Rheinthalgelegenen güthern, die Herrschaffl Alten-Klingen, vormals denFreyherren von Klingen zuständig. An. izg;. hat selbigeLevnhard Zollickhofer, Seckelmeister, und des kleinen RathS,von einem von Breiten - Landenberg erkauffet, und nachheroseinen zweyen brüdern Laurentz und Georgen als ein fidei-commissum familise vermachet. Von dem an führen jewei-len die zwey äste dieser beyden Unten die aussichl über dieseHerrschaffl, welche auch von einem durch den einen dieserVerwaltern und acht der ältesten des geschlechts gesetzten Ober-Vogt regieret wird. Manufir. Bucel. stemm. P. 1 . IV. *
Zöllner, eine adeliche und nunmehro Gräfliche familie inOesterreich , von welcher Reinhard zu den zeiten Friderici III.ein berühmter Kriegs - Held; Michael aber an. r;«». Kayserli.cher Hof - und Kriegs. Zahlmeister gewesen. Sein söhn glei-ches nahmens auf Rastcnburg hat die charge eines KayserlichenHof - Cainmer - Raths erhalten, und an. >619. wegen der Lu-therischen religion aus Oesterreich weichen müssen. GeorgeAdam Graf Zöllner von Rastenburg war Kaysers LeovoldiCammer-Herr. Lamberl Zöllner ist an. 14;?. als Ab^ zu Mün-chenberq verstorben.
In Francken hat vor alten zeiten im Coburgischen eine adeli.ch? familie Zöllner auf dem Ritter. sitze Birckenfeld floriret.Hönns Codurgifche chron. Spangenbergs Adel - spiegel,
?. II. p. 221.
Zolnoch, Ictt. Zolnochium, eine stadt in Ober-Ungarn ander Theiß, ist die hauvt-stadt einer Gespanfchafft dieses nah-mens , und liegt 40. Teutsche meilen von Waradin west- und60. von Ofen ostwärts. An. wurde sie von den Türckenerobert, und an. 168;. im october von den Kayserlichen ihnenwieder aus den Händen gerissen. Sie liegt an der Theiß , woder ffuß Zagyna hinein fällt. Dieser Comitat ist sehr fruchtbarsonderlich an »ich und fischen.
ZONA , wird ein gewisser strich der erd-kugel genannt, soferne selbige in ansehen der kälte und Hitze in fünf theile, nem»lich in die heisse Zonam, in zwey temperirte, und in zweykalte Zonen unterschieden wirb. Die heisse Zone ist unter demLquarore zwischen den beyden Tropicis. Die Allen bildetensich ein, daß sie wegen ihrer Hitze unbewohnt wäre < wovonuns aber die schiffahrt bisher ein anders gelehret. Die zweytemperirten Zonen sind zwischen den Tropicis und polar - circulneingeschlossen. Die zwey kalten aber erstrecken sich von den po-lar-circuln aufdie polos.
Zonäi, siehe Azoni.
Zonaras » (Johannes) ein Griechischer historien-schreiber,lebte um das jähr 1120. Er hatte unterschiedliche wichtige be-dienunqen an dem Kayserlichen Hofe zu Constantinopel, undwurde hernach ein Mönch von dem ordcn des heiligen Basilii.Er schrieb jähr - bücher in drey volurninibu« , welche von Hie-ronymo Wvlfio aus dem Griechischen in das Lateinische über-setzt, und an. i;;7. zu Basel gedruckt worden. Das erste vo.lumen begreift in sich die geschichke der Jüden von dem anfangeder weit bis zu eroberung der stadt Jerusalem . Das anderehandelt von den Römern, von der gründung ihrer stadt an,dis aus Constanttm Magni Jett ; und das dritte fasset die geschjch-te in sich , welche sich von dieses Kaysers zeit an , bis an. i > 18.da Alexms Comnenus gestorben, zugetragen haben. ZonaraS hat auch 0 nm>nencario 5 über die 0anone8 Apostoücos , inglei-chen Concilia oecumenica , und provincialia , nebst sieben oderacht andern lracratcn , so wir in der bibliotheca Patrum finden,hinterlassen, Hellurminm , de script. eccles. Pofsevinus , inappar. Gefaerus, in bibl. Voßus , de Hist . Gr«c. üb. II. c. 27 .Cave. Pt* tm, &c.
Zonchio, ist eine kleine stadt in Mvrea, an der küsie derlandschafft Belvedere, zwischen Navarino und Mvdvn, qele.gen. Ein dabey befindliches vorqebürge wird davon genennet,und ein grosser strich von dem benachbarten meer, heißt davonil Golfo di Zonchio.
* Zondadari, (Marcus Antonius ) ein Großmeister des Mal,theser-orbens, war zu Siena den 26. nov. an. 1658. aus einemvornehmen geschlecht entsprossen, wie denn auch seine mutier desPapsts Alexandri VIII. bruders tochter gewesen. Er stieg durchalle stufen seines obbemeldten ordens , bis er endlich in demsel.bigcn die höchste würde erlangt, und machte sich nicht nur durchseine tapferkeit und Staats-wissenschafft, sondern auch durchseine gelehrsamkeit bekannt, um deren willen er auch von denbeyden Academien de' Fisiocritiri und Intronati in sicher vat-ter-stadt zu einem Mitglied erwehlet wurde. Er starb den 17"tun. an. 17«. und hinterließ eine schrist unter dem litul: krevee particolare Instruzione del sacro Ordine militare degli Ospi.talari , welche, wiewol ohne seinen nahmen, an. 1721. zuP<uris gedruckt, und hernach an. 1724. zu Padua nebst seiner Pa.raphrasi del Salmo XLI. wieder aufgeleget worden. G’wmlede Letterati Wltalia.
Zonigrad, oder Zuntgrad , ein bevestigter ort, an dengrentzcn von Croalien und Dalmalien, über welchen, nachdem Carlowitzischen frtedens - schluß, zwischen dem Kanstrli-chen Hofe und der Republick Venedig einige streitigketten ent-standen , indem die Kayserliche trvuppen aus Crvatien sich des-sen als eines dem Hause Oesterreich zuständigen orts, a». 1699.mit qewalt bemächtigten , und die Venetianische garnison unterdem Ritter Sinibaldi von bannen auszuziehen nöthigten. Dochist endlich zu der Republick satisfaclion diese mißhelligkeic deyge-zegt worden. Merc. bißorique de l’an. 1699.
Zons, lat. Sontina, eine Chur - Cvlnische stadt, zwischenCöui und Nuys , an dem Rhein , gelegen. Es befindet sich da-selbst ein schloß; so muß auch von denen vorbey fahrenden schiffenein zoll daselbst entrichtet werden.
ZOOLATRIA , wird die abgötterey genennet, da dieHeyden die thiere anbäteten. Das Wort kommt her vonein thier, und von der gottesdienst. Dieser aberglaube
war sehr gemein unter den Egyvtiern, und gehet noch heut zutage unter den Indianern im schwänge, weil sie die metem-ptychosin oder fortwanderunq der seelen aus einem leibe in denandern glauben, gleichwie z. e. die Egyptier davor hielten, daßOsiris seele in den cörver eines ochsen gefahren wäre. Voßus,de origine & ptogr. idol.
Zoonus , (Wilhelm) ein Engelländer, der Rechten voctmUM) Königlicher Professor zu Cambridge . Da er sahe, daß En.gelland die Catholische lehre verließ, begab er sich, als ein eise.riger Catholick, in Flandern , und lehrte das Ju8 Civile ju ilo»vcn. Hernach gieng er nach Cölii, und eine lange zeit hernachin Italien , allwo der Papst seine Verdienste erkannte, und ihnzum Richter einer stadl machte, in welcher er auch um das jähr1,72. gestorben ist. Er hat ein buch von seinen briefcn verlas-sen. Pitfeus , de illustr. Angl. scriptor.
Zopf - Gefellschaffl, lat. Sodetas Plegmatica, oder besserPlectica, war eine art eines Ritter - ordens, welchen Alber.lus lll. Hertzog von Oesterreich, in dem XIV. feedo gestiftet,und zwar zu ehren einer gewissen Dame, welche sich einen zovfoder etwas von ihren zusammen geflochtenen haaren abgeschnit-ten , und gedachten Fürsten damit beschenckt. Weil er denselbenhernach beständig soll getragen haben, ist er insgemein Albertusmit dem zopf genennet worden. Andere wollen die Ursachesolcher denennung, und folglich den Ursprung der Zopf-Gesell-schafft, daher führen, daß Albertus sein eigen haar in einenlangen zopf geflochten getragen habe, und dieser zopf wird nochheutiges tages, wie man vorgiebt, zu Larenblirg verwahtt.Andere sagen, er habe sich, da er in das gelobte land eine reisegethan, gedachten zopf abgeschnitten, und solchen seiner ge-mahlin zurück gelassen. Wiederum andere schreiben, er habediese letztere bey seiner zurückkunft atts Palästina, in dem badeangetroffen , und ihr aus kurtzweile, ehe sie sich dessen vermu,thet, von hinten zu ihren Haar-zopf abgeschnitten. Man findetunter andern , daß Burchard, Edler von Ehingen, ein Hot-bedienter des gedachten Hertzogs, au. i;7«. in diese Zovf-Ge«sellschafft aufgenommen worden , und daß derselbe Edelmann,da er das folgende jähr aus Oesterreich sich hinweg begeben, dtc-sen orden auch in Schwaben eingeführet; dannenhero man ihnBurchardum mit dem zopf zu nennen pflegen. Crusius, annai.Austr. Giegm. von öircken Oesterr. ehrcn-spiegel.
* Zopt>ius, (Hieronymus > ein gelehrter Jtaltäncr von Bo«lvgna gebürtig , war Professor Litterar. humaniorum jU Matt-rata , woselbst er auch die Academie der Lacenari stiftete , undstarb den 9. jun. an. 1591. Er Ragionamenti in ästest a>Dantee del Petrarca ; sopra l’Eneide di Virgilio ; üuaa,Egloga pastorale, u. a. m. geschrieben. Sein söhn, Melchior,war zu Bologna , allwo er gebohren war, ingleichcn zu Mace-rata Professor Philosoph,«, richtete auch in seiner geburls-stadt die Academie derer Gelati aus < und vermachte deren Mit-gliedern einen grossen saal in seinem Hause, zum beständigengebrauch, woraus er an. 16)4. über L». iahr alt mit tobe ao-gieng. Man hat von ihm: Iract. III. socros piorum flstecklium.
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