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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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er den Türcken nichts überlassen möchte. Die einwohner wur-den sofort nach Jspahan gewiesen, allwo ihnen obgenannterKdnig eine Vorstadt eingegeben, die zum andencken dieser stadtauch Znlfa genennet würde. Coqia-Nazar, einer von den vor-nehmsten Armeniern, die von Znlfa kamen, setzte sich beyCha-Abas und seinem Nachfolger Cha-Srfi in so guten credit ,daß sie ihn zum Kelouter, d. i. zum Ober-Richter der Arme-nischen nation machten. Dieser mann wurde durch Handlungso reich, baß er seinem vatterlande zu liebe zwey grosse Car-vanseras zu Zulfa bauen liesse. Die einwohner von dieser co.lonie sind meistentheils Christliche kaufleuthe, die keine Maho-metaner unter sich dulden. Sie haben auch grosse freyheikenvom Könige, und genießen mehr gnade und wohlthaten alsandere Orientalische Christen. Tavernier, voiage.

Zuliano , siehe Giuliano.

Zullichau, ein feines städtlein in dem Schlesischen Her-tzogthum Crossen gelegen.

* Zumbach von Rößfeld, (Lotharius) ein sslarhemaricus,war zu Trier den 27. aug. 1661. gebohren. Sein valter,Carl Zumbach von Kößfeld, war Kayserlicher Oberster, seinemutier aber Marq. Lindin, eines Trterifchen Ralhsherrn toch-ter. Er besuchte bis in sein rz. >ahr die schule der Jesuiten , undgab so gute Hoffnung von fiel), daß man ihn, wiewol umsonst,bereden wollte, in deren Societät zu treten. AIs sein vatterin Spanische dienste gegangen , hielt er sich zwey jähr zu Lu­ xemburg auf. Nam diesem aber kam er wiederum nach Trier ,studlrte allda den den Jesuiten bis an. 1678. die Philosophie, undgieng sodann nach Cöln , woselbst er sich ebenfalls der Jesuiten anweisung in der Malhematic bediente, wiewol er hierin« mehrdurch eigenen ßeiß gethan, als von andern^clernet. Hiecnächstlegte er sich auch auf die Medici» und Music, in welcher letz-ter» er es sehr weit gebracht, so daß er bey dem ChurfürstenMarimlliano Hcnrico drey jähr die stelle eines Musici und Ma-tbemalici bekleidet. Nach diesem reifcte er an. >688. der Me-dicin wegen nach Leiden , und brachte sich mit Unterweisung in

der Music und Malhematic durch , bis er an. 1692. nach er-langter vodkor-würde in der Artzney-kunst die freyheit erhielt,privatim zu lesen, und sodann Lector Mronnmi-e bey der Uni-versität wurde. Endlich aber berief ihn der Landgraf von Hes­ sen nach Caffel zum Professors Marbeleos , wobey er zugleichdie aufsicht über die Fürstliche kunst-cammer, und das Observa-torium zu seinem gebrauch gehabt, worauf er an. 1727. den29. jul. mit tobe abgieng. Er ist beständig bey der Römisch.Catholischen reliqion geblieben, ob er gleich seine meiste lebens-zeit an orte» zugebracht, wo er kein öffentliches exercicium sei-ner rcligion gehabt. Seine schriften sind : Praxis /zsironomieutriufguc ut & Geographie, exercita per Usum Globi crele-Itis & terrestris ; Cyclus lunaris & eclipticus perpetuus;Planctolabium ; Jovilabium; Saturnilabium, &c. Neue Zei-tungen von gel. fachen, 1727.

* Zumbo , (Gasto Johannes) ein grosser künstlet im wachS-posieren, war zu Syracusa in ©teilten aus einem zwar akeli-chen, dabey aber ziemlich arme» gefchlechre, an. r6;6. geboh-ren. Im ansang legte er sich auf die btldhauer-kunst, nachmalsaber fieng er an, in wachs zu posieren, und besonders dasje-nige in demselben vorzustellen , so zu dem menschlichen leibe ge-höret , worinn er auch wegen seiner accuraten wissenschaffl inder Anatomie sehr guten fortqang verspürte. Man will, daßsein qeheimnis, dem wachs alle verlangte färben zu geben, auchschon andern vor ihm bekannt gewesen ; wiewol seine hierausverfertigte stücke alle andere an Vollkommenheit wett übertroffenhaben. Als er von Bologna nach Florentz kam erwies ihm derGroß.Hcrtzog gar sonderbare ehr-bczeugungen, und gab ihmsogleich eine ansehnliche pension, wodurch er ihn bewog, etlichejähre an seinem Hofe zu bleiben. Während dieser zeit verfertigtenun Zumbo für den Groß - Hertzog und den Printzen Ferdinandsonderlich vier stücke, unter welchen er eines !a Corruzione ge-nennet. Dieses bestund aus unterschiedlichen bildern, deren ei-nes einen sterbenden mensche», das andere einen todten, dasdritte aber einen verwesenden, das vierte einen bereits ver-messen , und endlich eines, so man kaum ohne entsetzen anse-hen konnte, einen zerfaulten und von würmen zerfressenen cör-pcr, nach allen dazu gehörigen eigenschafften, aufs natürlichstevorgestellet. Nach diesem wollte er seine kunst auch am Fran­ zösischen Hofe sehen lassen, blieb aber auf dieser vorhabendenreife wiederum einige jähre zu Genua , woselbst er zwey stücke,nemlich die geburt Christi, und dessen herabnehmung vom creutz,welche beyde für die vornehmsten unter seinen wercken geachtetwerden, verfertigt, und sich hiernächst mit einem Französischen Chirurgo bekannt machte, welcher vor ihm die theile des mensch,lichen leides zergliederte, da er hingegen dieselbe im wachs po-sierte. Nachdem er aber verschiedene dergleichen stücke gemacht,und besonders den leib einer srauen mit ihrem kinbe so künst.lich abgebildet, daß sich viel geschickte leuthe damit betrogen,entstund zwischen ihm und dem Chirurgo eine mißhelligkeit,daher Zumbo demselben das jctztgemelbte corpus ließ, mitden zwey andern vorgedachten stücken aber sich nach Marseille verfügte, allwo der Intendant der galeeren über die von dem-selben mitgebrachte arbeit erstaunte, und dessen ankunft nachParis berichtete. Ehe aber Zumbo noch dahin gieng , machteer einen anatomischen köpf, welcher von der Acabemic der wis-

,cn,cy<mren approviret, und in deren histoire an. 1701 öffevtlich gerühmet wurde, worauf er sich nach Paris begab, unddaselbst im oct. des letztgedachten iahrs mit tobe adaiena

Mentoires de Trevoux , 1707. 3 9 *

Fumhaus, ein Wirthshaus auf dem Vogclberg, in Grambundten, allwo die reisenden einzukehren und auszuruhen vile.gen, ohne welche bequemlichkeic oft mann und vferde zu gründgehen mästen. Die gelegenheit dieses vrts ist so hoch, wild undkalt, daß allda kern holtz wächset, sondern es muß solches ausdem that herauf gebracht werden, und zwar auf pferden. Vondem Haus erstrecket sich ein ziemlich langer ebener boden, wel-cher acht monat lang mit schnee bedeckt bleibet, im sommeraber ein wenig gras herfürbnnget. Wer aus Graubündtennach Ciäven will, reiset über diesen bcrg. GuUr. Rhaec.üb. Xlil. p. 194. b. *

Zunchin, ein Kayser in China , war des Tienki bruder, unddejjen Nachfolger in der regierung an. 1Ü28. Dieser Lerrwollte dle Uneinigkeit der vornehmsten Hof-Ministers, die ficdunter des Tienki regierung angefangen hatte, stillen, und ließzu solchem ende den Cämmerling Guet nebst unterschied!,-chen andern seiner partey-genossen, vor deren macht er sichfurchte, hinrichten. Dieses machte ihn bey den vornehmstenCämmerlingen und Mandarins verhaßt, welche sodann mitden rebellen correspondentz zu halten ansiengen, und ih-re fachen so wohl traclirten, daß Licungz, ihr Oberster, sichmeister von Pekin machte, allwo sich Zunchin in seinem pal,laste befand. Als dieser nun sahe, daß er nicht vermögendwar, ihrer gewalt zu widerstehen, schrieb er einen brief mitseinem eigenen blute anstatt der dinle an Licungz, und bat ihn,daß er mit seinem volck mitleiden haben möchte. Hierauf hieber seiner tvchler den köpf ab, welche damals schon mannbarwar, damit Licungz sie nicht schwächen möchte, gieng so-dann in den garten, und hieng sich selbst mit seinen hosen,bänden, an einen pflaum bäum. Dieses geschahe an. 1644.Er war der letzte von den, geschlechte der Jyamin. Seinegemahlin und einige von den Hof-leuthen, die ihm getreu wa-ren , folgten seinem epempel nach. Martini bist. de la guer.re des Tartares contre la Chine.

Zune, siehe Assonah.

Zuniga, (Johannes) Cardinal, ward aus einem vorneh-me» Spanischen Hause gebohren, von Don Alvaro de %mga, und Eleonor de Pimentel, und hernach von dem Rit-ter-orden von Alcantara Großmeister. Er ließ seinen eiferund Helden-muth bey der belagerunq von Malaga, Baezgund andern platzen in Granada , so die Mauren inne hatten,gar nachdrücklich sehen ; wie er denn würcklich gar viel zueroderung dieses Königreichs gethan hak. Hierauf übergaber seine Großmeisterschafft dem Könige in Castilien , Ferdi.nando V. der sie mit der Crone vereinigte. Zuniga begabfichnach ViUanova, da er ein kloster bauen ließ, um nebst etlichenandern Rittern nach der regul des H. Benedicti einsam zu le-den. Er muste aber diese einsamkeit bald wieder verlasse»,weil ihm Ferdinand das Ertz-Bißthum von Sevilien schencktc.Der Papst Julius II. machte ihn an. izo;. zum Cardinal.Diesem Prälaten hat Spanien zu dancken, daß AntoniusXebrissenlis dahin gekommen, welcher die barbarev aus demKönigreiche verjagt, und daselbst die Lateinische spräche undfreyen kunste gelehret hat. Es ist aber dieser Cardinal an.1504 . gestorben. Hift. de los Reyes Godos, Hi)i, delori.milit. Onupbr. Aubery , hist. des Card. *

Zuniga, eine Spanische familie, welche von Fortunio, demMittlern Printzen Königs Fortunii des älkrn von Navarra ,hergeleitet wird. Derselbe bekam um das jähr 970. in derbäuerlichen erbschaffr das that Estuniga, erbauete darin» daSschloß Zuniga, und nahm davon den nahmen an. Ob nunwol von demselben in dem fünften grad nur eine tochter underbin übrig war, so vermählte sich doch dieselbe mit demKöniglichen Printzen, Alphonso Ramirez von Navarra , der vondem ältesten bruder des vorgedachten Fortunii abgestammet;und von diesem führet Jmhöf die genealogie dieses gestblechtsher. Jnigo Ortiz, der achte Herr von Zuniga, begab sich ausNavarra in Castilien . Dessen ur-enckel, gleiches nahmens,stund bey dem Castilianifchen Könige, Petro, in grossen,gna-den, als er aber dessen gemahlin, Blancam, hinrichten sollte,wollte er lieber die Königliche gnade, als seine» ehrlichen nah-men verlieren. Von seinen söhnen war Didacus Lopez zuseiner zeit einer der vornehmsten und reichsten Herren in Spa­ nien , und hakte die ehre, daß er bey den Königen Johanne l.Henrico III. und Johanne II. Ober-Marschall, Cammer-Herr,und endlich Lrietor Regius ward. Er hinterließ bey leincman. 1417. erfolgten tode vier söhne, die waren (O Confal.vus, welcher das schloß Bibel und die Herrschaffl Bodon zuseinem antheil erhalten, und, wie einige wollen, einen söhngezeuget, von dem die Marquisen von Valencia abgestammet.Nach diesem trat er in den geistlichen stand, und ward anfangszu Placenza, an. 142;. aber zu Jaen Bischoff. Die Spamerzehlen ihn unter die Märtyrer, weil er in einem treffen gefan-gen, und zu Granada umgebracht worden. (O Diego M>ez,von welchem die Grafen von Monterey entsprossen. (,O'tyeMonlerey.) (;.) Jnigo Arista, Marschall von Castilien , testenlinie hat den Gräflichen titul von Nieva gefuhrel, ist aber vam

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