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Anhang.
t Blaudeuern; anstatt der Un. n> diests artickuls ste.-enden werte: der ort hat erst denen von Oesterreich gehö-ret rc. bis: an würkemberg überlassen; setze folgendes hm.Das städtlein soll vor zeiten Helffensteuufth gewesen seyn,woraufes gegen dem ende des XIV. feculi von dem Grafen Johannvon Helffenstein und seiner mutter, Anna, einer Gräfin von Oet,ringen, emem Grafen von Landau , nahmens Ludwig, versetzt,diesem aber, weil er an. r;ye. die stadt Ulm feindlich angriff,von denen zu hülffe geruffenen Ulmischen Bunbes-städten wiederabgenommen, und an Ulm überlassen, nachgehends aber denGrafen von Helffenstein durch verglich wieder abgetreten wvr»den. An. 1447. den rz. frbr. verkaufte GrafConrad von Helf-fenstein, das städtlein nebst der schutz-und schirms-gerechtigkeitüber das kloster, und den schlossern Gerhausen, Rlick- undBlauenstein, auch 13. dörfern auf und unter der Alb, und dannder collatur derer kirchen zu Ringingen und Asch an Grafen Ludwig von Würtemberg vor 40000. gülden, mit vorbehaltungder zölle und weg-gelder, und eines jährlichen Unterhalts von200. gülden. CrujitiSi p. 111 . Üb. VI. c. 12. und lib. VII. c. 6.it ParaÜp. c. 24.
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t c.
Anstadt. Obwol in diesem art. gesagt wird, baß Can»
—J stadt anfänglich der familie von Schilling zugehö-ret, so ist doch viel gewisser, daß dieses geschlecht den zunahmenvon Canstadt allein wegen einem adelichen frey-guth genommen,so e6 vormals allda in der Vorstadt besessen hat.
> D.
)Itz»nger , (Ludewig Carl ) ein Schwäbischer Prediger,ward den ii. >ul. an. 1670. in dem dorfe Beerwangen,im Craichgaw gebohren. Nachdem er zu Allvrf die Philoso»vhie studiret, und an. 1693. eine dispuration delngeniorumVarietate geschrieben, und öffentlich vertheidigt, wandte er sichallda zu der Theologie, und zog an. 16,4. nach Straßburg ,von bannen er an. 1695. dem beruf zur Pfarr Weinbe» inder Grafschafft Lützeistein folgte, an. 16-7. aber zum erstenPrediger und Kirchen-lnlpeckor zu Lützeistein ernennet ward.An. »699. ward er ürcbidiaeomis zu Eßlingen ; an. 1701. Se-nior »nd Ober-Pfarrer daselbst , und blieb bey dieser stelle bisauf sein den 25. mertz an. 17;». erfolgteS absterben. Er ist in-sonderheit bekannt worden, weil er in öffentlichen schriften wi-der seinen grekiäiaconum Meyer behauptet, daß ein wiederge-bohrner und gläubiaer von sich sagen könne: Ich bin Christus.Siehe walchs rellgions-streitigkeiten rc.
^ E.
i>Isenburg, ist eine frey-adcliche Hcrrschafft, bestehet inL) dem schloß, vestin, bürg und berg Eisendurq, samt demwevler dabey, eine kleine stunde von der Reichs-stadt Mem-Mingen nordwärts abgelegen; sodann in den zwey adelichensitzen Trunckelsperg und Grünenfurth mit ihrer zugehörd; wei-ter in dem dorf Amendingen, und dem ddrstein Schwaick-Hausen, nebst denen gülhern auf dem Wald, das Hart ge-nannt. Es ist diese Herrschafft dem Schwäbischen Reichs-Rit-ter-Canton Donau incorporiret, wohin sie auch collectabel ist.Vor alters besassen die Herren von Asenburg diese Hcrrschafft,von denen sie nachgehends an die von Sättelin, unter derennachkommen solche zertheilt, der mehrere antheil aber an dieReichst« von Meldecg, durch erbschafft gekommen, von welchenselbige an. 158». an die Reichs-stadl Memmingen , und von die-ser an. 1582. an ihr Gotkshanö Unter-Hospital verkauft, vondem ferner solche an. 1601. dem Hans Eitel Neudrvnner, bürgerzu Ulm , käustich überlassen worden : dieser nun hat die durch'dieerbschaffts-verkheilung ehedem abgekommene antheile der Herr-.schafft wieder an sich gebracht; gestalt dann dessen erden undnachkommen selbige zum theil noch besitzen, über die helfteaber davon nach und nach wieder an das vberwehnte Gotts.Haus Unter-Hospital zu Memmingen , vermöge vorbehaltenenewigen wiederkanf- rechts verkauft haben. Diese Herrschaffthat alle regalia, Obrigkeit'.und Herrlichkeiten, wie andere un,mittelbare freye Reichs-Ritter-gülher; und ist durch Kayser-undKönigliche priviiegia mit einer freyheik, vor die todtschlägerund wehrfreyheit fähig, versehen, auch von dem Land-Gerichtin Schwaden, und andern auswärtigen Gerichten exrmirt;wegen Übung der hoch-gerichtlichen Obrigkeit aber ist mit demhöchst-vreiswürdigen Ertz-Hause Oesterreich , als inhadern derLandvogtey Schwaben, an. is86. ein besonderer vertrag er-richtet worden. Die Herrschafftliche regalia und iurisdictiona-lien werden von den zeitigen inhadern, nach einem an. 1671.mrr einander verglichenen sogenannten administrations-receß,theils privatire , theils alternative durch einen abwechselndenLäminiüratorem unter ihnen verwaltet. Hingegen erercirt dasjus Patronatus zu Amendingen (welches jus in vorigen zel-ten das Reichs-Gottshaus Roth inne gehabt, nachgehends abervon der Carthaus Burheim acquiriret worden,) erstermeldteCarthaus noch jctzo gantz allein; jedoch werden laut des vor-handenen Vertrags von an. 160$. die heiligen Pffeqer von derEisenburgischen Herrschafft und dem Herrn Collatore derPfarr Amendingen gemeinschafftlich erwehlt, die erwehlte hei-ligen Pfleger von der Eisenburgischen Herrschafft in gebühr,liche qelübd und Pflicht, auch von dieser die jährliche heiligerechniing, in beyseyn eines Abgeordneten von dem Herrn Col-iatore jh Amcndingcn aufgenommen.
Leuri, (Andreas Hcrcuws von) war den rr. iun L·vcii andere fetzen, den 23. iun. an. i6zz, gebohrendes Kömgs Ludwigs XIV. am i.stpt. an. 171 * «foSÄsterben befand sich bey eröfnnng feines lestaments, daß »als damaligen B,schaff von Frems, zum iWp«>re des «uiZKonlgS verordnet hatte, m welchem amie er auch burd THertzog-Regenten bestätiget wurde. Weil er nun beständig §dem Könige jeyn mu,re, und in ftinB.ßlhum nicht ko ,2konnte, ,0 wurde ein zweyter Bstchvff von Freius acsetot
stets den titul dehielt, und zum unlersche!?^2Bl,chv,f von Freius genennel ward. Der Hertzog öoh SRourhn«und der atte Buchoff von Freius hatten währendMinder,ahrigkeil die mel,re aufsicht, jener über dessen »2und dieser über dessen studien. Am 13. febr. an. ,722 Nader Kvnlg an den Papst, wie er ihm das Ertz-Blßkhum Ade mageben wollen, weiches er aber anzunehmen stchqewewm,!Ü.geachtet er ihn aufs nachdrücklichste, und selbst mit thranmum gedalen , mit dem beyfügen, daß er von scmen händ,, a,lalbc zu werben wünschte; allein er habe nichts als die Ak,,»von St. Stephan zu Caen angenommen, „nd Sewolle den Papst ersuchet haben, ihm die bulle darüber ^zuzustehen. Am 17, aug. an. 17--. ereignete sieb nachfolgenddewnbererfall: Früh morgens gegen 4.uhr gicng er in allstille Mit einer post-chaise von Versailles weg, ohne jemand Zvon parl zu geben. W-e die stunde gekommen war, da e LKomg zu unterweisen pflegte, wunderte man sich sebc, mman ihn nicht sahe. Der König schickie nach dessen \immnum sich wegen seiner gesunbheil zu erkundigen, man fand bnaber nicht, und niemand wußte zu sagen, wie es mit ihm wargangen, ausser die Offmers von der wacht, die ihn hak en vea.fahren,ehen. Der Kvnlg befahl soso«, ihm einige erpressenauf unterschiedlichen wegen nachzuschicken, die ihm saaen soll-ten , daß Se. Majestät die Ursache von seinem so plöklickcn ab^gang aus seinem munde anhören wollte. Einer von diesen er-pressen traf ihn zu Courson, dem land-hause des Herrn Na-ville, an, und nachdem er ihm im nahmen des Komas ke»anlrag gethan, schickte er ihn mit einem schreiben an Se Ma-jestät zurück, welches des Inhalts war, daß er wegen seineshohen alters und fchwachheit Halden nicht mehr im stände wäre,seinem amte gehörig vorzustehen, und daher beschlossen hätteseine tage in einem kloster vollends zuzubringen. Der Köniaschickle hierauf den Slaats-Rath Pellettkr des Forts nach Cour-svn, um »hn von seinem Vorsatz abzubringen, und zu bewegen,zurück zu kommen, und sein amt wieder abzuwarten Derabgeordnete hatte Hiebey grosse mühe, brachte es aber endlichdoch so weit, daß er am i8- aug. abends nach Versailles zurückkam. Man gab immittelst vor, er hätte solche reise gethan,um auf einen,ober zwey tage die luft zu verändern. Beydersalbung des Königs am 25. vct. zu Rheims rcprästntirte er denBischoff und Grafen von Noyon , einen der sechs gejfllichenPaws. Als der König am 27. febr. an. 172;. mündig zuvor,den war, ward kurtz hernach ein neuer Rath ernennet, welchernebst Sr. Majestät aus dem Hertzoqe von Orleans , dem Her-tzoge von Chaclres.dem Cardinal du Bois, dem alten Bischoffvon Freius, dem Siegel-Bewahrer, den Staats-Secretarien,und den Herren Pelletier des Forts und Fagon rc. bestund. Indiesem jähre ward die Haltung der liste der offenen Kicchen-Be-neficien dem alten Bischoff von Freius aufgetragen, er weiger-te sich aber, sie anzunehmen. Der König warb hiernächst schlüs-sig , den Carbinals-Hut für ihn von dem Papst zu begehren, undihn nach Rom zu senden, die fachen der Cron Franckreich anselbigem Hofe mit eben bem chacactcr, als ehedem der Card«,nal von Tremonllle daselbst geführet halle, zu besorgen, suchwurde er nebst dem Cardinal von Rohan, und einigen andemPrälaten ernannt, ern mandemenl des Cardinais von Bißi,das viel aufmerüens machte, zu untersuchen. Im augusto die-ses jähes starb der Cardinal du Bois, der am 22. auq. an. ,722.zum ersten Staatö-und Kriegs-Minister erkläret worden war,und der Hertzog Philippus 11 . von Orleans , gewesener Regentvon Franckreich, wurde zu Meudon zum ersten Minister undSupertiikendanten der posten des Reichs wieder ernennet. Imsept. an. »722. wurde der alte Bischoff von Freius als kitular-milglied der Academie des Infcriptions & Beiles Letcres in»stall,ret, von welcher Academie er kurtz hernach Cantzler ward.Die achtung, die der König für seinen lehrmeister hatte, wur-de je länger ,e grösser, also, daß dieser Prälal schon im ansangdes 1724. »ahrö nebst dem Hertzoge von Boiirdvn mehr als je*mand vermochte, welcher letzte auch nichts ohne desselben kcnnk-nis that, unb ihm folgendö auch die direction der fachen grd-stentheils überließ. Er gab sich nebst dem Hertzoge von Bour,bon viel mühe < das Finanz-weftn zu verbessern, und alle schul-den der Cron zu bezahlen, ohne die Unterthanen aufs neue zubelästigen; absonderlich aber bestrebte er sich, die einkracht un-ter allen Printzei, und Printzeßinnen vom geblüt wieder herzu-stellen. Zu ende des 1724. iahrs ward ein cxpresser nach Rom gesendet, den ersten Cardinals-Hut, worzu der König die no«mination hatte, für den alten Bischoff von Frejus zu begehren.Am Lichtmeß -tage stund er mit auf der liste der R'lter des heil.Geist-ordens, welche würde er zwar von sich abzulehnen suchte,sowol als den Cardinals-H»l, indem er den König bar, daßSe. Majestät denselben einem andern geben möchte. Jm m17,6. ward er zum Oder-Almosenier der Königin erhoben. An
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