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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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jArbeirac, (Johannes) ein berühmter Leh-rer der Rechte, ward zu Bezicrs, in demLanquedoc, allwo sein vatter Anton Barbei-rac Pfarrer war, den i;. mertz an. 1674.gebohren, und den studien gewiedmet, undan. 1686. bey der damaligen Verfolgung mitnoth aus Franckreich geflüchtet. Da er nunzu feinen eitern nach Laufanne gekommen,machte er allda feine studien, und ergriff anfänglich die Theo-logie , welche er in dem jähr 169;. hauptsächlich zu Genf trieb.Zu ende diefes Jahrs gicng er mit feinem jüngern brnder undmit zwo schwcstern nach Berlin , allwo er an. 1697. zumGon-rectore des Französtfchen Gymnasii von dem Churfürsten ernen-net ward. Hier verließ er nun die Theologie, und machte sichan die Rechtsgelehrtheit, und fonderlich an die Rechte der na-tur und der völcker. An. 1710. ward er von dem Stande Bern zum Profeffore Juris & Historiar. nach Laufanne beruffen. Ernahm diese stelle willig auf sich, und kam am ende des nov.mit den seinigen zu Lausanne an. An. 171;. ward er als einmrtglied in die Königliche Gesellfchaffl der wissenfchafften zuBerlin aufgenommen, und an. 1714. warb er Rector derAcademie zu Laufanne , und damals in die wegen der Eor-mula Confenfüs entstandene streitigkeiten eingeflochten. Au.1717. ward er von den Vorstehern der Universität zuGrönin-gen zu einem Profeflore Juris beruffen, und obwol es harthielte, ehe er sich entfchliessen konnte Laufanne zu verlassen, sonahm er den beruf doch endlich an, und erlangte abwesend zuBafel den gradum Doctoris beyder Rechte. Den 25. may be-sagten jahrs begab er sich auf die reise, gieng über Genf , Lyon,Paris nach den Oesterretchifchen Niederlanden , und traf den8- aug. zu Gröningen ein, allwo er bis an sein den 8. may an.1744. sich ereignetes ende mit grossem rühm gestanden. Sei-ner schriften sind sehr viele, welche ihm sämtlich viele ehre ge-macht, und eine durchgehende Hochachtung bey der gelehrtenwell erworben; wir wollen die wichtigsten davon anführen:Le Droit dc la Nature & des Gens, traduit du Latin de Mr.de Pufendorf, avec des Notes du Traducteur ; les Devoirs deFHomme & du Citoien, traduits du Latin de Mr. de Pufen-dorf· du Pouvoir des Souverains & de la Liberte de Con-science, traduit du Latin de Mr. Noodt; Sermons traduitsde lAnglois de feu Mr. Tillotfon , V. voll. ; Traite du Jeu ;Traite dujuge competent des Ambassadeurs , traduit du La-tin deBynckershoek; le Droit de la Guerre & de la Paix tra-duit du Latin de Hugues Grotius, avec des Notes du Tra-ducteur ; Traite de la Morale des Peres de lEglife; Recueilde Difccrors für diverses Matiercs importantes, traduits oucompofes par J. Barbeirac , und verschiedene Lateinische Ora-tiones Über wichtige malmen.

ZZattier, ( Samuel) ein gelehrter Artzt und vortreflicherLehrer der Griechischen spräche, ward zu Bafel den 2;. jan.an 1667. gebohren. Nachdem er feine philosophische und me-dic'inifche itudia abfolvirt, empfiena er an. 1690. in feiner vat-ter-stadt den Dockors-Hut, und that an. 1696. eine reife nach Pa­ ris , allwo er mit den berühmten männern Tournefort , du Ver-ven , Hombera und Malebranche in genaue bekanntfchafft ge.riech. Da er sich insonderheit eine ausnehmende erkänntnis derGriechische» spräche erworben, und hierin» wenige feines glei-chen gehabt, so ist ihm ble an. 1706. zu Bafel erledigte stelleeines Professoris Lingu® Gr®c® aufgetragen worden. DenRectoratum hat er einmal, das Decanat aber in ordine philo-soohico sieden mal geführet. An. I?l I. ward er m die Socie-Hjstor. Lexieon VI. Theil.

tät der Natur® Curiosorum aufgenommen, hätte auch ausser-halb verschiedene stellen erhalten können, wenn die liebe desvalterlands bey ihm nicht vorgetroffen hätte. Er starb den 24.april an. 1744. seines alters 77. jähr und drey monate. Seinean das licht gegebene schriften sind: Diflertatio de Generatio-ne Hominis; Cogitata de fimpiici Apprehensione ; SpecimenPhilologicum , f. Emendationes vari® in Diogenem Laertium,Euripidem &c. Obfervationum & Emendationum in Diogen.Laert. Continuatio; Diflertatio de Mundo; DisT. de Cognitio-ne sufipfius; Oeconomi® Corporis humani Defcriptio; Ob-servationes facr® inLoca qu*dam N. T. welche an verschiede-nen stellen der Bibliotb. Brennens, anzutreffen. Sonsten hat erverschiedenen Gelehrten in Engelland und Teutfchland zu denvorhabenden ausgaben der wercke des Homeri und Hippo--cratts viele gelehrte anmerckungen und Verbesserungen mttgetheilet, welche also zu seiner zeit das tages-licht anschauenwerden.

Bentley, (Richard) ein vortreflicher und berühmter En.glischer Griticus und Litterator , ward um das jähr 1662. geboh-ren, und zwar scheinet er gar nicht von vornehmen eitern her-zustammen, welches um so viel mehr zu seinem rühm gerei-chet , als er sich also selbst allein einen so grossen nahmen er,worden hat. Er hatte kaum in dem >8. jähre feines alters dieprimam Lauream erlanget, als der damalige Bischoffvon Wor«cester ihn zum Pr®ceptore feines fohns erwehlete, und also feineHochachtung für die grossen gaaben des Bentley zu erkennengab , welcher der Hoffnung des Bifthoffs auch bermassen ent-sprach , daß ihn zwey Ertz-Bisthöffe zum Pr®ceptore des Her-tzogs von Bedford ernannten. Allein er wollte diese stelle nichtannehmen, damit er feine unersättliche wiffens-begierde um soviel besser erfüllen könnte. Da er mit des Bifthoffs von Wor-cester seinem söhn nach Oxford gegangen, hat er sich die Bod,lejanifche bibliotheck so wohl zu nutze gemacht, daß er vielmehrzu Athen als anderswo gebohren zu seyn schiene. Bey so herr-lichem geschöpften lichte und ungemeiner belefenheit nahm ersich vor, die vornehmsten Griechischen nnd Lateinifchen scriben-ten < Homerum, Aristophanem, Callimachum, Terentium,

t oratmm und Manilium vermittelst feiner Critic wiederum i»rem alten glantz an das licht zu stellen. Um die gleiche zeitward ihm aufgetragen eine Lecturam Boileanam zu versehen,welches er auch mit grossem beyfall gethan. Nachwärts ist ihmzu Cambridge in betrachtunq feiner grossen Verdienste die aus-sichl über die Königliche bibliotheck , die höchste stelle in demGollegio Trinitatis , ein Archidiaconat, und eine theologischeProfeflion aufgetragen worden. In besagtem Gollegio hat er,trafst feines amtes , alles auf den besten fuß gefetzet, und einObservatorium bauen lassen. Gleichwie er nun zuvor das Weseneines GOttes und Schöpfers bündigst erwiesen, also hat er auchnachwärts die fache feines Erlösers verfochten, und obwol erdieses unter verkaptem nahmen gethan, so zeigete dennoch die inseiner schrift enthaltene qelehrtheit und scharfsinnigkett, daßBentley der Urheber derselben sey. In feinem hohen alter warder mit einer lähmung der glieder befallen, und starb endlich indem jul. an. 1742. an dem feiten-stich in dem 80. jähre seinesalters, einen söhn und etliche töchlcr hinterlassend. Seinegrosse gelehrtheit hat ihm auch viele neidcr erwecket. Die aus-gäbe der wercke des Horatii hat ihm vielen rühm erworben.Dr Poung hat ihm zu ehren den 19. iulii an. 1742. eine Latei-nische lob-rede in dem Gollegio Trinitatis zu Cambridge gehal-ten , aus welcher gegenwärtige Nachricht gezogen ist, indem sieuns in manuftript ist mitgetheilet worden.

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