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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ter ist; die Beysitzer aber sind 2.des kleinen Raths; ein Pfarrer;ein Helffer, und ;. des grossen Raths. Dahingehören strei.tige ehe-sachen; die bestrafunq der hurerey, deS aberglaudens,des verbotenen spielens, flnchens und der entheiliqung dessabbaths rc. Von diesem Gericht kan die appellarion fürRath gebracht werden. An diesen ort gehören auch die strei-tige ehe-sachen der Evangelischen Unterthanen in den gemei-nen Vogteyen, als Thurgöw, Sarqans , Rheinthal rc. davonin dem zu Arau an. 1712. geschlossenen land-frieden also ge.ordnet worden : Und gleichwie man zugiebel, baß die Ca- tholische Geistlichkeit, samt allem, was ihren gotlesdienst und kirchen-zucht betrift; item die ehe-sachen und was dem foro matrimoniali anhanget, vor dem bekannten Richter ihrer religion beurtheilet weisen, eben also sollen auch die Evangelijche Pfarrherren und Seelsorger samt allem, was derselben golteödienst und kirchen-zucht betrift, darunter,, auch die bcstellung und Haltung der schulen begriffen, gleich der judicatur über die ehe-sachen dem Richter ihrer religion, nemlich der stadt Zürich auch allein unterworffen seyen. " 7.) DaS freye Stadt-Gericht, welches überschuld und anforderungen richtet; dessen Prascs ist der Schult-heiß , der vor grossem Rath erwehlel wird; die Gerichls-Her-ren aber, an der zahl zwölfe, erwehlet der kleine Rath sowolaus den grossen Räthen als der übrigen bürqerschafft. ESwird alle halb jähr abgewechselt; obwol 6. Beysitzer beständigdabey bleiben, die man deswegen die Steten-Kichter nen-net. Von den urtheilen dieses Gerichts gehet keine appella.lion; dennoch mögen die Richter einen ihnen vorkommendenschweren fall für den Rath weisen. Die letzte Aebtißin desFrau-Münsters hat dre besayung dieses Gerichts der Obrig-keit überlaffen. Die revisionen derer vor klein - oder grossemRath ergangenen urtheile werden vor den Statthaltern ver-führet. 8-) Das Zins-Gericht , welches die um zins-sachenentstandene strcttigkeilen entscheidet, und demselben r. Herrendes Raths, der Sladt-Unterschretber, der Gerichts - Schreiberund der Groß, Weidet beysitzen. Dem Obmann der klösterist die aufsicht über die geistliche ernkünfte zu stadt und landanbefohlen; bey diesem müssen auch die Stift-und Klöster,Schaffner ihre rechnungen ablegen, woraus demnach die Kir-chen-uyd Schul-Diener besoldet, die allmosen entrichtet, unddas übrige in des Obmanns Verwahrung zunr behuf der ar-men in theuren selten stehen bleibet; dieser bleibet 6. jähr indem amt. In dem wapen führet Zürich einen weiß undblauen überecks githeilten schild, auch gleichmäßige stadt-far«be. BulJiMg. hist. Tigur, MScr. Algid. TJ'cbud. ehr. MScr.Haller, histor. MScr. Stumpf. Stettler. Rban. annal. Sim.Jer. Hottinger. specul. Tigur. BlUNtschliNS merckw. derstadt Zürich . Dyrsteler. *

Verzeichnis der Herren Bürgermeister der stadt

Zürich .

Erwehlt.

1. ,;;6. Rudolph Brun ,

2.

4.

5.

6.

7.

8 .

9-

10. 1414.

Ritter.

Ritter.

Ritter.

i;ör. Rüdger Manes.i;85. Johannes Finck.i;yo. Rudolph Schwend,

1391. Rudolph Schön.r;y;. Johannes Manes.i;95. Heinrich Meiß, Ritter.

1401. Johannes Meyer von Knonau.»4,;. Johannes Herter.

Pantaleon ab Inkcnberg.

11. 1414.

12 . 1428.

*;. *4;;·

Jacob ©lentnet.Felix Manes.

16. 144'·

Rudolph Stüßi, Ritter.

2m streit an der Sylbruck erschlagen.Rudolph Meiß.

Jacob Schwartzmaurer.

Johannes Schwend, Ritter.

»einrich Schwend, Ritter.

18. 144c. Johannes Keller.

19. 1454. Rudolph von Chaam.

20. 1469. Heinrich Röust.

»i. 1476. Heinrich Göldi, Ritter.

22. 1482. Hans Waldmann , Ritter.

In einem auflauf enthauptet.

2;. 1489. Conrad Schwend, Ritter.

24. 1490. Felix Brennwald.

2;. 1499. Rudolph Esther.

26. 1501, Matthias Wyß.

_ Hat vorhero refigniret.

1505. Marx Röust.ipo. Felix Schmidt.

1524. Heinrich Wälder.

1524. Diethelm Röust.

1542. Johannes Haab.

1544. Hans Rudolph Laveter.

1;;7. Georg Müller.

Resignirte vorher.

Z4. i;üa. Bernhard von Chaam.

;5. 1567. Johannes Bräm.

;6. 1571. Johannes Kambli.

Histor. Lexum VI. Theil,

27.

28

29

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Gestorben.

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1401.

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1414.

1424.

1428.

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144t.

14t 9»I4t9.1477-1469.1460.

14Ü9.

1509.

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*561.

*557.

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*59*.

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Erwehlt.

Gestorben.

*58;. Caspar Thomman.

1594.

;8. 1591. Conrad Großman.

1009.

S9. *594. Johannes Keller.

1601,

40. 1601. Heinrich Bräm.

1610.

41. 1608. Hans Rudolph Rahn.

1627.

42. 1609. Leonhard Hvltzhalb.

1617.

4;. 1617. Heinrich Hvltzhalb.

*6;?.

44. 1628. Heinrich Bräm.

1644.

45* *6;?* Salomon Hirtzel.

1652.

46. 1645. Hans Rudolph Rahn.

1655.

47. 1652. Hans Heinrich Wasser.

1669.

48. 1655. Hans Heinrich Rahn.

1669.

49. 1ÜÜ9. Hans Caspar Hirtzel, Herr zu Kefikcn.

1691.

50. 16S9. Hans Conrad Grebel.

1674.

51. 1674. Sigmund Spöndii.

1678.

,2. 1678. Heinrich Esther.

1710.

1691. HanS Caspar Esther, Herr zu Gyrsperg und

Schwandegg.

169 6.

54. 1696. Andreas Meyer.

1711.

55. 1710. Ludwig Hirtzel.

1710.

56. 1710. David Hvltzhalb.

17*9.

57. 1711. Hans Jacob Esther, Herr zu Gyrsperg und

Schwandegg.

58. 17*9. Hans Jacob Ulrich.

*72;.

59. 172;. Hans Heinrich Hirtzel.

60. 17,4. Johannes Hofmeister.

61. 1740. Joh. Caspar Escher.

62. 1742. Johannes Frieß. *

Zürich.see , hat den nahmen von der stadt Zürich , allwo erin den iluß Limmat fließt. Er erstreckt sich von dieser stadt indie zchen stunden lang, und wo er am breitesten, ist er einestunde breit, hat auf beyden feiten ein fruchtbares mit ge-mächlichen bergen, wein, wiesen - körn - obs - und holtz-wachs,wie auch mit flecken, dörfern, schlöffern und lust-häusern sehrangenehm ausgezrertes land, welches auch der stadt selbst ei-nen lieblichen prospect und vielen nutzen giedet. Zu Rap-perschweil gehet eine brücke gantz über denselben. Er wardum das jähr 9;6. von dem Kayser Ottone der stadt Zürich geschenckt. Eschers deschreibung des Zürich -sees. Dyrjnier. *

Zütphen, eine stadt und Grafschafft zwischen Over-Mel,Westphalen, Geldern und Eleve. Von der Grafschafft Züt,phe» wird schon um die helfte des X. sseculi unter Kayser Ot-to dem qrossen Meldung gefunden, als zu welcher zeit Wick«mann, Graf von Zütphen , die Abtey Altena oder Eltenberqgestiftet hat, auch sowol als seine nachkommende dieser Graf,schafft wegen des Stifts Utrecht Vasall gewesen ist. Der letztebesondere Graf von Zütphen , Gerlach, starb an. 1107. nach bestsen tobe die Grafschafft an Gerhardum, Grafen von Geldern,fiel, weil er Gerlachen durch seine Mutter verwandt war; vonwelcher zeit an dieselbige beständig zu Geldern gehöret hat.Die stadt Zütphen liegt an der Issel, und ist von natur veste.Denn sie hat die Issel auf der einen feite, und die Berkel,wovon ein arm ihren graben ausfüllet, und durch die stadtläuft, auf der andern. Man kan zeige», daß Zütphen schonim X. feculo eine stadt gewesen. Die übrigen städte in dieftrGrafschafft sind Doesburg , Doetecnm, Lochem, rc. Als Züt.phen an. 1572. mit unter den Holländischen städten gewestn,welche nach der geschehenen überstoffung von Briel das Spa.Nische jvch abgeschüttelt, ward sie durch Fridericum de Tole­ do , des Hertzogs von Alba söhn, noch in demselben jähr mitgewalt eingenommen, alldieweil eben die bürger wegen derÜbergabe in tractalen stunden ; da denn die Spanier unmensch-liche grausamkeit an allen und jungen verübet haben. Dochkam die stadt nach einiger zeit wieder an die vereinigte Pro«vlntzen, weil die Svanier nicht im stände waren, selbige durcheine genügsame besatzung im zäum zu halten. Aber an. 158;.eroberte sie der Oberste von Taxis ohne grosse mühe, durch dieanleitung, welche ihm ein gefangener soldat aus der besatzunggegeben hatte. Sie bliebe hierauf 8. jähr in dieser Cron hän.den, bis an. 1591. da sich der Hertzog von Parma durchdie der Ligue in Franckreich geleistete hülffe sehr geschwächthatte, Printz Moritz von Oranien selbige durch eine sorma.le belagerung ihnen wieder aus den Händen riß; wornach die-se stadt und qantze Grafschafft immer in der Vereinigten hän.den geblieben ist, und einen theil der dahin gehörigen provintzvon Geldern ausgemacht. An. 1672. wurde sie durch den Her-tzog von Orleans eingenommen. Zwey jähr hernach rissendie Franzosen die vestungs, wercke nieder, und verliessen diestadt wiederum. Guiccimd. descript. Belg. Merntn·/et dutems. Defcr. hiß. & geogr. de France. *

^ulcimitt, sonst Solimaiin genannt, ein Araber, machtesich an. 754. Meister von Persien , und tödteke nach einem«rossen siege den Marvan, und die gesamte Königliche fami,lie. Er erneuerte des Ali stete, und ließ sich Amit el Moce-lemin , d. i. einen Fürsten des Heils nennen. Marmol. de-script. Afric. lib. II. Von einem andern Zulcimin, sieheden artickul Soliman.

Zulfa, ober Zulpha, Iulpha, Giolpba, eine alte stadtin Armenien oder Turcomannien, an dem flusse Aras, liegt zwi-schen zwey gebürgen , allwo dieser fluß durchläuft. Cha-Adasließ sie nebst ihrer schönen steinernen brücke niederreissen, damit

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