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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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An. l,;«. ward allhier eine wichtige Veränderung indemRe«gimenl vorgenommen. Bis dahin, und zwar so viel man ei«gcntlich weiß, von an. noo. halte der Rath daselbst aus;6.halb adelichen und halb unadelichen bürgern bestanden, ausdenen icweilen 12. eine zeit von vier monaten die regierunggefnhret, womit es aber zuletzt zur Uneinigkeit unter den Re«genken selbst svwol als andern vielen und groben mißbräu«chen, worunter sonderlich die schlimme Verwaltung des ge-meinen guts, ausschluge, so daß endlich die gltedcr des mitt«lern Raths von der bürgerfchafft zur rechnung gefordert, undihres Verbrechens wegen bannisircl worden. Das neue Stadt-Regimenl ward demnach aus den zünftcn würcklich angcorb,uet, und Rudolph Braun , als der die sacke gemeiner bürger.schafft fürgetragen, zum Bürgerincister erwehlet, auch die neueRegunentsssorm unterm nahmen des erste» geschwornen briefsin ein schriftliches instrument verfaffet; wir denn Kayser Lud-wig solchen a». i;;?. bestätiget. Inzwischen halten die banmstr.te oder sogenannte danditen zu dem Hause Oesterreich und dem-selben anhangenden Adel ihre zuflucht, wurden auch von Johan-ne, Grafen von Habsburg, einem Oesterreichischen anverwand-ten und bunds-genossen, welcher selbst bürger zu Zürich war,-in dessen stadl Rapperschweil aufgenommen, deswegen die Zü-richer zu den Waffen gegriffen , und an. i;;?. die wiewol baldwiederum aufgehobene belagcrung von Rapperschweil, auchnachdem die schlacht vor Grynaü erfolget, in welcher der ge-dachte Graf selbst erschlagen worden. Hierauf wurde zwardurch den Kayser und die Ungarische Königin Agnes ein undandermal friede vermittelt, wobey aber die danditen nicht ve«ste gehalten, und demnach Zürich veranlasset worden mitden stäbten St. Gallen und Costnitz in bündnis zu treten,ncmlich an. i;40. N44. und 1)46. auf drey jähr; mit Schaff,Hausen an. 1344. und mit dem Bischoffe von Basel an. 1,48.Im jähr i;;o. wurde von den danditen, mit hülffe des jün-ger» Graf Hansens von Habsdurg zu Rapperschweil und desssen anhängcrn die'mord-nacht in der stadt Zürich , und zwarauf St. Matthias, als des 2;. fcbr. abend angesponnen, wel-ches grosse übel jedoch durch Göttliche schickung vermittelst ei-nes knaben, der den feindlichen anschlag dem BürgermeisterBraunen entdecket, glücklich abgewandt worden, wozu diesesmanneS fürsichrigkeit sowol als der bürger, bevorab ver «netz-er, tapferkeit vieles beygetragen. Die feinde hatten sich schonev 800. an der zahl würcklich in die stadt geschlichen, derenauch ein grosser theil erschlagen', andere, und darunter letzt-gedachter GrafHans gefangen, die übrige aber ausgejagt wor-den. Worauf die Züricher zufamt ihren mitverbündeten einenzug in des Grafen lande gethan, die stadt Rapperschweil in-ner drey tagen erobert, die schlösser Alt - und Neu - Rapper-schweil danieder gerissen, und sonsten überall eine jämmerlicheVerwüstung angerichtet. Gleichwie sie aber nunmehro die Oe-sterreichische Hertzoge, Fridericum und Albertum, samt einigenReichs-städten aufdem hälfe, auch von Kayser Carolo lV. sichkeiner hülffe zu getrosten hatten, traten sie an. i;si. mit den 4.Evdgenößischen Wald, städten, die damals gegen das HausOesterreich ebener Massen in feindschafft stunden, in bündnis,erlangten auch unter denselbigen den ersten sitz. Im iept.dieses iahrs wurde sodann die stadt Zürich von Hertzog Alber-to mit 20000. zu fuß und rooo. zu pscrd würcklich belagert;allein nach einigen vorgefallenen scharmützeln erfolgte der frie-de durch nochmalige Vermittelung der Königin Agnes ; alsaber dieser nachdem wegen versagter auslieferung des qefanqe,nen Grafen von Habsburg wiederum zerfallen, bemächtigtensich die Eydgenossen noch in diesem jähr des Glarner-landes,und nahmen solches in den bund auf. Inzwischen geschaheden Zürichern durch die in Baden gelegte Oesterreich!,che besa-«imq grosser schaden , deswegen sie zu ende dieses jahres ihretrouppen gegen selbige ausgestmdt, welche bey Datkweil vonden dreymal stärckcrn feinden überfallen worden, selbige aberdessen ungeachtet vermittelst einiger erbeuteten mntter - pftrdein Unordnung gebracht, und einen herrlichen sieg davon getra.gen: zu dessen angcdencken bis zur zeit der Reformation all,jährlich eine creuyssahrt nach Einsiedlcn gehalten worden. Vonfeiten der stadt Zug wurden damals die Züricher jowol als übri-ge Eydgenoffen durch die Oesterrcicher vielfältig beunruhiget,dannenhero die Eydgenoffen selbige stadt <m. i;z2. belagert,als welche sich auch, da die hülffe von Hertzog Alberto aussenbliebe, ergeben, und demnach in den Evdgenößischen bund auf-genommen worden. Als nachhero ferner der mächtige StandBern in diesen bund mit eingetreten , und Kayser Carl IV. so-wol als das Haus Oesterreich solche zunehmende macht derEydgenoffen sehr mißvergnügt angesehen , kam der Kayser an.ir-4. selbst nach Zürich , und suchte die stadt zur abtretung vondem Evdgenößischen bunde, wie nicht weniger zur wiedereinräu.mnnq derer Hertzog Alberto abgenommenen lande zu bewegen,welchen zweck er aber nicht erreichen konnte, dannenhero erauch den Eydgenoffen noch in dem nemlichen jähre den krieganqekündet, und im scpt. mit hülffe Hertzogs Alberti zur be-lagerunq dieser stadl geschritten. Da man aber in der stadtdas Reichs - panner ausgesteckel, und denen im lager befindli-chen Reichs-städlischen trouppen damit das zeichen der brüder-schafft gegeben, daher auch gegen selbige ein mißtrauen, undferner wegen des angriffes ein vorzug-streit entstanden, wurdedadurch eine baldige aufhedung der belagcrung veranlasset,und an. i;s$. durch angewandten fleiß des Kaysers zu Re,Histor. Lexicou vi. Theil.

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genspurg friede gemacht; welcher Kayser demnach an. i;6a.mit Zürich eine absonderliche bündnis errichtet, die so sie mitden Eydgenoffen hatte bestätiget, und ihro mehrere frcyheitenertheilet. Als nachhero wegen tyrannischer regierung der Oe-sterreichischen Vögte im Entlibuch, und aufnehmung deSstädtleins Sempach in das Lucernerische bürger-recht ein neuerkrieg, und in demselben die Sempacher-schlachk erfolget, könn,ten die Züricher dieser ackion nicht beywohnen; inmassen sichdamals die Oesterreichische trouppen um ihre stadt zustimmengezogen, deswegen sie auch 1600. mann Evdgenößischen volckseinnehmen müssen; nach diesem aber thaten die Züricher öf-tere streisereyen, trafen auch mehrmals mit den Oesterreichi,scheu zusammen, wie am Grayenstein, im Gfcnn Baden,Mellingen , Bremgarten und am Zürich-berg geschehen , wo,bey sie auch meistentheils den Vortheil erlanger ; worauf an.i,8y. der nachhero auf zo. jähr verlängerte stillstand erfolget.Dennoch ist Zürich samt übrigen Eydgenossen an. 141z. durchdas Costnitzüche Concilium, und den Kayser wider HertzogFriedrich von Oesterreich aufgebracht, und dessen rm Aergöwgelegene lande wegzunehmen bewogen worden, welche sie auchzu gemeinen Herrschasslen gemacht. An. 142;. wurde derbund mit Bern erneuert, und an. >4;,. die stadt von KayserSiegmund mit stattlichen freyheilen begäbet; endlich abertraf an. 14*6. die Eydgenoffen das Unglück, daß sie cinan,der selbst in die haare gericthen. Solches veranlassete dermit Zürich verburgerte Graf Friedrich von Toggenburg, die,ses stummes der letzte, welcher aus Verdruß, daß er einenrechtö-handel zu Zürich vcrlohren , feine Unterthanen auf sei-nen todes-fall, vermittelst eines Land-Rechts, mit Schwein be,sorgen wollen , daher erstlich Zürich und Schwein, deren je-des meynte zu dessen land und leuthen das bessere recht zuhaben, an einander gerathen, ( siehe Toggenburg alSdemnach die übrige Eydgenossen den Schwerern beyqelreten,da hingegen Zürich Oesterreichische bcsatzung eingenommen,welche denn die Zürichische lande durchstreifet, sich einigerschlösser bemächtiget, und in den vorgefallenen scharmützelntheils die oberhand behalten, theils unten gelegen. Die stadtZürich selbst wurde an. 1444. zehen Wochen lang bloauiretgehalten und beschossen, jedoch ohne sonderlichen schaden. Ei-nige Zürichische waghälse, die böcke genannt, hatten sich da-mals verbunden, dem feind allen möglichen abbruch zu thun,welche sich auch durch allerhand kühne Unternehmungen tref-ltch signalisiret. Als aber zu gleicher zeit der Französische Dau-phin das Baselische Lvncilium zu zerstören, wie geineiniglich,ob zwar ohne sattsamen gründ geglaubt wird, (siehe Basel )sich mit seiner armee bey Basel gelagert, die Eydgenoffendemnach aus ihrem lager ein starckes detackement wider dieseabgeordnet, und darauf die blutige schlacht bey St. Jacoberfolget, (siehe Farnsperg) wurde die bel igerung aufgehoben,und an. i4?o. der friede geschlossen. An. 14,8. entstündellwifche» den Eydgenossen und dem Hause Oesterreich durch dieunbesonnene rede eines bürgers zu Costantz , der eine Berner-müntze einen küh-plappart gescholten, ein neues kriegs-feuer,und da auch solcher beygelegt, wurden an. 1460. die Eydge-nossen durch Papst Pium wider den in bann gethanen Her,tzog Siegmund von Oesterreich in Harnisch getagt, dem sieseine lande im Thurgöw abgenommen, solche auch nachheroin dem durch Hertzog Ludwig von Bayern vermittelten fcie.den behalten, und zu gemeinen Herrschafften gemacht. An.1468. da der streit mit Oesterreich aus geringen Ursachen neuerdingen angegangen, Hertzog Siegmund aber den Eydgenos,sen wiedermalcn nichts anhaben konnte, und deswegen HertzogCarolum Ludacem von Burgund Mit einsetzung seiner landeaufbrachte, entstunden die schwere Burgundlsche kriege, unddie in selbigen vorgegangene blutige treffen, als an. 1474. diebey Eticourt.an. 1476. bey Granfon in dem nemlichen jährebey Mnrten, und an. 1477. bey Nancy , wobey die Zürichi-sche hülfü-völcker sich jeweilcn in starcker anzahl einqefunden,wie denn sonderlich zu dem herrlichen sieg bey Murten dietapfere anführung des Zürichischen Bürgermeister Waldmannckvieles beygetragen. Nach errichtung des Schwäbischen blin-des, mit dem es indirecte auch auf zcrtrennung des Eydge.noßifchen dundes abgesehen war, sind die wichtige kriege dergesamten Eydgenossen gegen Kayser Maximilianum ausgebro-chen, als welcher den unstern seines schwieqer-vatters Carolivon Burgund zu hertzen faßte, und die Eydgenossen von dembündnis mit Franckreich abziehen wollte; in welchem kriegeauch die Eydqcnossen 8. schlachten gewonnen, und in diesenfeldzügen hat Zürich wiederum das seine,und zwar gemeiniglichmit 7 °°°· mann redlich gethan. Nach der mit Papst Iulio II.an. 1; 10. errichteten bündnis erfolgten sodann die Maylän,dische kriege, da die Eydgenoffen an. ,;,2. mit 20000. mannin wenig tagen das gantze Hertzogthum erobert, und an. 1512.Hertzog Maximilianum Sforzia wiederum eingesetzet. ConradEngelhard von Zürich hat sich da in der schlacht bey Novara als Oberster über 4000. mann , und zwey jähr hernach MarxRöusi Bürgermeister dieser stadt, in der schlackt bey Marignansonderlich hervor gethan. In dieser letzter» schlacht soll daSgefecht so hitzig gewesen seyn , daß Trivultius, ein alter Fran.zosischer Oberster, die ig. treffen, denen er vorher bcygewoh,net gegen selbige für eitel kinder-spiel geachtet. An. 1x29.entstund aus anlas der glaubenS-reformakion ein krieg mitden fünf Catholifchm Orten, da an. i;;i. die unglückliche3 ti ii Cap-